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Sony Xperia Tablet Z im Test: Flach, schön und schnell (leer)


28.06.2013, 17:22 Uhr

Xperia-Tablet-Z-Review

10 Zoll-Tablets mit Android-OS fristen spätestens seit dem Release des kompakten Nexus 7 ein Schattendasein: Zu groß, zu schwer, meist zu teuer und mittlerweile auch in Sachen Leistung oftmals den aktuellen High-End Smartphones weit unterlegen, gab es in den vergangenen Monaten wenig Gründe dafür, sich für 500 Euro und mehr solch ein Gerät zuzulegen. Mit Sonys Xperia Tablet Z gibt es wieder welche: Nicht nur sieht der 10.1-Zoller richtig gut aus, er ist auch äußerst performant und ziemlich leicht, hat ein tolles Display und feine Features. Ob das den immer noch recht hohen Preis ab 499 Euro legitimiert, klärt unser Testbericht.

Das letzte erhältliche 10 Zoll-Tablet, das mich seinerzeit begeistern konnte, war bekanntermaßen das ASUS Transformer Pad Prime. Die später erschienenen TF300-Pads und das Infinity waren entweder zu schwachbrüstig oder zu teuer. Auch die Galaxy Tabs und Notes von Samsung in diesem Formfaktor liefen irgendwie am Markt vorbei, ähnlich erging es dem Nexus 10. Und selbst erstgenanntes ASUS-Tablet staubt bei mir zuhause mehrheitlich in einer Ecke zu. Der Grund: 10 Zoll-Tablets sind per definitionem unhandlich, immobil und besonders im direkten Vergleich mit Nexus 7 und Konsorten eher unpraktisch — ich vergesse meist das Prime mitzunehmen, weil ich es einfach zu selten benutze, weil es mir zu schwer ist und inzwischen auch leistungstechnisch keinen Mehrwert gegenüber einem aktuellen Smartphone oder 7 Zoller bietet — ein Teufelskreis.

Xperia-Tablet-Z-Porträt

Die Lösung dieses Dilemmas kann also nur ein leichtes und potentes 10 Zoll-Tablet sein. Eines mit einem schönen, hochauflösenden Display, auf dem Surfen und Spielen und das Konsumieren von Medien noch mehr Spaß macht als mit kompakteren Geräten. Und wenn das dann auch noch bezahlbar ist … Sony selbst hatte das einst mit dem Tablet S und dem Xperia Tablet S vorgemacht: Beide Modelle waren eigenwillig aber schick designt, kompakt, leicht und im zeitlichen Kontext preislich angemessen. Ob der Preis des Sony Xperia Tablet Z mit seinen mindestens 499 Euro und bis zu 640 Euro für die uns vorliegende LTE-Variante nun ebenfalls angemessen, günstig oder gar zu hoch ist, darüber darf man sich streiten; in allen anderen Bereichen scheinen die Japaner aber tatsächlich den Ausweg aus der 10 Zoll-Misere aufzuzeigen: Das Z ist dem ersten Anschein nach leicht, schön, hat einen tollen Full HD-Screen und dank Snapdragon S4 Pro ist es nominell das aktuell performanteste Tablet überhaupt.

Xperia-Tablet-Z-Seite

Überdies punktet es noch mit Features, die man andernorts vergeblich sucht: Das Z ist wasserdicht, kann also getrost auch in der Badewanne verwendet werden, Es ist mit einem IR-Blaster und einer zugehörigen Software ausgestattet, die das unkomplizierte Programmieren und Fernsteuern der heimischen Unterhaltungstechnik erlaubt. Ein paar Probleme hat es — wie beinahe jedes Gerät — aber natürlich auch: Der Akku macht uns beispielsweise Sorgen, die Kamera ist suboptimal und die maximale Helligkeit des Display könnte ruhig noch etwas höher sein.

Inwieweit diese Mankos die Nutzererfahrung mit dem Tablet stören und wie sehr die positiven Seiten des Gerätes dann doch überwiegen, werden wir in den folgenden Absätzen klären — zunächst schauen wir uns das Xperia Tablet Z zur Einstimmung in ein paar bewegten Bildern an.

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Das Sony Xperia Tablet Z im Video

Erstmalig haben wir das Tablet Z auf dem MWC 2013 in Barcelona zu Gesicht bekommen — und waren schon in den Messehallen von seinem Display angetan:


    YouTube-Logo

Anfang Juni dann ist unser Testgerät in der androidnext-Redaktion eingetroffen, wo wir es sogleich ausgepackt und hochgefahren haben:


    YouTube-Logo

Gute erste Eindrücke hat es also hinterlassen — wollen wir doch mal sehen, ob das intern als SGP 311, 312 und 312 bezeichnete Gerät, diese halten kann.

Design, Haptik und Verarbeitung des Xperia Tablet Z

Das Xperia Tablet Z folgt optisch, wie auch das jüngst vorgestellte Phablet Z Ultra, dem Smartphone Xperia Z auf dem Fuß — bis auf den durch mattierten und gut griffigen Kunststoff ersetzten gläsernen Rücken sieht das Tablet gar aus wie ein breit gewalztes Xperia Z (ohne die Aussparung für die Hörmuschel freilich). Wie beim Smartphone findet sich an den Seitenrändern das „Exoskelett“ aus Glasfaser-Polyamid — und was beim 5 Zoller noch dazu führte, dass sich das Smartphone in der Hand irgendwie unorganisch anfühlte, bewirkt beim Tablet Z genau das Gegenteil: Der 10 Zoller liegt unglaublich gut in der Hand — natürlich auch bedingt durch die extreme Dünne von nur 7,2 Millimetern (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, selbst das Z-Smartphone und auch ein Galaxy S4 sind dicker!) und das äußerst geringe Gewicht von lediglich 495 Gramm – das Nexus 10 wiegt, zum Vergleich, stattliche 603 Gramm, das aktuelle iPad gar 650 Gramm. Alle Sorgen, die Kanten könnten nach längerer Benutzung unangenehm ins zarte Handinnenfleisch schneiden, können wir zerstreuen, das Tablet Z liegt so gut und komfortabel in Händen, wie das bei einem 10.1 Zoll-Tablet eben nur möglich ist.

Xperia-Tablet-Z-Landscape1

Auch optisch gibt sich das Tablet Z keine Blöße, hinsichtlich des Designs gab es ja schon beim Smartphone Z nichts zu beanstanden. Die matte Rückseite, die nur vom Xperia-Schriftzug mittig, einem klitzekleinen NFC-Logo unten und der 8 MP-Kameralinse oben rechts unterbrochen wird, gefällt dem Auge ebenso gut wie den Handflächen. Auf der Front findet sich lediglich das Sony-Logo oben rechts und die Frontkamera in der Mitte, daneben stört nichts den beinahe gleichmäßig-schwarzen Eindruck, den Bezel und ausgeschalteter Screen machen. Leuchtet das Display dann auf, wird der seitlich rund 2 cm, oben und unten etwa 1,5 cm breite Rand sichtbar, der versehentliche Toucheingaben mit den haltenden Fingern verhindert; der Screen ist dennoch groß genug und kommt auf seine 10,1 Zoll. Das Tablet insgesamt misst so 26,6 Zentimeter in der Breite und 16,6 Zentimeter in der Höhe.

An der Unterkante sowie korrespondierend an der unteren rechten und linken Seite befinden sich die Ausgänge der Stereo-Lautsprecher quasi über Eck — das garantiert in der Horizontalen, das der Sound entweder nach unten weg oder seitlich austreten kann. Außerdem finden sich unten, hinter Abdeckungen der Micro-USB-Port und der Einschub für SIM- (jedenfalls bei unserem LTE-Modell) und micro SD-Karte. Die linke Seite des Gerätes bleibt bis auf den erwähnten Lautsprecher-Ausgang jungfräulich-unberührt, rechts sind im oberen Drittel der mittlerweile zum Xperia-Markenzeichen avancierte runde Powerbutton, die Lautstärkewippe, eine Benachrichtigungs-LED (merkwürdig — wäre die auf der Front nicht besser aufgehoben?) und hinter einer weiteren Abdeckung der 3,5 mm-Klinken-Anschluss für die nicht im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer positioniert. Oben sitzen dann noch der IR-Blaster sowie ein Mikrofon für den Videochat, die Sprachsuche oder die Musikerkennung. Mehr ist nicht, das Xperia Tablet Z gibt sich schlicht, schlank und schwarz — und das steht ihm ausgezeichnet.

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Ein paar Worte noch zur Verarbeitung: Auch hier ist alles qualitativ auf hohem Niveau, er stört kein Knarzen unter Druck, keine ungleichen, unregelmäßigen oder schiefen Spalten und auch nach mehrwöchiger intensiver Benutzung fanden sich keinerlei Kratzer oder Abnutzungserscheinungen auf dem Gerät, weder auf dem Display, noch auf der matten Rückseite. Auch sämtliche für den Staub- und Wasserschutz des Tablet Z wichtigen Abdeckungen schließen fest und bündig, was im Gegenzug natürlich immer ein bisschen Fummelei beim Öffnen bedeutet; das lässt sich unserer Meinung nach bei einem Tablet deutlich besser verschmerzen als bei einem Smartphone. Wer übrigens unbedingt ein Knarzgeräusch hervorrufen möchte, der muss das Z schon in beide Hände nehmen und dann relativ kräftig versuchen, es zu biegen, erst dann hört man ein leichtes Knirschen — aber ganz ehrlich, so was macht doch auch außer uns niemand.

Das Full HD-fähige Display des Xperia Tablet Z

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Wir erinnern uns: Beim Xperia Z-Smartphone, das Sony erstmalig auf der CES 2013 im Januar in Las Vegas gezeigt hatte, waren wir zunächst begeistert vom Screen; später im Test konnten wir uns nicht ganz erklären, was zwischen Launch im Januar und der Serienproduktion des Gerätes schief gelaufen war — Fakt war, das das Xperia Z, das wir Ende Februar getestet haben, über ein enttäuschend blasses Display mit schlechten Blickwinkeln verfügte. Natürlich waren wir auch beim Tablet Z besorgt, dass der Screen, der uns in Barcelona noch so gut gefallen hatte, im Praxistest auch wieder enttäuschen könnte.

Hier und jetzt kann ich mit großer Erleichterung und aufrichtiger Begeisterung schreiben: Der LC-Screen des Xperia Tablet Z ist … wow! Satte Farben, gute Kontraste und dank 1900 mal 1200 Pixel ein gestochen scharfes Bild — so machen das Schauen von Videos, sei es auf YouTube oder in Form von auf dem Gerät liegenden Dateien, das Spielen aufwendiger Games und vor allem das Lesen und das Surfen im Internet richtig, richtig Laune. Stichwort Games, ich habe mich dabei ertappt, wie ich Titel, die ich auf meinem Galaxy S3 oder ASUS Transformer Prime schon länger nicht mehr angefasst hatte, auf dem Xperia Tablet Z ob dieses großartigen Display mit neuer Lust teilweise wieder von vorne begonnen habe — einfach weil sie plötzlich so viel toller aussahen.

Xperia-Tablet-Z-Display-Tulips

Bei aller Euphorie: Aufgrund seiner Größe verfügt das Display des Tablet Z über eine Pixeldichte von „nur“ 222 ppi — das ist nun nicht unbedingt wenig (das Nexus 7 kommt gar nur auf 216 ppi), dennoch sieht Full HD auf Tablets natürlich ein bisschen anders aus als auf kleinen Smartphones und wer genau hinschaut, findet den einen oder anderen Pixel, zum Beispiel am Rand von Symbolen oder Buchstaben im Text. Das ist aber Meckern auf ganz hohem Niveau und fällt im Alltag kaum weiter auf.

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Störender ist da tatsächlich schon die etwas zu geringe Helligkeit: Innerhalb von Gebäuden fährt man mit manuellem Justieren (wie üblich ist die Auto-Einstellung viel zu dunkel) des Reglers ins oberer Drittel optimal; draußen, bei Sonnenlicht erreicht der Screen aber schnell die Grenzen seiner Ablesbarkeit und das obwohl er sich sehr zurücknimmt, was das Anziehen von Fingerabdrücken und Schmierstreifen angeht — hier leistet Sonys Schutzbeschichtung offensichtlich gute Dienste. Ein Outdoor-Modus, der die Leuchtkraft noch um ein paar Nit anhebt, hätte dem sonst so fantastischen Display gut gestanden; wäre aber höchstwahrscheinlich auch hart auf die Akkulaufzeit, die Achillesverse des Xperia Tablet Z, gegangen. Die leidet nämlich ganz massiv unter dem Screen, doch dazu später mehr.

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Hardware und Performance des Tablet Z

Wie erwähnt ist das Xperia Tablet Z mit 2 GB RAM und einem APQ8064 Snapdragon S4 Pro Vierkerner, der mit 1,5 GHz taktet, nominell das schnellste aktuell erhältliche Tablet. Und so rennt gefühlt auch wirklich alles, was man auf dem 10.1-Zoller laufen lässt: Dass App-Drawer und Homescreen sich stets äußerst flüssig bedienen lassen, ist da schon fast selbstredend, aber auch Webseiten, HD-Filme und Spiele aller Art laufen weitestgehend lag- und ruckelfrei, trotz der rund 2,3 Millionen Pixel, die bei einer Auflösung von 1920 x 1200 herumgeschoben werden müssen.

Weitestgehend, wohlgemerkt — zwar lässt sich auf dem Z nun wirklich jedes aktuelle Game gut spielen; dennoch haben wir es nun mal „nur“ mit einem schon etwas betagteren S4 Pro zu tun, der eben 1900 x 1200 Pixel berechnen muss. Faktisch kann man das Tablet Z also auch in Sachen Performance mit dem Smartphone-Pendant gleichsetzten, das mit dem gleich Chipsatz auskommt und über ein nahezu genauso hoch aufgelöstes Display verfügt. Und auch wenn letzteres leistungstechnisch nicht in derselben Liga wie ein HTC One oder ein Samsung Galaxy S4 mitspielt, ist es doch sehr potent.

In Benchmarks ausgedrückt und verglichen mit dem Nexus 10 und dem nagelneuen ASUS MeMO Pad FHD 10 mit Clover Trail+ ergibt sich folgendes Bild:

Benchmark Nexus 10 ASUS MeMO Pad FHD 10 Sony Xperia Tablet Z
Antutu (Total) 13534 22170 20322
Antutu (CPU) 5003 7580 8550
Antutu (GPU) 5003 6708 7419
Antutu (RAM) 2621 6986 3511
Antutu (I/O) 907 896 842
CF-Bench (Overall) 17489 7976 23859
CF-Bench (Java) 6760 5361 13960
CF-Bench (Native) 11051 6407 17934
GFXBench (GLBenchmark 2.7)
(2.7 T-Rex HD C24Z16 Offscreen)
696 Frames
12 fps
399 Frames
13 fps
3314 Frames
29 fps
GFXBench (GLBenchmark 2.7)
(2.5 Egypt HD C24Z16 Offscreen)
4448 Frames
39 fps
2952 Frames
26 fps
3550 Frames
31 fps

Fazit: Es ist eigentlich tragisch, dass aktuelle Android-Tablets in Sachen nomineller Leistung den Anschluss an die Smartphones verloren zu haben scheinen — gerade diese Geräteklasse bietet sich an für tolles Gaming auf hochauflösenden Displays und bringen gleichzeitig die Möglichkeit mit, ausreichend große Akkus zu verbauen; aber dafür bedarf es eben auch potenter Chipsätze. Auch wenn das Xperia Tablet Z nicht auf einen Snapdragon 600 oder gar 800 und auch nicht auf einen Tegra 4 setzt, so läutet es doch hoffentlich eine solche Entwicklung ein. 10 Zoller müssen in den nächsten Monaten zeigen, dass sie in Sachen Performance ganz vorne mitspielen, wenn sie eine Rolle auf dem immer härter umkämpften Tablet-Markt spielen wollen.

Xperia-Tablet-Z-Powerbutton3

Das Z weist in die richtige Richtung und bis die ersten 10 Zoller mit dem neuen NVIDIA-Chip, dem Clover Trail+ oder eine etwaiger Nachfolger des Nexus 7 mit einem Snapdragon 600 erscheint, ist das Sony-Tablet das schnellste und performanteste seiner Art. Und damit haben die Japaner, wie schon mit dem Xperia Z im Januar, das hierzulande die Ära der Full HD-5 Zoller einläutete, wieder einmal Pionierarbeit geleistet.

Die Software und die Spezial-Features des Sony Xperia Tablet Z

Dass das Xperia Tablet Z nach IP57-Standard staub- und wassergeschützt ist, wurde bereits erwähnt und auch wenn damit nun keine echten Tauchgänge möglich sind — warum sollte man das auch tun? Mit einem Tablet unter Wasser zu fotografieren, sieht genauso dämlich aus, wie an Land —, so ist das dennoch ein sehr praktisches Feature: Mal ganz ehrlich, welcher Tablet-Besitzer hat nicht schon mit der Idee geliebäugelt, auf seinem Gerät ganz entspannt in der Badewanne zu surfen oder Medien zu konsumieren; und diese dann ganz schnell aus Angst vor Wasserschäden wieder verworfen. Das Tablet Z macht solchen Phobien den Garaus und insofern macht die IP57-Zertifizierung auch beim Tablet durchaus Sinn. Es muss ja nicht immer gleich die Badewanne sein, auch umgekippte Tassen mit flüssigen Inhalten dürften dem 10-Zoller so nichts anhaben können.

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Wie aktuell viele Geräte verfügt auch das Tablet Z über einen IR-Blaster am oberen Rand mittels dem sich diverse per Infrarotsignal bedienbare Hifi-Geräte steuern lassen. Dass Sony in diesem Bereich Erfahrung vorzuweisen hat — schließlich besaß schon das erste Tablet S diese Fähigkeit — merkt man der zugehörigen App positiv an: Die Bedienung ist einfach und komfortabel, auch wenn das UI nicht das Hübschestes ist und etwas altbacken wirkt, und auch das Einstellen verschiedener Geräte geht intuitiv und in den meisten Fällen erfolgreich von der Hand. Im Test konnte ich einen älteren Toshiba-LCD- und einen Samsung-LED-Flachbildfernseher sofort mit der Auto-Einstellung benutzen, auch mein Western Digital-Mediaplayer wurde automatisch korrekt angesprochen. Lediglich eine Surround-Anlage von Logitech ließ sich partout nicht mit dem Tablet Z ansteuern, weder per Automatik noch manuell.

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Zum Fernbedienen selbst stellt Sony dem Nutzer neben der klassischen Abbildung eines Fernbedienungslayouts auch noch eine Mini-App, die im Vordergrund des Screens schwebt, sowie eine Touch-Fläche zur Verfügung, über die man mittels simplen Gesten die Kanäle wechseln und die Lautstärke verändern kann. Insgesamt hat das Tablet Z damit definitiv das Zeug zur Universalfernbedienung.

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Xperia-Tablet-Z-Remote-Layout

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Mein Lieblingsfeature war und ist aber das im Einstellungsmenü unter dem Punkt Display aktivierbare Aufwecken durch Tappen: Damit lässt sich das Tablet komfortabel einfach mittels Doppeltapp auf den schwarzen Screen aus dem Standby-Modus aktivieren. Das macht so viel mehr Spaß, als auf den zwar hübschen aber an der Seite eben nicht so intuitiv zu erreichenden Powerbutton zu drücken — vom praktischen Nutzen und der so gewonnenen Zeit mal ganz zu schweigen. Ich habe also oft (viel zu oft) und jedes Mal mit kindischer Freude auf das schlafende Display doppel-getappt und war jedes Mal begeistert, wie simpel und gut diese Funktion doch ist. Aufruf an alle anderen Tablet-Hersteller: Sofern Sony diesen Trick (obwohl: it’s not a trick, it’s a Sony) nicht patentieren hat lassen, macht das bitte schnell nach!

Software-seitig fußt das Xperia Tablet Z auf Android 4.1.2, das Sony in bekannter Art und Weise angepasst hat — nämlich recht zurückhaltend. Los geht’s beim schick auffächernden Lockscreen, weiter bei der angepassten Auswahl von Designs, Hintergründen und Widgets für den Homescreen, bis hin zum leicht umdesignten Einstellunsgmenü mit dem Sonderpunkt „Xperia“ hinter dem sich ein paar Extra-Funktionen wie beispielsweise das Pairing mit einem DualShock 3-Controller von der PS3 verbergen.

Xperia-Tablet-Z-Display-Detail2

Außerdem gibt es die schon vom Z-Smartphone bekannten Mini-Apps, die sich über ein Symbol am unteren Rand aufrufen lassen und die auf einem großen Tablet noch mehr Sinn machen als auf einem kompakteren 5 Zoll-Screen. Auch die Schnelleinstellungen, die sich über einen Tipp in die rechte untere Ecke öffnen, hat Sony hinzugefügt und erlaubt damit unter anderem das schnelle Nachstellen der Helligkeit und Aktivieren der Auto-Rotation des Bildschirms oder des WLAN-Moduls. Und natürlich befindet sich dieses Menü unten, anders als unter Standard-Android für Tablets. Am oberen Rand ist dafür der Shortcut für Google Now und die Sprachsuche sowie das Symbol für den App-Drawer und das Individualisieren des Homescreens untergebracht. Überdies können bis zu vier Favoriten rechts neben der Suche platziert werden, die dort fortan auf allen Homescreens thronen.

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In Sachen Anwendungen spendieren die Japaner dem 10-Zoller neben angepassten Apps für die Galerie, die Video- und Musik-Wiedergabe sowie den beiden App- und Medien-Hubs Sony Select und PlayNow (letzterer läuft fast unbenutzbar langsam und sieht dazu noch furchtbar aus) Tools zum Übertragen von Inhalten aus externen Datenträgern wie SD-Karten und USB-Sticks, zur Diagnose beinahe aller Komponenten des Tablets und zum Verbinden mit anderen Geräten (Smart Connect). Ebenfalls ab Werk an Bord ist eine Anwendung zum Sichern und Wiederherstellen von Apps — dass ich mit der aber auch bei eingelegter micro SD-Karte und reichlich freiem Speicherplatz lediglich ein paar Systemapps sichern kann (siehe Screenshot oben) macht sie etwas obsolet.

Der geneigte Nutzer findet überdies noch die OfficeSuite 7 Pro, den Dateimanager File Commander, eine Notiz-App und ein TrackID genanntes Musikerkennenungs-Programm. Sonys Unlimited-Dienste für plattformübergreifenden Zugriff auf Musik, Videos und Fotos sind teils vorinstalliert, teils nur durch Verknüpfungen zu einer Downloadseite präsent. Diese können aber ohnehin auf jedes Geräte installiert werden, stellen also keinen Mehrwert für das Z dar.

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Zumindest unser LTE-Modell verfügte außerdem über eine App zum Versenden und Empfangen von SMS und MMS; das funktionierte im Test auch, WhatsApp ließ sich aber dennoch nicht auf dem Tablet Z installieren.

Alles in allem hat Sony dem Tablet Z eine gute Software verpasst, die gemeinsam mit der potenten Hardware eine stets flüssige Bedienung sicherstellt, mit der Software-Fernbedienung, dem tollen Aufweck-Feature, dem eigenen Layout und den Mini-Apps dabei Spaß macht und sich in Sachen Bloatware zwar nicht übermäßig aber im Rahmen des noch Erträglichen zurückhält. Da ist es dann auch zu verschmerzen, dass ein paar der Exklusiv-Apps, wie die Datensicherung oder der Dateimanager nicht so richtig überzeugen können.

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Kamera

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Die Kamera ist unserer Ansicht nach nicht das ausschlaggebende Kriterium für die Güte eines Tablets, dennoch soll erwähnt werden, dass wir von der 8 MP-Knipse mit Exmor R-Sensor des Tablet Z ein klein wenig enttäuscht sind: Die Ergebnisse, ob nun im „Überlegene Automatik“-Modus oder mit aktivierten HDR wirken allesamt etwas farb- und kontrastarm und unscharf. Besonders bei ungünstigen Lichtverhältnissen, sprich bei diesigem Wetter oder Gegenlicht, hat man mit den Ergebnissen, die die Rückkamera produziert, nicht so viel Freude. Ein LED-Blitz fehlt dem Tablet, so dass im Schummerlicht geschossene Motive eigentlich kaum noch zu erkennen und überdies mit einem beinahe IR-esken Grünstich überzogen werden.

Details:

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Überlegene Automatik:

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HDR:

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Dunkle Innenraumaufnahmen:
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Brauchbarer sind das schon die Full HD-Videos, auch wenn diese insgesamt etwas „milchig“ sind und einen harten Rolling Shutter-Effekt auch bei langsamen Schwenks aufweisen:


    YouTube-Logo

Wenigstens gereicht die 2 MP-Frontkamera zu unterhaltsamen Gruppenfotos mit den ungeliebten Arbeitskollegen:

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Konnektivität und Akkulaufzeit

Das Xperia Tablet Z hat ein gewaltiges Problem: seine Akkulaufzeit. Zwar ist ein an sich ausreichend langlebig klingender 6.000 mAh-Akku in dem flachen 10-Zoller verbaut, im Alltag ist der aber so schnell leergesaugt, dass selbst das HTC One und das Xperia Z-Smartphone, denen wir in ihren jeweiligen Tests schon bedenklich kurze Akkulaufzeiten attestierten, daneben wie Marathonläufer aussehen.

Xperia-Tablet-Z-Display-Detail1

Zwei Beispiele: Während eines Session CSR Racing, das zwar optisch recht schick, aber bestimmt nicht das leistungstechnisch anspruchsvollste Android-Spiel ist, konnte ich quasi im Takt der Rennen (die mit Auswahl und Ladezeiten je circa eine Minute dauern) zusehen, wie sich die Prozentanzeige des Ladestandes ebenfalls minütlich Punkt für Punkt absenkte. Und in eben diesem Moment zeigt das Z neben mir einen Ladestand von 71 Prozent an — vom Netzteil genommen habe ich es vor nicht einmal einer Stunde(!) und seither nicht gespielt, sondern lediglich etwas auf dem konstant beleuchteten Screen herumgetippt.

Das Problem ist dann auch das Display — und nicht etwa das in unserem Testgerät verbaute LTE-Modul, wie ich zunächst vermutet hatte. Ist der Screen ausgeschaltet, bleibt der Akku ganz entspannt, selbst nach mehreren Stunden des Herumliegens ist der maximal um zwei bis drei Prozentpunkte nach unten geklettert. Aber sobald das Display aufleuchtet … woooosh! Dies bestätigt auch die Akku-Statistik, wie der folgende Screenshot eindrucksvoll, aber auch traurig beweist:

akku

Zugegeben, die Displayhelligkeit war auf Anschlag geregelt, aber wie weiter oben bereits erwähnt, muss sie beim Tablet Z für eine komfortable Nutzung tatsächlich auch eher im oberen Drittel eingestellt werden. Und auch bei defensiverer Justierung ändert sich am Stromhunger nicht übermäßig viel. Zwar verfügt auch das Tablet Z über den vom Z-Smartphone bekannten stromsparenden STAMINA-Modus und zwei weitere Optionen für längere Ausdauer — die deaktivieren aber allesamt Konnektivitäts-Features und sind insofern keine Option für Poweruser und auch nicht zielführend, denn das Problem ist ja der Screen, nicht die Verbindungen.

Xperia-Tablet-Z-Netzteil

Erschwerend kommt hinzu, dass Sony dem Tablet Z lediglich das gleiche Netzteil (kurioserweise auch noch mit Sony Ericsson-Branding) beilegt, das sich auch in der Schachtel des Xperia Z-Smartphones findet — jenes ist nämlich viel zu schwachbrüstig für einen 6.000 mAh-Akku und schafft es lediglich, diesen mit rund 10 Prozent seiner Maximalladung pro Stunde zu regenerieren. Bedeutet also: Das Tablet Z muss, um es vollständig zu laden, schon die ganze Nacht (oder wahlweise auch einen fast kompletten Tag) ans Netz; die auf der offiziellen Produktseite angegebenen 6,5 Stunden sind blanker Hohn. Jedenfalls sofern man das Sony-Netzteil nutzt — wir haben das Tablet spaßeshalber an den Stromgeber vom ASUS Transformer Prime gehängt und siehe da, der schaufelte die kostbare Energie rund doppelt so schnell auf das Gerät. Hinzu kommt, dass (nicht nur bei unserem Gerät) der Anschluss des Ladekabels etwas wackelig ist und es bei ungünstiger Ablage der Tablets passieren kann, dass dieses dann doch nicht geladen wird. Wie ärgerlich es ist, wenn man das am nächsten Morgen feststellt, muss nicht extra erwähnt werden …

[Update]: Wie einige unserer Leser, die bereits Besitzer eines Xperia Tablet Z sind, uns mitgeteilt haben, lag ihrem Produkt ein anderes, mit einem Outpot von 1500 mAh deutlich potenteres Netzteil bei, dass das Tablet in circa 6 Stunden voll auflädt — in dieser Hinsicht darf also Entwarnung gegeben werden. Warum man unserem Testgerät (und nicht nur unserem, diverse internationale Tech-Seiten berichteten ebenfalls von viel zu langen Ladesessions) ein uraltes EP800-Netzteil von 2011 (danke an Tony für den Hinweis) beigelegt hat, wissen wir leider nicht. [/Update]

In Sachen Akku und Ladegerät muss man sich beim Tablet Z schon die Haare raufen — und Sony sich die Frage gefallen lassen, was da bitte schief gelaufen ist: Warum legen die Japaner einem 500 Euro-Tablet bitteschön kein vollwertiges Tablet-Netzteil bei (wir hoffen, dass nicht etwas Kosten- oder Platzgründe dahinterstecken, das wäre richtig peinlich)? Und wieso bekommt Sony es wieder, wie beim Xperia Z, nicht hin, das Display einen Tick heller und vor allem stromsparender zu machen? Zum aktuellen Stand wird unter diesen Bedingungen mit dem Tablet Z wirklich nur derjenige Nutzer längerfristig Freude haben, der das Teil hauptsächlich in der Nähe einer Steckdose benutzen möchte. Mobilität geht in Sachen Laufleistung aber anders.

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Alles richtig macht das Xperia Tablet Z hingegen bezüglich seiner Konnektivität: WLAN nach den 802.11 a/b/g/n-Standards, Bluetooth in der Version 4.0, GPS, NFC, in unserem rund 640 Euro teuren Modell auch LTE sowie ein micro SD-Kartenslot und der Micro-USB-Port, der auch den MHL-Standard beherrscht, lassen kaum Anschlusswünsche übrig. Selbst USB-Sticks können über ein USB-OTG-Kabel angeschlossen werden — sofern diese FAT32 formatiert sind, NTFS mag das Tablet Z leider nicht.

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Fazit

Ja, Sony hat mit dem Xperia Tablet Z das schnellste aktuell erhältliche Tablet im Portfolio und ja, es hat einen tollen Screen, sieht gut aus, ist leicht und ultraflach — im Ergebnis macht es richtig Spaß, dieses Stück Technik zu benutzen. Und es weist den Weg in eine vielleicht doch noch einmal erfolgreiche Zukunft für die bislang so ungeliebten 10-Zoller. Die IR-Fernbedienung ist gut durchdacht, funktioniert tadellos und macht vieles besser, was die Konkurrenz auf diesem Gebiet inzwischen auch anbietet. Das Doppel-Tapp-zum-Aufwecken-Feature erzeugt immer wieder ein breites Grinsen beim Nutzer, die Konnektivität kann sich sehen lassen und auch wenn die Kamera nicht so dolle ist, ist das Tablet Z-Paket insgesamt eine Freude — sowohl in Sachen Software, als auch hinsichtlich der Hardware. Mit 499 Euro Einstiegspreis ist das Z zwar kein Schnäppchen, aber auch nicht überteuert.

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Allein: Der Spaß mit dem schlanken 10-Zoller währt immer nur kurz — die angesprochenen Probleme mit dem Akku trüben den Gesamteindruck des Tablet Z erheblich und haben mich stellenweise regelrecht erzürnt; wie kann Sony sich so einen Fauxpas leisten und diesen dann auch noch mit der fast schon frechen Dreingabe des völlig unterdimensionierten Ladegeräts krönen? Die Japaner würden gut daran tun, sich des Stromverbrauchs ihre aktuellen Full HD-Display (auch auf Smartphones) anzunehmen und diesen ordentlich zu optimieren. Ob das mittels Softwarepatch für das Xperia Tablet Z noch möglich ist, bleibt abzuwarten. Möglich sollte es aber sein, in künftigen Chargen ein dickeres Netzteil zu packen und jenen Käufern, die bereits zugeschlagen haben, kulanterweise nachträglich ein solches zukommen zu lassen … nur so eine Empfehlung von uns, Sony.

Was soll derjenige, der aktuell mit dem Gedanken spielt, ein potentes Full HD-Tablet zu kaufen, also tun — das Xperia Tablet Z kaufen oder auf andere Geräte warten? Warten kann man natürlich immer, bessere und potentere Angebote lauern auf dem schnelllebigen Smartphone- und Tablet-Markt stets um die nächste Quartals-Ecke. Sagen wir es daher so: Wer jetzt plus minus 500 Euro in petto hat und diese in ein grundsätzlich stimmiges, äußerlich attraktives und innerlich hochperformates Gesamtpaket investieren möchte, darf getrost zum Tablet Z greifen (und sich sicherheitshalber um ein starkes USB-Netzteil sowie stets in Reichweite befindliche Steckdosen kümmern, Sonys Dockingstation für das Tablet Z ist eine weitere, wenn auch teure Option).

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Wer indes noch warten kann, der schaut, was uns in den kommenden Wochen in Sachen Full HD und Clover Trail+ sowie Tegra 4 so ins Haus steht; und vor allem, zu welchen Preisen. Denn wie das Smartphone Xperia Z wird sich auch das Tablet Z in der nahen Zukunft an dem messen müssen, was die Konkurrenz dem schlanken und kraftvollen, sagen wir, Sprinter entgegen wirft.

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Wertung zum Sony Xperia Tablet Z

  • Verarbeitung und Haptik: 5/5
  • Display: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Akkulaufzeit: 2/5
  • Konnektivität: 4/5
  • Software: 5/5
  • Sound und Multimedia: 4/5

Gesamt: 4,3/5

Pro

  • Schön, leicht, ultraflach — liegt gut in der Hand
  • Tolles Full HD-Display
  • Das aktuell schnellste Android-Tablet dank Snapdragon S4 Pro

Kontra

  • Hoher Akkuverbrauch
  • Extrem lange Ladezeiten mit mitgeliefertem Netzteil
  • Display könnte heller sein

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