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Teufel Raumfeld One: Musikstreaming über WLAN im Test


19.10.2012, 11:58 Uhr

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Die Zeiten, in denen man zu Hause eine aus mehreren Bausteinen bestehende Stereoanlage im Wohnzimmer aufgestapelt hat, mit der man vielleicht sogar noch Vinyl hören kann, sind für die meisten Nutzer längst vorbei: Heute wird sogar in den eigenen vier Wänden gestreamt, was das Zeug hält. Die Berliner Firma Teufel hat mit der Raumfeld-Serie gleich eine ganze Flotte an funkenden Klangkisten im Angebot, von denen wir uns das Modell Teufel Raumfeld One etwas genauer angesehen angehört haben.

Für unterwegs gibt es unzählige Streaming-Lösungen, um die eigene Musik aus der Cloud zu hören. Neben Google Play Music stehen der Amazon Cloud Player sowie Streaming-Dienste à la Spotify und Rdio zur Verfügung — und das ist nur eine sehr kleine Auswahl. Aber auch zu Hause kann man längst ohne Kabel Musik auf verschiedene Geräte zaubern. Die bekannteste Komplettlösung dürfte wohl von Sonos kommen, aber auch die Berliner Firma Teufel hat inzwischen mehrere Lautsprecher im Angebot, die Musik über das WLAN-Netz empfangen. Bei dem von uns getesteten Raumfeld One handelt es sich um eines der Einstiegsmodelle aus der Raumfeld-Reihe, die sich auch über Android-Geräte steuern lässt.

Das Gehäuse besitzt ein kantiges und schräges Design, das mir persönlich gut gefällt. Die Verarbeitung ist sehr gut und die verbauten Materialien fühlen sich allesamt sehr hochwertig an. Hinter der schlichten und aufgeräumten Fassade erwartet man auf den ersten Blick weder viel Sound, noch viel Technik — doch in beiden Fällen täuscht dieser Eindruck. Während auf der Front, neben den hinter einer Stoffabdeckung verborgenen Lautsprechern, lediglich ein Lautstärkeregler, eine Power-Taste sowie zwei Status-LEDs zu finden sind, hat die Rückseite schon deutlich mehr zu bieten: Hier finden sich neben einer Antenne für das WLAN-Modul noch ein LAN-Anschluss, ein USB-Port, Buttons für Power, Setup und Reset sowie ein Line-Eingang mit Cinch-Anschlüssen. Die Unterseite beherbergt einen Subwoofer inklusive Bassreflexöffnung für den nötigen Druck.

Um den Raumfeld One-Lautsprecher in Betrieb zu nehmen, muss zunächst eine Setup-Prozess per Android App absolviert werden, für die das Gerät per Kabel mit dem Router verbunden sein muss. Nachdem das Gerät im WLAN angemeldet ist, kann die Kabelverbindung wieder getrennt und kabellos zu Ende eingerichtet werden.

Nun kann der geneigte Nutzer auswählen, von welcher Quelle er gerne Musik genießen möchte: Zum einen kann auf lokal gespeicherte Musik zugegriffen werden, die entweder auf einem NAS, einer Festplatte oder einem USB-Stick lagert. Außerdem können aber auch Dienste von Napster, Simfy, TuneIn und Last.fm genutzt werden – Dienste wie Spotify oder Rdio fehlen bisher leider. Damit aber noch nicht genug, denn auch Musik, die sich auf dem Android-Gerät befindet, kann über den Raumfeld One abgespielt werden und natürlich können MP3- und CD-Player sowie andere Geräte auch per Line-Eingang verbunden werden.

Wer über mehr als einen Raumfeld-Lautsprecher verfügt, hat zudem die Möglichkeit, mehrere Räume zu definieren, und diese dann über die Raumfeld-App zu steuern und unabhängig voneinander mit Musik zu füttern.

Die Bedienung über die App geht sehr intuitiv von der Hand: Die einzelnen Dienste und Musikquellen sind auf der Startseite übersichtlich aufgereiht, ein Wisch nach links zeigt die zuletzt gespielten Songs oder Radiosender und ein weiterer Wisch führt zu einer Liste mit Favoriten. Die Einrichtung der einzelnen Dienste kann unter Settings -> Musik-Services vorgenommen werden. Hier müssen die jeweiligen Log in-Daten für die gewünschten Dienste eingetragen werden – sollte kein Konto vorhanden sein, bieten die kostenpflichtigen Dienste Napster und Simfy auch kostenlose Testphasen an.

Wie bei Streaming-Diensten üblich, dauert es oft ein wenig, bis die ausgewählte Musik abgespielt wird, da diese erst gebuffert werden muss. Besonders lange scheint dies allerdings bei den meisten Radiosendern von TuneIn zu dauern – hat die Wiedergabe erst mal begonnen, läuft sie zwar problemlos durch, allerdings wird durch die lange Pause beim Wechsel das Ausprobieren unbekannter Sender schnell zur Geduldsprobe mit eventuellen akustischen Schmerzen.

Und wie klingt die kleine Kiste? Erstaunlich satt! Man darf natürlich von einem Gerät mit den Abmessungen 40 x 18,5 x 16,5 Zentimetern und einem Preis von knapp 450 Euro keine audiophile Offenbarung erwarten, aber das heißt wiederum auch nicht, dass der Raumfeld One schlecht klingt. Zunächst mal fällt die für die kompakte Größe erstaunliche Lautstärke auf, die der Raumfeld One erzeugen kann, ohne dabei zu verzerren oder unangenehm zu klingen. Teufel selber gibt an, dass bei mittlerer Lautstärke ein Raum von 25 Quadratmetern beschallt werden kann – nach einigen Tests in meinem Wohnzimmer, für die ich mich nochmals bei meinen Nachbarn entschuldigen möchte, würde ich behaupten, dass diese Angabe eher untertrieben ist. Insgesamt ist der Sound, wie von Teufel generell gewohnt, ziemlich bassbetont. Dies liegt natürlich vor allem an dem Subwoofer auf der Rückseite, der je nach Standort und gewählter Musik den Untergrund schon ziemlich massieren kann. Wer also eher auf neutralen, ausgewogenen Klangt steht, wird mit dem Raumfeld One sicher wenig Freude haben. Abgesehen vom soliden Bassfundament ist der Klang aber ziemlich gut: Bei sehr hohen Lautstärken (also über der Hälfte) haben die Höhen je nach abgespieltem Song gerne mal begonnen zu zerren, allerdings war dies auch schon weit über Zimmerlautstärke, so dass man dies wohl verschmerzen kann.

Der Raumfeld One-Lautsprecher bietet für rund 450 Euro einen guten Einstieg in die Welt der kabellosen Musikübertragung. Der Klang ist sicher nicht überwältigend und kann mit einer ausgewachsenen Stereo-Anlage nicht mithalten — das erwartet man beim Anblick des Speakers aber auch nicht. Die Bedienung mit der Android-App geht gut von der Hand und die Möglichkeit, eine Vielzahl von Klangquellen nutzen und mit mehreren Raumfeld-Geräten auch mehrere Räume steuern zu können, sorgen für ein abgerundetes Gesamtbild.

>>Teufel Raumfeld One für 449,99 Euro (zzgl. 14,99 Euro Versandkosten) bei Teufel.de bestellen

Download: Raumfeld-App
Raumfeld-App qr code

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