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Nexus 7 (2013) im Test: Oberklasse-Tablet zum Mittelklasse-Preis


16.09.2013, 20:05 Uhr

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Google hat im vergangenen Jahr mit dem Nexus 7 erstmals ein Tablet der Nexus-Reihe zum Besten gegeben und damit einen großen Erfolg erzielt. Im Juni dieses Jahres stellte das Unternehmen aus Mountain View in Kooperation mit ASUS eine Neuauflage des Bestsellers vor, der uns seit Verkaufsstart in Deutschland in der LTE-Version vorliegt. Wir beantworten in unserem Test mitunter die Frage, ob das Nexus 7 (2013) ein würdiger Nachfolger des 2012er Modells ist.

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Wir hatten so unsere Anlaufschwierigkeiten mit dem Nexus 7 (2013). Trotz der wieder einmal großartigen Ausstattung gab es bei uns – zumindest anfangs – und anderen Nutzern einiges zu bemängeln. So hatte ich offenbar ein Montagsgerät erwischt, das ärgerliche Probleme mit dem LTE-Modul besaß: Die Funkverbindung baute sich erratisch auf, eine stabile LTE-Einwahl kam jedoch nicht zustande. Kollege Amir, der am Tage des Verkaufsstarts ebenso ein LTE-Modell erstehen konnte, hatte noch mehr Pech, denn sein Nexus 7 wollte nicht einmal anspringen. Beide Geräte gingen zurück. Amir hatte die Nase voll, ich wollte mein Glück erneut auf die Probe stellen und besorgte mir ein Ersatzgerät. Dieses funktioniert nun auch seit zwei Wochen nahezu fehlerfrei. Selbst über die hier und da berichteten Multitouch-Fehler, GPS- und WLAN-Probleme kann ich nicht klagen. Alles läuft zurzeit, wie es soll.

Google Nexus 7 (2013) im Video

Unser Erstkontakt im Bewegtbild mit dem Nexus 7 (2013): Diese beiden Videos sind insbesondere für alle interessant, die sich daran erfreuen, uns beim Auspacken zuzusehen und sich vor der Lektüre unseres Testberichtes das neue Nexus 7 von allen Seiten anzusehen. Zusätzlich haben wir die beiden sieben Zoll großen Nexus-Tablets in einem weiteren Video miteinander und den Neueinstieg noch mit Apples iPad mini verglichen:

Unboxing und Hand-On mit dem Nexus 7 (2013)


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Vergleich mit dem Nexus 7 (2012)


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Vergleich mit dem iPad mini


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Optik, Haptik und Verarbeitung des Nexus 7 (2013)

Das neue Nexus 7 hat nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger, dem Nexus 7 (2012) (Test): Namentlich die Diagonale des Displays und das Betriebssystem. Ansonsten haben wir es mit einem komplett neuen Gerät zu tun. Es ist mit seinen Abmessungen von 200 x 114 x  8,65 mm schmaler und schlanker, wenn auch ein wenig länger als die 2012er-Version, die 198,5 x 120 x 10,5 mm groß ist. Zudem bringt die neue Version mit 290 Gramm satte 50 Gramm weniger auf die Waage – der Vorgänger wog noch 340 Gramm. Überdies kommen selbstredend neue Komponenten zum Einsatz, die überwiegend dem aktuellen technischen Standard entsprechen.

Googles erstes Nexus 7 mit seiner braunen, geriffelten Kunststoffrückseite, die eine Reminiszenz an die ledernen Fahrhandschuhe von Steve McQueen sein sollte, sowie dem – aus heutiger Sicht – etwas dicklichen Gehäuse und dem silbernen Rand, wirkte wie ein Alltagsgegenstand, den man ohne Schutzhülle oder dergleichen in die Tasche werfen konnte, ohne dass es ihm etwas anhaben konnte. Das neue Nexus 7 wiederum ist zwar auch aus Kunststoff, allerdings wirkt es hochwertiger und „erwachsener“, um nicht zu sagen seriöser, als das Vorgängermodell. Denn es ist nun komplett in noblem Schwarz gehalten, während das 2012er Nexus 7 mit seinen dezent dunklen, aber unterschiedlichen Farbtönen – von Braun auf der Rückseite, über Silber an den Zierleisten, bis Schwarz auf der Front sowie den Buttons für Lautstärke und Power, die seitlich oben rechts zu finden waren, in der Rückschau ein wenig wie eine Promenadenmischung wirkte.

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Die Rückseite des neuen Modells ist mit einer matten Oberfläche versehen, durch die das Tablet sicher in der Hand liegt und im Vergleich zu Geräten mit einer blanken Polycarbonatrückseite nicht wegzurutschen droht, selbst wenn man mal etwas feuchte oder schwitzige Hände hat — jedoch fehlt das Riffelmuster des Vorgängers. Ferner zieht sich das Nexus-Logo nun horizontal über den Nexus-Rücken, statt vertikal mittig. Hierdurch soll offenbar suggeriert werden, dass das Tablet auch und vor allem im Panoramamodus sehr gut verwendet werden kann.

Wer die beiden Nexus 7-Modelle miteinander vergleicht, erkennt rasch, dass die neue Iteration des Gerätes ein wenig gestreckter als die erste Nexus 7-Generation ist. Dies liegt darin begründet, dass die seitlichen Bezel (Raum zwischen Display und Rand) einerseits schmaler sind – andererseits findet man aber einen satten Rand  ober- und unterhalb des Displays, durch den man das Tablet im Querformat gut in der Hand halten kann. Besonders beim Spielen und beim Ansehen von Filmen ist das ideal. Dank dieses Rands und des relativ geringen Gewichts besteht zudem die Möglichkeit, das Nexus 7 mit einer Hand in der Porträtansicht stabil eine ganze Weile zu halten – beispielsweise, um ein Buch oder Magazin zu lesen. Ein weiterer kleiner, aber nicht zu verachtender Unterschied ist zudem, dass die neue Variante mit einer Benachrichtigungs-LED ausgerüstet ist, die aufblinkt, sobald eine neue Mail oder Nachricht eingegangen ist – ein Vibrationsmotor fehlt indes immer noch.

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Das Nexus 7 verfügt im Unterschied zum ersten Siebenzoller der Nexus-Reihe über eine Hauptkamera, die sich links oben auf der Rückseite befindet. Sie verbirgt sich hinter einer Linse, die aufgrund ihrer Größe markant ins Auge fällt. Des Weiteren sind auf der Rückseite lediglich das Logo des Herstellers ASUS sowie an den Seiten (in der Panoramaansicht) beziehungsweise oben und unten, zwei Lautsprecheröffnungen in das schlanke Polycarbonatgehäuse gefräst. Ein Micro-USB-Port zum Aufladen des Akkus und zum Datenaustausch mit dem Rechner ist an der Unterseite des Nexus 7 zu finden. Außer den bereits erwähnten Lautsprecher- und Powerbuttons, die an gewohnter Stelle verbaut sind, besitzt das uns vorliegende LTE-Modell einen SIM-Karteneinschub rechts unten am Gehäuse. Dieser besteht aus Kunststoff und lässt sich nur mithilfe des im Lieferumfang befindlichen Dorns oder einer Nadel aus dem Gehäuse entfernen. Selbstredend ist auch eine Audiobuchse an Bord – diese ist rechtsbündig auf der Gehäuseoberseite positioniert.

Was die Verarbeitung des Nexus 7 (2013) anbelangt so erweckt es einen noch besseren Eindruck als das Vorgängermodell. Kollege Frank konnte in seinem Test des 2012er Nexus 7 hier und dort noch ein Knarzen feststellen, beim neuen Modell ist dies nicht der Fall: Alles ist fest und stabil zusammengebaut, Spaltmaße gibt es kaum, die Verbindung zwischen Gehäuse und Display ist mittels eines filigranen Zierrahmens gelöst, der alle Elemente fest zusammenhält. Es erscheint überdies so, als sei das Nexus 7 allgemein verwindungssteifer konstruiert als der Vorgänger.

Das Display des Nexus 7 (2013)

Wer das erste Nexus 7 sein Eigen nennt oder es zumindest eine Weile besaß weiß, dass die automatische Helligkeit des Displays eine Nuance zu dunkel eingestellt war. Beim neuen Modell ist das nicht anders, allerdings haben sich ASUS und Google bei ihrem neuen Tablet in Displaydingen trotzdem nicht lumpen lassen: Der Screen kann wohl als das Nonplusultra bezeichnet werden, das es derzeit bei Displays in der 7 Zoll-Klasse zu finden gibt. Das im neuen Nexus 7 verbaute Full HD-IPS-Display besitzt eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln, was bei dieser Größe eine Pixeldichte von 323 ppi bedeutet und damit ein knackig scharfes Bild garantiert, bei dem das menschliche Auge keinen Pixelunterschied mehr wahrnehmen kann. Kurzum: Der Screen ist ein wahrer Augenschmaus und kann locker mit den Displays des Nexus 10 oder dem „Retina“-Screen des iPad mithalten.

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Kontrast und Brillanz des Displays sind großartig, Farben wirken nicht überzeichnet oder übersättigt. Stattdessen werden sie sehr ausgewogen dargestellt, sodass man die tolle Qualität des Displays rasch als selbstverständlich hinnimmt. Schwarz ist schwarz und Weiß ist zudem weiß – kein Blaustich oder andere Verfärbungen, wie man sie womöglich bei AMOLEDs kennt, sind zu entdecken. Des Weiteren ist die Blickwinkelstabilität ein Knaller: Aus nahezu jedem Winkel können Inhalte gut erkannt werden; Verfärbungen oder verblassende Farben, wie beispielsweise beim Sony Xperia Z (Test) gibt es ebenso nicht. Darüber hinaus ist das Display dank der LC-Technologe und einer absolut ausreichenden Maximalhelligkeit auch im Freien gut ablesbar, was gerade bei der LTE-Version ein Pluspunkt ist, schließlich ist man dank dieses mobilen Luxus überall mit Netz versorgt.

Wie eingangs erwähnt, hatte das Touchpanel in unserem Test keinerlei Probleme mit Multitouch. In der App Multitouch-Test werden alle zehn unterstützten Berührungspunkte registriert und dargestellt, auch Bewegung tut der Registrierung keinen Abbruch.

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Hardware und Performance des Nexus 7 (2013)

Wie Googles Nexus 4 (Test) besitzt auch das Nexus 7 einen Snapdragon S4 Pro-Prozessor mit einer Taktung von 1,5 GHz, der von 2 GB RAM unterstützt wird – zumindest auf dem Papier. Denn Qualcomm, ASUS und Google haben offenbar doch eine andere, aktuellere Technologie verbaut als es den Anschein hat. Der SoC ist zwar als S4 Pro deklariert, hinter dieser Fassade versteckt sich jedoch ein angepasster, etwas heruntergetakteter Snapdragon 600 mit Krait 300-CPU – im ursprünglichen S4 Pro befanden sich noch die weniger leistungsfähigen Krait 200-CPU-Kerne. Ein weiterer Unterschied zwischen dem S4 Pro und dem Snapdragon 600 ist der verbaute Speicher, denn es kommt PCDDR3L–1600 MHz-Speicher zum Einsatz, während der S4 Pro üblicherweise mit LPDDR2-RAM ausgestattet ist. Die GPU ist bei beiden eine Adreno 320.

Was heißt das nun in puncto Performance? Kurz gesagt: Das neue Nexus 7 läuft sehr flüssig, es gibt keine Aussetzer oder Ruckler bei rechenintensiven Games, geschweige denn in System-Apps. Während man selbst bei machen Geräten mit potenteren SoCs wie dem (echten) Snapdragon 600 leider noch gelegentlich beobachten muss, dass es zu Mikrorucklern beim Wischen von Homescreen zu Homescreen oder beim Öffnen des App-Drawers kommt, gibt es sowas beim Nexus 7 einfach nicht; die Hardware ist performant und Googles „Project Butter“ tut seinen Dienst – auch Apps werden im Nullkommanichts gestartet.

Der Form halber, die technischen Daten des neuen und des alten Nexus 7 in der Übersicht:

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Nexus 7 (2013) Nexus 7 (2012)
Display 7 Zoll Full HD-IPS (1.920 x 1.200 Pixel, 323 ppi) 7 Zoll HD-IPS (1.280 x 800 Pixel, 216 ppi)
OS-Version Android 4.3 Jelly Bean Android 4.3 Jelly Bean
Prozessor 1,5 GHz Qualcomm Snapdragon S4 Pro 1,3 GHz Nvidia Tegra 3
Arbeitsspeicher 2 GB RAM 1 GB RAM
ROM 16 GB bzw. 32 GB 8 GB, 16 GB oder 32 GB
Kamera vorn 1,2 MP 1,2 MP
Kamera hinten 5 MP nein
Akkulaufzeit laut Hersteller 9 h 8 h
WLAN Wi-Fi a/b/g/n Wi-Fi a/b/g/n
NFC ja ja
Akku 3.950 mAh 4.325 mAh
Sonstiges Qi-Wireless; Stereolautsprecher; LTE (optional) UMTS (optional)
Abmessungen 200 x 114 x 8,65 mm 198,5 x 120 x 10,45 mm
Gewicht 290 g 340 g

Was die Performance anbelangt, kann das neue Nexus 7 beispielsweise dem Sony Xperia Z Ultra (Test) mit seinem 6,4 Zoll großen Display nicht das Wasser reichen. Der Sony-Bolide ist mit einem Snapdragon 800, dem derzeit schnellsten auf dem Markt befindlichen SoC, ausgerüstet. In den Benchmarks fliegt das Xperia Z Ultra dem neuen Nexus 7 nur so davon, doch zwischen den beiden Modellen liegen auch einige hundert Euro Preisdifferenz. Nichtsdestrotz macht das Google-Tablet eine sehr gute Figur – auch bei anspruchsvollen Games wie Dead Trigger, Riptide GP2, CSR Racing und Real Racing 3 ist die Grafik sauber und detailliert gerendert, Ruckler oder Aussetzer sind nicht auszumachen – stundenlangen Gaming-Sessions steht also nichts im Wege.

Nexus 7 (2013), Nexus 7 (2012) und Sony Xperia Z Ultra im Benchmark-Vergleich

Benchmark Nexus 7 (2013) Nexus 7 (2012) Sony Xperia Z Ultra
Antutu 4.0.1 Total 20118  13483 34298
Antutu UX (Mulitask/Dalvik) 3301/1457  2497/1057 6465/3573
Antutu CPU (integer/float) 2248/2017 1950/1325 3116/3395
Antutu RAM (Operation/Speed) 1106/1486  1530/442 1354/2477
Antutu GPU (2D/3D) 1597/5277  795/2359 1639/9732
Antutu IO (Storage/Database) 1024/605  923/605 1872/675
CF-Bench 1.3 Overall 15244  11943 34542
CF-Bench Java 7906 5485 32078
CF-Bench Native 26253  21630 38240
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
872 Frames
16 fps
176 Frames
3,1 fps
1285 Frames
23 fps
GFXBench 2.7
(2.5 Egypt HD Offscreen)
4514 Frames
40 fps
 1098 Frames
9,7 fps
6830 Frames
60 fps

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Die Kamera des neuen Nexus 7

Wurden Tablets mit verbauter rückseitiger Kamera einst belächelt, gehört dieses Feature mittlerweile offenbar zum guten Ton, schließlich besitzen selbst 150 Euro-Modelle wie das ASUS MeMO Pad HD 7 (Test) eine Knipse zum Festhalten von Schnappschüssen. Auch die zweite Generation des Nexus 7 wurde nun mit einer solchen bedacht, während das 2012er Modell noch ohne auskommen musste.

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Keine der in Tablets integrierten Kameras sind dazu geeignet, qualitativ hochwertige Bilder zu schießen – auch bei der 5 MP-Hauptkamera des Nexus 7 (2013) ist dies der Fall. Sicherlich kann sie für Schnappschüsse verwendet werden, die Bildqualität kommt allerdings nicht an die mittlerweile hochwertigen Smartphone-Cams heran, wie sie im HTC One, dem Samsung Galaxy S4 oder dem frisch vorgestellten Sony Xperia Z1 zu finden sind. Bei guten Lichtverhältnissen produziert die Kamera mehr oder weniger passable Resultate, sobald es aber ein wenig dunkler wird, sollte man von der Nutzung besser absehen. Die 1,2 MP-Frontkamera reicht für ihren eigentlichen Zweck, namentlich Videotelefonie, vollkommen aus.

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Wer zwischendurch ein Video aufnehmen möchte und weder ein Smartphone noch eine Digitalkamera bei sich hat, wird sich darüber freuen, dass man mit der Nexus 7-Kamera sogar Videos in 1080p-Qualität festhalten kann. Man sollte bei der Aufnahme allerdings darauf achten, das Tablet möglichst ruhig zu halten, denn eine softwareseitige Bildstabilisierung fehlt.


    YouTube-Logo

Google täte übrigens gut daran, die sehr rudimentäre Standard-Kamera-App um weitere Funktionen zu ergänzen. Es ist zu hoffen, dass sich diesbezüglich im Laufe der nächsten Android-Iterationen etwas tut — HTC, Samsung und ASUS zeigen mit ihren deutlich besseren Kamera-Apps wie das geht.

Software des Nexus 7 (2013)

Zur Software müssen nicht allzu viele Worte verloren werden, schließlich haben wir es hier mit einem Tablet mit purer Google-Experience und aktueller Android-Iteration, namentlich Version 4.3 Jelly Bean, zu tun. Im Unterschied zu Geräten von den üblichen Verdächtigen wie Samsung, HTC oder LG gibt es keinerlei Extras oder Tweaks, die über die Nutzeroberfläche gelegt wurden. Alles ist so, wie es von den Entwicklern aus Mountain View vorgesehen ist. Ferner ist das Nexus 7 ideal für Bastler und Entwickler, die gerne mit dem System herumspielen und modden wollen, denn der Bootloader ist bekanntlich nicht verschlüsselt und kann problemlos entsperrt werden.

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Das Schöne an Stock-Android direkt von Google ist neben des schicken, minimalistischen und obendrein relativ funktionalen Holo-UI die Tatsache, dass Software-Updates zeitnah nach Veröffentlichung seitens Google auf dem Tablet landen – bei anderen Herstellern kann es oftmals eine Weile dauern, mitunter kommen diese sogar gar nicht. Ein Nexus-Gerät ist damit immer noch die beste Garantie für ein stets aktuelles Android – auch auf Jahre hinaus.

Im Softwarepaket sind allerlei Google-Apps vorinstalliert. So etwa der schnelle und zuverlässige Chrome-Browser sowie die Gmail-App, der Google-Kalender, die Reader-App Currents, die YouTube-App zum Anschauen von Videos und natürlich der Play Store, um weitere Apps auf das Nexus 7 zu laden. Zum Konsumieren von Leih- oder Kauffilmen, Bücher und Musik sind selbstredend die Play-Anwendungen aus dem Hause Google an Bord. Inklusiv-Guthaben für den Play Store gibt es bei der 2013-Version leider nicht mehr.

Wie bereits erwähnt will das Nexus 7 (2013) ein Tablet sein, dass sich auch im Landscape-Modus benutzen lässt. Die Horizontale zahlt sich insbesondere bei vielen Games, dem Betrachten von Fotos und Ansehen von Filmen oder Videos aus. Zum Surfen, Schreiben oder Lesen von Texten ist der Portraitmodus allerdings besser geeignet.

Wer mehr möchte: Android lässt sich mithilfe von Widgets, Launchern etc. bestens an die eigenen Anforderungen anpassen – und das ohne großen Aufwand. Ich nutze beispielsweise den Buzz Launcher, der viele hilfreiche Tweaks wie beispielsweise Wischgesten zum Öffnen des App-Drawers oder der Benachrichtigungsleiste an Bord hat.

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Speicher und Konnektivität des neuen Nexus 7

Im Unterschied zum ersten Nexus 7, das mit Speicherkapazitäten zwischen (anfangs) 8 und 32 GB sowie mit 32 GB und 3G-Modul angeboten wurden, gibt es Googles neues Modell nur in den Varianten mit 16 GB und 32 GB – außerdem ist die größere Speichervariante optional gegen Aufpreis mit LTE verfügbar. Es handelt sich dabei übrigens um das erste in Deutschland erhältliche Nexus-Gerät mit dem schnellen Funkstandard. Das neue Nexus 7 unterstützt dabei LTE in allen deutschen Netzen – und falls regional keine schnelles 4G-Netz vorhanden ist, funkt das Tablet natürlich auch über HSPA mit Geschwindigkeiten von bis zu 42 Mbit/s. Im LTE-Netz von O2 in Berlin schaffte es das Nexus 7 im Test auf Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 30 MBit/s, im Upload waren gelegentlich bis zu 20 MBit/s drin. Damit lässt es sich mehr als gut arbeiten.

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WLAN unterstützt das neue Nexus 7 bis zum n-Standard, ferner sind NFC sowie die kabellose Ladeoption Qi-Wireless an Bord, dank der sich das Tablet mithilfe einer entsprechenden Ladestation ganz ohne ins Gerät eingestecktes Micro-USB-Kabel aufladen lässt. Außerdem ist Bluetooth 4.0 LE integriert, das seit Android 4.3 standardmäßig unterstützt wird und energiesparend mit Peripheriegeräten kommunizieren kann. Einen Einschub für eine microSD-Karte sucht man indes vergebens, allen Nexus-Devices seit dem Nexus S fehlt auch dem Nexus 7 (2013) dieses Feature — was wir nach wie vor bedauern.

Das Unternehmen aus Mountain View hält nichts von einer zusätzlichen Speichererweiterung – und begründet dies mitunter damit, dass diese Option Nutzer verwirren könnte. Denn es stehe zwar mit einer microSD viel Speicher zur Verfügung, jedoch sei es zumeist nur möglich, darauf Medien wie Musik, Filme und Co. abzulegen, für Apps und Daten könne dieser quasi-externe Speicher nicht genutzt werden. Um diesem Verwirrspiel aus dem Weg zu gehen, biete man lediglich einen Speicher für alles an. Daran lässt sich kaum etwas ändern – ich muss gestehen, mir genügen die 32 GB Speicher des Nexus 7 LTE voll und ganz, von denen bei Inbetriebnahmen 26,1 GB frei waren – und mir fehlt die Speichererweiterungs-Option überhaupt nicht. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es Nutzer gibt, die alle ihre Daten und Medien-Bibliotheken stets mit sich führen wollen – für jene ist ein Nexus allerdings das falsche Gerät. Einen schwachen Trost gibt es aber dennoch: Denn das Nexus 7 unterstützt USB-On-the-Go, sodass man mit entsprechendem Kabel und der Nexus-Media-Importer-App Daten vom USB-Stick auf das Tablet importieren kann.

Wer nun mit diesem begrenzten Speicher auskommt, darf sich – zumindest bei der LTE-Version – freuen, dass das Nexus 7, ohne große Bastelkünste zu fordern, WhatsAppen und SMS empfangen und versenden kann. Man muss lediglich die entsprechenden Anwendungen installieren. Wer eine Multi-SIM nutzt, muss noch einige zusätzliche Einstellungen vornehmen, um WhatsApp-Nachrichten auf dem Tablet empfangen zu können. Eine Anleitung findet sich in diesem Artikel.

Multimedia, Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

Wer sich auf seinem Nexus 7 (2013) nun Filme, YouTube-Videos oder das eine oder andere Spiel zu Gemüte führt, wird dies mit Sicherheit ob des grandiosen Screens sehr genießen. Was den Sound der Stereolautsprecher anbelangt, dürfte der ein oder andere aber enttäuscht sein: Was da aus den Stereoboxen kommt, ist bei weiten nicht so brachial und satt wie beim HTC One mit seinem BoomSound, die Höhen sind etwas überbetont und tendieren bei bestimmten Tonlagen zum Klirren. Auf der anderen Seite fehlt es an Bass und auch die Maximallautstärke hätte Google ruhig etwas höher ansetzen können. Hier könnte man beschwichtigend argumentieren, dass das Nexus 7 aufgrund seiner schlanken Bauform kaum Klangkörper besitzt; jedoch müsste der Sound beim iOS-Konkurrenten, dem iPad mini, dann auch ähnlich enttäuschend sein – Apple hat es allerdings geschafft, seinem kleinen Vorzeigetablet etwas mehr „Bumms“ zu verabreichen. Positiv hervorzuheben ist, dass man nicht Gefahr läuft, die Lautsprecher mit seinen Händen abzudecken, denn die Lautsprecheröffnungen sind so positioniert, dass die Hände als eine Art Schalltrichter fungieren, sofern man das Tablet quer festhält. Auf diesem Wege wird der Sound direkt ins Gesicht, respektive auf die Ohren geleitet.

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Das neue Nexus 7 ist, wie wir festgestellt haben, zum Ansehen von Filmen sehr gut zu gebrauchen, allerdings kommt die Software bei Bewegtbild im MKV-Format und einer H.264-Spur nicht sonderlich gut klar. Das Bild wird zwar gestochen scharf angezeigt, jedoch ist der korrespondierende Ton nicht vernehmbar – und zwar weder im Standard-Player der Galerie noch in der Movies-App oder einem Dateimanager wie dem ES-File-Explorer. Mithilfe eines nachinstallierten Players lässt sich dieses Problem allerdings beheben. Im Test haben wir den VLC-Player (Beta) installiert und schon funktionierte alles tadellos. Alternativ kann auch der Mobo Player empfohlen werden.

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Dank des sehr hoch auflösenden Displays ist auch das Lesen von E-Books, PDF-Dokumenten oder in Pocket abgelegten aber auch längeren Texten im Web kein Problem. Selbstredend lässt sich auch die Kindle-App von Amazon oder die anderer Anbieter installieren und digitale Literatur so einfacher genießen. Sicherlich ist der IPS-Screen nicht mit einem E-Ink-Display vergleichbar, dennoch macht es durchaus Freude, auch längere Texte auf dem Nexus 7 (2013) zu lesen.

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Kommen wir zu Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit: Das neue Nexus 7 hat einen 3.950 mAh-Akku an Bord. Dieser ist 375 mAh kleiner als beim Vorgängermodell, das einen 4.325 mAh-Akku besaß. Trotz dieses Defizits und des höher auflösenden Displays ist die Akkulaufzeit durchaus gut, um nicht zu sagen besser als beim alten Nexus 7: Mit einer Akkuladung kommt man mit Surfen, gelegentlichem Spielen von rechenintensiven Games (z.B. Riptide GP2), Videos ansehen und den üblichen Verdächtigen mehr als gut über den Tag und darüber hinaus. Im Standby verbraucht das Tablet kaum bis keine Energie, was sehr begrüßenswert ist.

Kurzum: Das Nexus 7 verfügt über eine sehr gute Akkulaufzeit, die allerdings je nach Nutzungsart und -Intensität stark variieren kann. Spiele ich über längere Zeit ressourcenfressende Games, kann der Akku bereits deutlich schneller geleert sein, bei Wiedergabe von Full HD-Videos macht sich der Energiehunger weniger stark bemerkbar, denn hier sind zwischen sechs und sieben Stunden Laufzeit zu erwarten. Nutze ich es nur hin und wieder zum Lesen, Surfen und sporadischem Spielen von Casual Games, so kann man locker über 1,5 Tage kommen. Diese Werte sind trotz des kleineren Akkus besser als es beim 2012er Nexus 7 (Test) der Fall war.

Dank des langatmigen Akkus, der schmalen Bauform, des geringen Gewichts und des breiten Bezels an den Seiten des hochauflösenden Displays zeichnet sich das Nexus 7 – vor allem als LTE-Modell – bestens als Alltagsbegleiter aus. Aufgrund der IPS-Displaytechnologie lässt es sich auch bei Sonnenlicht gut ablesen. Es nimmt kaum Raum in der Tasche oder dem Rucksack ein und passt sogar in die Sackoinnentasche. Wer eine bequeme/weite Hose trägt, der kann das Tablet gar in der Gesäßtasche tragen.

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Unser Fazit zum Nexus 7 (2013)

Mit dem neuen Nexus 7 liefert Google die konsequente Weiterführung seines im letzten Jahr eingeführten, aber auch vergleichsweise schnell gealterten Gamechangers. Gemeinsam mit dem Kindle Fire aus dem Hause Amazon hat Google es mit dem letztjährigen Nexus 7 geschafft, Android-Tablets für eine breite Masse attraktiv zu machen — und zwar durch eine Mischung aus einem runden Hardwarepaket und einem günstigen Preis. Mit dem neuen Nexus 7 hat Google einen würdigen Erben vorgestellt, der es in vielen Belangen besser als sein Vorgänger macht und das Nexus-Erfolgsmodell mit Sicherheit fortführen wird.

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Es gibt an Googles Neuauflage des Nexus 7 dann auch nicht viel zu meckern: Vielleicht mögen manche das Gehäusematerial nicht, Google hat erneut auf Polycarbonat gesetzt, oder den fehlenden microSD-Karteneinchub beziehungsweise die nur mittelmäßige Kamera. Doch diese Faktoren sind vor allem in Anbetracht des Preises – die günstigste Variante mit 16 GB und WiFi kostet bekanntlich nur 229 Euro – mehr als vernachlässigbar.

Kurz gefasst: Wer auf der Suche nach einem überaus guten Tablet mit einem tollen Preis-/Leistungsverhältnis ist und sich keinen Kopf über die Software-Updatepolitik machen möchte, sollte zum neuen Nexus 7 greifen. Wer aber noch weniger Geld in die Hand nehmen will und weniger Wert auf Performance legt, dafür aber eine Speichererweiterung in Form eines microSD-Kartenslots bevorzugt, sollte sich unseren Test zum ASUS MeMO Pad HD 7 ansehen. Dieses Tablet wird für nur 150 Euro angeboten. Wir halten das Nexus 7 (2013) indes für das Gerät mit einer ausgeglicheneren und besseren Ausstattung.

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Wertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 4/5
  • Audio: 3/5
  • Kamera: 3/5*
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 5/5

Insgesamt: 4,4

* Anmerkung: Die Kamera-Wertung fließt bei Tablets nicht in die Gesamtnote mit ein.

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Pro:

  • Grandioses Display
  • Tolles Preis-/Leistungsverhältnis
  • Gute Performance

Kontra:

  • Speicher nicht erweiterbar
  • Fehlender Vibrationsalarm
  • Mittelmäßige Kamera

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