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Sony SmartWatch: Test der Android-Armbanduhr


02.05.2012, 17:44 Uhr

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Es gibt immer wieder neue Trends im Smartphone-Bereich – neben den eher umstrittenen, wie immer dünneren Geräten und fest verbauten Akkus, gibt es aber auch erfreuliche Entwicklungen, wie zum Beispiel die immer stärker anwachsende Auswahl an Zubehör für Android-Geräte. Sony hat diesen Trend erkannt und auf der CES in Las Vegas unter anderem die SmartWatch vorgestellt, mit der sich viele Infos des Smartphones am Handgelenk ablesen lassen, ohne dass man das Gerät aus der Tasche ziehen muss. Wir haben uns die Uhr näher angesehen und klären im Folgenden, ob die Sony SmartWatch im Alltag wirklich ein sinnvoller Begleiter ist.

Uhren, die mit dem Smartphone gekoppelt werden können, gibt es inzwischen einige: Sony hatte bereits vor ungefähr eineinhalb Jahren mit der LiveView einen eher halbherzigen Versuch unternommen, eine Uhr mit Smartphones zu koppeln und mit der i’m Watch, Motorolas MOTOACTV und Pebble von inPulse stehen inzwischen einige Konkurrenten zur Auswahl, die sich teilweise erheblich in Ausstattung, Funktionsumfang und Preis unterscheiden. Die SmartWatch von Sony ist mit einem derzeitigen Straßenpreis zwischen 80 bis 100 Euro einer der günstigsten und daher auch für den Massenmarkt interessantesten Vertreter ihrer Art.

Hardware

Die SmartWatch besteht aus zwei Teilen – dem Armband und der eigentlichen Uhr, die mit einem Clip am Armband befestigt wird. Das Gehäuse der Uhr besteht aus Kunststoff mit einem Alu-Ring um das Display und fühlt sich sehr gut verarbeitet an. Am rechten Gehäuserand befindet sich der Power-Schalter, mit dem die Uhr aus dem Standby geweckt wird und unterhalb des Clips liegt der Anschluss für das USB-Ladekabel. Mit 36 x 36 Millimetern gehört die SmartWatch zu den kompakteren Uhren dieser Art, bei der Gehäusedicke von 8 Millimetern scheiden sich allerdings die Geister: Während das für mein Empfinden durchaus akzeptabel ist, fanden die Kollegen die Uhr zu klobig.

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Das Multitouch-OLED-Display ist 1,3 Zoll groß und löst mit 128 x 128 Pixeln auf. Diese niedrige Auflösung sorgt dann leider auch dafür, dass der abgebildete Text sehr grobkörnig wirkt. Auch die Helligkeitswerte des Displays können leider nicht überzeugen – sobald direktes Sonnenlicht drauf fällt, wird es schwer, noch etwas zu erkennen.

Software und Nutzung

Um die SmartWatch mit dem Smartphone nutzen zu können, müssen beide Geräte natürlich zunächst über Bluetooth miteinander gekoppelt werden. Sony hat eine Liste mit Geräten veröffentlicht, die abgesehen von der eigenen Xperia-Reihe kompatibel sind; allerdings ist diese nicht vollständig und so kommt es in einigen Fällen wohl auf einen Versuch an – das Smartphone sollte aber über Blutooth 3.0 verfügen. Nach erfolgreicher Koppelung müssen die Apps LiveWare Manager sowie SmartWatch von Sony aus dem Google Play Store installiert werden um den vollen Funktionsumfang der SmartWatch nutzen zu können. Erfreulich: Kurz nach der Installation wurde übrigens gleich ein Firmware-Update für die SmartWatch heruntergeladen und installiert.

Nun kann die SmartWatch mit Apps befüllt werden – in der Benachrichtigungsleiste des Android-Smartphones findet sich fortan eine Verknüpfung zu der SmartWatch über die man in die Verwaltungs-App kommt, in der sich Apps auf der SmartWatch installieren und konfigurieren lassen. Hier stehen bereits einige Sony-eigene Anwendungen wie Kalender- und Wetter-Widgets zur Auswahl. Vorinstalliert ist jedoch lediglich das Events-Widget, das eine Übersicht über alle neuen Benachrichtigungen, wie SMS, E-Mails oder Facebook-Updates bietet. Über die App lassen sich auch weitere SmartWatch-kompatible Apps von Drittanbietern finden, diese müssen allerdings etwas umständlich über den Play Store heruntergeladen und installiert werden. Leider ist die Auswahl der angebotenen Apps noch recht überschaubar.

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Sehr gut gefallen hat mir im Test die Steuerung der Musik-App des Telefons sowie die Möglichkeit, am Handgelenk zu erkennen, wer mich da gerade anruft, oder die gerade erhaltene SMS zu lesen. Weniger begeistert war ich von der Facebook-App: Es hat zwar durchaus Vorteile, Statusmeldungen und Nachrichten auf der SmartWatch zu lesen; da das Display aber recht klein ist und die Schrift durch die niedrige Auflösung ziemlich groß, wird es etwas mühselig, längere Nachrichten darauf zu lesen. Außerdem ist es etwas ärgerlich, dass E-Mails, die über das Google Mail-Konto empfangen werden, nur über eine zusätzliche App und ohne Empfänger oder Inhalt angezeigt werden – man sieht also nur, dass eine Mail angekommen ist. Die Ursache für diese Limitierung liegt an der Google Mail-App – aber auch wenn Sony keine Schuld trifft, büßt die SmartWatch dadurch einiges an praktischem Nutzen ein. Zwar würde es auf dem Display der SmartWatch auch nicht unbedingt eine Freude sein, eine längere Mail zu lesen, aber am Absender könnte man zumindest erkennen, ob diese wichtig ist, oder ob es sich wieder nur um einen Newsletter handelt.

Die Navigation durch das Menü der SmartWatch ist recht simpel und geht nach sehr kurzer Eingewöhnungsphase sehr intuitiv von der Hand. Durch Drücken des Power-Knopfes oder Schütteln der Uhr wird das Display aktiviert und die Uhrzeit angezeigt. Durch Tippen auf das aktivierte Display kommt man auf die Widget-Ebene, auf der man durch Wischen nach rechts und links zwischen den vorher eingestellten Widgets wechseln kann – durch Tippen auf das Widget gelangt man in die entsprechende Anwendung. Zurück gelangt man immer, indem man mit zwei Fingern nach unten wischt. Von der Widget-Ebene aus gelangt man durch Runterwischen mit einem Finger auf die App-Ebene, in der alle auf der SmartWatch installierten Anwendungen angezeigt werden.

Während Motorola mit der MOTOACTV einen starken Sportfokus gesetzt hat, bietet die SmartWatch bisher wenig für Fitnessfanatiker – lediglich Googles My Tracks-App verfügt bisher über SmartWatch-Anbindung. Sony hat allerdings angekündigt, dass auch Endomondo bald nachziehen will.

Der Akku der SmartWatch soll nach Angaben von Sony bei normaler Benutzung drei bis vier Tage halten und diese Werte decken sich auch mit unseren Testergebnissen. Natürlich gilt auf hier wieder: Wer die Uhr häufiger nutzt, kann schon am Ende des Tages wieder das Ladekabel zücken und wer nicht so häufig nach der Uhrzeit guckt, kann bis zu einer Woche mit einer Akkuladung auskommen. Die Verbindung zwischen SmartWatch und Smartphone ist sehr stabil – in unserem Test ist sie höchstens abgebrochen, wenn die maximale Reichweite von 10 Metern überschritten wurde.

Fazit

Das Konzept der Sony SmartWatch ist wirklich interessant, allerdings von Sony nicht ohne Mängel umgesetzt: Das Display ist aufgrund der geringen Helligkeit und Auflösung eher enttäuschend und die Auswahl der verfügbaren Apps könnte auch größer sein (in der Hoffnung, dass sich die Funktionalität der Uhr selbst dadurch weiter erhöhen könnte). Die Hardware fühlt sich aber gut an und kann durch das auswechselbare Armband auch farblich an die aktuelle Garderobe angepasst werden. Und so ist die SmartWatch am Ende dann auch eher ein schickes Accessoire für den modebewussten Geek – und wird es aus dieser Nische in nächster Zeit wahrscheinlich auch kaum herausschaffen.

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  • Stefan

    Kann man drauf seine Bilder anschauen ?

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  • Anonymous

    Naja, schick ist was anderes

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    Naja, schick ist was anderes

  • 2shi

    funktioniert es auch mit Smartphones anderer Hersteller ?

  • 2shi

    funktioniert es auch mit Smartphones anderer Hersteller ?

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    funktioniert es auch mit Smartphones anderer Hersteller ?

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001981602170 Brian Weber

    jaaa… geht selbst mit meinem pad transformer prime

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  • Sebastian goerick

    Ich warte lieber auf die Pebble Watch die ist ausgereifter.

  • Sebastian goerick

    Ich warte lieber auf die Pebble Watch die ist ausgereifter.

  • Sebastian goerick

    Ich warte lieber auf die Pebble Watch die ist ausgereifter.

  • MaWoSch

    Es wurde also nur etwas an der Optik gefeilt. Insgesamt ist die SmartWatch also noch nicht wesentlich besser als das alte LiveView Display welches ich mir mal angeschaut habe:
    http://www.mawosch.de/news/im-test-zusatzdisplay-liveview-fuer-android
    Und weiterhin ist das MyTracks Plugin das Beste.
    Ich warte weiter…

  • Daniel Kuhn | androidnext.de

    nein, das geht nicht. Selbst wenn es theoretisch möglich ist, würde es auf dem kleinen Display sicher kein Vergnügen sein.

  • Daniel Kuhn | androidnext.de

    Ja, ich habe es mit meinem Galaxy Nexus getestet und keinerlei Probleme gehabt.

  • Wolfgang

    Zur zeit nicht, vielleicht entwickelt ja jemand ein App dafür

  • Wolfgang

    Ja, samsung Galaxy SII. E-Mail geht nur mit Sony Smartphone

  • http://www.androidnext.de/news/im-watch-verspaetung/ I’m Watch: Android-Armbanduhr verspätet sich weiter

    [...] der Android-Armbanduhren – von der nicht in Deutschland erscheinenden MOTOACTV über die Sony SmartWatch bis hin zum Kickstarter-Liebling Pebble [...]

  • Sebastian

    Ob die Smartwatch lediglich ein “schickes Accessoire für den modebewussten Geek” bleibt, bleibt abzuwarten, Gerade hinsichtlich des Erfolgs von “Pebble” auf Kickstarter ( http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android ) könnte sich das Thema Smartwatch zu einem großen Ding dieses Jahr entwickeln.
    Hinsichtlich der wenigen Apps stimme ich jedoch zu. Sony scheint das Problem jedoch erkannt zu haben und gibt Usern selbst das Werkzeug für neue Apps in die Hand wie man liest( http://handyuhren.net/smartwatch-news/neue-features-fur-die-sony-smartwatch/494/ ), hier könnte also auch noch Einiges kommen :)

  • http://www.androidnext.de/android-deals/sony-smartwatch-android-armbanduhr-deal/ Sony SmartWatch: Android-Armbanduhr für unter 75 Euro [Deal]

    [...] Gerät, mit bei Tageslicht etwas dunklem Display, aber diversen coolen Funktionen. Hier unser ausführlicher Testbericht. In der Zwischenzeit ist übrigens ein Firmware-Update für die SmartWatch erschienen, die einige [...]

  • http://www.androidnext.de/news/google-smartwatch-konzept-patentiert/ Google: Smartwatch-Konzept patentiert

    [...] Idee der Smartwatch ist natürlich beileibe nicht neu – Sonys Smartwatch, die Pebble Watch oder die I’m Watch sind bereit erhältlich oder stehen kurz vor dem Start. [...]

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