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Sony Tablet S im Test: Verspäteter Plastebomber oder keilförmige Offenbarung?


23.09.2011, 14:26 Uhr

Sony-Tablet-S-Review

Sony steigt mit dem Tablet S vergleichsweise spät in den Android Honeycomb-Tablet Markt ein. Ist das Vor- oder Nachteil? Ist das Tablet S vielleicht ausgereifter als die Konkurrenzprodukte? Hat Sony die Zeit genutzt, um massig raffinierte Ideen und Anpassungen in Gerät und Software unterzubringen? Und können diese etwaigen Alleinstellungsmerkmale das Tablet S davor retten, so kurz vor dem Start der Kal-El-Armada in der Bedeutungslosigkeit zu versinken? Wir haben uns das keilförmige Android-Tablet von Sony auch unter diesen Gesichtspunkten genau angesehen. Viel Spaß mit unserem Testbericht zum Sony Tablet S.

Mal wieder wird der Interims-Titel „bestes Honeycomb-Tablet“ am Markt bemüht, wenn dieser Tage die Rede vom Sony Tablet S ist. Hab ich selber auch schon gemacht, das stimmt. Verhältnismäßig günstig ist das Gerät außerdem noch. Na gut, nicht Archos-, Acer- oder Asus-günstig – aber in Anbetracht der 500 Euro-aufwärts-Preise die man aktuell von Herstellern wie HTC, LG oder Samsung um die Ohren gehauen bekommt, ist das Sony Tablet S ein Schnäppchen. Und hey, it’s not a trick, it’s a Sony! In meiner Kindheit hieß das schließlich noch was …

Also, bestes Honeycomb-Tablet ever? Kaufempfehlung? Jetzt sofort losrennen? Denn vielleicht ist das Tablet S ja tatsächlich das beste Android-Tablet am Markt – auch wenn es sich diesen Platz mit dem Samsung Galaxy Tab 10.1 und dem Asus EeePad Transformer teilen müsste –, vielleicht ist es auch ein Schnäppchen – das liegt offensichtlich im Auge des Betrachters – und vielleicht ist die Tatsache, dass das Gerät keinen Hehl daraus macht, komplett aus Plastik zu bestehen, ja lobenswert, ehrlich und irgendwie auch schon wieder cool.

Ja, vielleicht. Das Problem liegt für das Sony Tablet S aber leider woanders, nämlich im Zeitpunkt seines Erscheinens… doch dazu mehr im Fazit. Schauen wir uns zunächst an, was das 9,4 Zoll-Tablet kann, nicht kann, gut macht, schlecht macht – ausmacht.

Verarbeitung und Haptik

Wie erwähnt, kleidet sich das Sony Tablet S in Plastik, und zwar ganz selbstbewusst: Nicht der kleinste Versuch, zu verstecken, aus was die Hülle besteht. Kein Chrom-Look auf der Rückseite, sondern einfach silbern gefärbter Kunststoff. Keine Karbon-Optik, sondern schwarzes Plastik mit Noppen. Das ist ehrlich — und vor allem leicht. Nur 598 Gramm wiegt das S — ein Gramm weniger als das superschlanke Galaxy Tab 10.1. Durch die stolze und konsequente Umfassung in Plastik stört das auch nicht weiter. Denn das Gehäuse ist gut verarbeitet, sehr stabil und verwindungssteif, es gibt keine übergroßen Spaltmaße, kein Knarzen und keine wackeligen Stellen.

  

Und so liegt das Sony Tablet S dann auch sehr gut in der Hand. Dank des geringen Gewichts auch bei längeren Surf-, Video- oder Lesesessions. Und fast ein bisschen besser im Porträt-Modus, wo die geschwungene Oberkante (einem aufgeschlagenen Print-Magazin nachempfunden, wie Sony schon damals zu den ersten Designskizzen erklärte) zum angenehmen „Haltegriff“ mutiert. Im Landscape-Modus wird die doch sehr schmale Unterkante auf Dauer hingegen etwas unbequem in der Handfläche – zu sagen, dass sie einschneidet, wäre etwas übertrieben, aber ein „NasenHandballen-Schmeichler“ ist sie auch nicht.

Alles in Allem: Plastik ja, billig nein – zumindest für meinen Geschmack ist das Sony Tablet S in Design, Haptik und Material ein durchaus gelungener Wurf.

Display

9,4 Zoll, das ist eine ungewöhnliche Größe für ein Tablet-Display: etwas kleiner als die gängigen 10 Zoll-Tablets, ja sogar 0,3 Zoll kleiner als das iPad 2 — wobei die Displaybreite, ausgehend vom Landscape-Modus, identisch zum Apple-Tablet ist, aber die Höhe geringer. Das Display ist noch groß genug, um entspannt zu surfen oder zu lesen. Und durch den etwas kleineren Screen bei gleicher Auflösung von 1280 x 800 Pixeln erhöht sich natürlich die Pixeldichte, was zu einem leicht schärferen Bild führt. Außerdem spiegelt das Display des Sony S erstaunlich wenig. Zwar sieht man gerade bei dunklen Hintergründen oder Webseiten kombiniert mit direkter Sonneneinstrahlung immer noch schnell mal nur sich selbst — mit ein wenig Kippen und Neigen lässt sich mit dem Sony-Tablet aber auch draußen arbeiten. Das habe ich so gut noch bei keinem anderen Android-Tablet erlebt.

Überhaupt strahlt das Display des S, von LG gebaut und mit Sonys TruBlack-Technik versehen, einen ständig an – buchstäblich, denn auf höchster Helligkeit muss man schon die Augen ein wenig zukneifen, um nicht geblendet zu werden. Die automatische Helligkeitsregelung hingegen produziert ein für meinen Geschmack zu dunkles Bild, weswegen ich das Gerät während des Testzeitraums händisch auf etwa Zweidrittel des Maximalwertes geregelt und dort auch belassen habe.

Ein sehr, sehr feines Display also, dem ich tatsächlich attestiere, das Beste aller von mir bislang auf anderen Android-Tablets getesteten zu sein. Einziger Wermutstropfen: Sony verbaut im S kein Gorilla Glass – das Display könnte/dürfte also anfällig für Kratzer sein, die im Laufe der Zeit kaum zu vermeiden sein werden. An dieser Stelle ist das erste „Why, Sony, why ..?!?“ dieses Reviews fällig.

Speicher, Anschlüsse, Konnektivität

Das Erfreuliche zuerst: Das Sony Tablet S hat einen Slot für SD-Karten und einen USB-Port. Das Ärgerliche: Statt eines vollwertigen USB-Ports, für den nun wirklich genug Platz gewesen wäre, befindet sich nur ein Micro-USB-Anschluss hinter der Plastikabdeckung. Damit kann ich das Gerät zwar über ein gewöhnliches Verbindungskabel vom Smartphone (mitgeliefert wird übrigens keines) an den PC anschließen. Um Gamecontroller, Flashspeicher oder externe Festplatten mit dem Tablet S nutzen zu können – Android Honeycomb unterstützt den USB-Host-Modus ja seit Version 3.1 ganz famos – muss ich mir extra einen Adapter kaufen. Der kostet zwar unter zehn Euro, dennoch: Warum liegt der nicht gleich bei? Oder besser: Warum kein vollwertiger USB-Anschluss? Dieser Mangel erschließt sich mir überhaupt nicht und deswegen ist nun das zweite und dickste „Why, Sony, why ..?!?“ dieses Tests vonnöten.

 

Dass das Tablet S mit einem SD- statt eines MicroSD-Karten-Slots daher kommt, ist hingegen erfreulich; sind die größeren Karten doch immer noch günstiger und auch weiter verbreitet – zumal im Fotografie- und Video-Bereich.

Was haben wir sonst noch? Eigentlich nur noch einen 3,5 mm-Klinkenstecker für das Einstöpseln von Kopfhörern und den gigantischen proprietären Anschluss für das Ladekabel. Mehr ist nicht. Einen HDMI-out sucht man vergeblich – in Anbetracht der Tatsache, dass Sonys eigentlich im TV- und Gaming-Bereich zu Hause ist, etwas enttäuschend. Klar, man kann Filme auch über DLNA an den heimischen Fernseher senden, aber schon beim Gaming ist dann nicht mehr so viel los.

Unser Testgerät kommt mit 16 GB internem Speicher, WLAN-Modul und ohne UMTS-Konnektivität daher, eine 32 GB-Version für rund 580 Euro ist direkt bei Sony bereits verfügbar, die 16 GB-UMTS-Variante für 599 Euro wird kommen und lässt sich aktuell schon bei Sony Deutschland vorbestellen – versandkostenfrei und mit kostenloser Gravur.

Unser Unboxing-Video vermittelt, unter anderem, einen Eindruck von Haptik und Konnektivität.

Kamera, Audio- und Video-Wiedergabe

Bevor wir uns der Software und dem installierten OS zuwenden, noch ganz kurz zur Kamera und der Audio- und Video-Wiedergabe: Die rückseitige Kamera nimmt Fotos mit 5 MP-Auflösung auf, die Frontkamera löst lediglich mit 0.3 MP (640 x 480) auf. Das ist mal richtig mau, reicht theoretisch für den Videochat zwischendurch dann aber doch. Theoretisch, denn praktisch waren wir nicht in der Lage, mit dem Tablet S einen Videochat zu starten oder einem beizutreten – weder über GTalk noch mit den Hangouts von Google+: Jedesmal stürzte entweder die jeweilige App ab oder das Gespräch wurde beendet. Fotografieren kann man aber mit der Frontkamera (wer will das schon?), also muss es sich um ein Problem mit der Software handeln.

Die Fotos, die die rückseitige Kamera produziert sind okay (besser als beim HTC Flyer), mehr aber nicht. Videos lassen sich im .mp4-Format bis zu einer Auflösung von 720p aufnehmen – hauten mich beim Anschauen dann aber qualitativ auch nicht vom Hocker. Alles wirkte ein bisschen milchig und unscharf. Aber wie schon so oft geschrieben: Für mich ist ein Tablet auch nicht wirklich als Kamera oder Video-Aufnahmegerät konzipiert. Und für den Schnappschuss zwischendurch reicht das, was das Sony S produziert, aus.

 
Fotos der Frontkamera des Sony Tablet S

     
Fotos der Rückkamera des Sony Tablet S


Testvideo des Sony Tablet S (YouTube-Direktlink)

Die Wiedergabe von hochqualitativem, kommerziellen Filmmaterial hingegen sieht sehr gut aus: Dank des kompakten Screens wirken besonders HD-Trailer sowohl auf YouTube als auch im eigenen Player gestochen scharf und kontrastreich. Die installierten Sony Video- und Musik-Player bieten optional noch einen Lautstärke-Boost, mit dem man dann die aber an sich akzeptablen Lautsprecher des Sony Tablets auch schnell an ihre Grenzen respektive zum Scheppern bringt. Dem Formfaktor entsprechend handelt es sich natürlich um kleine Tablet-Speaker, denen es vor allem an Bass und Volumen mangelt. Bis zu einer gewissen Lautstärke sorgen sie aber für eine durchaus brauchbare Beschallung und für alle anderen Fälle schließt man eben Kopfhörer an.

Android-OS, Performance, Akku

Ausgeliefert wird das Tablet S noch mit Android Honeycomb 3.1. Uns wurde das Update auf die aktuellste Version 3.2 aber prompt angeboten, nachdem wir uns mit einem WLAN verbunden und einmal unter den Einstellungen auf „Systemaktualisierung“ getippt hatten. Effektiv kommt das Sony Tablet S also mit Honeycomb 3.2 daher.

Hinsichtlich der Performance gibt es dann auch wenig Neues zu berichten: Da auch das Sony Tablet S über ein Tegra 2-SoC verfügt und mit 1 GB RAM arbeitet, läuft hier alles ebenso flüssig (oder hakelig, sofern ein iPad-User das Ganze betrachtet) wie gehabt. Beim Swipen zwischen den Homescreens konnte ich keinerlei Ruckeln feststellen. Zwar benötigt der Wechsel in den Porträt-Modus ein klein bisschen länger als auf manch anderen Geräten, dafür swipt es sich dann auch hier sofort extrem flüssig. Apropos Swipen: Sony hat ein kleines Feature eingebaut, mit dem sich durch Wischen und Halten blitzschnell bis zum jeweils äußersten Homescreen durchswipen lässt – sehr praktisch für die schnelle Navigation.

Google Maps läuft ebenso flüssig und auch das Probespielen von Roboto und BangBang-Racing offenbarte Performance-seitig keinerlei Überraschungen. Das ist kein Wunder, schließlich liegen die Tegra 2-Geräte performancemäßig alle nah beieinander. Soweit also alles klar auf der Andrea Doria (danke Udo).

Sony gibt die Akkulaufzeit mit 8 Stunden an. In meinem kurzen Testzeitraum konnte ich weder feststellen, dass das Tablet besonders schnell schlapp macht, noch übermäßig lange durchhält. Über Nacht aufgeladen, damit den Tag über herumgespielttestet, ohne konstant Videos zu schauen oder im Netz zu surfen, war es am späten Abend dann irgendwann leer. Ich würde mich dem 8 Stunden-Richtwert daher einfach mal anschließen und die Akkuleistung des Sony Tablet S für guten Durchschnitt erklären.

Software von Sony, erweiterte Funktionen

Die Hardware und das OS sind also altbekannter Einheitsbrei – da gilt es, sich über eigene Software oder neue Features von der Konkurrenz abzugrenzen. Und das tut Sony relativ weitgreifend: Das Tablet hat einen umgestylten App Drawer, eine Quicklaunch-Leiste auf dem Homescreen, eine eigene OnScreen-Tastatur, eigene Media-Player, einen Reader, einen Social Hub, einen Favoriten-Shortcut und als Highlight lässt es sich noch als Universal-Fernbedienung für alle über Infrarot ansteuerbaren Geräte einsetzten. Der Reihe nach:

Der App Drawer

Sony hinterlegt den App Drawer mit der Farbe der Unschuld und ergänzt ihn gleichzeitig noch mit leicht veränderten Icons und kleinen Effekten. Außerdem lassen sich händisch Trennlinien einfügen und so App-Gruppen erstellen und die einzelnen Verknüpfungen natürlich auch hin- und herschieben. Sehr praktisch und benutzerfreundlich.

Die Quicklaunch-Leiste

Wie die Schnellstartleiste auf Windows-Rechnern bietet Sonys Quicklaunchleiste am linken oberen Bildschirmrand schnellen Zugriff auf maximal vier frei wählbare Applikationen. Die einzelnen Icons können wie Verknüpfungen einfach verschoben, hinzugefügt oder gelöscht werden und stehen dann auf jedem Homescreen zur Verfügung. Ebenfalls sehr praktisch.

Die Sony OnScreen-Tastatur

Joa, ‘ne Tastatur eben, was kann die schon anders machen? Eine ganz gravierende Sache: Das Sony-Keyboard bietet im Quermodus immer dann rechts noch ein Num-Pad an, wenn Passwörter eingegeben werden müssen. Das erspart das nervige Umschalten zu den Zahlen, wie es bei der Android-Vanilla-Tastatur notwendig ist. Alternativ lässt sich dieses Feature auch immer einschalten – oder eben komplett abschalten. Im Porträt-Modus erscheint statt des Zahlenblocks übrigens eine Zahlenreihe über den Buchstaben. Ihr ahnt es schon: Sehr praktisch.

 

Media Player und Reader

Sony packt einen eigenen Video- und Musik-Player sowie einen eReader auf das Tablet S. Video- und Musik-Player punkten mit einer schicken Auswahl-Benutzeroberfläche, in der sich Clips und Albumcover wie auf einem Tisch ausgebreitet verschieben und auswählen lassen. Überdies können beide Player die bereits angesprochene xLoud-Verstärker-Technologie und einen dynamischen Lautstärke-Normalizer nutzen, sowie den Sound via Clear Phase-Funktion an die Tablet-Lautsprecher anpassen – mit wie ich finde mäßigem Ergebnis. Sehr schick ist auch die Möglichkeit, Mediendaten per Fingerschnipp auf im Netzwerk verbundene Wiedergabegeräte zu „schubsen“. Ist zwar auch „nur“ ein DLNA-Feature, ist aber in Sachen Bedienung sehr ansprechend und intuitiv gelöst. Finden wir, ja, praktisch.

Der eReader, den Sony auf das Tablet packt, hingegen ist einfach nur ein eReader ohne besondere Features. Ich würde weiterhin lieber zu alternativen Lösungen aus dem Market (zum Beispiel Aldiko) greifen, da diese einfach einen größeren Funktionsumfang bieten. Zumal ein angebundener dezidierter Buchladen fehlt.

Social Hub

Gibt es – ich weigere mich aber, so etwas zu benutzen.

Der „Favoriten“-Shortcut

Rechts oben, neben dem Schnellzugriff auf die Apps, prangt ein neues Icon. Dahinter: die Favoriten. Die starten mit einem Jingle und zeigen euch dann grafisch hübsch aufgemacht die zuletzt von euch gestarteten Spiele, neu hinzugefügte Bilder, Videos und Songs, Bücher, Lesezeichen und so weiter und so fort. Das Ganze lässt sich auch noch dahingehend einstellen, was angezeigt wird und was ausgeblendet wird. Kann man nutzen, muss aber aber nicht. Und so richtig praktisch ist das auch nicht wirklich …

Das Sony Tablet S als Universal-Fernbedienung

Jetzt wird es spannend; das Sony Tablet S verfügt nämlich über einen Infrarot-Sender und eine App, mit der sich alle möglichen Geräte fernsteuern lassen. Um ein neues Gerät hinzuzufügen, stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Die (vermeintlich) kompliziertere: Das Tablet „lernt“ von der Fernbedienung. Dazu tippt ihr auf dem einer Fernbedienung nachempfundenen Layout auf dem Tablet auf die zu programmierende Taste, haltet danach die richtige Fernbedienung vor den Rücken des S und drückt die entsprechende Taste auf der Remote. Im Idealfall erscheint eine Erfolgsmeldung. Jetzt könnt ihr noch den Namen der virtuelle Taste ändern — zum Beispiel von „Menü“ zu „Input“. Oder anders herum. Oder ganz anders.

Die zweite, (vermeintlich) einfachere Möglichkeit lässt euch den Geräte-Typen (also Fernseher, Heimkino, Netzwerkplayer, etc.) und danach den Hersteller auswählen. Statt der erwarteten Abfrage des Gerätenamens oder der Modellbezeichnung, bekommt ihr nun ein paar vorgefertigte Layouts präsentiert, die ihr der Reihe nach ausprobieren müsst. Bei meinem Toshiba-LCD waren das zwölf an der Zahl. Und bei manchen funktionierten einige Tasten, aber nicht alle, bei manchen dann wieder andere. Im Endeffekt hätte ich alle zwölf Typen durchklicken müssen (wie das jetzt klingt) – war mir dann aber zu umständlich und zeitraubend. Daher an dieser Stelle wieder: „Why, Sony, why ..?!?“ habt ihr nicht einfach eine Modellabfrage eingebaut. Bei Exoten hätte ja dann die oben beschriebene Lernfunktion greifen können.

 

Schwamm drüber, denn hat man dann erst einmal seine Wunschgeräte in das Tablet S gehackt, läuft alles ganz wunderbar: In einem schicken Screen sieht man seinen häuslichen Entertainment-Aufbau nachgestellt – die einzelnen Symbolbildchen lassen sich dort ebenso ändern und anpassen, wie die Postion der jeweiligen Geräte – und kann diese nun per Fingerzeig ansteuern. Praktisch: Für jede Fernbedienung gibt es auch die Option, rudimentäre Funktionen, wie die Lautstärke- oder Kanalregelung, per Gesten zu steuern. So muss man nicht immer das komplette Layout auf dem Screen haben und kann quasi auch blind steuern. Ach, und alle, die die Befürchtung hatten, man müsse zum Umschalten jedes mal das Tablet S aus dem Standby wecken und dann erst umständlich die App starten: Es lässt sich so einrichten, dass das Tablet im Remote-Modus einfach nicht in den Standby geht. Das frisst natürlich an der Akkuleistung.

Auch wenn es natürlich dezidierte und damit bessere Lösungen zur IR-Fernsteuerung des Haushalts gibt (wehe, ich lese da unten gleich wieder was von Logitech Harmony …), verschafft das Ganze dem Sony Tablet S einen gewaltigen Mehrwert – den man nutzen kann, aber natürlich nicht (immer) muss. Finden wir ungemein praktisch.

Es gibt überdies auch noch eine App zur Dateiübertragung an die SD-Karte, die gleichzeitig auch als File-Explorer dient, eine spezielle DLNA-App, die „Music Unlimited“ und „Video Unlimited”-Streamindienste von Sony, den Personal Space, den völlig unsinnigen „Select App“-Bookmark-Shortcut, eine Docking-Uhr sowie den WLAN-Prüfer, der das genutzte Drahtlosnetzwerk auf Herz und Nieren prüft. Diese Dienste sind aber entweder noch nicht wirklich fertig, total sinnfrei oder so exotisch, dass wir auf sie hier nicht weiter eingehen werden.

In unserem Video-Rundgang präsentieren wir die wichtigsten Software-Funktionen vom Sony Tablet S.

PlayStation-Spiele

Sony? PlayStation-certified? Wie sieht es denn mit den Spielen auf dem Tablet S aus? Mau, leider. Die richtig olle PSOne-Kamelle Crash Bandicoot ist drauf und ein ganz okayer Flipper. Und das war’s. Was passiert, wenn Sonys PS-Suite Anfang nächsten Jahres kommt, bleibt abzuwarten – allzu viel erhoffe ich mir nach aktuellem Informationsstand davon aber auch nicht.

Gaming auf dem Sony Tablet S ist Stand September 2011 also auch nicht doller, als auf jedem anderen (Tegra 2-)Tablet. Und um das nochmal zu erwähnen: Ja, ich kann natürlich einen Sony DualShock-Controller (oder jedes andere Gamepad) anschließen. Aber nicht über Bluetooth sondern nur per Kabel – und dafür brauche ich ja dann einen Adapter… „Why, Sony, why ..?!?“.

Fazit

Was machen wir uns also aus dem Sony Tablet S? Das derzeit beste Honeycomb-Tablet am Markt? Nein, aber eines der besten. Mit einem akzeptablen Preis und ein paar coolen Features, die kein Konkurrenzprodukt so bietet. Mit einem richtig guten Display, einem frischen Formfaktor und einem Plastikgehäuse, das zwar nicht edel, aber konsequent ist. Und das Tablet leicht macht.

Allein das geringe Gewicht in Kombination mit dem tollen Display und dem verschmerzbaren Preis (und nochmal: Ja, es gibt günstigere Tablets, aber auch deutlich teurere.) verdient eine klare Kaufempfehlung.

Wenn da nicht die weisen Worte des ehemaligen Staats- und Parteichefs der UdSSR wären: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ Gorbatschow sprach damals Erich Honecker an, der sich nicht vor den kommenden Veränderungen verschließen sollte; für das Sony Tablet könnte diese Warnung zu spät kommen: Wir fürchten, dass das S tatsächlich seinen ganz großen Triumph aufgrund der bevorstehenden zweiten Generation der Android-Tablets verpassen könnte. Ich jedenfalls werde bei aller Begeisterung noch abwarten, was Kal-El und Ice Cream Sandwich bieten und inwieweit sich das Preisgefüge mit ihnen noch verändern wird.

Wer aber jetzt sofort ein Tablet möchte, macht mit dem S nichts falsch – ebenso wenig wie mit einem Samsung Galaxy Tab 10.1, einem 8.9, einem Asus Eee Pad Transfomer, einem Toshiba Thrive AT100 oder wahrscheinlich auch dem kommenden Toshiba AT200. Aber hey, das Tablet S kann sagen: „I’m not a trick, I’m a Sony!“ Und das heißt in diesem Fall durchaus wieder etwas.

>>Sony Tablet S kaufen: Sony | Amazon | Nullprozentshop | Cyberport | Notebooksbilliger

Bewertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung und Haptik: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Mobilität: 5/5
  • Konnektivität: 3/5 (Ich ziehe hier tatsächlich zwei Punkte für den MicroUSB-Port und den fehlenden HDMI-out ab!)
  • Alltagstauglichkeit: 4/5
  • Extras: 4/5
  • Gesamt 4,375

Pro

  • Sehr gutes TruBlack-Display
  • Frisches Design, leichtes Tablet
  • Feine Software-Extras

Kontra

  • „Plastebomber“
  • Kein vollwertiger USB-Anschluss, kein HDMI-out, kein Gorilla Glass
  • PlayStation-Spiele zum Abgewöhnen
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  • http://www.htcinside.de Eugen

    Sehr schöner Bericht Jungs!

    Ich kauf es mir nicht ;)

    P.S. schicker Sofa ^^

  • DerDirk

    Ein Bericht der absolut lesenswert und aus meiner Sicht objektiv geschrieben ist. Danke!

    PS: Ihr seht ich lobe euch auch.

  • Braincrack

    “Ja, ich kann natürlich einen Sony DualShock-Controller (oder jedes andere Gamepad) anschließen. Aber nicht über Bluetooth sondern nur per Kabel – und dafür brauche ich ja dann einen Adapter… „Why, Sony, why ..?!?“.”

    Doch kann man per BT – mit der App Ps3 Sixaxis (oder so ähnlich)

    ” Android Honeycomb unterstützt den USB-Host-Modus ja seit Version 3.2 ganz famos”

    War das net 3.1 ? Bei 3.2 kam doch nur diese ZoomFunktion für nicht angepasste Apps, Unterstützung anderer Displaygrößen und ander Chips.

    Sonst guter Test^^

  • Anonymous

    Schöner Artikel.

    Leider ist die Fernbedienungsfunktion doch nicht so toll wie erhofft, also immer noch kein Tablet für mich. Aber vielleicht lernen die Hersteller ja noch von der bekannten Lösung, die mit “L” anfängt :P

    btw: Es soll jetzt dann in den USA die Logitech Harmony Link rauskommen, die sich über das Smartphone/Tablet steuern lässt. Klingt sehr interessant und für 99$ sogar bezahlbar.
    http://www.logitech.com/en-us/remotes/universal-remotes/devices/harmony-link?cl=de,de&CI=0

  • Unbeobachtet

    Hat der Sony-eigene Musikplayer denn eine Anbindung an Google Music Beta? Das wär mal net schlecht….

  • http://www.androidnext.de Amir | androidnext.de

    Ja, mit ‘ner App kann man das ja auf jedem Tablet machen. Gerade Sony hätte das ja nun aber auch irgendwie nativ integrieren können – wenn schon groß PlayStation-certified und so …

    Hast recht mit Honeycomb 3.1 – ist korrigiert, danke!

  • http://www.androidnext.de Amir | androidnext.de

    Natürlich nicht – allerdings hat diese Option aktuelle kein Player, da Google bislang die APIs noch nicht frei gegeben hat. Ist ja alles noch Beta …

  • Unbeobachtet

    Achso, schade. Naja, mal abwarten, wird ja vielleicht noch… Irgendwann… :-) Eine entsprechende Extension für Songbird wäre auch toll…

  • Martin Staiger

    Toller Test! Macht Spaß eure Artikel zu lesen. Weiter so!

  • Anonymous

    Schöner Bericht! Weiter so … :-)

  • Anonymous

    Bisher das beste Review, was ich zum Tablet S gelesen habe. So kann man ganz gut bewerten, ob die cleveren Ideen die Nachteile überwiegen oder nicht.
    Ich warte noch Amazons Tablet ab, aber sollte das nicht überzeugen, tendiere ich stark zum Sony.

  • Anonymous

    Bisher das beste Review, was ich zum Tablet S gelesen habe. So kann man ganz gut bewerten, ob die cleveren Ideen die Nachteile überwiegen oder nicht.
    Ich warte noch Amazons Tablet ab, aber sollte das nicht überzeugen, tendiere ich stark zum Sony.

  • Elrad

    ..why Sony why die Dritte.
    Bei einem kurzen Test musste ich zu meiner größtem Enttäuschung feststellen, dass die SD Karte nicht als Laufwerk eingebunden wird. Man kann lediglichen Dateien von SD auf den internen Speicher kopieren. Und das bei 16GB. … Why Sony why?

  • http://www.androidnext.de Amir | androidnext.de

    @Elrad Deins wäre sogar schon das fünfte „Why …“.

    Das von Dir beschriebene Problem könnte aber auch einfach mit dem Sony-Dateimanager zu tun haben. Hast Du schon versucht, einen anderen (OI File Manager z.B.) zu installieren … nur so ‘ne Idee.

  • Thilo Langbein

    Geht das Akkuladen auch per Micro-USB oder muss man das Netzteil mirt Spezialstecker immer rumschleppen? Apropos.. wie groß/schwer ist das Netzteil? Beim XOOM ist es ja ein Rießenklops.
    Man kann nicht direkt von der SD-Karte Bilder ansehen oder Musik hören? Ist das wahr? Wenn ja, dann wäre das ein K.O. Kriterium.

  • Teddy

    Sehr schöner Testbericht! Danke!

    Macht weiter so!!!

  • Stefannagel

    Sehr gut gelungener Produkttest.
    Aber das nächste Geld sollte in einen Pullover gesteckt werden und nicht in ein Tablet. Dein Pulli-Ding ist ja an den Rändern schon voll löchrig :-)

  • http://www.androidnext.de/ Frank Ritter | androidnext.de

    Das ist Amirs Style, der wohnt im Friedrichshain. :)

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  • tim

    DLNA Frage?

    Wie gut bzw. komfortabel ist die Benutzung des DLNA app.
    Ich würde gerne Musik von meinem NAS auf die Anlage schicken können bzw Filme auf den TFT.
    Funktioniert das überhaupt oder sollte ich mich besser nach einem Analge umsehen die mit einem Android pad gesteuert werden kann (a la sonos oder Sony BDV-E380)?
    schöen grüße

  • http://www.androidnext.de/news/sony-tablet-s-android-3-2-1-update-bringt-unterstutzung-fur-ps3-controller/ Sony Tablet S: Android 3.2.1-Update bringt Unterstützung für PS3-Controller

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  • Kad1

    Ich habe so eins zum Bravia gratis dazubekommen.
    Macht einen netten Eindruck, aber ein iPad ist es nicht und werden Android-Tablets auch niemals werden.

  • http://www.androidnext.de/ Frank Ritter | androidnext.de

    Das ist auch gut so.

  • http://www.androidnext.de/news/sony-tablet-v150-tegra-3-quad-core-tablet-in-der-mache/ Sony Tablet V150: Tegra 3-Quad Core-Tablet in der Mache

    [...] dem so ist, hoffen wir natürlich auch wieder auf ein extravagantes Design, wie das des S, das uns im Test ja durchaus gut gefallen hat. Allerdings dürfte diesmal gerne auch ein bisschen edles Alu ins [...]

  • http://www.androidnext.de/news/sony-tablet-s-android-4-0-update-ende-april-bringt-neue-features/ Sony Tablet S: Android 4.0-Update Ende April, bringt neue Features

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