Artikel empfehlen

ASUS Padfone 2 im Test: Pfeilschneller Steckbaukasten


12.12.2012, 18:30 Uhr

asus-padfone-2-einschub-smartphone-padstation

Wozu eigentlich ein Smartphone und ein Tablet separat kaufen, wenn es beide Geräte auch als Kombo gibt? Mit dem Padfone hatte ASUS in der ersten Jahreshälfte 2012 ein solches Konzept bestehend aus Smartphone und Tablet-Dockingstation vorgestellt. Der ganz große Durchbruch blieb der innovativen Idee — auch wegen der zwischenzeitlich bei den Taiwaner üblichen späten Verfügbarkeit und des hohen Preises — versagt. Ob das optimierte Padfone 2, das mit einem zeitlichen Abstand von nur einem halben Jahr nun erschienen ist, zumindest nominell bessere Aussichten auf Erfolg hat, eruieren wir in unserem kompakten Testberichts des Hybriden zweiten Teils.

Es gibt Hersteller von Android-Smartphones, Hersteller von Android-Tablets oder auch solche, die beides bauen — und es gibt ASUS. Die Taiwaner bauen eigentlich keine Smartphones, sondern Tablets mit Clou: Ob mit aufsteckbarem Tastaturdock wie bei der Transformer-Serie oder mit ausziehbarem Keyboard wie beim Slider, ein ASUS-Tablet ist stets etwas Besonderes. Mit dem Padfone hob man die eigenen innovativen Energien noch ein Stufe höher: Ein Smartphone, das einfach in eine Tablet-Station ohne eigenen Chipsatz und Speicher gesteckt werden kann und so auf dem kleinen wie auf dem großen Screen Zugriff auf dasselbe System ermöglicht — positive Nebenwirkungen wie das Aufladen des Smartphones durch den Zusatzakku im Tablet-Dock und die Verfügbarkeit aller relevanten Daten und Applikationen auf beiden Geräten inklusive.

Ein Verkaufsschlager ist das Padfone trotz des coole Konzepts dennoch nicht geworden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen war die Kombination aus Phone und Tablet (plus optionalem Tastaturdock) schlicht zu teuer — über 800 Euro musste hinblättern, wer das komplette Paket haben wollte. Darüber hinaus erschien das Padfone hierzulande erst sehr spät im Jahr — da stand der Nachfolger fast schon vor der Tür. Und mit dem späten Start einher gingen die zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz aktuellen Specs; das 4,3 Zoll-Display des Phones löste lediglich mit qHD (960 x 540 Pixel) auf und der Zweikern S4-Prozessor von Qualcomm schien im Angesicht der bereits erhältlichen Quad Core-Armada bei dem erwähnt hohen Preis für das Padfone wenig attraktiv.

Ob ASUS nun aus diesen Gründen den Nachfolger bereits im Oktober dieses Jahres in Mailand präsentiert, oder ob man schlicht so schnell entwickelt hatte, dass das Padfone 2 einfach schon fertig und bereit zur Geburt war, bleibt wohl das Geheimnis der Taiwaner — Fakt ist, dass das Padfone 1 damit wohl eine Fußnote in der Innovationsgeschichte der Android-Tablets/Smartphones bleiben wird, während der optimierte Erbe nun die Aufgabe hat, die Verfehlungen seines Vorgängers zu berichtigen.

>> ASUS Padfone 2 bei Amazon bestellen

ASUS Padfone 2 — das Konzept

Weil es so exotisch ist und deshalb unter Umständen nicht jeder Leser mit der Idee und Funktionsweise des Padfone vertraut ist, klären wir zunächst, wie das Ganze funktioniert — unser Hands-on-Video von der Produktvorstellung in Mailand vermittelt einen ersten Eindruck:


Also, eigentlich ganz einfach: Zentrales Element ist das Smartphone, im Falle des Padfone 2 ein sehr potenter Snapdragon S4 Pro Quad Core-Bolide mit 2 GB RAM und einem 4,7 Zoll großen Super IPS+-Display mit HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel). Dieses wird bei Bedarf in das Tablet-Dock eingeschoben, das selbst wiederum lediglich über einen eigenen Akku und einen 10,1 Zoll großes IPS-Screen verfügt, um aus dem Smartphone ein Tablet zu machen. Ohne die Telefoneinheit ist das Dock also nichts als ein Akku mit schwarzem Touchscreen, mit eingestecktem Padfone hingegen ein Tablet, das über dieselben Leistungswerte und vor allem Inhalte verfügt, wie das Smartphone. Und gleichzeitig als Ladestation für letzteres fungiert.

ASUS hat es dabei natürlich so eingerichtet, das sich das Layout sich je nach Nutzung verändert: Auf dem Padfone 2 selbst bekommt der Nutzer das Smartphone-Layout zu sehen, auf dem Dock wandelt sich das Ganze selbsttätig in eine Tablet-UI um.

Die Idee dahinter — und beim Padfone 2, anders noch als beim Vorgänger, auch deren mechanische Umsetzung — ist also eigentlich genial. Leider weist aber auch das Padfone 2 ein paar Mankos auf, die die sonst augenscheinlich perfekte Kombination unterminieren. Schauen wir uns also an, was das Padfone 2 richtig macht und wo es hakt.

Verarbeitung und Haptik

Achtung, es folgt Blasphemie: Ich persönlich finde die Telefoneinheit des Padfone 2 attraktiver als das Nexus 4! Nein, wirklich, ich hatte beide Geräte in der Hand und ungeachtet des deutlich niedrigeren Preises für das Google-Device hätte ich mich bei akutem Wunsch nach einem Smartphone mit S4 Pro-Prozessor sofort für das ASUS-Modell entschieden. Ja, das Nexus 4 hat eine Glasrückseite, wo das Padfone 2 nur Plastik hat — das aber ist sehr angenehm geriffelt, zieht eben keine Fettabdrücke an und macht das Smartphone derart leicht, dass man ständig beinahe das Gefühl hat, der Akku wäre herausgefallen. Das ginge aber gar nicht, denn leider ist die Rückseite nicht abnehmbar und ein Auswechseln des 2.140 mAh-Akkus somit auch nicht vorgesehen.

Auch seitlich gefällt die sich nach unten verjüngende Silhouette, die dem Padfone 2 durch den sich spitz verjüngenden unteren Rand beinahe Keilform verleiht. Umlaufen wird das Smartphone von einem mattierten Alu-Rahmen, oben breit, unten schmal, an dem sich rechts die Lautstärkewippe und der Powerbutton befinden. Auf der Oberkante liegt der Schieber für die Micro-SIM-Karte (das Nexus 4 und Apple lassen grüßen), der mittels mitgeliefertem Dorn oder einer Büroklammer geöffnet wird; die oben-mittig positionierte 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse durchbricht den Rahmen etwas. Auf der Rückseite sind Kamera und LED-Blitz untereinander mittig angebracht, rechts von der Linse liegt der (sehr gut klingende) Lautsprecher des Padfone 2.

Etwas unschön steht am unteren Rand, direkt unter dem „Padfone“-Schriftzug, der Steckplatz für das Ladekabel respektive den Dockingmechanismus der Tableteinheit hervor — ASUS hat hier einen proprietären Anschluss gewählt, vermutlich, weil sich die Verbindung zum Dock nicht anders realisieren ließ. Das führt leider nicht nur zur Inkompatibilität mit Micro-USB-Standard-Kabeln, sondern auch dazu, dass der ASUS-Stecker am Kabel selbst alles andere als stabil wirkt — wir hoffen, dass die seitlichen Zargen bei groberem Abziehen oder Einstecken nicht allzu leicht brechen.

Die Glasfront des Padfone 2 präsentiert sich im ausgeschalteten Zustand tiefschwarz — so schwarz, dass außer der Frontkamera kaum etwas zu erkennen ist: Die danebenliegenden Sensoren und auch der Übergang zwischen Display und Rahmen sind quasi unsichtbar (und das ist durchaus positiv). Schaltet man den Screen ein, werden am unteren Rand die kapazitiven Hardware-Buttons für „Zurück“, „Home“ und „Multi-Tasking“ eingeblendet — interessanterweise nutzt ASUS das Standard Android-Layout mit dem Multi-Tasking- statt des Menü-Buttons; das führt zu der uns schon bei HTC in der Vergangenheit negativ aufgefallenen Verschwendung von Bildschirmplatz bei Apps, die einen zusätzlichen Menü-Button am unteren Rand einblenden müssen — wie zum Beispiel die ASUS-eigenen Anwendungen. Zwar kann man die Menü-Funktion über die ASUS-Benutzereinstellungen auch auf langes Halten des Multitask-Buttons legen, das ändert aber nichts daran, dass eine Verknüpfung zum Menü in besagten Apps weiterhin eingeblendet wird. Ärgerlich und unnötig, denn wenn schon Hardware-Buttons eingesetzt werden — was ich, anders als zum Beispiel Kollege Daniel, durchaus befürworte —, dann dürfen die Hersteller diese ruhig sinnvoll belegen; „Multitasking“ jedenfalls braucht der Standardnutzer deutlich seltener als „Menü“.

Die Tablet-Einheit kommt recht unspektakulär daher: Vorne gibt es kaum etwas, woran sich das Auge fängt, auf der Rückseite dominiert natürlich der Einschub für das Padfone; am rechten Rand befinden sich Lautsprecher, Lautstärkewippe und Power-Button, unten wieder der Anschluss für das Ladekabel. Die Station greift allerdings die konzentrische Plastik-Riffelung der Telefoneinheit nicht auf, sondern ist einfach nur glatt und mattiert — eigentlich schade, denn so ergibt sich nicht nur eine inkonsistente Optik; auch hätte sich das Tablet mit entsprechender Struktur bestimmt noch ein bisschen besser in Händen halten lassen.

Ein Punkt noch, der irgendwie zur Haptik gehört: Selten habe ich in einem Smartphone einen so angenehmen Vibrationseffekt erlebt, wie im Padfone 2. Kein hektisches Scheppern, sondern ein sattes, ruhiges Brummen, je nach Ereignis mal länger mal kürzer, aber stets sehr voluminös — zuweilen erinnert das eher an einen PS3-Dual Shock-Controller denn an ein Smartphone.

Display

Der Screen des Padfone löst mit 720p auf und nutzt die Super IPS+-Technik — das Ergebnis kann sich sehen lassen: Scharfe Icons, gute Betrachtungswinkel und weitestgehend unverfälschte Farbwiedergabe machen dem Auge des Betrachters Spaß. Wie so oft ist die automatische Helligkeit standardmäßig zu dunkel, aber auch manuell muss man den Regler schon ins letzte Drittel schieben, um ein anständig helles Bild zu erhalten. Dafür verpasst der von ASUS bekannte Outdoor-Modus der Leuchtkraft dann noch einmal einen ordentlich Boost, sodass ein Ablesen des Screens auch in gleißend hellen Umgebungen möglich ist.

Schade ist, dass der IPS-Screen der Padfone Station ebenfalls nur mit 720p, genauer mit 1280 x 800 Pixeln auflöst. Zwar hat Kollege Frank im Test des Nexus 10 zu recht angemerkt, dass die extremen 2560 x 1600 Pixel im Google-Tablet nicht viel Mehrwert bringen, eine 1080p FullHD-Auflösung hätten das Tablet und damit das gesamte Padfone-Paket unserer Meinung nach aber deutlich attraktiver gemacht. So wirkt das Padfone als Telefon zwar up-to-date, als Tablet aber irgendwie von gestern. Auch wenn die Farbwiedergabe, Betrachtungswinkel und Helligkeit auf der Station gut bis sehr gut sind.

>> ASUS Padfone 2 bei Amazon bestellen

Leistung

Mann, ist das schnell: Das Padfone 2 lässt in Benchmarks so ziemlich alles hinter sich, was aktuell Rang und Namen hat — inklusive des nominell ebenso potenten Nexus 4. Warum das so ist? Vermutlich hat ASUS seine Version von Android 4.0 besser an den S4 Pro angepasst — oder ICS läuft einfach schneller, als Android 4.2. Leider ist das aktuell ausrollende Update auf die erste Jelly Bean-Iteration 4.1 auf unserem Testgerät bis zur Fertigstellung dieses Reviews nicht angekommen, sodass wir leider keine Vergleichsmessung anstellen konnten. Übrigens liegen die Benchmarkwerte im Tabletbetrieb quasi gleichauf mit denen des Smartphones, was gewiss an der recht ähnlichen Auflösung liegt.

  • AnTuTu 3.0.2: 20502
  • CF-Bench 1.2: Overall 17771 (Native 23855, Java 13716)
  • GLBenchmark 2.5.1: Egypt Classic Offscreen 8811 @ 78 fps (weitere Ergebnisse siehe Screenshot)

Im Alltag bedeute das: Leistung en masse, wann immer man sie braucht. Ob auf dem Homescreen, im App Drawer oder in aufwändigen Spielen — hier ruckelt nichts, auf grafisch aufwendige Spiele laufen in voller Pracht ohne jedwede Slowdowns auf dem Padfone 2. Allerdings nicht alle: Need for Speed Most Wanted beispielsweise ließ sich weder auf dem Smartphone noch im Tablet-Modus fehlerfrei ausführen, zwar wurde das Menü angezeigt, die 3D-Engine selbst aber zeigte sich einfach nur als schwarzes Nichts. Und Rayman Jungle Run stürzte jedesmal im Splashscreen ab.

Kamera

Enttäuscht hat die auf dem Papier so viel versprechende Kamera 13 MP-Kamera: Zugegeben, beim Test-Shooting im Berliner Winter herrschten suboptimale Lichtbedingungen, was zu grundsätzlich eher dunklen Schnappschüssen führte (allerdings erratisch, manche Fotos wirken wiederum relativ hell). Das Problem liegt dann aber auch weniger an der Belichtung, als an der Bildschärfe — der Bildrand wirkte immer etwas verschwommen. Zwar findet sich in den Kameraeinstellungen eine Option, um zwischen ASUS’ Smart AF und CAF umzuschalten, das brachte nach meinem Dafürhalten aber in dieser Hinsicht keine Besserung. Da der Effekt aber vorrangig am rechten und unteren Bildrand auftritt (auch mehrfaches Putzen der Linse brachte keine Verbesserung), wäre es grundsätzlich natürlich auch möglich, dass wir ein Gerät mit einer defekten Linse erwischt haben …

Noch schlimmer sind die Videos: Unser Testvideo in Full HD-Auflösung zeigt eklatante Schwächen auch bei langsamen Bewegungen — neben dem bekannten und unvermeidlichen Rolling Shutter-Effekt, macht sich auch bei langsamen Schwenks ein deutliches und unangenehmes Stottern bemerkbar. Schade!


>> ASUS Padfone 2 bei Amazon bestellen

Sound, Konnektivität, Telefonie

Während der Präsentation des Padfone 2 in Mailand legte Jonney Shih höchstpersönlich gesteigerten Wert darauf, die Audioqualitäten sowohl des Smartphones als auch des Tablets herauszustreichen, die man mit der Klangverbesserungstechnik SonicMaster erreicht — und in der Tat klingen Musik, Videos und Spiele auf beiden Geräten richtig gut: Satter, voluminöser Sound, mit klaren Höhen und ohne Scheppern auf dem Tablet — und das obwohl ASUS wieder einmal und für uns nicht ganz nachvollziehbar nur einen Lautsprecher in die Tablet-Einheit verbaut hat —, naturgemäß vernimmt man am Padfone selbst etwas weniger deftige, aber für ein Smartphone immer noch beeindruckende Klänge.

Problematisch wird es in Sachen Konnektivität: Zwar sind alle gängigen Standards wie WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, NFC, AGPS und GLONASS vorhanden, was aber, vor allem am Tablet fehlt, sind MicroSD-, SD-, HDMI- und USB-Anschlüsse — bei einem Tablet meines Erachtens ein Unding, vor allem in Anbetracht dessen, was man sonst so von ASUS an Verbindungsvielfalt gewohnt ist. Tröstend sei erwähnt, dass der proprietäre Anschluss, einen entsprechenden Adapter vorausgesetzt, wenigstens den USB 2.0 Host-Modus unterstützt.

Keine besonderen Vorkommnisse bei der Telefonie: Das Padfone 2 liefert auch bei den Gesprächen gute Audioqualität, Verbindungsabbrüche oder sonstige Probleme sind uns nicht untergekommen. Bauartbedingt kann man bei eingestecktem Smartphone natürlich auch mit dem Tablet telefonieren — das wird zwar kaum ein absichtlich herbeigeführtes Anwendungsszenario werden, es ist aber gut zu wissen und praktisch, dass man Anrufe unkompliziert annehmen und tätigen kann, ohne das Padfone 2 erst aus dem Dock ziehen zu müssen.

Software, Betrieb als Tablet

ASUS liefert das Padfone 2 noch mit Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich aus. Allerdings wird aktuell, wie erwähnt schon die Aktualisierung auf 4.1 ausgerollt — auch wenn die bei uns noch nicht vorstellig geworden ist, so gebührt den Taiwanern an dieser Stelle dennoch ein Lob für die gewohnt zügige und zuverlässige Update-Politik.

Die installierte OS-Version bleibt weitestgehend unangetastet: Wie von den ASUS-Tablets bekannt findet sich in den Einstellungen ein gesonderter Abschnitt mit Spezialeinstellungen, optional lassen sich die ASUS-Schnelleinstellungen in die Benachrichtigungsleiste flanschen und es gibt zahlreiche sinnvolle Zusatz-App, wie einen eigenen, sehr guten Dateimanager oder eine App zum Backup von Anwendungen ohne die sonst für solche Apps notwendige Root-Anforderung.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bestimmte Apps als Pad-only zu deklarieren, diese werden dann in einen zusätzlichen Reiter im App-Drawer kopiert, der solchen Anwendungen vorbehalten ist. Das soll eigentlich für mehr Übersicht sorgen — warum aber werde die so markierten Apps weiterhin auch im Standard-Drawer angezeigt? Das torpediert das an sich gute Konzept wieder — schließlich ginge es nach meines Verständnis bei dieser Option nicht vorrangig darum, schnell alle Tablet-optimierten Apps zu finden, sondern diese bei der reinen Telefonbenutzung auszublenden.

Schiebt man das Padfone in die Station, so schaltet diese automatisch ins den Tablet-Layout und man hält ein vollwertiges Android-Tablet mit S4 Pro-Power in Händen. Die Dynamic Display-Technologie sorgt dabei dafür, dass der Screen nahtlos umschaltet — einige (teilweise selbst definierbare) Applikationen passen sich dabei on-the-fly der neuen Screengröße an und laufen ohne Unterbrechung weiter. Bestimmte ASUS-Apps, wie auch die Google-Anwendungen, die speziell für Tablets angepasst wurden, zeigen im Tablet-Modus dann natürlich auch ein anderes Layout, als auf dem hochkantigen Smartphone-Screen. Außerdem teilen sich in diesem Zustand Smartphone und Dock im sogenannten „Intelligenten Modus“ die Kapazitäten ihrer beiden Akkus.

Mechanisch hat ASUS den Docking-Vorgang im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufgewertet: Statt des Walkman-esken Einlegens unter eine dafür vorgesehene Klappe wird das Smartphone nun elegant von oben in einen rückseitigen Schacht eingeschoben, was das Tablet nach Vollzug mit einem befriedigenden Vibrieren quittiert. Außerdem hält die Kombo dann ziemlich bombenfest zusammen: Selbst kopfüber und unter Schütteln (ja, das haben wir ausprobiert!) löst sich das Smartphone nicht aus der Umklammerung des Docks.

Insgesamt funktioniert der Übergang von Smartphone zu Tablet also sowohl mechanisch als auch softwaretechnisch sehr gut; und bietet somit genau das, was ASUS mit dem Padfone 2 verspricht: Smartphone und Tablet in einem und vor allem aus einer Hand. Warum das trotzdem nicht ausreicht, um aus dem Padfone das einzige, unvermeidliche und allen Ansprüchen genügenden Android-Paket zu machen, folgt jetzt.

Probleme des Padfone-Konzepts, Fazit

Wenn also alles so halbwegs reibungslos klappt, warum sollte sich dann eigentlich noch irgendwer ein anderes Smartphone oder ein anderes Tablet kaufen?

Die Gründe dafür liegen teilweise im Konzept selbst, teilweise in der Umsetzung des Padfone 2. Da wäre zunächst der Preis: Der UVP des Padfone 2 liegt bei 799 Euro und auch wenn das rechnerisch für ein Tablet plus High-End-Smartphone gar nicht so viel ist — man bedenke, dass ein Galaxy S3 zum Verkaufsstart allein mit 699 Euro zu Buche schlug —, ist es doch eine Menge Geld. Zumal das Tablet kein vollwertiges ist und das Smartphone mit dem Nexus 4 einen beinahe gleichwertigen Konkurrenten zum deutlich geringeren Preis hat. Viele Käufer werden ein so hohe Investition auf einen Schlag einfach scheuen. Auch wenn verständlich ist, dass ASUS das Paket nicht unbedingt zum Schleuderpreis unter die Massen werfen möchte/kann, würde der aktuelle Markt eigentlich ein deutlich niedrigeres Preisschild postulieren.

Noch drastischer sprechen — auch im Angesicht des hohen Preises — gewisse Mankos der Hardware selbst gegen das Padfone 2: Ein 10 Zoller mit Quad Core-Chipsatz kann Ende 2012 eigentlich nicht mehr mit einem schnöden HD-Screen (statt der Full HD-kompatiblen Auflösung von 1920 x 1200) punkten. Weder am Smartphone noch am Tablet finden sich Möglichkeiten, einfach und ohne zusätzliche Hardware USB-Flashspeicher oder Micro SD-Karten zu benutzen, oder die Geräte via HDMI an ein entsprechendes Ausgabegerät zu koppeln. Gut, man kann natürlich sagen, die sei der Google-way — im Play Store bekomme ich dann aber Nexus 4 und das Nexus 10 mit der vierfachen Pixelmenge und micro-HDMI-out zum gleichen Preis.

Ein ganz und gar konzeptionelles Problem ist überdies noch der Fall der Fälle, in denen das Smartphone den Geist aufgibt, verlegt wurde oder aus sonstigen Gründen gerade nicht benutzt werden kann — dann ist nämlich auch die Tablet-Benutzung nicht mehr möglich. Das mag jetzt etwas weit hergeholt klingen, aber faktisch würde der All-in-One-Vorteil in diesem Szenario zum gewaltigen Nachteil mutieren. Auch birgt das Padfone-Konzept natürlich das Problem, sich als Kunde nicht wirklich breit aufstellen zu können — vielleicht möchte ich ein Smartphone von einem anderen Hersteller, mit anderen Features als auf meinem Tablet kaufen. Und schließlich kann man auch den eigentlichen Vorteil des Padfone als Zwei-in-Einem-Gerät unter bestimmten Gesichtspunkten als Nachteil auffassen: Wer in einem Mehrpersonenhaushalt lebt, riskiert bei der abendlichen Sofafläzerei mit dem Lebensabschnittsgefährten eine Kabbelei um das Gerät – wohingegen bei separatem Tablet und Smartphone der Beziehungsfrieden gewahrt geblieben wäre.

Die Nachteile scheinen so aktuell den einen Vorteil, nämlich dieselben Inhalte auf Smartphone und Tablet zur Verfügung zu haben, zu überschatten. Die konzeptionellen Mankos wird ASUS nicht beseitigen können; aber es bleibt die Hoffnung, dass die Taiwaner in einer der kommenden Padfone-Generationen Preis und Features so anpassen werden, dass mit der Kombo zumindest an dieser Front der bestehenden Dualismus von Smartphone und Tablet in eine heilige Zweifaltigkeit aufgeht.

Stand Dezember 2012 ist das aber noch nicht soweit. Das Padfone 2 für sich ist ein feines Smartphone, die Padfone-Station eine praktische und gute Dreingabe — für 800 Euro darf der Kunde aber inzwischen glücklicherweise ruhig schon mal zwei komplette High-End-Geräte erwarten.

Wertung zum Padfone 2

  • Verarbeitung und Haptik: 4/5
  • Display: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Sound: 4/5
  • Konnektivität: 3/5
  • Software: 4/5
  • Alleinstellungsmerkmal Tablet-Dock: 3/5

Gesamt: 3,8/5

  • Preis-Leistung: 3/5

Pro

  • Superschnell
  • Gute Umsetzung des 2-in-1-Konzeptes
  • Sehr leichtes Smartphone

Kontra

  • Zu teuer
  • Mangelnde Konnektivität
  • Tablet-Einheit nur mit 720p-Auflösung

>> ASUS Padfone 2 bei Amazon bestellen

Galerie zum Padfone 2

Bewerte diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Ø 4.57 von 5 - 35 Bewertung(en)
Loading ...
Folge androidnext auf Facebook

  • http://www.androidnext.de/news/asus-padfone-2-kann-ab-799-euro-bei-amazon-bestellt-werden/ ASUS Padfone 2: Kann ab 799 Euro bei Amazon bestellt werden

    [...] unserem Test des Padfone 2 hatten wir ASUS für die innovative Idee hinter dem Smartphone-Tablet-Hybriden und deren Umsetzung [...]

Verwandte Artikel