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Samsung Galaxy S4: Der Test


18.05.2013, 14:07 Uhr

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Die Zeichen stehen auf Kassenschlager: Das unlängst erschienene Samsung Galaxy S4 schickt sich an, selbst die großen Erfolge seiner Vorgänger in den Schatten zu stellen – das belegen Zahlen zu dessen Verkäufen in den ersten Wochen nach Marktstart. Aber rechtfertigt das Smartphone auch diese Erwartungen? Wir haben uns das Galaxy S4 intensiv angeschaut und gehen den Qualitäten und Mängeln des Geräts im ausführlichen Testbericht auf den Grund.

Das Samsung Galaxy S4 ist erschienen – mit großem Tamtam, hohen Erwartungen und einer Vielzahl an neuen Features. Die Produktpräsentation in New York ließ einige Fragen offen, mittlerweile sind aber die relevanten Fakten bekannt: Das Galaxy S4 kommt international wieder in zwei CPU-Varianten, in deutschsprachigen Gefilden mit Qualcomm Snapdragon 600-Chip statt einem SoC aus Samsungs eigener Exynos-Serie. Es ist technisch mit Quad Core-CPU und Full HD-Display in jedem Fall auf der Höhe der Zeit, besitzt aber auch ein Samsung-typisches, kritikwürdiges Plastikgehäuse. Insbesondere das einige Wochen zuvor erschienene HTC One (Test) erhebt in Konkurrenz zum Galaxy S4 Anspruch auf die Android-Smartphone-Krone. Im Folgenden klären wir, wie gut das Galaxy S4 in der Praxis wirklich ist und ob es auch in dieser Saison „the phone to buy“ für den geneigten Android-Fan ist.

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Ein Blick zurück

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Es ist einfach, Spezifikationen und Features aufzulisten. Um den Erfolg der Galaxy S-Familie zu verstehen, muss man jedoch einen Blick auf deren Geschichte werfen. Denn die Geräte waren zwar immer gut, aber nie perfekt: Das Galaxy S1 litt unter Dateisystem-bedingten Performance-Problemen und einem kaum funktionierenden GPS, ganz zu schweigen von dessen nicht gerade wertig wirkender Kunststoff-Rückseite. Das S2 war aus dem zeitlichen Kontext heraus wohl das beste Gerät der Serie, aber auch hier störten sich Konsumenten am Plastik-Gehäuse. Das Galaxy S3 (Test) als das bislang erfolgreichste Galaxy-Gerät, besaß ein recht eigenwilliges Design und eine Rückseite aus glattem Kunststoff, die in nahezu jedem Review kritisiert wurde.

Trotz der Kritik wurden die Geräte mit jeder Iteration erfolgreicher, obgleich es bei Erscheinen jeden Galaxy S-Modells Konkurrenten auf Augenhöhe gab. Warum also dieser phänomenale Erfolg, der nicht zuletzt dazu beitrug, Googles Android salonfähig zu machen? Zum einen waren die Samsung-Geräte immer einen Tick leistungsfähiger als die Konkurrenz, ab dem zweiten Modell besaßen sie auch stets eine Kamera, die zumindest auf Augenhöhe mit denen der anderen Top-Smartphones war. Und schließlich waren da noch die AMOLED-Displays aus Samsungs eigener Fertigung, die vielen beim ersten Betrachten ein ungläubiges „Wow“ entrangen.

Einer der wichtigsten Faktoren, der dazu führte, dass Samsungs Smartphones sich immer besser verkauften, war aber auch die medial und von der Firma selbst zugespitzte Konkurrenzsituation zu Apple: Samsung galt zu Zeiten des Galaxy S2 noch als Underdog, als Gegenentwurf zu „Hipster-Apple“. Ironischerweise verstärkten die Plagiatsklagen Apples gegen Samsung in aller Welt diesen Nimbus, sie mehrten den Ruf der Galaxy-Geräte als gangbare Alternativen zum iPhone und stärkten die Marke; Samsung unterstütze diese Entwicklung und lancierte geschickte Werbekampagnen, in denen sympathisch-bodenständige Samsung-Nutzer auf bornierte und vor allem auf ihr Image bedachte iPhone-User trafen.

In den letzten Monaten ist allerdings ein Backlash zu beobachten: Samsung ist vermehrt Ziel von Kritik; man könnte fast meinen, der Konzern verliere an Sympathie, denn er ist mittlerweile unzweifelhaft der größte Fisch im Smartphone-Becken und wird als solcher standesgemäß nach anderen Maßstäben bewertet als die Konkurrenten. Unterstützt wird diese Entwicklung, auf die Samsung wenig Einfluss hat, von einigen, zumindest aus Sicht von Branchenkennern, fragwürdigen Produktentscheidungen. Samsungs Taktik, den Markt mit Mittelklasse-Geräten zu überschwemmen und das mediokre Galaxy S3 mini vom Ruf der Galaxy S-Serie im High End-Bereich profitieren zu lassen, mag ökonomisch Sinn gemacht haben – sympathisch ist sie nicht.

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Nun betritt das Galaxy S4 die Bühne und führt die Tradition der Galaxy-Flaggschiffe fort: Ein Highend-Smartphone im Plastikkleid. Ob das Rezept auch im Jahr 2013 aufgeht, insbesondere angesichts wieder erstarkender Konkurrenten aus Japan (Sony) und Taiwan (HTC)? Getestet wurde das Samsung Galaxy S4 GT-I9505 in Schwarz mit der auf Android 4.2.2 basierenden Firmware-Version I9505XXUAMDM.

Samsung Galaxy S4 im Video


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Nachdem wir das Gerät in New York als ein der ersten Redaktionen weltweit betrachten konnten, ist das Testexemplar vergleichsweise spät in der Redaktion eingetroffen, was uns natürlich nicht daran hinderte, die Packung vor die Kamera zu zerren und zu öffnen.


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Nach zwei Wochen der intensiven Benutzung haben wir uns ein umfassendes Bild machen können. Im Folgenden unsere Resultate.

Optik, Haptik und Verarbeitung des Samsung Galaxy S4

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Das Galaxy S4 ist schöner als sein Vorgänger. Mit gleichem Wahrheitsanspruch kann man aber auch behaupten, dass das Galaxy S4 hässlicher ist als sein Vorgänger.

Fangen wir von vorne an: Mit Maßen von 137 x 70 x 7,9 mm und einem Gewicht von 130 Gramm ist das Galaxy S4 etwas kleiner, schmaler und leichter als das Galaxy S3. Durchaus bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass das Display etwas größer geworden ist – dessen Diagonale beläuft sich nun auf 5 statt 4,8 Zoll. Entsprechend wird die Gerätefront nun noch stärker vom Bildschirm dominiert: Die seitlichen Ränder (Bezels) sind nun schmaler, zudem breitet sich der Screen nun etwas weiter nach unten aus. Interessanterweise unterscheidet sich das Gerät im Handling aber kaum vom Vorgänger, da die Hardware-Buttons an nahezu identischer Position platziert sind; zu diesen gleich mehr. Dass das Gerät etwas dünner und anders geformt ist, merkt man durchaus, ohne dass man dabei aber ein besseres oder schlechteres Handgefühl identifizieren könnte.

In den vergangenen 12 Monaten hat sich einiges an der Einstellung der Menschen gegenüber größeren Displayformate getan, das „Superphone“ mit einer Displaydiagonale von 4 bis 5 Zoll ist spätestens 2012 zum Standard geworden, Phablets mit Displaygrößen jenseits der 5,5 Zoll haben ihren Kuriositätenstatus verloren. Doch mag die Akzeptanz gegenüber großen Displays gewachsen sein, die Hände der Nutzer sind es nicht. Und so bleibt nur festzustellen, dass man mit der einhändigen Bedienung eines Samsung Galaxy S4 genauso Probleme haben dürfte wie mit dem Vorgänger. Schade, aber das ist eben der Industrietrend derzeit. Hoffen wir, dass das Galaxy S5 im nächsten Jahr nicht größer wird als es das erste Galaxy Note war (5,3 Zoll).

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Doch zurück zum S4: An der oberen Frontseite ist das Gerät sofort als Samsung Galaxy-Gerät zu erkennen. Das liegt nicht nur am Schriftzug sondern auch an dem bekannten schmalen Hörmuschelstreifen. Gesäumt wird dieser von insgesamt drei sichtbaren Licht- und Näherungssensoren sowie der Frontkamera. Bei genauerem Betrachten sieht man eine subtile, „geriffelt“ wirkende Struktur unter dem gesamten Glas (zumindest dort, wo kein Display ist) – diese gefällt sicher nicht jedem, der Tester fand sie ästhetisch aber durchaus ansprechend.

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An der Unterseite finden wir die übliche Samsung-Tastenkonfiguration: Der beinahe schon ikonographische physische Home-Button, der optisch markant in das Glas eingelassen ist und einen wie gewohnt perfekten Druckpunkt besitzt. Rechts daneben eine kapazitive Zurück-Taste, links den nach Googles Designrichtlinien bereits seit anderthalb Jahren veralteten Menü-Button. Da mittlerweile immer mehr Apps dessen Funktion in Software realisieren, könnte Samsung eigentlich in Erwägung ziehen, den Button abzuschaffen oder zu ersetzen. Dass die Koreaner allgemein nicht komplett auf Hardwaretasten verzichten, so wie es etwa die Konkurrenten bei Sony und Motorola sowie die Nexus-Geräte praktizieren, ist derweil recht sympathisch. Lobenswert: Die kapazitiven Tasten haben eine große Berührungsfläche. Sie zu verfehlen ist kaum möglich.

Alle Steuerungs-Buttons des Galaxy S4 besitzen Sekundärfunktionen: Ein Langdruck auf „Menü“ öffnet die Suchfunktion der App beziehungsweis Google Now. Ein Langdruck auf Home öffnet die Multitasking-Übersicht, ein doppelter Tastendruck hingegen den Sprachassistenten S Voice. Mit einem Langdruck auf Zurück startet man, sofern aktiviert, den Multi-Window-Modus, mit dem man per Splitscreen zwei verschiedene Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen kann.

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Positiv anzumerken ist, dass das Galaxy S4 an der Vorderseite wieder deutlich symmetrischer aussieht als sein Vorgänger: Die Ecken des Geräts sind immer noch abgerundet, das aber nicht mehr so stark und ungleichmäßig wie die des Galaxy S3. Das Display ist vertikal zentral positioniert, was einen deutlich stimmigeren optischen Eindruck vermittelt, auch die skurrile Badewannenform des Home-Buttons des S3 ist verschwunden. Schließlich ist auch die leichte Wölbung des Displayglases nach außen nicht mehr präsent. Auch wenn jene ein netter Hingucker beim Vorgänger war, tut Samsung gut daran, das Glas wieder plan zu gestalten. In Zusammenhang mit der Tatsache, dass im Samsung Galaxy S4 als erstes Smartphone Gorilla Glass 3 verbaut wird, dürfte diese Entscheidung die Display-Schadensmeldungen beim Samsung-Support erheblich verringern. Designtechnisch orientiert sich das Galaxy S4 also deutlich stärker am Galaxy Note 2 als am Galaxy S3. Eine gute Entscheidung von Samsung, die weniger verspielte Form tut dem Gerät gut.

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Auch an den Seitenrändern verzichtet Samsung auf die geschwungenen Formen des Galaxy S3; stattdessen werden Vorder- und Rückseite über ein gleichmäßiges Plastikband in Aluminium-Optik verbunden. Prima: Da die Finger so mehr „Grip“ haben, kann das Samsung Galaxy S4 wieder deutlich leichter angehoben werden, wenn es mit der Rückseite nach oben auf einer planen Fläche liegt.

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In das Seitenband eingefasst sind auf der Oberseite die Buchse für Klinkenstecker, ein Sekundärmikrofon für die Rauschunterdrückung sowie der winzige IR-Blaster. An der (von vorne aus gesehen) linken Seite befindet sich die Lautstärkewippe, rechts der Power-Button. Die Lautstärketasten wurde etwas nach oben versetzt. Beide Tasten sind gut positioniert, allerdings etwas schmaler als bei den Vorgängergeräten. Damit besitzen sie nicht mehr den perfekten Druckpunkt des Galaxy S3 und sind auch nicht mehr so gut „blind“ zu ertasten, etwa, wenn man sich in einem Telefonat befindet. Sie sind aber immer noch recht gut zu bedienen. An der Unterseite finden sich mittig der micro-USB-Port zum Anschluss an PC und Ladegerät und das Primärmikrofon.

Die das ganze Gehäuse einnehmende Rückabdeckung des Galaxy S4 besteht, ebenso wie das nach Abnahme der Rückschale sichtbare Gehäuse erneut aus flexiblem Hartplastik. Verächtern der Samsungschen Gerätepolitik gereicht diese Tatsache gerne zur Kritik – keiner technischen wohlgemerkt, denn besseres Material kann es aus dieser Perspektive kaum geben, eher einer emotionalen, die aber nicht minder legitim ist.

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Für Polycarbonat als Material spricht, dass es sehr leicht ist und so gut wie keine abschirmende Wirkung besitzt, hinsichtlich einer optimalen Verbindungsqualität gibt es einfach nicht besseres. Mancher Nutzer bevorzugt Plastik auch aufgrund der Tatsache, dass es sich, verglichen mit Aluminium nicht kalt in der Hand anfühlt und auch etwas leichter ist. Nein, problematisch ist nicht, dass im Galaxy S4 Plastik verwendet wird – sondern wie.

Die Rückseite des Gerätes sieht, und das ist wohl der größte Kritikpunkt am Samsung Galaxy S4, schlichtweg billig aus. Das hat zwei Gründe: Zum einen die Tatsache, dass es sich wieder einmal um glattes, rutschiges Plastik handelt, ein optisches Gedächtnis für Handschweiß und Fingerdreck. Ob dem Nutzer im Sommer bei längeren Telefonaten irgendwann das Handschweiß-nasse Gerät herabrutscht oder es sich im Winter dank Handschuhen nicht richtig greifen lässt, das glatte Plastik nervt. Wie schon im letzten Jahr möchten wir uns nicht nehmen lassen, Alternativen zu nennen, die Samsung in der Herstellung vermutlich nur ein paar Cent mehr gekostet, nichts an den Empfangseigenschaften, aber verdammt viel an der Außenwirkung des Samsung Galaxy S4 geändert hätten: Angerautes Plastik (wie im HTC One X), geriffeltes Plastik (Samsung Galaxy S2, ASUS Padfone 2), Kevlar (Motorola RAZR i) oder gummiertes Plastik (HTC One X+). Warum Samsung hier nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, ist uns schleierhaft.

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Der andere Grund für das ärgerliche Rückantlitz des Galaxy S4 ist die optische Struktur des Akkudeckels, die zumindest in der uns vorliegenden dunklen Version an ein feines Metallgitter erinnern soll. Die Intentionen Samsungs mögen die besten gewesen sein, aber Plastik, das nach Metall aussieht, ist eben nicht richtig. Die Rückseite eines Smartphones ist nicht nur für die Haptik wichtig, sondern extrem prestigeträchtig, ist sie doch in der Öffentlichkeit das Element, anhand derer Umstehende Handymarke und -modell identifizieren. Warum Samsung es erneut nicht schafft, die nur wenigen Cent mehr zu investieren, um seinem Flaggschiff eine angemessene Rückseite zu spendieren, bleibt das Geheimnis der Firmenkader in Korea. Man muss sich wohl langsam damit abfinden, dass Samsung seinen Smartphones partout keine Premium-Haptik und-Optik mehr spendieren will.

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Zurück zum Gerät: Auf der Rückseite befindet sich oben mittig der leicht abgehobene Kamera-„Gnubbel“, eingefasst in ein nun recht dicken Metallrahmen. Direkt darunter sieht man die Fotolicht-LED, am unteren Ende des oberen Drittels dann den obligaten Samsung-Schriftzug. Im Galaxy S4 befindet sich die Öffnung für den Lautsprecher nun rückseitig links unten statt neben der Kamera, verdeckt durch zwei Schlitze im Akkudeckel. Auch diese Designentscheidung wirkt sich eher bescheiden auf den Eindruck nach außen aus, wiewohl der Speaker unter den Schlitzen noch durch ein Metallgitter gegen Staub geschützt ist. Obendrein ist die Positionierung des Speakers sehr ungünstig, wenn man Spiele im Landscape-Modus auf dem Gerät genießen will, da der Mittelfinger des Nutzers häufig direkt darauf ruht und damit die Akustik unterdrückt.

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Ein Vorteil der gescholtenen Plastik-Rückseite ist freilich, dass sie leicht abgenommen werden kann und dabei einen Blick auf das Innenleben gewährt. Neben dem SIM-Slot wird man auch eines Akkufaches gewahr und des Einschubs für Speicherkarten nach dem microSD-Standard. Kenner sehen auch wieder die zusätzlichen Pins, mit denen kabelloses Laden per Induktion möglich sein wird – dazu wird man nur den Akkudeckel wechseln müssen. Ob das entsprechende (und bereits angekündigte) Zubehör zeitnah von Samsung geliefert wird oder wieder Dritthersteller einspringen müssen, wird die Zeit zeigen.

Überhaupt – ein kleiner Trost für alle, die die Rückseite des S4 nicht mögen: In Kürze wird es bereits einen riesigen Markt für alternative Rückschalen geben, von Bumpern, Cases und Hüllen ganz zu schweigen. Wer bereit ist, ein wenig Geld zu investieren, wird also den größten optischen Makel des S4 individuell tilgen können.

Fassen wir zusammen: Optisch ist das Galaxy S4 zerrissen – frontal und seitlich erblickt man ein visuell nicht aufregendes, aber stimmiges Design, das einige Scharten des Vorgängers auswetzt. Zur Rückseite hin haben wir es, wie bereits geschildert, mit einer optischen No-Go-Area zu tun.

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Haptisch ist das S4, von der glatten Rückseite abgesehen, in Ordnung. Es mag nicht so ein Handschmeichler sein und sich auch nicht so wertig anfühlen wie das HTC One, besser in der Hand als das kantig-klobige Sony Xperia Z liegt es aber allemal. Die geniale Verarbeitung des HTC One sucht nach wie vor ihresgleichen, das Galaxy S4 mag da etwas einfacher gestrickt erscheinen. Im Vergleich punktet das Galaxy S4 aber mit einem deutlich bastelfreundlicheren Aufbau. Denn beim Samsung-Gerät lässt sich nicht nur der Akkudeckel abnehmen – mutige Nutzer können ihr S4 auch relativ einfach selbst aufschrauben und reparieren. Das ist beim HTC One wiederum nahezu unmöglich.

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Das Display des Galaxy S4

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Gemäß der Familientradition baut Samsung ein Super AMOLED-Display der neuesten Generation in das Samsung Galaxy S4 ein. Im Vorfeld war lange unklar, ob Samsung es wieder schafft, einen Bildschirm mit vergleichbarer Auflösung herzustellen wie die aktuelle Generation der klassischen TFT- und LC-Displays. Nun, es ist gelungen, wenn auch wieder nur über den schmutzigen kleinen Trick der so genannten PenTile-Matrix.

Ohne allzu tief in die technische Materie einzusteigen: PenTile bewirkt, dass einzelne Pixel nicht aus je einem roten, grünen und blauen Subpixel zusammengesetzt sind. Die klassische RGB-Struktur wird zugunsten eines RGBG-Schemas aufgebrochen, in der pro Bildpunkt mehr grüne oder, je nach Sichtweise, weniger blaue und rote Subpixel vorhanden sind. Bei der gleichen Auflösung besitzt ein PenTile-Display also eine geringere Subpixeldichte. Im Effekt ist das Bild mit PenTile-Matrizen etwas ausgefranster, insbesondere an harten Farbkanten.

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Kein dramatischer Unterschied: Das Display des Samsung Galaxy S3 (links) verglichen mit dem des S4 (rechts)

Schon im Galaxy S3 und dessen 720p-Display war dieser Unterschied mit bloßen Augen nicht erkennbar. Beim Galaxy S4 und dessen (nominell) in 1920 x 1080 auflösenden Screen macht die PenTile-Matrix noch weniger aus: Selbst geübte Augen werden keinen Unterschied zu einem RGB-Display erkennen, anders lautende Meinungen beruhen auf Placebo-Effekten. Und auch wenn wir an dieser Stelle die Sinnhaftigkeit von Full HD-Auflösungen in Smartphone-Display nicht noch einmal aufwerfen wollen, ist doch festzustellen, dass zwischen dem Galaxy S3- und S4-Screen mit dem bloßen Auge nahezu kein Schärfeunterschied mehr feststellbar ist. Das 1080p-Display mag für das Marketing des Galaxy S4 ein Muss gewesen sein, ein Mehrwert für den Kunden ist hingegen so gut wie nicht vorhanden – scharf sind beide Displays. Im Gegenteil, mit mehr als doppelt so viel zu berechnenden Pixeln steigen auch die Anforderungen an GPU und CPU – und damit der Leistungshunger des Gerätes.

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Das Farbbild des Galaxy S4 ist insgesamt dezent wärmer und weniger grünstichig als das des Vorgängers, den Unterschied bemerkt man freilich nur, wenn man die Geräte direkt nebeneinander hält. Nach wie vor sind die Farben knallig. Wer das nicht mag, kann aber auch ein anderes, realistischeres Farb-Preset wählen. Dazu mehr in unser Liste an Tipps und Tricks für das Galaxy S4. Das Schwarz ist mal wieder so satt wie es nur sein kann, auch die Kontraste sind gut. Ein großes Lob gebührt der wie gewohnt hervorragenden Blickwinkeltreue. Selbst aus spitzesten Winkeln bleibt das Display deutlich besser ablesbar als die LC-Displays der Konkurrenten.

Negativ zu verbuchen ist, dass es dem Samsung Galaxy S4 gegenüber LC-Displays wieder an Maximalhelligkeit fehlt – dass man sie im prallen Sonnenlicht kaum ablesen kann, ist ein Kernproblem der AMOLED-basierten Displays, die nicht rückwärtig beleuchtet werden. Immerhin ist das Displayglas wieder gut entspiegelt, es wird verhältnismäßig wenig Licht reflektiert. Zudem funktioniert auch die automatische Helligkeitsregelung gut, auf deren Basis die Displayhelligkeit sogar vom Nutzer noch relativ zur Automatik nachjustiert werden kann; wenngleich nicht ganz so gut wie auf dem HTC One – das Bild ist nach unserem Dafürhalten selbst auf der höchsten Auto-Stufe noch einen Tick zu dunkel. Wir haben nach einiger Zeit wieder eine manuelle Displayeinstellung von etwa 70 % gewählt.

Durch die Onlinemedien geisterte zeitweise die Nachricht, dass das S4 in manchen Situationen lilafarbene Schlieren ziehe, wenn sich auf dem Bildschirm etwas bewege. Dies konnten wir auf unserem Testgerät nicht nachvollziehen. Zwar gibt es leichte Unregelmäßigkeiten bei schnellen vertikalen Bewegungen von weißen Elementen auf schwarzem Hintergrund, zum Beispiel beim Scrollen in den Einstellungen – die sind aber völlig im Rahmen und nicht der Kritik würdig. Das HTC One zeigt bei solchen Bewegungen beispielsweise deutliches Ghosting.

Fazit: Das Super AMOLED-Display des S4 ist hervorragend, wenn auch der Sprung gegenüber dem letztjährigen Modell kleiner ausfällt als der Schritt vom S2 zum S3, trotz FullHD-Auflösung. Es erbt die alten Stärken und Schwächen der Technologie und überrascht insofern nicht. Im Vergleich mit dem ebenfalls hervorragenden Display im HTC One unterliegt das Galaxy S4, wenn auch nur knapp, denn dessen SLC3-Display hat den größeren Schritt nach vorne gemacht: Es kann selbst in Super AMOLED-Paradedisziplinen wie Farbintensität und Schwarzwerten mithalten und ist auch im Sonnenschein noch gut ablesbar. Das Galaxy S4 zieht hier den Kürzeren.

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Die Kamera im Samsung Galaxy S4

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Pflichtaufgabe für das Galaxy S4 ist eine gute Kamera. Samsung liefert einen 13 MP-Sensor mit, der von einer Foto-LED und einer guten 2 MP-Frontkamera unterstützt wird. Die Ergebnisse wissen nicht zu enttäuschen: Natürliche, der Realität entsprechende Farben treffen auf einen relativ hohen Detailreichtum. Wir haben einen intensiven Vergleich der Bildqualität des Samsung Galaxy S4 mit der des HTC One und des Vorgängers Galaxy S3 angestellt.

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Im Ergebnis erzielt die Kamera des Galaxy S4 die besten Gesamtresultate, wiewohl die des Galaxy S3 bei insgesamt sehr ähnlichen Ergebnissen nicht allzu weit dahinter liegt. Die Bilder beider Geräte sind in vielen Situationen sogar nahezu gleich gut, das Mehr an Megapixeln rechtfertigt jedenfalls kein Geräteupdate. Anders sieht es beim One aus, dessen Ultrapixel-Kamera zwar herausgezoomt gute Bilder zeigt, deren Details (die überdies durch einen Schärfefilter im Postprocessing gejagt zu werden scheinen) schon in geringen Zoomstufen deutlich gegen die des Geschwisterpaares Galaxy S3/S4 abstinken.

Den Kürzeren zieht das S4 hingegen, sobald die Lichtverhältnisse nicht mehr optimal sind. Dann rauschen die Bilder im Vergleich zum HTC One stärker. Das One schafft es, auch Passagen zu beleuchten und detailliert darzustellen, die das Galaxy S4 gar nicht mehr sieht. Wer also viel ohne Blitz im Zwielicht und Halbdunkel fotografiert, sollte im Zweifel zum HTC-Gerät greifen – ansonsten ist das Galaxy S4 aber die deutlich bessere Wahl, bezogen auf die Bildqualität.

Die mit dem Galaxy S4 geschossenen 1080p-Videos sind farblich ausgewogen und weisen eine hohe Bildqualität auf. Die Bildstabilisierung verrichtet ihren Dienst zuverlässig, sofern man das Gerät nicht mit starkem Rütteln und Schütteln aus dem Konzept zu bringen versucht. Erfreulicherweise hat Samsung gegenüber dem S3 an der Mikrofonleistung geschraubt. Zwar kommt die Stereo-Soundaufnahme nicht an die formidable Rauschunterdrückung des HTC One heran, Kenner bemerken aber durchaus eine positive Entwicklung gegenüber der doch recht Wind- und Lärm-sensiblen Akustik des Galaxy S3. Leider kann man gelegentliches Ruckeln oder sogar Bildstörungen bei den Aufnahmen beobachten. In folgendem Video wird das deutlich:


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Geschwindigkeit ist ein Faktor, den wir bei der Bewertung einer Kamera nicht mehr außen vor lassen können. Denn für viele Menschen ist das Smartphone die Kamera für den schnellen Schnappschuss zwischendurch. Hier muss sich Samsung den Vorwurf gefallen lassen, einen wichtigen Trend verschlafen zu haben: das schnelle Schießen eines Fotos „aus der Hüfte“. Wer mit dem HTC One einen Schnappschuss nehmen will, startet die App per Shortcut vom Lockscreen, drückt auf den Auslöser und schon ist das Bild verzögerungsfrei im Kasten. Anders beim Samsung Galaxy S4. Denn dort hat Samsung nicht nur den Shortcut für die Kamera entfernt (im Tipps und Tricks-Artikel zeigen wir, wie man die Kamera vom Sperrbildschirm dank recht gut versteckter Optionen trotzdem schnell starten kann). Startet man die Kamera, dauert das erste Initialisieren der App erneut recht lange, rund eine Sekunde. Bis dann der Druck auf den Auslöse-Button registriert wurde, vergeht erneut eine Gedenksekunde. Dann kann man immerhin dank Burst-Funktion schnell mehrere Fotos hintereinander aufnehmen.

Trotzdem: Nicht nur das HTC One, selbst der Vorgänger S3 löst schneller aus als das S4. Auch ist das im Sucher gezeigte Bild auf den genannten Konkurrenzgeräten bedeutend flüssiger. Ob diese Probleme nun von der höheren Auflösung des Galaxy S4 herrühren oder fehlender Hardware-Beschleunigung in der Snapdragon-Version des Galaxy S4, können wir nicht einschätzen.

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Samsung hat die Foto-App von der Samsung Galaxy Camera entnommen, insgesamt wirkt sie allerdings etwas unausgereift. Zwar hat ersteres den Vorteil, dass Presets für Makro-Fotografie, die Erstellung von algorithmisch aufgehübschten Porträts und andere Nettigkeiten sehr schnell aufgerufen werden können, dafür hapert es an der Praxis. So muss man teils dreimal nacheinander auf ein Zahnrad-Symbol tappen, um zu grundlegenden Einstellungen zu kommen, etwa um das Bildformat zu ändern. Schade ist, dass die Photosphere-Funktion von Stock-Android 4.1 fehlt, mit der man 360 Grad-Panoramen erstellen kann – gerüchteweise will Samsung diese Funktion aber als „360 Photo“ nachliefern.

Generell hatten wir den Eindruck, dass die Performance und die Stabilität der Kamera-App – im Test stürzte sie mehrfach ab – etwas unter den Spielereien litt, die Samsung der Anwendung hat angedeihen lassen: Was nützt mir die Tatsache, dass die Retrofilter-Effekte für Fotos mir in einer Live-Ansicht angezeigt werden, dass ich gleichzeitig das Bild der Rück- und Frontkamera aufnehmen kann, bei Bedarf GIFs oder Standbilder mit Ton aufnehmen kann, wenn ich dafür das Lachen meines Kindes nicht mehr rechtzeitig auf ein Foto bannen kann? Das Thema „Feature Bloat vor Stabilität“ wird uns im Software-Teil leider noch öfter begegnen.

Erwähnenswert, wenn auch nicht entscheidend ist, dass die mit dem Galaxy S4 geschossenen Bilder Probleme haben, wenn der Effekt „Kontrasterhöhung“ in der populären App Instagram appliziert wird. Bestimmte Farbbereiche sind dann grünlich eingefärbt (hier ein Beispiel)

Im Fazit bleibt uns aber trotzdem, festzustellen, dass die Kamera des Galaxy S4 die beste momentan in einem Android-Smartphone verbaute ist. Die Schwächen in der Software und bei der Auslösegeschwindigkeit mindern dieses Faktum nicht.

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Software

TouchWiz: Samsungs Interpretation von Android

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Erneut flanscht Samsung seine TouchWiz Nature UX auf sein Flaggschiff. Die Software ist prinzipiell nicht schlecht und verfügt über so manches praktische Feature. Ein Beispiel ist die Helligkeitsregelung in der Benachrichtigungsleiste, die entweder absolut justiert werden kann oder relativ zur Helligkeitsautomatik. Auch die Quick Toggles wissen uns nach wie vor zu gefallen. Da Samsung es lobenswerterweise geschafft hat, das Galaxy S4 mit der aktuellsten Android-Version 4.2 auszuliefern, findet sich auch das Schnelleinstellungsmenü dort an, wo man es von Stock-Android gewohnt ist – wenn man die Benachrichtigungsleiste mit zwei Fingern nach unten wischt.

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Die zahlreichen Toggles funktionieren dort bei Samsung sogar konsistenter als bei Google: Ein Tap aktiviert oder deaktiviert die Funktion, ein langer Tap öffnet das entsprechende Menü. Ebenfalls klasse ist die Möglichkeit, die Benachrichtigungsleiste per Wischgeste vom oberen Bildschirmrand sichtbar zu machen, wenn sich eine App gerade im Vollbild befindet, etwa ein Spiel.

Der TouchWiz-Launcher bleibt gegenüber dem des Samsung Galaxy S3 praktisch unverändert. Mit diesem wischt man überwiegend flüssig, aber mit trotzdem hin und wieder merkbaren Mikrorucklern vom einen Screen zum anderen. Standardmäßig sind die Homescreen-Seiten mit diversen Widgets belegt, die allerdings überwiegend sinnlos sind und vom Nutzer besser gelöscht werden. Als Beispiel sei dieses erstaunlich kryptische Nachrichtenwidget genannt, das bei einer vertikalen Wischbewegung nicht etwa mehr Nachrichten zeigt, sondern den nächsten Termin des Nutzers:

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Die meist gute Homescreen-Performance wird mit einem kleinen Trick erkauft: Das statische Wallpaper scrollt nicht mit, wenn man zwischen verschiedenen Homescreens wechselt – wer den unter Umständen auf die Performance gehenden Parallax-Effekt aus Stock-Android will, muss sich einen Custom Launcher installieren. Der App-Drawer ist nach wie vor nicht alphabetisch sortiert, dies muss man dezidiert einstellen, ansonsten weiß die App-Übersicht mit ihrem semi-transparenten Hintergrund aber durchaus zu gefallen.

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Für Anfänger bietet Samsung alternativ wieder einen vereinfachten Launcher, der mit besonders großen Icons und Info-Widgets (Uhrzeit, Wetter, Kalender) sowie weitgehend fehlenden Anpassungsmöglichkeiten glänzt – auch wenn wir uns an der Stelle auf das glatte Eis der politischen Unkorrektheit begeben, kann man diesen Launcher wohl mit einigem Recht als Seniorenmodus bezeichnen.

Nicht gerade das Gelbe vom Ei ist der Lockscreen: Lensflare-Effekte mögen dank der Kinofilme von JJ Abrams gerade wieder en vogue sein, entsprechend kann man die Lichteffekte auf dem standardmäßig eingestellten Sperrbildschirm auch okay finden, die den Welleneffekt des Vorgängers ablösen. Weniger okay ist, dass Samsung den Lockscreen um diverse Einstellungsmöglichkeiten gegenüber dem Vorgängermodell erleichtert hat und auch die von Stock-Android 4.2 gewohnten Lockscreen-Widgets nur kompliziert und mit teils unverständlichen Optionen zu aktivieren sind. Auch hier wieder der Verweis auf unseren Tipps & Tricks-Artikel.

Das Einstellungsmenü

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Ärgerlich wird es in den Einstellungen: Samsung hatte die durchaus lobenswerte Intention, das standardmäßig recht unübersichtliche Optionsmenü von Android ein wenig zu strukturieren – dieses Unterfangen ist gründlich in die Hose gegangen. Das fängt damit an, dass die Kategorien nicht nachvollziehbar voneinander abgegrenzt sind. Wo ist der Unterschied zwischen „Mein Gerät“ und „Optionen“? Warum sind die Einstellungen für „Anzeige“ und „Ton“ unter ersterem Menüpunkt zu finden, aber „Datum und Uhrzeit“ unter letzterem? Warum ist im Menü „Verbindungen“, obwohl dank der Strukturierung mehr Platz sein sollte, immer noch die Android-typische Optionsmüllhalde „Weitere Einstellungen“ vorhanden, die, wenn man dort hineinwechselt, den inkonsistenten Titel „Drahtlos und Netzwerke“ trägt? Warum muss man in manchen Menüs geänderte Optionen speichern in anderen nicht? Weshalb sind manche Optionen mit Schaltern zur Aktivierung und Deaktivierung klickbar, um darüber in ein zusätzliches Menü zu kommen? Warum verwendet Samsung für die Einstellungen immer noch ein Mischmasch-Interface mit Tabs und modalen Dialogen, als ob wir 2009 hätten und Google nie Designempfehlungen herausgegeben hätte? Und wer hat diese Hilfetexte übersetzt?

Fragen über Fragen und ein Fazit: Das Einstellungsmenü des Galaxy S4 ist ein inkonsistentes schwarzes Loch, dazu geschaffen, Nutzer zu bestrafen, die sich dort hineinwagen. Das ist schade, will Samsung in Sachen Usability doch eigentlich mit Apple konkurrieren.

Apps

Generell ist das User Interface der Samsung-Apps eher inkonsistent, das Layout unterscheidet sich von App zu App teils recht stark: Während Samsungs gute TV-Fernbedienungs-App WatchOn in großen Teilen den neuesten Google Design-Empfehlungen folgt und die Samsung-Apps ebenfalls zumindest im Holo-Layout daherkommen, ist etwa der Musikplayer dieselbe kaum veränderte App wie schon auf dem Samsung Galaxy S1 unter Gingerbread: mit Tabs, aber ohne Stop-Button (!). Das macht freilich nichts, denn Google Play Music ist ebenfalls vorinstalliert, genau wie auch Google Chrome den Samsung-eigenen Browser mit dem schmissigen Namen „Internet“ ergänzt. Uns ist bewusst, dass diese Doppelfunktionalität mutmaßlich aus den Lizenzbedingungen von Android herrührt, trotzdem hätte Samsung im Zweifel durchaus auf die eine oder andere eigene App verzichten können. Das ist ein weiterer großer allgemeiner Kritikpunkt am Samsung Galaxy S4: die mutwillig in Kauf genommene Überforderung des Nutzers.

Klar kann man argumentieren, dass mancher gerne herumstöbert, neue Apps und Features ausprobiert. Problematisch wird das aber, wenn ein User konstant auf Funktionen trifft, die nutzlos, dysfunktional oder gar kontraproduktiv sind, Apps, die er nicht braucht oder zu denen es bessere Alternativen gibt.

Wir können hier definitiv nicht auf jede App eingehen, die Samsung mitliefert und jedes Feature, mit dem das Galaxy S4 ausgestattet ist. Schlicht, weil es zu viele sind; dies ist ein Testbericht, keine Abschlussarbeit. Zu viele Apps und Features, wären den Aufwand, sie zu beschreiben, sowieso nicht wert, weil man sie entweder gar nicht verwendet oder abschaltet, nachdem man sie ein- oder zweimal ausprobiert hat. Zudem gehen wir nicht ein auf die Reise-App, die Hotelbuchungs-App, die Taxi-Suche, die Pizzabestellungs- und die Boulevardpostillen-App, die vorinstalliert sind und sich aber (abgesehen von der Reise-App) dankenswerterweise auch deinstallieren lassen.

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Bei den Apps herauszustellen ist etwa S Health. Streng genommen ist die Anwendung keine Neuerung, denn es gab sie bereits vor Monaten als separaten Download in den Samsung Apps. Mit S Health kann man seine Konsum- wie Sportgewohnheiten protokollieren und erhält so ein umfassendes Gesundheitsprofil. Samsung versucht in dem Zusammenhang, S Health-kompatible Hardware zu verkaufen: ein Fitnessband und eine Waage mit automatischem Gewichtsdatenabgleich. S Health ist in Sachen Funktionalität in Ordnung und schick gestaltet. Stellt sich die Frage, wie groß der Anteil der Galaxy S4-Nutzer ist, die S Health je nutzen werden.

samsung-hub

Im Samsung Hub kombiniert man die vormals getrennten Mediendienste und versucht, Musik, Filme, Bücher und Games (letztere per Querverweis auf die Samsung Apps-App) an den Mann zu bringen. Wir haben auch hier leichte Zweifel am Erfolg des Konzepts, da es zahlreiche Dienste in diesen Sektoren gibt, die ein größeres Angebot haben, mehr unterstützte Plattformen und die Usability stärker in den Fokus nehmen. Als Angebot um gelegentliche kostenlose Angebote wie das Rennspiel Need for Speed: Most Wanted abzugreifen oder sich kuriose koreanische Teenie-Tanz-Lern-Shows im Learn-Hub anzusehen, taugt der Hub aber allemal.

Group Play ist eine App, mit der man mehrere Galaxy-Geräte in ein Adhoc-Netzwerk zusammenschließen und darüber beispielsweise gemeinsam Musik hören oder Games spielen kann. Die Funktionsweise erläutert unser Group Play-Hands-On:


    YouTube-Logo

Samsungs Siri-Pendant S Voice, ein persönlicher Sprachassistent, wurde seit dem Launch auf dem Samsung Galaxy S3 im vergangenen Jahr deutlich verbessert. In unserem Test erkannte er merklich mehr Befehle korrekt als noch vor 12 Monaten, ist aber leider nur in wenigen Bereichen von Vorteil gegenüber dem in der Zwischenzeit von Google lancierten Service Google Now.

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Der S Translator ist eine Übersetzungs-App, der eine Konversationsoption nebst Sprachein- und Ausgabe besitzt. Theoretisch soll man die App im Ausland als Universaldolmetscher verwenden können … kommt einem das Konzept bekannt vor? Richtig, auch die Google-Übersetzer-App bietet eine solche Funktion und, am Rande erwähnt, ein verblüffend ähnliches Icon.

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Allerdings übersetzt das Pendant von Google deutlich zuverlässiger und weit weniger kurios. Fazit: S Translator ist eine App, die die Welt nicht braucht.

Etwas ärgerlich ist nebenbei, dass man für diverse Apps einen Samsung-Account braucht, etwa S Health oder den S Translator, auch wenn sich der Sinn dessen nicht unbedingt ergeben mag. Immerhin erfordert Samsungs Update-Service jetzt keinen Login mehr, OTA-Updates erhält der Nutzer auch, wenn er auf den Account verzichtet.

In der optisch mittlerweile etwas altbacken wirkenden Galerie werden Bilder an sich zuverlässig angezeigt, allerdings ist die standardmäßig eingestellte Synchronisierung der Bilder mit Dropbox, Facebook und Google+ nicht optimal gelöst. So ließ diese Sync-Funktion die Galerie-App aufgrund relativ vieler Fotos und Bilder in der Dropbox häufig einfrieren und sogar abstürzen. Für die Synchronisiserung abwählen kann man nur komplette Dienste. Hier wäre eine selektive Anzeige nur bestimmter Ordner wünschenswert gewesen, da standardmäßig auch winzige Bilddateien aus allen in der Dropbox gespeicherten Ordnern (etwa der Portable Apps-Sammlung des Testers) angezeigt wurden. Ebenfalls nervig in der Galerie sind die „Buddy“-Funktionen, die gelbe Kästen über erkannten Gesichtern sowie Orts- und Wetterinformation einblenden. Beide Optionen mögen sinnvoll sein, sind aber nicht gerade durchdacht umgesetzt, schließlich will man Fotos in einer Galerie-App für gewöhnlich im Vollbild genießen. Besser wäre eine Möglichkeit gewesen, diese Informationen nach dem Druck auf eine Schaltfläche auf Wunsch des Nutzers einblenden zu lassen.

Mit WatchOn kann man Geräte im Wohnzimmer, also etwa Fernseher, Receiver oder Stereoanlagen, über den Infrarotport des Galaxy S4 fernbedienen. Die Einrichtung gestaltete sich im Test recht einfach, die Steuerung der Geräte funktionierte gut. Positiv: Gegenüber der vergleichbaren App im HTC One ist es nicht notwendig, seinen Kabelnetz- oder Satelliten-Betreiber zuerst anzugeben, die Steuerung funktioniert auch rein Geräte-basiert. Nervig waren hingegen die ständig in den Benachrichtigungen angezeigten Erinnerungen, man möge die WatchOn-App doch bitte endlich einrichten. Einmal weggedrückt, kam sie immer wieder.

Schließlich ist noch die Software-Tastatur zu erwähnen, die Samsung mitliefert: Mag diese technisch entfernt auf SwiftKey beruhen und sogar eine Wischoption in seinen Einstellungen verstecken, so kommt man doch nicht umhin festzustellen, dass das Keyboard im HTC One, die Stock-Tastatur von Android 4.2 sowie einzeln erhältliche Apps wie Swype bessere Ergebnisse erzielen. Positiv zu vermerken ist aber, dass Samsung das Mehr an Displayplatz nutzt und seiner Tastatur eine separate Ziffernleiste spendiert – daran könnten sich andere Software-Keyboards ruhig ein Beispiel nehmen.

Features

Neben all diesen Apps beglückt Samsung die Nutzer des Galaxy S4 auch mit zahlreichen neuen Features, kleine Gimmicks die einzeln zu- oder abschaltbar sind. Einige davon sind nützlich, viele davon sind zumindest vorzeigbar und machen aufgrund der Tatsache Spaß, dass man damit Freunde beeindrucken kann, andere wiederum sind komplett am Nutzer vorbeientwickelt worden. Der ideelle Überbau all dieser Features scheint gewesen zu sein, das Smartphone möglichst ohne Berührung steuerbar zu machen. Gelegentlich fragt man sich dabei aber: Wozu eigentlich? Der kapazitive Touchscreen hat eine Revolution der Nutzerinteraktion ausgelöst, sollten die Errungenschaften der vergangenen sechs Jahre für die Katz sein? Keine Angst, werden sie nicht, denn eine wirklich ernstzunehmende Bedrohung für die etablierte Touch-Interaktion stellen die Gesten und Sprachbefehle des Galaxy S4 nicht dar.

Fangen wir mit einem ganz besonders eklatanten Beispiel an, um zu verdeutlichen, was an einigen dieser Features nicht stimmt: Die Sprachkontrolle für den Wecker. Die Idee dahinter ist, dass man der Weckfunktion im Smartphone mit einem bestimmten Schlüsselwort mitteilen kann, still zu sein. Spätestens nachdem man das erste Mal im Dreiviertelschlaf den Wecker zum Verstummen gebracht hat und ob dieser Tatsache einen wichtigen Termin verschlafen hat, würde man das Feature meiden wie der Teufel das Weihwasser. Wenn es denn überhaupt funktionieren würde – denn das Galaxy S4 weigerte sich im Test standhaft, den Sprachbefehl des Testers zu akzeptieren. Die Frage bleibt, warum Samsung ein nicht funktionierendes Feature implementiert.

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Das Galaxy S4 rühmt sich zudem damit, sich über Gesten steuern zu lassen. Das klappt zum Teil sogar recht ordentlich. Bloß fragt man sich ernsthaft, wozu man das braucht. Nehmen wir etwas Air Move: Damit kann man Elemente wie Widgets und App-Icons zwischen verschiedenen Homescreens hin und her bewegen, indem man sie mit einem Finger festhält und mit der anderen Hand hin- und her wischt, um zwischen den Homescreen-Seiten umzuschalten. Wenn man den Finger aber sowieso schon auf dem Touchscreen hat – wäre es dann nicht viel einfacher, das Icon schlicht auf dem althergebrachten Weg zu verschieben?

Eine andere aktivierbare Geste ist der so genannte Quick Check, den es schon beim Galaxy Note 2 gab: Ist der Bildschirm des Gerätes ausgeschaltet und liegt es flach auf dem Tisch, muss man lediglich einmal in der Luft darüber wischen. Daraufhin lässt das Galaxy-Gerät den Bildschirm kurz angehen und zeigt wichtige Infos wie Uhrzeit, verpasste Anrufe und Kurznachrichten an. Der Effekt ist anfangs sehr beeindruckend, bloß kann man mit einem Druck auf dem Home-Button dasselbe erreichen – zumal man bei der Home-Button-Lösung sicher sein kann, dass es wirklich funktioniert, denn der Quick Check aktiviert sich manchmal nicht, wenn man es möchte, leuchtet in anderen Fällen allerdings auch auf, wenn man gar keine entsprechende Geste durchgeführt hat.

Eines der großen Probleme der Gestensteuerung des Samsung Galaxy S4, neben dem erhöhten Stromverbrauch durch die Sensoren, ist entsprechend die Zuverlässigkeit der Bewegungserkennung. Manch eine Geste wird nur in rund 60 % der Fälle richtig erkannt. Alleine aufgrund dieser Fehlerquote sind wohl manche Nutzer nach kurzer Zeit genervt und nutzen die Features nicht mehr. Aber selbst wenn man die Fehlerquote in Kauf zu nehmen bereit ist, funktionieren Gesten längst nicht überall: So kann man die Scroll-Geste etwa nur in Samsungs Browser nutzen, nicht jedoch in Google Chrome. Schade für jeden, der Googles Browser vorzieht.

Auch die so genannten Smart Features werden im Galaxy S4 ausgebaut. Ging es ursprünglich, beim Start des Galaxy S3, bei Smart Stay noch darum, zu erkennen, ob der Nutzer auf das Display blickt, um die automatische Displaydimmung zu verhindern, ist daraus mittlerweile eine Reihe aus vier Features geworden. Dank „Intelligente Drehung“ (hier waren die Übersetzer etwas übereifrig) kann auch die Gesichtsposition erkannt werden, um etwa beim Lesen im Bett nicht den Landscape-Modus zu aktivieren, obwohl man seitlich auf das Display blickt. Das funktioniert, aber nicht immer.

Smart Pause erkennt beim Anschauen eines Videos – die YouTube-App wird auch unterstützt –, ob der Leser wegblickt und pausiert das Video dann entsprechend. Leider irritiert Smart Pause stark, zumal es erst mit einiger Verzögerung reagiert. Absolut unbrauchbar ist Smart Scroll, eine Funktion, dank der man per Blickrichtung oder Neigewinkel des Smartphones auf einer Seite scrollen können soll, die aber in der Praxis einfach nur irritiert.

Brauchbar sind wiederum die ebenfalls vom Galaxy Note 2 bekannten Air View-Optionen. Diese machen sich die Fähigkeit des Displays zunutze, auch einen Finger zu erkennen, der das Display nicht berührt, sondern nur in dessen unmittelbarer Nähe weilt, bis zu einer Entfernung von etwa 1 cm. Schwebt der Finger etwa über einem Termin in Samsungs Kalender-App S Planner, werden dessen Details angezeigt, über einem Ordner in der Galerie erhält man eine Vorschau der enthaltenen Bilder.

Auch wenn einzelne der Funktionen im Galaxy S4 in Ordnung sind und mutmaßlich jeder Nutzer ein oder zwei der Spezialfunktionen gut findet, erhält man doch den Eindruck, dass Samsung hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen hat: Man brauchte dringend Distinktionsmerkmale gegenüber der Konkurrenz und ging dabei mit dem Holzhammer vor, indem Features implementiert wurden, ohne dass man deren Nutzen auf Herz und Nieren geprüft hätte. Das ist ärgerlich, weil diese Flut an Möglichkeiten Einsteiger vermutlich abschreckt (man darf nicht vergessen, dass sich das Galaxy S4 auch an den Mainstream richtet) und die zum Teil dauerhaft aktiven Sensoren auch den Akku und die Geräteperformance belasten. Immerhin können all die Features aber auch deaktiviert werden, niemand wird gezwungen sie zu nutzen. Ein paar interessante Ansätze sind in jedem Fall dabei, wir empfehlen: Ausprobieren.

Obendrein hat Samsung aber versäumt, grundsätzliche Hausaufgaben zu machen: Ein modernisiertes, besser strukturiertes und konsistentes Layout, etwa in Apps, den Einstellungen und der TouchWiz-Oberfläche hätte der Software von Samsungs Flaggschiff gut getan. Hoffen wir, dass zukünftige Updates und Geräte wieder stärker von einer Konzentration auf das Wesentliche zeugen.

Performance

Das Samsung Galaxy S4 besitzt, zumindest in der in Deutschland verkauften Version, einen Snapdragon 600-SoC, der eine Adreno 320-GPU integriert und auf 1,9 GHz getaktet ist. Die auf anderen Märkten verfügbare, leicht performantere Version mit dem auf 1,6 GHz getakteten Exynos 5410 Octa-SoC (4+4 Kerne) bekommen wir in Westeuropa vorerst nicht zu sehen.

samsung-galaxy-s4-benchmarks

Der Snapdragon-Chip wird auch im HTC One verbaut, beide Geräte verfügen über 2 GB RAM und damit ausreichend Arbeitsspeicher, um flüssiges Multitasking problemlos zu ermöglichen. Samsung hat allerdings zwei Vorteile, die das Galaxy S4 zumindest auf dem Papier eine Nasenlänge gegenüber dem HTC One voraushaben lassen: Zum einen den schnelleren Arbeitsspeicher (GDDR3 vs. GDDR2), zum anderen den höheren Maximaltakt – so beschleunigt das S4 auf maximal 1,9 GHz, das HTC One nur auf 1,7 GHz. Um zu ermitteln, wie sich das auf die Leistung auswirkt, haben wir das Samsung Galaxy S4, und zum Vergleich auch das HTC One sowie den Vorgänger Galaxy S3, zunächst durch einige aktuelle Benchmarks gejagt.

Benchmark Samsung Galaxy S3 HTC One Samsung Galaxy S4 GT-I9505
Antutu 3.3 (Total) 13273 23203 24754
Antutu 3.3 (CPU) 5636 10906 11377
Antutu 3.3(GPU) 5068 7636 8495
Antutu 3.3(RAM) 1663 3754 3962
Antutu 3.3 (I/O) 906 907 920
CF-Bench 1.2 Overall 13645 26636 26655
CF-Bench 1.2 Java 6427 25081 24642
CF-Bench 1.2 Native 24472 28969 29676
GLBenchmark 2.5
(Egypt HD C24Z16 Offscreen)
1697 Frames
15 fps
4150 Frames
37 fps
4584 Frames
41 fps
GLBenchmark 2.7
(T-Rex HD C24Z16 Offscreen, Fixed timestep)
144087 msec
3.9 fps
39617 msec
14 fps
37528 msec
15 fps

Das Samsung Galaxy S4 performt in den synthetischen Benchmarks zumeist knapp doppelt so gut wie sein Vorgänger. Im Vergleich zum HTC One kommen die Leistungsunterschiede im Antutu-Benchmark deutlicher zum Tragen als in CF-Bench. In letzterem schafft das HTC-Modell sogar teilweise, Samsungs Flaggschiff zu übertrumpfen. Die Unterschiede zwischen S4 und One liegen aber auf einem Niveau, das für den Nutzer in keiner Situation relevant sein dürfte.

Auf dem Homescreen ist das Galaxy S4 beinahe durchgehend flüssig, wobei die bereits erwähnten gelegentlichen Mikroruckler offensichtlich eher auf nachlässig programmierte Software zurückzuführen sind denn auf fehlende Hardware-Power. Im Alltag ist diese Tatsache dann aber auch nicht weiter störend, denn Apps öffnen und schließen sehr schnell, Scrolling funktioniert selbst in suboptimal programmierten Apps zumeist butterweich. Allerdings ist festzustellen, dass die rund doppelt so hohen Benchmark-Scores keinen signifikanten Anstieg in der „gefühlten“ Performance gegenüber dem Vorgänger haben; das ein Jahr alte Galaxy S3 wirkt nahezu genauso flüssig. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen ist Android spätestens seit Version 4.1 und „Project Butter“ so weit optimiert, dass das Betriebssystem selbst auf mittelmäßiger Hardware sehr flüssig läuft und es einfach nicht mehr viel gibt, wo High End-CPUs und GPUs noch etwas ausrichten verbessern könnten. Zum anderen steht zumindest zu vermuten, dass das 1080p-Display in Tateinheit mit den Software-Goodies ein ziemlicher Leistungsfresser ist, der das Performance-Potenzial des Snapdragon 600 stark dezimiert.

real-racing-3
Nicht immer flüssig: Real Racing 3

In Spielen zeigt sich das Samsung Galaxy S4 ebenfalls sehr potent, 3D-Games laufen nahezu grundsätzlich flüssig: GTA Vice City mit Details auf Anschlag sowie Real Racing 3 sind hier negative Ausnahmen, bei ihnen fordert wohl die erhöhte Rechenleistung ihren Tribut, die das 1080p-Display verlangt und die Framerate auch mal geschätzt unter die 20 FPS-Grenze fallen lässt. Auffällig ist, dass das Galaxy S4 in Vice City und Need for Speed: Most Wanted bei längeren Spielsessions extrem heiß wird, ja selbst ein verhältnismäßig anspruchsloses Spiel wie Fieldrunners 2 lässt das Gerät merklich warm werden.

Vielleicht hätte Samsung den SoC etwas konservativer takten sollen. Weniger anspruchsvolle Spiele vom Schlage eines Temple Run 2 oder Dead Trigger laufen problemlos auf dem Galaxy S4, gleiches gilt natürlich auch für 2D-Spiele wie Angry Birds oder Plague Inc..

Abgesehen von der Hitzeentwicklung in High-End-Games (der sich Samsung hoffentlich noch per Nachjustierung von Takt und Kernspannung in Firmware-Updates widmet) gibt es für Smartphone-Gamer nichts zu meckern. Das Galaxy S4 ist auch in der Version mit Snapdragon-SoC enorm flink, wiewohl der Exynos 5 Octa in der anderen international verfügbaren Varianten des Gerätes einen Tick schneller ist. Er besitzt mehr als genug Leistung für alle aktuellen Mobile Games. Weiterer Vorteil: Das SGS4 wird absehbar das am weitesten verbreitete Android-Gerät der nächsten 12 Monate sein, weswegen es sich kein größerer Spieleentwickler leisten kann, seine App nicht auf dieses Gerät anzupassen.

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Konnektivität und Speicher

Samsung stattet sein Flaggschiff nicht nur mit der Möglichkeit aus, den Akku auszutauschen, sondern auch mit einem microSD-Kartenslot. Beide Optionen sind mittlerweile leider aussterbende Gattungen auch unter Android-Smartphones und damit umso stärker ein Pluspunkt für das Samsung Galaxy S4 – insbesondere im Vergleich mit der direkten Konkurrenz in der Smartphone-Oberklasse. Etwa ärgerlich ist, dass der interne Speicher mit Samsungs Software erheblich dezimiert wird. So sind von nominell (und den von Samsung beworbenen) 16 GB nicht einmal 9 GB frei. Im Test führte das dazu, dass mit zwei größeren Games (GTA Vice City, Need for Speed Most Wanted), Foto- und Videomaterial von einer Woche Intensivnutzung und etwa 10 Musikalben im MP3-Format der Speicher voll war.

Wer gerne anspruchsvollere Games auf seinem Smartphone spielt, sollte also Multimedia-Daten auf eine Speicherkarte auslagern und/oder gleich zur 32 bzw. 64 GB-Version des Galaxy S4 greifen. Zumindest wenn Samsung bis dahin nicht ein Update herausbringt, das mehr Speicher zur Verfügung stellt. Übrigens: Das Galaxy S4 bringt wieder zwei Jahre gültigen 50 GB Gratis-Speicherplatz für Dropbox mit. Wer vorher das Galaxy S3 besaß, erhält diese aber offenbar nicht zusätzlich, zumindest wurde unser Speicherkontingent nicht erhöht.

samsung-galaxy-s4-oberseite-sensoren

Das Gerät unterstützt alle aktuell relevanten Konnektivitäts-Standards: Von WLAN 802.11a/ac/b/g/n (2,4 und 5 GHz) über Bluetooth 4.0 und NFC bis hin zu HSPA+ mit bis zu 42 Mbit/s und nun auch standardmäßig LTE (100 Mbit/s Down, 50 Mbit/s Up). Daneben stattet Samsung das Gerät mit einer ganzen Phalanx an teilweise exotischen Sensoren aus. Darunter einen RGB-Lichtsensor, der die Umgebungshelligkeit besser ermitteln soll, Barometer, Thermometer und Hygrometer, um genaue Infos über die Wetterlage zugunsten von S Health herauszufinden und zahlreiche mehr, vom Infrarotport ganz zu schweigen. Halten wir fest: Samsung hat in Sachen Konnektivität nicht gekleckert, sondern geklotzt. Einzige Ausnahme: Ein FM-Radio fehlt im S4, sollte aber von den wenigsten Nutzern vermisst werden.

Im Test gab es gelegentliche Probleme mit der mobilen Datenverbindung im HSDPA-Netz von Vodafone, auch an Orten, an denen andere Geräte keine Probleme hatten. Ein kurzer Wechsel in den Flugzeugmodus und zurück behob das Problem meist wieder. In zwei Fällen musste das Gerät aber auch neu gestartet werden, da sich der Flugzeugmodus nicht mehr deaktivieren ließ.

Das GPS im Galaxy S4 war in anderen Testberichten Anlass für Kritik. Die können wir nicht im Geringsten nachvollziehen – das Galaxy S4 findet seinen Fix im Nu und nimmt Verbindung mit deutlich mehr GLONASS- und GPS-Satelliten auf als das Samsung Galaxy S3 und noch einmal signifikant mehr als das HTC One. Innerhalb von wenigen Sekunden waren wir mit GPS-Test selbst in einer topographisch schwierigen Situation (Berliner Häuserschluchten) auf einen halben Meter genau positioniert – besser geht es nicht. Dafür haperte es an anderer Stelle: Der Kompass im Galaxy S4 hüpfte in unserem Test bei Bewegung des Geräts erratisch hin und her, das S3 funktionierte da besser. Auch das Gyroskop verrichtete im Test seinen Dienst nicht optimal, im „Kompassmodus“ von Google Street View bewegt sich der Bildschirminhalt weniger „ruhig“ als beim S3.

Telefonie

Im Bereich der Telefonie gibt sich das Galaxy S4 keine Blöße: Gesprächspartner sind deutlich vernehmbar und klingen weder zu dumpf noch zu schrill – die Akustik beim direkten Halten des Gerätes ans Ohr ist sogar einen Tick besser als beim HTC One. Die Rauschunterdrückung dank des Sekundärmikros leistet gute Dienste, auch die eigene Stimme kommt unverzerrt beim Gesprächspartner an. Die Freisprechfunktion überzeugt nicht ganz in dem Ausmaß, denn deren Akustik lässt ein wenig zu wünschen übrig, insbesondere aufgrund der Leistung des Lautsprechers, der ein wenig leise ist, wenn er keine Hand als Hohlkörper zur Verbesserung des Klangs besitzt. Trotzdem kann das Galaxy S4 auch als Telefon überzeugen.

Audio und Multimedia

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Schwer ist es für andere Smartphones, in Zeiten des fantastischen Klangs eines HTC One, noch mit Audioeigenschaften zu beeindrucken. Samsung hat in diesem Zusammenhang guten Grund, sich zu ärgern, denn mit dem Galaxy Tab 10.1N und dem Galaxy Music hatte man nach vorne gerichtete Lautsprecher in Tablets und Smartphones salonfähig gemacht, die HTC nun zur Perfektion getrieben hat. Das Galaxy S4 hat nun einen nach hinten gerichteten Mono-Speaker, der auf die Schall verstärkende Wirkung der hohlen Hand setzt. Die Position des Speakers ist, wie weiter oben bereits erwähnt, leider sehr ungünstig gewählt. Insbesondere, wenn man die Haltung des Smartphones in der Hand variiert, etwa beim Spielen, verändert sich die Akustik dauernd. Auf einer Fläche liegend scheppert das Galaxy S4 extrem. Wer vorher eine Zeitlang das HTC One verwendet hat, wünscht sich mit Leidenschaft dessen Stereo-Frontspeaker zurück.

Abgesehen von der Akustik überzeugt das Samsung Galaxy S4 aber in Sachen Multimedia: Alle relevanten Dateiformate spielt der integrierte Player problemlos ab, das Ansehen von Filmen und Games machen auf dem üppigen 5 Zoll-Display großen Spaß. DLNA unterstützt das Galaxy S4 genau wie Screen Mirroring, letzteres aber nur über das Samsung-eigene proprietäre AllShare-Protokoll. MHL-Support ist theoretisch auch mitgeliefert, im Test funktionierte das allerdings mit dem uns zur Verfügung stehenden Kabel nicht, vermutlich benötigt man hier, wie schon beim Vorgänger einen direkt von Samsung stammenden MHL-Adapter.

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Akku und Alltag

Der 2.600 mAh fassende Akku im Samsung Galaxy S4 sollte den Nutzer über den Tag bringen – möchte man meinen. Das hat im Test aber nicht immer geklappt, wiewohl die Streuung der Ergebnisse sehr hoch war. Zunächst aber zum Szenario: Der Tester ließ Google Latitude, Twitter, Google+, WhatsApp, Facebook, Instagram, Dropbox-Upload und die meisten Google Push-Dienste im Hintergrund synchronisieren – ein Szenario, das Richtung Power-User tendiert. Es wurde auf Webseiten gelesen, ein wenig YouTube geschaut und gespielt (im Testzeitraum überwiegend Field Runners 2) das alles bei meist rund 70 Prozent manueller Bildschirmhelligkeit. Unterwegs mit Datenverbindung war man meist eine bis zwei Stunden, sonst war das WLAN an. Die Screen-On-Time lag meist bei zwei bis drei Stunden.

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Zumeist hielt das Samsung Galaxy S4 mit diesem Szenario etwas länger durch als das HTC One. Es gab allerdings einige Ausreißer nach oben wie unten, deren Ursache nicht erklärbar war. In einem Fall war der Akku ohne erkennbaren Grund in unter 10 Stunden leer, einmal hatte der Akku nach über 18 Stunden noch 25 % Saft. Im Durchschnitt verlangte das Galaxy S4 aber nach rund 15 bis 16 Stunden, an die Steckdose gelegt zu werden. Dieser Wert geht absolut in Ordnung, und ist deutlich besser als die ca. 13 Stunden des HTC One (mit neuster Firmware), allerdings waren die erratischen Ausreißer ein Grund für Unsicherheit. Es steht zu hoffen, dass zukünftige Firmware-Updates das Problem beheben.

Insgesamt erwies sich das Galaxy S4 im Test als zuverlässiger Alltagsbegleiter. Das leicht verbesserte Handling gegenüber dem Vorgänger trug dazu bei – wer kein Problem damit hat, ein Smartphone mit zwei Händen zu bedienen, bekommt ein Gerät, das sich in Hosen- und Jackentaschen gut ausnimmt. Die helle Frühlingssonne verursachte im Freien aber gelegentlich Probleme bei der Ablesbarkeit.

Unser Fazit zum Samsung Galaxy S4

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Doppelte Leistung gegenüber dem Vorgänger, ein knackscharfes Full HD-Display und verdammt viele neue Features. Auf dem Papier ist das Samsung Galaxy S4 ein Tiger. Und trotzdem braucht jemand, der den Vorgänger besitzt, dieses Smartphone nicht – zumindest, wenn er kein eingefleischter Geek mit Samsung-Affinität ist. Weder die Leistung des Gerätes – im Alltag, nicht in den Benchmarks – rechtfertigt einen Neukauf, noch die zahllosen neuen und in ihrer schieren Anzahl teilweise überfordernden Features, die zu einem Gutteil mehr Gimmick sind denn nützliche Ergänzungen – zumal viele davon es per Update auch noch auf das Galaxy S3 schaffen werden. Noch nie war der Evolutionssprung von einem Galaxy S-Modell zum nächsten so klein wie der zwischen S3 und S4, weshalb mein Kollege Amir nicht ganz zu Unrecht von einem Samsung Galaxy S3,5 spricht. Der Tester, der um einen Vergleich ziehen zu können, vor dem Galaxy S4 einige Wochen mit dem HTC One verbracht hat, bevorzugt dann auch das HTC-Modell, das aufgrund seiner haptischen Eigenschaften, des leicht besseren Displays und der fantastischen Frontlautsprecher ein Quäntchen stärker zu überzeugen wusste.

Um eines klarzustellen: Wir meckern hier auf dem Niveau von der Höhe des Empire State Buildings – mindestens. Das Galaxy S4 ist ein hervorragendes Smartphone, das in der Benutzung Spaß macht. Sein Problem ist, dass es das HTC One gibt – ein Smartphone, das von Grund auf anhand der Bedürfnisse von Smartphone-Nutzern im Jahr 2013 erdacht wurde. Freilich erfüllt das One diesen hehren Anspruch auch nicht in jedem Punkt, aber das weit weniger reflektierte Entwicklungsmantra beim Galaxy S4 scheint im Gegensatz dazu ein profanes „Überall ‘ne Schippe drauf“ gewesen zu sein – ohne dass der Hersteller darauf geachtet hätte, ob ein Feature im Einzelfall überhaupt Sinn macht. Über diesem Funktionalitäts-Aktionismus hat Samsung vergessen, den einzigen echten Mangel des Vorgängers anzugehen: die glatte Plastikrückseite, die nahezu jeder Testbericht schon am Galaxy S3 ankreidete. Samsung hält an diesem visuellen und haptischen Indikator für Minderwertigkeit fest, der dem Gerät insgesamt Unrecht tut. Warum, das weiß wohl nur JK Shin persönlich.

Wertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 3/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Kamera: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5

Insgesamt: 4,4/5

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Pro

  • Gutes Update des Vorgängers
  • Hervorragende Kamera
  • Sehr gutes Display

Kontra

  • Glatte Plastikrückseite
  • Schwächen in der Software
  • Speaker schlecht positioniert

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Galerie zum Samsung Galaxy S4

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