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Huawei Ascend P1 im Test: Schnell, schlank, schick … und spät


14.08.2012, 17:35 Uhr

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Als Huawei auf seiner Pressekonferenz im Rahmen der CES 2012 im Januar das Huawei Ascend P1 und dessen schlanken Bruder Ascend P1 S aus dem Hut zauberte, staunte die Fachwelt nicht schlecht: Ein chinesisches Unternehmen machte sich daran, der etablierten Konkurrenz aus Korea und Taiwan mit schicken Dual Core-Geräten das Fürchten zu lehren. Die Realität sah leider anders aus: Huawei brauchte viel zu lange, um die in Las Vegas gezeigten Geräte auf den Markt zu bringen, das Ascend P1 S wurde für Europa gar ganz gestrichen. Seit ein paar Wochen ist das etwas korpulentere P1 nun in Deutschland zu haben. Was nach einem halben Jahr vom Hype übrig geblieben ist, klärt unser Testbericht zum 4,3-Zoller.

Die Geschichte Huaweis im Jahr 2012 ist zwar keine Geschichte voller Missverständnisse, hat aber das Zeug zur klassischen Tragödie: Da überrascht ein vermeintlicher Underdog, der rein wirtschaftlich natürlich keiner ist, Anfang des Jahres mit Produktneuheiten wie dem Ascend P1 und wenig später dem Ascend D quad, wird – auch von uns – gefeiert und gefeaturet, einfach weil das alles so toll klingt, was da angekündigt wird, und dann vergehen Monate, bis die Produkte Realität werden. Man kämpft mit Schwierigkeiten bei der Produktion; die alteingesessenen Konkurrenten sind längst vorbei- und davongezogen und der Underdog ist nicht zum leuchtenden Stern am Android-Himmel geworden, sondern hat im Gegenteil viel von seiner Kredibilität und dem frischen Image verloren. Schade, aber so schnelllebig ist die Technikwelt eben.

Während wir auf das Ascend D quad weiter warten müssen, hat es inzwischen zumindest das Ascend P1 auf den deutschen Markt geschafft und muss sich nun in unserem Test beweisen: Was kann das Dual Core-Smartphone Mitte 2012 noch gegen die Konkurrenz ausrichten, die längst in die Quad Core-Liga aufgestiegen hat? Ein High-End-Gerät kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sein, mit einem Straßenpreis von um die 400 Euro aber auch kein Schnäppchen – bekommt man doch beispielsweise ein Galaxy Nexus, das mit demselben TI OMAP 4460-SoC ausgestattet ist, aber über einen großen HD-Screen verfügt, beinahe für dasselbe Geld.

So viel vorweg: Das Ascend P1 in Sachen nomineller Leistung und Anschaffungskosten gegen die aktuelle Konkurrenz zu stellen, wird nicht gut für den 4,3 Zoller ausgehen, dafür ist er tatsächlich schlicht zu spät dran, ein wenig zu teuer und leistungstechnisch einfach nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Ob das Smartphone aber für sich genommen ein gutes Gerät ist, vielleicht eine Nische bedient, die Galaxy Nexus, Xperia S oder HTC One S nicht erreichen, wollen wir im Folgenden herausfinden.

Huawei Ascend P1 im Video

Wer möchte, bringt sich vorab mit unserem First Look von der CES, dem Video von der deutschen Launch-Veranstaltung Anfang Juli oder dem offiziellen Werbespot zum Ascend P1 in Stimmung:


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Optik, Haptik und Verarbeitung

„Beauty meets Brains“ heißt es im obigen Werbespot, oder auf gut Deutsch und etwas profaner formuliert: „Clever sah nie besser aus.“ Das stimmt so halb, denn das Ascend P1 ist durchaus ein attraktives Smartphone – die uns vorliegende schwarze Variante besticht mit einer mattierten Rückseite, das Design ist sehr kompakt und stimmig und die Verarbeitung exzellent. Als ausgesprochene Schönheit würde ich das P1 dennoch nicht bezeichnen, dafür ist es bis auf kleine Details zu nüchtern gestaltet; insofern ist es nicht direkt schön, sondern eher attraktiv oder schick; mehr Ashley Judd als Charlize Theron – oder für die Damen: mehr Colin Farrell als Johnny Depp.

Insgesamt macht das Ascend P1 optisch wie haptisch dann auch einen famosen Eindruck: Die Front schmiegt sich wie ein Infinity Pool um die Unterseite des Gerätes und geht oben und an den Seiten schräg in den Rücken über, der das Smartphone seinerseits seitlich umschließt. Auf der Rückseite stehen die Kamera und der untere Bereich hervor, was aber weder optisch noch haptisch stört. Das ganze Gerät liegt sehr gut in der Hand und macht einen irrsinnig stabilen, festen Eindruck – auch, weil nichts wackelt oder auch nur knarzt. Optisch besonders schön: Beim frontalen Blick auf den mit Gorilla Glas geschützten Screen stört kein sichtbarer Sensor, lediglich die drei kapazitiven Menü-Buttons sowie der Hörergrill, in den auch die Benachrichtigungs-LED integriert ist, die Frontkamera und das Huawei-Logo unterbrechen die ebenmäßige Erscheinung der Gerätefront.

Auf dem oberen Rand des P1 finden sich der 3,5 mm-Klinkenstecker für Kopfhörer, der micro USB-Anschluss sowie der abgedeckte Steckplatz für die SIM-Karte. Rechterhand befinden sich Power-Button und micro SD-Steckplatz, links die Lautstärkewippe. Am unteren Rand sitzt erwartungsgemäß das Mikro für die Telefonie, das durch ein weiteres auf der Rückseite in Sachen Noise-Cancellation unterstützt wird, der Lautsprecher für die Audioausgabe ist auf dem „Knubbel“ am unteren Rand der Rückseite positioniert.

Eingangs habe ich das P1 als „korpulenter“ tituliert – das bezog sich natürlich lediglich auf die damals auf der CES ebenfalls präsentierte, extrem schmale S-Variante. Das Ascend P1 ist mit einer Dicke von unter 7,7 Millimetern an der dünnsten Stelle quasi hauchzart, immerhin 0,1 Millimeter schlanker als das HTC One S und damit sogar das zweitdünnste hierzulande erhältliche Android-Smartphone, nach dem Motorola RAZR. Dementsprechend wiegt es auch nur 110 Gramm.

Optisch und haptisch ist das Huawei Ascend P1 somit ein äußerst gelungener Wurf, vor allem in Sachen Verarbeitung und Kompaktheit überzeugt der 4,3-Zoller auf ganzer Linie. Und auch wenn er keine Schönheit im klassischen Sinne ist, sieht er verdammt gut aus und fühlt sich ausgezeichnet an. Und Colin Farrell oder Ashley Judd würde man ja auch nicht von der Bettkante stoßen …

Das Display im Huawei Ascend P1

Sony hat dem Xperia S einen 4,3 Zoll LCD spendiert, das mit 720 x 1280 Pixeln auflöst, das Ascend P1 hält sich da eher ans HTC One S und kommt ebenfalls mit einem 4,3 Zoll großen Super AMOLED-Screen, der aber nur über die qHD-Auflösung von 540 x 960 Pixel verfügt. Ob eine HD-Auflösung auf einem Display unter 4,5 Zoll notwendig ist, ist wohl Geschmackssache; ein Nachteil der geringeren Auflösung des Ascend P1 verglichen mit aktuellen Flaggschiffgeräten ist natürlich das etwas unschärfere Bild. So erkennt man bei genauem Hinsehen vor allem auf hellen Flächen und an den Rändern von Icons durchaus einzelne Pixel, auch der AMOLED-typische Farbstich zeigt sich vor allem bei weißen Hintergründen, wie zum Beispiel in der Gmail-App, die leicht gelbstichig wirken.

Abgesehen davon bietet das Ascend P1 aber solide Screen-Kost. Vor allem die automatische Helligkeitsregelung gefällt, dass sie tendenziell eher über- denn wie so gemeinhin üblich unterbelichtet – das geht möglicherweise auf Kosten des Akkus, ist meiner Meinung nach aber einer zu dunklen und damit oftmals unbrauchbaren Justierung vorzuziehen.

Auch die Ablesbarkeit in Freien ist beim Display des P1 gut. Zwar könnte es gerade bei direkter Sonneneinstrahlung noch einen Tick heller sein, aber auch in diesem Fall ist auf höchster Helligkeit noch recht gut zu erkennen, was auf dem Screen geschieht – vorausgesetzt, man wischt die Wischspuren und Fettflecke ordentlich weg, die sonst die Aussicht trüben. Das ist nun aber bei beinahe allen Smartphone-Display so.

Zusammengefasst bietet das Ascend P1 ein gutes Display, das weder besonderes Lob – abgesehen von der guten automatischen Helligkeitsregelung, die ja aber eher der Software zuzuordnen ist –, noch besondere Kritik – abgesehen von den bekannten Nachteilen der Pentile-Matrix und der SD-Auflösung – verdient.

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Die Software im Huawei Ascend P1

Das Huawei Ascend P1 wird mit Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich ausgeliefert und gibt sich größtenteils – und hier gebührt Huawei ein Riesenlob – in der Vanilla-Android-Optik. Huawei verzichtet auf die obligatorische Nutzung eines eigenen Launchers und stellt es dem Nutzer stattdessen frei, on-the-fly zu einem sogenannten 3D-Launcher zu wechseln – den ich aber nicht weiter genutzt habe, weil er auf den ersten Blick schon nicht mit den zahlreichen und überwiegend kostenlosen Alternativen aus dem Play Store mithalten kann.

Der Standard ist aber dankenswerterweise der bekannte ICS-Launcher, der lediglich um einen eigenen Lockscreen, Einstellungs-Shortcuts in der Benachrichtigungsleiste sowie die Möglichkeit, die Optik mit zwei alternativen Themes zu verändern, bereichert wurde.

Auch ansonsten ist alles weitestgehend Vanilla-Android auf dem P1 – Huawei fügt lediglich ein paar Apps wie das praktische Sicherungstool All Backup, einen App Installer, einen eigenen Datei Manager, eine DLNA-App, den Musik-Player Musik+, Polaris Office, einen Notiz-Anwendung, das nach Angry Birds redaktionsintern zweitunbeliebteste Spiel Riptide GP, die Sicherheits-App Security Guard sowie die Taschenlampen-Verknüpfung zum Aktivieren der Foto-LED auf der Rückseite hinzu. Alles in allem größtenteils nützliche Ergänzungen und keine unnötige Bloatware; auch hier verhält sich Huawei vorbildlich.

Im Einstellungsmenü finden sich neben den bekannten Einträgen auch noch direkt die Punkte „Anrufen“ und „SMS/MMS“. Das ist insofern praktisch, als dass man auf diese normalerweise nur in den entsprechenden Apps (Telefon und SMS) zugreifen kann – was in meiner Anfangszeit mit Android durchaus für Verwirrung gesorgt hat, als ich beispielsweise Anrufweiterleitungen oder Kurzmitteilungszentrale überprüfen respektive ändern wollte und ewig nicht das entsprechende Menü finden konnte. So findet man auf dem Ascend P1 nun wirklich alle grundlegenden Einstellungsoptionen an einer Stelle; über die Telefon- und SMS-App kann man natürlich auch weiterhin auf die zugehörigen Optionen zugreifen.

Und noch ein Highlight versteckt sich in den Einstellungen: der Regler „Schnellstart“. Dieser ist standardmäßig deaktiviert, schaltet man ihn aber ein, macht das Ascend P1 in der Folge etwas ganz Erstaunliches und Wunderbares: Es fährt beim nächsten Start innerhalb von nur knapp über fünf(!) Sekunden komplett hoch. Wer sein Gerät öfter mal abschaltet, zum Beispiel auf Flugreisen oder in Meetings, der wird diesen Speed-Boost schnell lieben lernen. Kleiner Nachteil dieser Option: Das Ascend P1 geht bei aktivierten Schnellstart lediglich in eine Art „Tiefschlafmodus“, die Nutzung der Option wird laut Bedienungsanleitung daher in Flugzeugen nicht empfohlen – womit sich eines der oben genannten Anwendungsszenarien leider wieder in Wohlgefallen auflöst.

Die Software des Ascend P1 ist wie dessen Äußeres ein Fest für Puristen: Beinahe unberührtes Android-OS in Form von Ice Cream Sandwich, hier und da sinnvoll ergänzt, mit optimierten Einstellungen und einer netten Fastboot-Dreingabe. Nochmal: Gut gemacht Huawei, bitte weiter so!

Ob das Gerät in nächster Zeit ein Update auf Android 4.1 „Jelly Bean“ erhalten wird, dazu hat sich Huawei bislang noch nicht geäußert.

Die Kamera im Huawei Ascend P1

Das Ascend P1 kommt nominell mit einer 8 MP-Kamera, die von einem LED-Blitz unterstützt wird – das klingt erst einmal gut, führt aber in der Praxis „nur“ zu, sagen wir, guten Ergebnissen: Die geschossenen Fotos sind ausreichend scharf, es mangelt ihnen aber ein wenig an Kontrast und Farbintensität. Auch kämpft der Nutzer zu oft mit einem langsamen und teilweise erratischen Autofokus, was des Öfteren zu unscharfen Schnappschüssen führt. Und besonders beim Knipsen in der Dämmerung, Nacht oder einfach innerhalb dunklerer Örtlichkeiten, wirken die Ergebnisse noch unschärfer und grobkörnig.

Die Kamera des Huawei Ascend P1 nimmt Videos in 1080p Full HD auf – doch auch hierbei sind die Ergebnisse mittelprächtig, auch weil der Autofokus die von der Fotografie-Software bekannten Probleme mit dem Nachjustieren zeigt und die aufgenommen Clips bei Schwenks einen relativ starken Rolling-Shutter-Effekt aufweisen:


In Sachen Funktionsumfang bietet die Kamera des Ascend P1 Einstellungen zum Beispiel für die Serienbildaufnahme, HDR, Panorama, diverse Filter wie Lemo, Antik, Tontrennung, Prägen, Grau Skizzieren oder Sepia – wer hier seinen Instagram-Launen freien Lauf lassen will, bitteschön. Zusätzlich dürfen die Gesichtsverzerrungfunktionen, die es unter der Vanilla-Android-Kamera nur bei der Videoaufnahme gibt, auf dem P1 auch im Fotomodus angewendet werden.

Alles in allem reißt die Kamera des P1 keine Bäume aus und stellt auch keinen Kaufgrund für das Gerät dar – man kann mit ihr aber sehr gut leben und befriedigende Foto- und Filmergebnisse erreichen; an das, was HTC One X oder das Samsung Galaxy S3 aber inzwischen möglich machen, reicht das Ascend P1 aber bei weitem nicht heran.

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Hardware und Leistung

Wie eingangs bereits erwähnt wird das Huawei Ascend P1 mit dem gleichen TI OMAP 4460-Chipsatz befeuert, der auch im Galaxy Nexus werkelt. In unserem Benchmark-Parcours erreichte das Dual Core-Gerät mit 1 GB RAM leicht höhere Werte als das Google-Flaggschiff – was vermutlich an der geringeren Display-Auflösung liegt:

  • Quadrant: 4354
  • Antutu: 7188
  • CF-Bench: 12905, 3854, 7542

Abgesehen von diesen harten Zahlen läuft das Huawei Ascend P1 flüssig: Sowohl das Wischen über den Homescreen als auch das Blättern durch den App-Drawer wird nur ganz selten von einem Ruckeln oder Laggen gestört – und daran dürfte neben der Power des TI-Chipsatzes vor allem das größtenteils unberührte Ice Cream Sandwich-UI seinen Anteil haben.

Auch aktuelle Spiele lassen sich auf dem Ascend P1 gut bis sehr gut zocken – selbst das grafisch bombastische Dead Trigger läuft mit Einschränkungen auf dem Zweikerner, wie ihr in unserem kurzen Hands-On Video des Spiels sehen könnt (ab 9:30 min):


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Wer sich also für das Ascend P1 entscheidet, erhält ein in Sachen Performance solides Smartphone, das – Problem des späten Erscheinens des Gerätes – sich auf dem Niveau von Anfang des Jahres sehr gut schlägt; gegen aktuellere Boliden mit Tegra 3-, Snapdragon S4- oder gar Exynos 4412-SoC hat es leistungstechnisch natürlich das Nachsehen.

Telefonie

Keine Ausreißer gibt es in Sachen Telefonie zu vermelden: Sowohl meine Gesprächspartner als auch ich verstanden uns gegenseitig immer gut, auch die im Netz kursierenden Berichte über eine schlechte oder gar nicht funktionierende Freisprechfunktion kann ich nicht bestätigen, auch dabei verstanden beide Parteien sich im Rahmen der üblichen Stör- und Nebengeräusche. Einzig ein kleines Zirpen im Hintergrund fiel mir dann und wann auf – ohne das nun gezielt dem Ascend P1 zuordnen zu können.

Konnektivität und Speicher

Das Huawei Ascend P1 kommt mit UMTS und HSDPA/HSUPA und WLAN-Konnektivität nach den Standards 802.11 b/g/n, außerdem sind noch Bluetooth v3.0 mit A2DP und HS an Bord. Verbindungsprobleme erlebte ich im Testbetrieb weder mit dem WLAN noch über UMTS, das P1 blieb stets, auch nach dem Aufwecken aus dem Standby, sicher im zugewiesenen Netz. Wie erwähnt findet sich unter den Apps auch eine Anwendung für die Verbindung zu Medienendgeräten via DLNA. Die GPS-Aufschaltung funktioniert bei Huawei Ascend P1 zügig und akkurat, auch der Kompass dreht sich bei Geräteschwenks willig mit.

Mit 4 GB internem Speicher sind die Datenlagerkapazitäten des P1 nicht gerade großzügig – man könnte auch sagen, für ein Gerät dieser Preiskategorie knauserig – bemessen, allein 1,7 GB davon sind ab Werk für das System reserviert. Glücklicherweise spendiert Huawei dem Smartphone einen micro SD-Karten-Slot, über den sich das P1 um jeweils bis zu 32 GB internen Speicher erweitern lässt.

NFC hat das Ascend P1 leider nicht an Bord. Auch wenn man den aktuellen Nutzen der Near Field Communication hierzulande durchaus in Frage stellen darf, ist das trotzdem ein kleines Manko, da NFC inzwischen eigentlich zum Standardprogramm moderner Android-Smartphones gehört und ja sogar von Ice Cream Sandwich nativ unterstützt wird.

Alltagstauglichkeit

Huawei spendiert dem Ascend P1 einen recht großen 1.800 mAh-Akku, der leider – aber das ist wohl der Dünne des Gerätes geschuldet – fest verbaut ist. Dieser soll in Verbindung mit diversen Stromsparmechanismen, die die Chinesen softwareseitig implementiert haben, für besonders lange Standby- und Gesprächszeiten sorgen. Das ist mir im Test leider nicht übermäßig aufgefallen: Das Ascend P1 hält bei fleißiger Nutzung etwas länger als einen Tag durch, an die Steckdose muss es im Normalfall, wie beinahe alle aktuellen Smartphones, dennoch nächtlich. Wer sein Gerät weniger intensiv nutzt, kommt damit freilich auch schon einmal länger ohne Stromzufuhr über die Runden.

Wie erwähnt funktionieren WLAN-Verbindung, GPS und auch die Telefonie selbst reibungslos und einwandfrei. In Kombination mit den kompakten Abmessungen, der guten Allround-Performance und nicht zuletzt der Schlankheit und dem geringen Gewicht des P1, kann man Huaweis Smartphone also eine ganz ausgezeichnete Alltagstauglichkeit attestieren – egal ob in der Hand oder der Hosentasche, das Ascend P1 gibt sich stets effektiv, dezent und äußerst ansehnlich.

Fazit

Wäre das Huawei Ascend P1 wie einst angekündigt im Frühjahr hierzulande herausgekommen, hätte es durchaus Furore machen können: Zwei Kerne für Performance, ein attraktives und vor allem sehr schlankes Äußeres sowie ein UVP um die 400 Euro bis 450 Euro hätten gut ausgesehen gegen Sonys Xperia S, HTC One S, Motorola RAZR (MAXX) und selbst das Galaxy Nexus. Inzwischen gehören aber selbst letztgenannte Geräte beinahe schon zum alten Eisen und das Ascend P1 erreicht uns, als diese auch schon teils für unter 400 Euro zu haben sind. Zeit ist Geld, Huawei; und gerade in der schnelllebigen Smartphone-Welt fallen die Preise für einstige High-End-Geräte schneller, als man zuweilen „Preisverfall“ sagen kann.

Ist der Kauf eines Ascend P1 also im August 2012 überhaupt zu empfehlen? Jein – aus rein wirtschaftlicher Sicht bekommt man bei einem Sony Xperia S, einem Galaxy Nexus, einem HTC One S oder einem Motorola RAZR MAXX mehr fürs Geld, nämlich wahlweise ein HD-Display, mehr Performance oder einen großen Akku. Dennoch hat das Ascend P1 durchaus seine Daseinsberechtigung und für bestimmte Käufergruppen, die sich in den drei genannten Geräten bislang nicht wiedergefunden haben, mag es sogar der ideale Begleiter sein: Kompakt, schick, superleicht, superdünn und vor allem mit Vanilla-Android ausgestattet – wenn auch nicht in der aktuellsten Version Jelly Bean. Und möglicherweise fällt der Preis für das Ascend P1 in den nächsten Wochen weiter Richtung 300 Euro-Marke; dann hätte das Gerät eine Preisregion erreicht, in der es definitiv zur Top-Empfehlung avancieren würde.

Es bleibt ein bisschen Traurigkeit – darüber, dass Huawei hier die große Chance, ein gutes Smartphone rechtzeitig am Markt zu positionieren, fahrlässig vertrödelt hat und sich damit nicht nur selbst um den Erfolg, sondern vor allem auch das feine Ascend P1 um seine an sich wohlverdienten Lorbeeren gebracht hat.

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Unsere Wertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung und Haptik: 5/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie: 4/5
  • Kamera: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 3/5
  • Alltagstauglichkeit: 4/5

Gesamt: 3,8/5

Pro

  • Attraktives Äußeres
  • Sehr schlank und leicht
  • Vanilla-Android 4.0-UI

Kontra

  • Etwas spät
  • Etwas zu teuer
  • Kamera mittelmäßig

Huawei Ascend P1 – Galerie

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