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HTC One (M8) im Test: Thronfolger oder Erbschleicher?


06.05.2014, 21:04 Uhr

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Wie macht man eines der attraktivsten Smartphones noch attraktiver? Wie muss der direkte Nachfolger des bislang wohl besten Androiden aussehen und was muss er können, um ähnliche Erfolge wie sein Vorgänger einzufahren? Wir sind sicher, dass diese Fragen HTCs Entwicklungsabteilung schon seit der ersten Hälfte des vergangenen Jahres um den Schlaf gebracht haben. Ergebnis dieser anzunehmenden Rastlosigkeit: Das HTC One (M8), Taiwans Wettbewerber gegen den koreanischen Superstar Samsung Galaxy S5. Ob es das neue One mit diesem aufnehmen kann oder gar abermals besser ist, ob es seinem Ahnen in Sachen Anmut und Schönheit das Wasser reichen kann und gleichzeitig dessen Schwachstellen auszubügeln vermag, oder ob das 2013er One ein One-Hit-Wonder war, das klärt unser Testbericht.

Mit seinem HTC One (M7, Test) wurde der Technikwelt im Vorjahr gehörig der Kopf verdreht: Das bis dato wohl schönste Android-Smartphone bescherte nicht nur uns in der Redaktion echten Liebeskummer, es heimste zu Recht auch zahllose (Design-)Preise ein. Keine leichte Aufgabe also für die Taiwaner, an diesen Erfolg nur ein Jahr später anknüpfen zu müssen. Womöglich wäre ihnen der Status Quo gar lieber gewesen, wie sich schon an der wenig innovativen Namensgebung des diesjährigen Flaggschiffs ablesen lässt — HTC One (M8) nennt es sich, bedient sich also lediglich der eigentlich internen Geräte-Codierung, um sich vom Vorgänger abzugrenzen. Dahinter dürfte auch etwas Marketingkalkül stecken, schließlich soll und muss sich das M8 auch ein wenig über die Lorbeeren des M7 aus dem Vorjahr in den Fokus der Kundschaft rücken.

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Ein wenig mehr als nur der Heiligenschein des Vorgängers darf es dann aber schon sein, um auch 2014 nicht nur gegen die Konkurrenz aus Korea und Japan zu bestehen, sondern diese im Idealfall auch übertrumpfen zu können — und das M8 bringt natürlich mehr: Abermals kommt es im schicken Alu-Gewand, diesmal aber sogar als „echtes“ Unibody-Gehäuse, das Display ist auf 5 Zoll angewachsen, der Akku größer geworden, der Prozessor schneller, die Kamera innovativer, die tollen BoomSound-Lautsprecher noch toller. Selbst hinsichtlich der Möglichkeiten zur Speichererweiterung hat HTC nicht nur auf die wenigen geäußerten Kritikpunkte zum M7 gehört, sondern auch die vorhandenen Vorzüge weiter verbessert. So muss die Evolution eines Erfolgsmodells aussehen, zumindest auf dem Papier.

Ob die Optimierungen und das neue Design, das Mehr an Performance und das größere Display das M8 auch im Alltag zu einem würdigen Nachfolger des 2013er-Champions machen oder gar zum Smartphone-König dieses Jahres, werden wir im Folgenden eruieren. Beginnen wir wie gehabt zur Einstimmung mit einem audiovisuellen Eindruck zum HTC One (M8).

Das HTC One (M8) im Video


    YouTube-Logo

Ein weiteres Video, in dem das HTC One (M8) mit seinem Vorgänger M7 von 2013 verglichen wird, befindet sich am Ende des Testberichts.

Optik, Haptik und Verarbeitung des HTC One (M8)

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Das HTC One (M7) bestach 2013 vor allem dadurch, dass es trotz Alu-Kleid sehr grazil wirkte und mit 143 Gramm verhältnismäßig leicht war; die geschliffenen Ränder unterstützten diesen leichtfüßigen Eindruck ebenso wie die dank kleinem 4,7 Zoll-Screen kompakten Abmessungen von 137,4 x 68,2 Millimeter. Anders — um nicht zu sagen klobiger — kommt das M8 daher: Stolze 160 Gramm bringt der 5 Zoller auf die Waage und das merkt die haltende Hand ebenso wie die tragende Hosen- oder Jackentasche deutlich. Und mit 146,36 x 70,6 Millimeter ist das neue One ob seines größeren Screens auch deutlich sperriger geworden. Das ist nicht unbedingt ein schlimmes Manko, der zukünftige M8-Nutzer sollte aber darauf gefasst sein, beim ersten Kontakt eine ganze Menge Alu-Smartphone in die Hand zu bekommen.

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Das HTC One (M8, rechts) ist deutlich größer als sein Vorgänger

Ist das aktuelle One deswegen weniger hübsch als sein Vorgänger? Nun, das liegt wie immer bei Fragen der Ästhetik im Auge des Betrachters — mir persönlich hat die zartere Gestalt des M7 besser gefallen; das M8 ist zwar und ohne Zweifel ebenfalls sehr, sehr schick, ihm fehlt aber die edle Leichtigkeit des Vorjahresmodells. Oder anders: War das 2013er One noch ein Gerät, für das sich bestimmt auch zahlreiche weibliche Smartphonistas begeistern konnten, dürfte das diesjährige Topmodell wohl stärker männliche Nutzer ansprechen.

HTC-One-M8-Plastikstreifen HTC-One-M8-seite-unibody

Geschuldet ist dabei die Gewichtszunahme des M8 allerdings nicht nur dem größeren Display, sondern auch einer alten HTC-Tugend, auf die sich das Unternehmen rückbesonnen hat: Anders als das M7, das grob gesagt aus Front, Rücken und Kunststoffrand bestand, ruht das One 2014 wieder in einem Unibody-Gehäuse; es gibt also keinen separaten, aus Einzelteilen verklebten Rahmen um das Gerät, vielmehr liegt alle Technik in einer Alu-Wanne und das Display schließt das Smartphone nach vorne wie ein Deckel ab. Unterbrochen wird der Unibody lediglich am oberen Rand von einem Plastikeinsatz und seitlich wie rückseitig von den bekannten Querstreifen, unter denen die Antennen schlummern.

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Eigentlich sollte der Unibody für ein besonders einteiliges, geschlossenes Design sorgen — aber eben jene Kunststoff-Querstreifen stören diesen ganzheitlichen Eindruck ein wenig, besonders bei frontaler Betrachtung: Unten an zwei, oben gleich an drei Stellen unterbrechen sie den Rahmen um das Display unschön – und so wirkt das HTC One (M8) beim flüchtigen Betrachten mitunter, als sei da etwas kaputt oder wenigstens falsch. Besser hätte es der Draufsicht gestanden, hätte man zumindest auf der Vorderseite die gefräste Kante am Rand ununterbrochen belassen.

HTC-One-M8-Kameras

Seitlich und vor allem auf dem Rücken funktioniert das Unibody-Design aber fabulös: Besonders die uns vorliegenden Farbvariante Gunmetal Grey besticht mit feinen Haarlinien auf dem gewölbten Rücken und verbindet somit Härte mit Feinheit zu vornehmer Eleganz. Dazu tragen auch die Übergänge zu den seitlichen Rändern bei, die weder abgerundet noch kantig sind, sondern wie sanft gefaltet wirken. Ja, Aluminium — das können sie bei HTC wie kaum sonst jemand …

Anders als mancherorts berichtet wird, sind an unserem Gerät trotz zweiwöchigem Handling größtenteils ohne Schutzhülle auch noch keine Macken oder Kratzer im Gehäuse aufgetaucht — nicht nur schön, sondern resistent ist der Mantel des M8 also auch noch. Und in der Hand liegt das neue One trotz der größeren Ausmaße eben ob seiner sanften Kanten und der feinen Struktur auf dem Rücken tatsächlich noch ein wenig besser als der Vorgänger; und angenehmer zu halten als zahlreiche Konkurrenzgeräte mit Kunststoffgehäuse oder scharfkantigen Exoskeletten sowieso. Allerdings nur, solange es nicht kalt wird: Die Wärmeentwicklung des neuen One ist zwar spür- aber hinnehmbar, lässt man das Smartphone aber an kalten Frühlingsabenden länger an der frischen Luft, kühlt der Unibody derart ab, dass es danach beinahe schon weh tut, mindestens aber unangenehm wird, das Gerät wieder in die Hand zu nehmen — im Herbst und Winter könnte dieser Effekt richtig negativ auffallen.

HTC-One-M8-OberseitePower-Button

Die hübschen seitlichen Ränder werden rechterhand vom Einschub für eine microSD-Karte, links von der schönen und mit guten Druckpunkten versehenen Lautstärkewippe und dem Nano-SIM-Tray unterbrochen; unten finden sich der Micro-USB- und der Klinkenanschluss. Am oberen Rand findet der Nutzer links, eingelassen in einen Plastikeinsatz, der das IR-Modul zur Fernbedienung von Hifi-Geräten beherbergt, den Power-Button — eine etwas unkomfortable Position, weil der Zeigefinger zum Aktivieren bei der nicht unerheblichen Länge des M8 doch arg gestreckt werden muss. Gut, dass das neue One auch mittels diverser Gesten aus dem Schlaf geweckt werden kann, doch dazu später mehr. Außerdem ging es zumindest mir so, dass ich den sehr leichtgängigen Powerbutton zu oft versehentlich beim Umgreifen oder Einpacken des Gerätes betätigte und damit den Bildschirm entweder ungewollt ein- oder ausschaltete.

HTC-One-M8-2014-Front-Oberseite-gekippt-Lautsprecher-Frontkamera

Wie erwähnt stören auf der Front die seitlichen Ausläufer der Kunststoffstreifen den Gesamteindruck etwas, abgesehen davon ist aber auch die Vorderseite des M8 eine schlicht gehaltene Pracht: Das große Display wird oben und unten von zwei Streifen in Gerätefarbe eingefasst, die vorrangig Platz für die BoomSound-Lautsprecher und die Hörmuschel sowie die 5 MP-Frontkamera und die Licht- und Näherungssensoren bieten. Schade ist, das HTC einerseits zwar endlich auf On-Screen-Buttons zur Bedienung setzt, die schwarze Leiste unterhalb des Displays mit dem Firmenlogo aber bleibt. Und auch oben und seitlich wird der Screen von verhältnismäßig breiten schwarzen Rändern eingerahmt. HTCs Community Manager hatte diese Designentscheidung jüngst damit begründet, dass sich unter diesen vermeintlich toten Flächen wichtige technische Komponenten befänden. Mag sein, ist unserer schöngeistigen Auffassung nach dennoch etwas unglücklich gelöst, verstärkt es doch weiter den Eindruck, das One M8 sei irgendwie etwas zu massiv geraten. Wir verweisen an dieser Stelle auf das LG G2 (Test), das trotz größeren Displays erheblich kompakter geraten ist.

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Ist das M8 also nun weniger hübsch als sein Vorgänger? Bemühen wir mal Game of Thrones und die Optik zweier Protagonisten (nicht deren Persönlichkeiten!): Das M8 ist wie Jaime Lannister, groß, stark, edel, gut aussehend; das M7 dagegen war Daenerys Targaryen, grazil, schön und voller Ehrgeiz. Der Mother of Dragons konnte und kann man nicht widerstehen, am Kingslayer darf man sich notfalls reiben. Wer GoT nicht kennen sollte, dem sei gesagt: Unterm Strich ist das HTC One (M8) ein äußerst attraktives Smartphone — nachdem wir wissen, wie das Sony Xperia Z2 und das Samsung Galaxy S5 aussehen, lässt sich sogar ohne großen Mut sagen, dass es mit Abstand das schönste Android-Smartphone der großen Hersteller in diesem Jahr ist. Gäbe es den Vorgänger nicht, wäre es unstrittig der bislang schickste Top-Androide überhaupt. Das M8 liegt — außer bei Kälte — toll in der Hand, fühlt sich hochwertig an, sieht cool und wertig aus und lässt auch hinsichtlich seiner Verarbeitung nichts zu wünschen übrig. Hätte ich mich nicht im vergangenen Jahr so schwer in das Äußere des M7 verliebt, wäre ich hin und weg vom M8. Und wem das 2013er One vielleicht ohnehin zu zart war, der wird von der Anmutung des 2014er Modells tatsächlich und zu recht hin und weg sein.

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Der 5 Zoll-Full HD-Screen des HTC One (M8)

HTC-One-M8-Front-Hand

Hat man sich am schicken Äußeren des One erst einmal satt gesehen, so schaut man wohl die meiste Zeit auf dessen Display; im Vergleich zum Vorgänger wächst dies um 0,3 Zoll auf 2014 standesgemäße 5 Zoll an, die Full HD-Auflösung von 1080 x 1920 Pixeln bleibt erhalten — was zu einer leicht verringerten Pixeldichte von 441 ppi (verglichen zu vormals 469 ppi) führt. Optisch bedeutet das aber keinerlei Beeinträchtigung, das SLCD3-Display, Marketing-Umschreibung für ein ganz normales IPS-Panel, des M8 stellt sämtliche Inhalte gestochen scharf und ohne sichtbare Pixel oder ausgefranste Ränder dar.

HTC-One-M8-2014-Front-Unterseite

Auch wenn es inzwischen glücklicherweise so gut wie selbstverständlich ist, dass das Display eines Top-Smartphones — basiert dies nun auf AMOLED- oder LCD-Technik — über die meisten Zweifel erhaben ist, darf durchaus herausgestellt werden, dass der Screen des HTC One M8 in jeder Hinsicht eine Augenweide darstellt: Perfekte Betrachtungswinkel, satte Farben ohne nennenswerte Verfälschungen oder Stiche (einzig Weiß wirkt minimal gräulich, Schwarz hingegen kräftig und dunkel) und blendende Helligkeitswerte machen das One auch in dieser Disziplin zum visuellen Erlebnis.

HTC-One-M8-gekippt-hand

Und weil es dem Screen des Vorgängers zuweilen ein wenig an Strahlkraft mangelte, sei dieser Punkt noch einmal besonders hervorgehoben: Das M8 kann richtig strahlen, wenn man den Schiebregler der Helligkeitseinstellung auf Anschlag fährt; dann kann auch die helle Frühlingsonne die dargestellten Inhalte nicht weiter trüben. Und selbst die automatische Helligkeitsregelung, die sonst eigentlich bei beinahe allen Geräten durch die Bank weg zu dunkel aussteuert, lässt den Screen des neuen One von Zeit zu Zeit eher fast zu kräftig leuchten, sofern der Nutzer dies durch die zusätzliche Nachjustierung denn provoziert. Ich war jedenfalls oft genug darüber überrascht, dass sich das Display des M8 in der Sonne mit Sonnenbrille und aktivierter Auto-Helligkeit noch perfekt ablesen ließ — beeindruckend!

HTC-One-M8-Frontkamera

Und ganz besonderes Lob auch für das das Display schützende Gorilla Glass 3: Auch auf dem Screen findet sich nach mehrwöchiger Benutzung (und obwohl einmal sogar ein spielender Beagle im Park mit voller Wucht auf das Display getreten ist) nicht einmal ein Mikrokratzer. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, der findet im optional erhältlichen offiziellen Flip Cover „Dot View“ eine ebenso praktische wie coole Schutzhülle für sein Smartphone, das wichtige Infos zu eingehenden und verpassten Anrufen, Nachrichten und dem aktuellen Wetter auf einen Tap hin in spaßiger Retro-Pixeloptik anzeigt.

Sehr viel mehr kann und muss zum 5 Zoll-Screen des HTC One (M8) nicht geschrieben werden; er ist das wohl beste Stück Display-Erfahrung, dass mir bislang untergekommen ist – die Höchstpunktzahl hat sich das Gerät in dieser Sparte wahrlich verdient.

Hardware und Performance des HTC One (M8)

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Auch hinsichtlich der Rechenpower hatte das ursprüngliche One im Vorjahr einen nominellen Nachteil gegenüber der später erschienenen Konkurrenz: Das M7 war lediglich mit einem niedrig getakteten Snapdragon 600 ausgestattet, schon zur Mitte 2013 wurde allerdings der schnellere Snapdragon 800 mit Taktraten jenseits der 2 GHz zum Standard. Das M8 wird dieses Manko wohl nicht erben, in ihm werkelt der allerneueste Snapdragon 801 mit 2,3 GHz Takt; selbst wenn Qualcomm im Laufe des Jahres den 805er marktreif macht, bleibt der Snapdragon 801 ein Highend-Chipsatz – das M8 ist diesbezüglich also zukunftssicher.

Zumal sich anhand der Leistungswerte der aktuellen SoC-Generation der Amerikaner ohnehin überdeutlich zeigt, dass ein Smartphone mit einem S800 oder S801 ausreichend Leistung für aktuelle und auch in nächster Zeit zu erwartende Applikation und Anwendungsfälle bietet. So eben auch das HTC One M8: Ob auf dem Homescreen, im App Drawer oder in anspruchsvollen Anwendungen — das M8 zeigt sich stets flüssig, kennt keine Lags oder Mikroruckler und bietet danke Adreno 330-GPU und 2 GB RAM auch in grafisch aufwändigsten Spielen wie Real Racing 3, Anomaly 2 oder Assassin’s Creed Pirates einer immer hochperformantes und beeindruckendes Nutzungserlebnis.

Das HTC One (M8) hinkt dem Vorjahres-Boliden Samsung Galaxy Note 3 mit Snapdragon 800 und dem Samsung Galaxy S5 mit seinem geringfügig höheren Maximaltakt (2,5 GHz) in einigen Benchmarks zwar etwas hinterher, allerdings nur in geringem Ausmaß. Erkenntnis: Der Snapdragon 801 bietet wenig alltagsrelevante Vorteile gegenüber einem Snapdragon 800.

Benchmark HTC One (M8) Samsung Galaxy S5 Samsung Galaxy Note 3
Antutu 4.0.1 Total 33552 36503 35768
Antutu UX (Multitask/Dalvik) 6647/3626 7500/3605 6958/3566
Antutu CPU (integer/float) 2568/3239 3260/3494 3268/3945
Antutu RAM (Operation/Speed) 1268/2736 1696/2433 1669/2341
Antutu GPU (2D/3D) 1617/9415 1639/9566 1648/9517
Antutu I/O (Storage/Database) 1814/685 1639/670 1788/690
CF-Bench 1.3 Overall 32592 37579 37871
CF-Bench Java 30311 35717 36850
CF-Bench Native 36015 40374 39404
GFXBench
1080p Manhattan Offscreen
688
11,1 fps
729
11,8 fps
685
11 fps
GFXBench
1080p T-Rex HD Offscreen
1578 Frames
28,2 fps
1552 Frames
27,7 fps
1489 Frames
26,6 fps

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Wo so viel Rechenpower am Werk ist, da entsteht Wärme; und wo Metall die Hardware nach außen abdeckt, da merkt der Nutzer dieses Nebenprodukt auch: Bei intensiver Beanspruchung wird das M8 spürbar warm auf der Rückseite, mancher Nutzer könnte das durchaus als unangenehm empfinden. Auf der anderen Seite ist das Aluminium des M8 sicherlich ein besserer Heatspreader als das Plastikgehäuse manches Konkurrenzgerätes – wenn man so will, ein passiver Kühlkörper. Gut daran, dass das M8 auf den Snapdragon 801 setzt, ist jedenfalls neben dem Mehr an Performance aber auch noch ein weiterer wichtiger Aspekt, der dem M7 seinerzeit ein wenig das Genick gebrochen hatte: Die Akkulaufzeit des diesjährigen One ist dank der besseren Energiebilanz des neuen Qualcomm-Chipsatzes deutlich besser — dazu mehr im entsprechenden Absatz weiter unten.

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Speicher, Konnektivität und Telefonie

HTC-One-M8-2014-Front-Oberseite-gekippt-Lautsprecher-Frontkamera

Noch etwas ganz Bedeutendes macht HTC mit dem M8 besser als noch beim M7: Der 5-Zoller kann microSD-Karten bis 128 GB lesen. Es war ein großes Ärgernis für Nutzer und vielleicht sogar ein Hindernis für viele potenzielle Käufer des alten One, dass dessen interner Speicher nicht erweitert werden konnte respektive Dateien von extern nur zum Beispiel via USB-OTG-Adapter auf das Gerät gebracht werden konnten. Diese Restriktion fällt beim M8 nun glücklicherweise weg; USB-OTG funktioniert zusätzlich aber weiterhin.

Intern ist das neue One derweil mit nur noch 16 GB Speicher ausgestattet, eine ebenfalls angekündigte Variante mit satten 64 GB wird es voraussichtlich nicht nach Deutschland schaffen. Ab Werk sind 6 GB bereits vom System belegt, damit stehen dem Nutzer aber auch ohne microSD-Karte noch ordentliche 10 GB für Medien und Applikationen zur Verfügung.

Ins mobile Internet verbindet sich das HTC One (M8) wahlweise via LTE Class 4 mit bis zu 150 MBit/s oder HSPA+ bis zu 42 Mbps, steht ein WLAN zur Verfügung, wählt sich das One mittels der 802.11-Standards a, b, g, n und ac ein — und zwar sowohl in 2,4 GHz- als auch 5 GHz-Netzwerke. Beide Verbindungsmethoden funktionierten im Testzeitraum stets problemlos und mit zufriedenstellenden Übertragungsraten. Besonderes Lob verdient die Sprachqualität bei HD-Voice, wie es beispielsweise von Vodafone angeboten wird: Sprach ich mit einem Partner, der sich wie ich im D2-Netz aufhielt und mindestens über 3G verbunden war, so klang dieser so klar an deutlich, als ob er tatsächlich direkt neben mir stünde; das habe ich, obwohl dieses Feature keineswegs M8-exklusiv ist, so noch bei keinem anderen Smartphone gehört.

Für die Verbindung mit diversen externen Geräte wie Headsets, Gamepads oder Automobil-Entertainmentsystemen steht selbstverständlich Bluetooth 4.0 mit aptX bereit, darüber hinaus beherrscht das neue One auch noch DLNA und MHL und natürlich GPS und GLONASS — die Standortbestimmung kam unter freiem Himmel stets zuverlässig und innerhalb nur weniger Sekunden zustande. Manch ein Nutzer mag außerdem das HTC One (M8) gegenüber aktuellen Samsung-Smartphones bevorzugen, weil es ein UKW-Radiomodul besitzt – als Antenne dient der Kopfhörer.

Die Software im HTC One (M8)

Mit der Frischzellenkur, die das Gerätedesign erfahren hat, wurde auch das UI, bei HTC Sense genannt, optimiert und auf Version 6 angehoben. Die damit einhergehenden Änderungen und Neuerungen sind nicht revolutionär, aber willkommen. Das bekannte Sense-Look und Feel bleibt also größtenteils erhalten, verbessert wurde eher die Handhabung: Erwähnt wurde bereits die Motion Launch Gesten, mittels derer der Nutzer das M8 durch Streichen über oder Klopfen auf den ausgeschalteten Screen aus dem Schlaf wecken — LG und Sony lassen grüßen — und dann je nach Geste gleich zu bestimmten Aktionen bewegen kann: So führt ein Wischen vom linken Rand zum BlinkFeed, vom rechten Rand geht es auf den ersten Homescreen, von unten nach oben gelangt man direkt in die zuletzt geöffnete Anwendung und von oben nach unten wird der so halb effektive und ebenso mittelmäßig komfortable Assistent für die Sprachwahl gestartet. Erwähnt sei, dass auch diese Gesten zuweilen dazu führen, dass das Gerät beim Wegstecken ab und an versehentlich noch einmal aufgeweckt und dann im schlimmsten Fall gar eine App oder Funktion in der Hosentasche ausgeführt wird.

Wie schon im letzten Update für Sense 5 kann natürlich auch unter Sense 6 der berühmt-berüchtigte BlinkFeed nun bei Bedarf komplett ausgeschaltet werden; bis auf leichte optische Überarbeitungen funktioniert dieser noch wie gehabt und stellt zumindest für Poweruser von alternativen RSS-Readern oder Magazine-Apps keinen wirklichen Mehrwert dar. Immerhin können Fitness-Freaks nun auf die Daten ihres Fitbit-Trackers via BlinkFeed zugreifen. Wer keinen solchen besitzt, kann auch den im One (M8) integrierten Schrittzähler mit der Anwendung nutzen.

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Der App Drawer scrollt auch unter Sense 6 weiterhin vertikal statt horizontal und das lässt sich auch nicht umschalten; der Nutzer kann wieder zwischen einem Icon-Raster 3×4 oder 4×5 wählen. Ordner lassen sich im Drawer weiterhin leider nur anlegen, wenn statt der alphabetischen Sortierung oder der nach Installationsdatum die benutzerdefinierte Anordnung eingestellt ist — schade.

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Die Sense-eigenen Widgets kommen wie die Menüs nun in dezent-minimalistischem Schwarz-Weiß-Look und Flat-Design daher; das ist wenig spektakulär aber eben schön zeitlos und zurückhaltend. Gut gefällt uns, dass das M8, anders als noch der Vorgänger, dank Sense 6 nun vom Start weg Schnelleinstellungszugriffe in der Benachrichtigungsleiste bietet, die sich vom Nutzer auch nach Belieben umordnen lassen. Etwas nervig ist, dass in der Benachrichtigungsleiste konstant das NFC-Symbol prangt, sofern die Funktion aktiviert ist; möglicherweise um vorsichtige Naturen darauf hinzuweisen, dass ihr Gerät aktuell berührungssensitiv ist …

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Erfreulicherweise hält sich das HTC One (M8) hinsichtlich vorinstallierter Applikation, oder wie wir sie oft liebevoll nennen: Bloatware, zurück. Es finden sich einige nützliche HTC-Apps, die Anleitungen und Tipps zur Bedienung des Gerätes und seiner zahlreichen (Kamera-)Features offerieren, ein Aufgabenplaner, eine Notiz-App, eine Anwendung für Aktienkurse und eine fürs Wetter, Shortcuts, die zum Auto- und Kindermodus führen, eine Radio-Anwendung, ein Backup-Programm, Polaris Office 5, eine Taschenlampen-App sowie ein Sprachrekorder und — leider fest installiert — die offizielle Twitter-App. Die Anwendung Zoe, zum Erstellen und Teilen der schon vom Vorgänger bekannten Kurz-Filmchen, ist zwar im App Drawer vorhanden, kann aber erst ab einem nicht näher bekannten, späteren Zeitpunkt verwendet werden, was schon etwas kurios ist.

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Für ruhige Nächte und wichtige Meetings bietet Sense 6 noch einen Nicht Stören-Modus, der sich schnell und komfortabel über einen Schnellzugriff im Benachrichtigungsmenü aktivieren (und genauso schnell auch wieder abschalten lässt): Hier werden nicht nur LED-Anzeige, Vibration und Klingelton abgestellt, eingehende Anrufe werden gleich blockiert. Natürlich hat der Nutzer die Möglichkeit, eine Whitelist der Nummern zu erstellen, für die man dennoch erreichbar sein möchte, außerdem lassen sich auch Zeitpläne für die automatische Aktivierung dieses Zustands erstellen.

Sense 6 verbessert HTC eigenes UI und die damit einhergehende Nutzererfahrung im Fazit vorsichtig, aber sehr vernünftig und bietet bis auf wenige Kleinigkeiten keine Punkte zur Beanstandung.

Die Duo-UltraPixel-Kamera im HTC One (M8)

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Teil der Sense 6-UI-Experience ist auch und vor allem die neue Kamera-App. Schon bei den ersten One-Geräten aus dem Jahr 2012 hatte HTC großen Wert auf das Fotografie-Erlebnis gelegt, beim M7 zeigt man dem Nutzer mit einer guten Kamera-Anwendung und tollen Features wie den Zoes, dass Knipsen mit dem Smartphone richtig Spaß machen kann. Und beim M8? Nun auch in dieser Hinsicht wurde beim aktuellen Modell noch eine Schippe draufgelegt — und zwar nicht nur hinsichtlich der Software …

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Beginnen wir aber mit dieser: Die gesamte Kamera-App sieht unglaublich gut aus, ist übersichtlich und intuitiv zu bedienen und — und jetzt kommt ein Novum beim Loben einer Anwendung zur Fotografie — hat eine derart tolle Akustik, dass man schon wegen des Auslösertons gerne mal einen Schnappschuss macht; oder eben den Kameramodus ändert. Davon gibt es neben den Klassikern Foto, Selfie, Video und Panorama auch noch die Zoe-Kamera. Auch nicht fehlen darf die von LG- und Samsung-Geräten hinreichend bekannte Funktion, Front- und Rückknipse gleichzeitig auszulösen und sich selbst somit im Foto zu verewigen.

Feineinstellungen wie ISO-Wert, Belichtung, Lichtverhältnisse oder Filter werden bei Bedarf am unteren Rand eingeblendet, der Schnellzugriff auf das Fotolicht findet sich stets in der oberen linken Ecke, rechts ist prominent der Auslöser platziert. Alles sehr aufgeräumt also und gut zu finden und zu Bedienen. Auch, weil die Kamera des M8 extrem schnell auslöst. Die Touch-to-Focus-Funktion justiert wie beim Vorgänger nicht nur die Bildschärfe, auch die Helligkeit des gesamten Bildes wird anhand dieses Punktes eingestellt – praktisch.

In Sachen Bedienung, oder neudeutsch User Experience, der Fotografie spielt also auch das One (M8) erneut ganz vorne mit. Nicht ganz so weit vorne ist leider die Bildqualität der 4 MP-UltraPixel-Kamera auf der Rückseite. Zwar sehen die geschossenen Fotos auf dem Gerät selbst betrachtet richtig toll und scharf aus; das liegt aber voranging am herausragenden Display des M8. Schaut man sie sich aber auf einem hochauflösenden Monitor oder TV an, wird schnell deutlich, dass sie eben nur mit einem 4 MP-Modul geschossen wurden: Zu unscharf und verschwommen sind die Ergebnisse für aktuelle Ansprüche an eine Smartphone-Kamera und dazu muss man leider noch nicht einmal besonders tief ins Bild zoomen. Dies dürfte im Übrigen auch teilweise daran liegen, dass dem M8, anders als noch beim Vorgänger, der optische Bildstabilisator abgeht.

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Argumentierten die Taiwaner im vergangenen Jahr beim M7 noch nachvollziehbar damit, dass die aufgrund der Überlegenheit ihre UltraPixel-Technologie vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen das schnöde Rennen um reine Megapixelzahlen nicht mitgehen müssten, so enttäuschen die Ergebnisse, die die Hauptkamera des (M8) 2014 vor allem im Vergleich mit den Produkten der Konkurrenz von Sony und Samsung produziert, doch wahrnehmbar. Und das umso mehr, als dass uns diesmal auch die Low Light-Qualitäten der UltraPixel-Technik nicht mehr vom Hocker reißen: Ja, alles schön hell, aber teils auch recht farbstichig und zuweilen auch einfach zu hell, wie folgende Fotos zeigen, die eine Atmosphäre à la Der Exorzist suggerieren, die gar nicht da war.

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Tatsächlich fiel mir subjektiv auch bei Foto- und Videoaufnahmen bei Tage auf, dass diese allesamt ein wenig überbelichtet wirken. Hier lässt sich gewiss über die Feineinstellungsmöglichkeiten noch etwas nachjustieren, im Auto-Modus scheinen die lichtsensitiveren UltraPixel oder ein zu aggressives Software-Postprocessing im HTC One (M8) aber an dieser Stelle ihre Kehrseite zu präsentieren.

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Aus der niedrigen Auflösung der Rückkamera ergibt sich derweil das Kuriosum, dass die Frontknipse der M8 mit 5 MP höher auflöst als das Hauptmodul. Selfies mit griechischen Gottheiten sehen somit sehr gut aus und bieten dank Komfortfunktionen wie Auslösetimer und Weitwinkelaufnahme auch reichlich Raum und Zeit, das perfekte Selbstporträt zu erstellen.

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Schwer enttäuscht hat mit im Test ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Kamera des HTC One (M8): die vielgepriesene Duo Camera. Das M8 beherbergt auf der Rückseite wie bekannt eine zweite Kamera, die nur dafür da ist, Tiefeninformationen des aufgenommenen Motivs zu speichern, um dem Nutzer die Möglichkeit an die Hand zu geben, den Fokus eines Fotos nachträglich verändern zu können — also beispielsweise statt der Person im Vordergrund, dann doch den Hintergrund scharfzustellen.

Das klingt theoretisch toll und nach viel Spaß, zumal sich mit diesem Konzept über bestimmte Filter-Optionen tolle Bilder mit unterschiedlich dargestellten Ebenen erstellen lassen. In der Praxis funktioniert das nur leider nicht mal annähernd so, wie ich das von einer dedizierten Hardware-Lösung erwarten würde. Folgendes Foto schien mir für den Effekt besonders geeignet:

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So sah das Ergebnis nach zweimaligem Neu-Fokussieren mittels des UFocus-Features dann aus:

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Man beachte beim ersten Beispiel die harten Ränder auf dem Rasen unten und die Schlieren an den Tannen im Hintergrund rechts neben der Vase. Und auf dem zweiten Foto beachte man … äh, einfach alles. Das schaut für mich aus, als hätte da jemand in Photoshop wahllos mit dem Schwammtool herumgespielt, nicht als hätte eine tolle Duo Camera irgendwelche Tiefeninformationen erfasst. Möglicherweise würde mancher jetzt argumentieren, dass das Ausgangsmotiv nicht optimal gewählt sei und im Hintergrund zu viel Unruhe herrsche — aber bitte: Wozu denn extra eine zweite Kamera verbauen, wenn ich deren gewünschten Effekt dann nur in zwei, drei Laborszenarien sinnvoll nutzen kann?

Videos nimmt das HTC One (M8) ob der Beschränkung auf 4 MP und damit gegen den Trend nicht etwa in 4K sondern lediglich in 1080p auf. Bei diesen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Fotos: Sie wirken sehr hell, zuweilen verwaschen und zeigen ab und an Bildrauschen. Auch ein harter Rolling Shutter-Effekt stellt sich bei schnellen Schwenks ein.


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Unterm Strich enttäuscht die Kamera des HTC One (M8) — wenigstens, wenn man an sie den gleichen Anspruch stellt wie an den Rest eines 2014er-Topmodells. Natürlich ist das zum Teil Meckern auf hohem Niveau; denn für gute Schnappschüsse zum Verschicken und Teilen oder Betrachten auf dem Screen des Smartphones reicht die Qualität der 4 MP UltraPixel-Kamera allemal. Wer aber mehr als nur das möchte, der sollte sich diesbezüglich wohl doch eher Sonys Xperia Z2 oder das Samsung Galaxy S5 anschauen.

BoomSound 2.0

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Neben Design und UltraPixel-Kamera waren die sogenannten BoomSound-Lautsprecher ein weiteres Highlight des 2013er HTC One: Groß, zweiteilig und nach vorne gerichtet, hoben sie vor allem den mobilen Konsum von Videos aber auch Spielen mit ihrem lauten, satten Sound auf eine neue Ebene. Und dieses Erleben wurde im HTC One (M8) noch einmal verbessert.

So ist die Gesamtlautstärke noch einmal angehoben worden und die Akustik gibt sich im neuen Modell noch kräftiger. Ob beim Videokonsum oder beim Beschallen eines Raumes mit Musik, die Notwendigkeit von externen Boxen besteht dank der großen BoomSound-Lautsprecher der neuen HTC One nicht mehr. Dabei täuschen die großen Grille auf der Gerätefront sogar ein wenig, denn nur etwa die Hälfte des Raumes darunter wird tatsächlich von den Lautsprechern eingenommen; bei genauem Hinsehen zeigt sich, das dort auch Hörmuschel und Mikrofon sich großzügig Platz gönnen. Ist aber egal, denn besser klingt aktuell kein anderes Smartphone.

Zusammen mit dem tollen 5 Zoll-Screen wird das HTC One M8 somit zur echten Multimedia-Maschine, auf der sich problemlos und angenehm durchaus auch ganze Filme ansehen (und vor allem anhören) lassen oder mit dem man im Park oder bei einem Get-together in der Wohnung (oder eben in der U-Bahn) effektiv für musikalische Untermalung sorgen kann.

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Akku und Alltag

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Warum habe ich mich seinerzeit trotz großer Gefühle doch gegen die Anschaffung eines HTC One M7 entschieden? Weil die Akkulaufzeit des 2012er-Modells für mich als Vielnutzer schlicht nicht ausreichend war und es mir quasi nicht ermöglichte, mit dem Gerät über einen kompletten Tag zu kommen. Gute Nachrichten für alle Power-User, die mit dem M8 liebäugeln: Das 2.600 mAh-Modul beseitigt dieses Problem in Kombination mit dem energieeffizienteren Snapdragon 801 effektiv — das neue HTC One hat nach intensiver Nutzung inklusive diversen stromhungrigen Gaming-Sessions beim zu Bett gehen stets noch ausreichend Prozentpunkte in der Ladeanzeige. Zwei, drei Tage am Stück hält das Smartphone zwar nicht aus — wenigstens nicht, wenn man es ernsthaft benutzt — aber von Nacht zu Nacht sollte man mit dem M8 im Regelfall ohne Not kommen.

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Und wenn es doch mal knapp werden sollte, hat HTC neben den inzwischen schon zum Standard gehörenden Stromsparmaßnahmen noch einen extremen Energiesparmodus eingebaut, der alle nicht überlebensnotwendigen Funktionen kappt und dem Besitzer somit noch mehrere Stunden rudimentäre Erreichbarkeit garantieren soll. Glücklicherweise musste ich diesen Notnagel im Testzeitraum nicht einmal nutzen.

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Ob seiner größeren Dimensionen und des angestiegenen Gewichts tragt sich das M8 nicht mehr ganz so komfortabel in Hosen- oder Jackentasche wie noch das M7, verstaut bekommt man es aber dennoch stets gut; schließlich ist es verglichen mit Phablets vom Schlage eines Note 3 ja immer noch recht kompakt.

Bereits erwähnt wurde, dass das Gerät bei niedrigen Außentemperaturen schnell sehr merklich abkühlt und bei viel Rechenarbeit ziemlich warm wird — empfindliche Hände könnte sich daran des Öfteren stören. Und auch wenn das an sich seltsam klingt, ist es zuweilen wirklich sehr negativ aufgefallen; es gab Momente, in denen ich das M8 nur sehr ungern angefasst habe, weil es eiskalt war.

Dennoch: Vor allem ob der deutlich gestiegenen Akkulaufzeit ist das HTC One (M8) der nahezu perfekte Smartphone-Alltagsbegleiter.

Fazit zum HTC One (M8)

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An dieser Stelle dürfte dem aufmerksamen Leser bereits ziemlich klar sein, dass das M8 keinesfalls, wie im Titel suggeriert, ein Erbschleicher ist, das versucht, sich im Heiligenschein seines Vorgängers zu sonnen. Man darf es ganz deutlich statuieren: Das HTC One M8 ist ein würdiger Nachfolger, es ist der Thronfolger, auch wenn es ein denkbar schweres Erbe antreten musste. Umso mehr Lob gebührt HTC, dass sie es offensichtlich mit vollem Elan versucht haben, eines der besten Smartphones aller Zeiten noch besser zu machen; und Respekt gebührt ihnen dafür, dass es Ihnen gelungen ist.

Man mag sich, wie ich, am neues Look des One reiben, das alte vielleicht einen Ticken schöner finden, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass das M8 dem M7 in beinahe allen anderen Belangen überlegen ist: Das Display ist nicht einfach nur größer geworden, es strahlt kräftiger, die Performance ist über jeden Zweifel erhaben, die tollen BoomSound-Lautsprecher machen noch mehr Spaß, der Akku hält nicht nur länger, sondern nun endlich ausreichend lange, der Speicher darf endlich erweitert werden und das Sense UI wurde an zig Stellen vorsichtig, aber sinnvoll optimiert.

Der einzige Kritikpunkt, den sich One M8 und HTC gefallen lassen müssen, ist trotz toller Marketing-Schlagworte wie UltraPixel und DuoCamera bei der Kamera den Anschluss verpasst zu haben — 4 MP sind einfach nicht mehr zeitgemäß und das denkt der Nutzer nicht nur beim Durchlesen der Specs, das sieht er leider auch beim Betrachten der Fotos, die das Gerät aufnimmt.

Wem die Kamera seines Smartphones nicht über alles geht — und hier sei nochmal betont, dass das M8 natürlich auch für den gehobenen Alltagsanspruch ausreichend gute Fotos und Videos schießt — der findet im neuen One ein perfektes und vor allem wunderschönes Android-Smartphone. Es bleibt zu hoffen, dass dieses feine Gerät HTC weiter dabei hilft, aus der andauernden Krise zu klimmen; damit die Taiwaner uns auch in den kommenden Jahren immer wieder mit solchen Schmuckstücken beglücken können.

Unsere Wertung zum HTC One (M8)

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Kamera: 3/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5

Gesamt: 4,6/5

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Pro

  • Prestigeträchtiges, preisverdächtiges Design
  • Fantastisches Display
  • Begrüßenswerte Detailverbesserungen gegenüber dem Vorgänger

Contra

  • Keine Spitzenkamera
  • Recht groß und schwer
  • Haptik leidet unter etwaigen Niedrigtemperaturen

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Video: HTC One (M8, 2014) vs. HTC One (M7, 2013)


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Galerie zum HTC One (M8)

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HTC One (M8, 2014) vs. HTC One (M7, 2013)

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HTC One (M8) vs. Samsung Galaxy S5

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