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Alcatel One Touch Scribe HD im Test: 5-Zoll-Smartphone mit Dual-SIM


08.07.2013, 13:56 Uhr

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Mit dem Alcatel One Touch Scribe HD hat die chinesische Firma TCL ein interessantes Mittelklasse-Smartphone mit 5 Zoll-Display und Quad Core-CPU im Angebot. Besonderheit: Das Gerät ist ein Dual-SIM-Handy. Im Test verraten wir, ob das unter 300 Euro kostende Smartphone etwas taugt.

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Vorweg: Wer denkt, Alcatel sei immer noch der französische Handyhersteller, der in den Neunzigerjahren mit den an Jugendliche gerichteten peppigen One Touch Easy-Geräten einige Erfolge feiern konnte, irrt — der Gerätehersteller ist mittlerweile eine hundertprozentige Tochter des chinesischen TCL-Konzerns und hat mit dem ehemaligen Mutterkonzern Alcatel-Lucent nichts zu tun, lediglich der Markenname ist lizenziert. Das spiegelt sich in der Tatsache wider, dass das getestete Gerät im Ausland wahlweise als TCL Y900, TCT 8008D (TCT ist der Name der Mobilfunksparte von TCL) oder gar als Panasonic P51 auftritt. Verwirrend? Finden wir auch, wir bezeichnen das Gerät weiter schlicht als Alcatel One Touch Scribe HD, denn dieser Name steht auf der Packung.

Optik, Haptik, Verarbeitung

Mit Maßen von 144 x 75 x 8,5 Millimetern ist das Alcatel One Touch Scribe HD angenehm schmal und liegt dank seines geringen Gewichts von 135 Gramm gut in der Hand. Auch wenn der Formfaktor dafür sorgt, dass man mit einer durchschnittlichen Handgröße lediglich etwa 50 % des Bildschirms einhändig erreichen kann, macht das Gerät keinen klobigen Eindruck. Wer sich ein 5-Zoll-Gerät kauft, sollte sich der Tatsache aber sowieso bewusst sein, dass das Gerät in den meisten Situationen zwei Hände erfordert.

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Was sofort auffällt: Das Alcatel-Smartphone ist überraschend gut verarbeitet. Während die durchgehend aus gehärtetem Dragon Trail Glass bestehende Vorderseite ein wenig an das Nexus 4 erinnert, birgt die nicht abnehmbare Rückseite aus angerautem Kunststoff Reminiszenzen an das HTC One X. Seitlich und unten verjüngt sich die Geräteform leicht in Richtung Nutzer, was für ein gutes Handling sorgt. Lediglich der Alu-Streifen, der das Display auf der Vorderseite umfasst, weiß nicht zu gefallen, da er zu schmalen Spaltmaßen führt, in denen sich Schmutz sammeln kann. Ansonsten macht das Gerät optisch einen stimmigen Gesamteindruck.

Das Display ist an der Front vertikal zentriert. Oben findet sich eine aus dem Glas herausgefräste Aussparung für die Hörmuschel, unten hingegen ein wenig freie Fläche, auf der bei Bedarf der Daumen ruhen und gleichzeitig das Gerät in der Hand stabilisieren kann. Die Frontkamera ist dezent sichtbar, der Helligkeits- bzw. Näherungssensor nur bei bestimmtem Lichteinfall. Eine Benachrichtigungs-LED besitzt das Alcatel One Touch Scribe HD leider nicht.

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Auf der Rückseite ist die hervorstehende und von einem schmalen Metallring eingefasste Kameralinse optisch markant, unten sieht man noch den dezent gestalteten Lautsprechergrill. An den Seiten sind die per Fingernagel-Fummelei abnehmbaren Plastikabdeckungen für die zwei micro SIM-Karten (links) und die micro SD-Karte (rechts) zu nennen.

Das One Touch Scribe HD besitzt Software-Tasten zur Steuerung des Betriebssystems, ähnlich wie die Nexus-Geräte. Diese sind seit Android 4.0 ein heiß diskutiertes Thema und bleiben Geschmackssache. Die Lautstärkewippe oben an der rechten Seite und der Powerbutton an der Oberseite rechts sind gut und einprägsam positioniert, wiewohl es im Telefongespräch ein wenig mühsam ist, das Gerät lauter zu stellen.

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Lieferumfang

Neben dem eigentlichen Gerät findet man in der Packung die üblichen Beigaben: In-Ear-Kopfhörer, die einen akzeptablen Klang und eine Kabelfernbedienung mit einer Taste aufweisen, jedoch ärgerlicherweise bei Bewegungen des Kabels Nebengeräusche produzieren. Bedienungsanleitung, USB-Kabel und Steckdosen-Adapter sind Standard. Es liegen aber noch zwei erwähnenswerte Boni in der Packung.

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Zum einen einen kapazitiven Stylus. Dieser funktioniert allerdings bei Weitem nicht so gut wie der S-Pen von Samsung. An der Spitze des Stiftes befindet sich lediglich eine Art „Kissen“ aus offenbar mit Metallstreifen durchsetzten Fasern. Der Stift verschwindet auf Wunsch nicht im Gehäuse, kann aber magnetisch angebracht werden – was den Stylus freilich nicht lange davor bewahren dürfte, verlorenzugehen.

Solche Styli, die mit allen kapazitiven Touchscreens kompatibel sind, erhält man mittlerweile für wenig Geld überall. Da sich die Bedienung mit dem Stift nicht einfacher gestaltet, sondern im Gegenteil beim Ziehen des Stiftes über den Touchscreen Bewegungen mitunter „verschluckt“ werden, ist er nicht mehr als ein nettes aber nicht entscheidendes Gimmick.

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Außerdem wird ein Frontcover mitgeliefert, das an der Geräte-Rückseite per Magnet befestigt wird und den Bildschirm komplett abdeckt, abgesehen von einer Aussprung für die Ohrmuschel. Zwar ist dieses Cover aufgelegt ein wenig wackelig, da die verbindende Leder-„Brücke“ seitlich nicht allzu verwindungssteif ist. Zudem ist das Hochklappen des Schutzes mitunter etwas hakelig, vor allem in Situationen, in denen man schnell ans Telefon gehen möchte. Aber als optionaler zusätzlicher Schutz für das Display und der – dank Mikrofaser-Unterseite – quasi-automatischen Touchscreen-Reinigung hat uns diese Beigabe trotzdem gut gefallen.

Das Display des Alcatel One Touch Scribe HD

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Wie sich die Zeiten ändern: Galt noch zum Jahreswechsel die Einführung von Full HD-Display als Entschuldigung für Displays mit 5-Zoll-Diagonale, scheint dank Samsung Galaxy S4 und Sony Xperia Z die Akzeptanz für diese Displaygröße zuzunehmen. Und so zeigt dann auch das IPS-Panel des Scribe HD Mut zur Fläche, freilich ohne 1080p-Auflösung, dank einer Pixeldichte von 294 ppi ist die Bildschärfe des 720p-Displays aber trotzdem gut. Zumal uns das Display auch ansonsten mit intensiven Farben, guten Blickwinkeln, schönen Kontrasten und entspiegeltem Displayglas überzeugen kann. Auch im Freien bei hellem Sonnenlicht ist der Bildschirm noch passabel ablesbar. Lediglich deutliche Lichthöfe an den Rändern, vor allem rechts unten, trüben den guten Eindruck, den wir vom Bildschirm hatten. Auch die automatische Helligkeitseinstellung ist, wie so oft, nicht zu gebrauchen und produziert zu dunkle Farben. Hier ist selbst Hand anzulegen Pflicht. Im Saldo ist das Display des One Touch Scribe dennoch recht gut.

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Die Kamera im Alcatel One Touch Scribe HD

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Auf der Rückseite weist das Scribe HD eine 8 MP-Kamera auf, die Frontkamera löst in 1,3 MP auf. Egal auf welcher Seite, die Ergebnisse sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, vor allem nicht, wenn man die Bilder gewöhnt ist, die High End-Smartphones zu schießen imstande sind. Vor allem, was Kontraste, Bilddetails und die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen angeht, überzeugt das Alcatel One Touch-Scribe HD nicht. Da nützt auch kein HDR-Modus. Immerhin: Bei gutem Licht kann man auch mit diesem Gerät ein paar schöne Fotos aufnehmen, wie unsere Testshots beweisen. Nur hineinzoomen sollte man nicht – dann stößt man unweigerlich auf Pixelmatsch, ach was, -morast.

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In Sachen Video zeigt sich das Gerät von einer etwas besseren Seite: Die in 1080p aufgenommen Clips sind recht ansehnlich, besitzen eine funktionierende digitale Bildstabilisierung (EIS-Modus in den Optionen), Touch-to-Focus und der Rolling Shutter-Effekt ist auch bei schnellen Bewegungen erträglich.


    YouTube-Logo

Die Kamera-App ist eine leicht modifizierte Variante der Stock-Kamera aus Android 4.2.1. So findet sich hier nicht das kontrovers diskutierte Ringmenü, sondern eine scrollbare Seitenleiste mit Shortcuts zu wichtigen Funktionen, etwa HDR oder Panoramas — Photosphere ist nicht dabei. Gewöhnungsbedürftig bleibt auch nach Tagen der Benutzung, dass man einen aktivierten Modus, etwa HDR, nicht einfach durch einen weiteren Tap auf die entsprechende Schaltfläche wieder beenden kann, sondern dafür die Zurück-Taste am Gerät betätigen muss. Auch Fingerberührungen auf den Auslöseknopf werden nicht immer richtig interpretiert, gelegentlich wird hierbei die Touch-to-Focus-Funktion ausgelöst — nervig! Immerhin: Der Lockscreen-Zugriff auf die Kamera sowie der schnelle Wechsel zwischen Galerie und Foto-App per Wischbewegung vom seitlichen Rand sind bequem.

Trotzdem: Insbesondere aufgrund der unterdurchschnittlichen Bildqualität taugt das Alcatel One Touch Scribe HD als Kamera-Smartphone eher wenig.

Die Software des Alcatel One Touch Scribe HD

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Mit Android 4.2.1 in einer ziemlich unmodifizierten Variante erfindet das Alcatel One Touch Scribe HD zwar das Rad nicht neu, macht aber auch keinen Fehler, denn Simplizität und Reduktion aufs Wesentliche in Stock-Android sind immer noch das Beste, was einem Android-Gerät passieren kann – sieht man mal von den misslungenen Quick Toggles ab. Leider ersetzt Alcatel die Stock Icons mit eigenen Versionen, die in ihrer Glossy-Knallbuntheit einen veritablen Stilbruch zur abstrakt-flachen ICS/JB-Ästhetik darstellen. Die unpassenden Icons haben wir im Testzeitraum nach kurzer Zeit durch den Nova Launcher und ein Icon Pack ersetzt.

An Software installiert Alcatel zu den Standard-Anwendungen von Google noch eine Notizen-App vor, die auf Stylus-Benutzung und Handschrifterkennung optimiert ist, aber im Gebrauch aufgrund ziemlicher Trägheit nicht überzeugt. Der Scribe Calculator kann gezeichnete Aufgaben lösen, etwa aus der Bruchrechnung — das funktioniert wiederum gut und macht Spaß. Eine Companion-App zur Synchronisierung mit dem PC, ein Einrichtungsassistent, ein brauchbares Cloud Backup-Tool, ein UKW-Radio und eine Radio-Streaming-App sowie das neben Googles Standard-Tastatur installierte TouchPal-Keyboard runden ein vergleichsweise Bloat-freies Angebot ab. Für einige Nutzer sicher nützlich: Alcatel wirft einige Shortcuts zu Untermenüs der Einstellungen in den App Drawer, etwa für Wireless Display und Tethering. Erwähnt werden muss auch, dass uns im Test einige kleine Bugs begegneten. So wurde das Kontaktbild des Nutzers im Pulldownmenü mit den Quick-Toggles falsch angezeigt, gelegentlich zeigte die Kamera im Sucher kein Bild an. Letzterer Bug ließ sich durch einen Neustart beheben, der erste nicht.

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Besondere Erwähnung finden muss, als eines der Alleinstellungsmerkmale des Alcatel One Touch Scribe HD, natürlich die Dual SIM-Funktionalität, bei der beide SIMs simultan aktiv sind. Über einen speziellen Eintrag „SIM-Verwaltung“ in den Einstellungen kann man den einzelnen SIMs Namen und Farben zuweisen, die dann systemweit verwendet werden, etwa für die Empfangsbalken in der Benachrichtigungsleiste oder im Anrufer-Bildschirm. Zudem kann hier festgelegt werden, welche „Leitung“ standardmäßig jeweils für ausgehende Anrufe, Datenverbindungen, GSM-Videoanrufe und SMS verwendet werden. Für SMS und Anrufe kann alternativ auch eingestellt werden, dass jedesmal nachgefragt werden soll, mit welcher Nummer man diese absetzt. Wenn die SMS- oder Anrufe-App gerade aktiv ist, kann die Einstellung überdies mit einem zusätzlichen Menü in den Benachrichtigungen gewechselt werden. Alles in allem sehr verständlich und komfortabel. Fazit: Die Multi-SIM-Funktionalität ist mit Umsicht und nahtlos in die Software integriert worden — ein Umdenken ist gegenüber einem Single-SIM-Gerät nicht erforderlich.

Leistung

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Im Alcatel One Touch Scribe HD taktet ein MediaTek Quad Core MT6589-SoC mit 1,2 GHz Maximaltakt. Für die CPU werden damit als recht stromsparend geltende ARM Cortex A7-Cores verwendet, was dann auch spürbare Auswirkungen hat — dazu später mehr. Hier zunächst einige Benchmark-Ergebnisse:

  • Antutu 3.3.1: 12888 Punkte
  • CF-Bench 1.3: 12309 Overall (Java: 5547, Native: 22453)
  • GFXBench 2.7.2 Offscreen: T-Rex HD: 38 Frames, T-Rex HD Fixed: 871571 ms, Egypt HD: 276 Frames, 2,4 FPS

In Sachen Leistung kommt das Gerät also nicht an Geräte mit SoCs von Qualcomm und Samsung der aktuellen Generationen heran, sondern läuft „nur“ etwa auf dem Niveau eines Tegra 3-Devices wie dem Nexus 7 oder dem HTC One X. Das macht aber überhaupt nichts, denn im Alltagseinsatz arbeitet das Gerät auch mit „nur“ 1 GB RAM grundsätzlich flüssig. Nicht zuletzt die Tatsache, dass hier ein Stock-Android ohne Feature-Bloat zum Einsatz kommt, dürfte die hohe Responsivität und das nahezu Lag-freie Nutzererlebnis begünstigen.

Weil der interne Speicher sehr begrenzt ist, ist die Installation vieler größerer Spiele leider unmöglich. Als nicht installierbare Beispiele seien hier GTA Vice City und Real Racing 3 genannt, die sonst häufig als Lakmustest der Grafik-Leistungsfähigkeit eines Mobilgerätes herhalten müssen. Die speichersparende Multiplayer-Variante von Shadowgun ließ sich aber beispielsweise problemlos installieren und lief dann auch, abgesehen von winzigen Nachladerucklern, flüssig. 2D-Spiele bringen die PowerVR SGX 544MP-GPU erwartungsgemäß überhaupt nicht ins Schwitzen.

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Konnektivität und Speicher

Das Alcatel One Touch Easy Scribe HD verfügt über lediglich 4 GB internen Speicher. Nach Abzug der Systemverzeichnisse, steht Speicher in Höhe von nur noch rund 2 GB für Apps zur Verfügung. Auch gab es im Test Probleme mit Google Play Music: So ließ sich die App erst dazu bewegen, Musik aus der Cloud abzuspielen oder lokal zwischenzuspeichern („pinnen“), als wir in den Einstellungen die Option „Bei Wiedergabe in den Cache“ deaktivierten.

Zwar kommt man mit dem Speicher zurecht, wenn man eine micro SD-Karte einlegt und sich in Sachen Apps etwas zurückhält — was zuvorderst den Verzicht auf speicherhungrige Spiele bedeutet. Trotzdem ist das für sich indiskutabel: 8 GB Speicher sollte man bei einem Mittelklassegerät im Jahr 2013 voraussetzen dürfen, zumal 4 GB mehr den Hersteller bei den aktuellen Preisen für Flashspeicher nur wenige Euro mehr in der Produktion gekostet hätten. Fazit: Am falschen Ende gespart.

Ansonsten erfüllt das Scribe HD die gebotenen Standards in der Mittelklasse: Die wichtigen Sensoren sind an Bord, WLAN wird bis zum n-Standard unterstützt, HSDPA bis 42 MBit/s. Auf NFC oder gar LTE-Konnektivität muss man hingegen verzichten. Indirekt leider auch auf GPS — denn hier herrscht ein ähnliches Problem wie seinerzeit beim Samsung Galaxy S1: Während ein GPS-Chip zwar verbaut ist, fand dieser in einer beispielhaften Testsituation nur einen Satelliten — und zu diesem keinen Fix —, während ein direkt danebenliegendes Galaxy S3 derer 15 fand. In der Großstadt und wenn man zu Fuß unterwegs ist, mag dies dank A-GPS (also der Ortsbestimmung per Mobilfunkmasten und umgebender WLANs) und Googles mittlerweile hervorragender Location Services nicht allzu problematisch sein. Wer sein Scribe HD aber als Navi zu benutzen plante, sollte sich von diesem Vorhaben verabschieden.

Erwähnenswert ist noch, dass das Alcatel One Touch Scribe HD Miracast bzw. Wifi Display unterstützt: Mit einem entsprechenden Dongle, oder einem Anzeigegerät, das den Standard direkt unterstützt, kann das Bild des Smartphones so direkt weitergegeben werden.

Telefonie

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Herausstechendes Merkmal des Alcatel One Touch Scribe HD ist natürlich, wie vorher erwähnt die Multi SIM-Funktionalität und damit einhergehend die Erreichbarkeit über zwei Leitungen simultan. Die Tonqualität ist leider nicht ganz optimal, so klangen Anrufer meist etwas dumpf, die eigene Stimme wurde beim Gesprächspartner mitunter mit Hintergrundrauschen empfangen versehen und klang „weit weg“. In den meisten Situationen kann man mit dem Alcatel-Gerät aber gut telefonieren.

Multimedia

Videos zu schauen, ganz gleich ob in 720p oder 1080p, funktioniert bestens auf dem Alcatel One Touch Scribe HD und macht dank des großen Bildschirms Spaß. Auch der Lautsprecher ist gut. Soll heißen: Dessen Klang ist nicht so gut wie die des HTC One, aber auch nicht so flach wie im Galaxy S3. Beim gelegentlichen Anschauen eines YouTube-Videos stülpen sich jedenfalls nicht die Trommelfelle nach außen.

Kuriosum am Rande: Im Gegensatz zu so ziemlich jedem uns bekannten Smartphone weigert sich das Alcatel One Touch Scribe HD nicht, UKW-Radio zu spielen, wenn kein Kopfhörer eingestöpselt ist. Wenn man einen Finger oder einen anderen leitenden Gegenstand an die Kopfhörerbuchse hält, bekommt man mitunter sogar Empfang, nachdem man eine Frequenz direkt eingegeben hat.

Akku & Alltag

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In einer Hinsicht brilliert das Alcatel One Touch Scribe HD: In der Akkulaufzeit. Es ist wohl die Kombination aus Stock-Android, sparsamem SoC und mit 2500 mAh nicht zu knapp kalkuliertem Akku, der das Gerät lange durchhalten lässt. Sehr lange. Mit derselben Smartphone-Nutzungsweise schaffte das Gerät es, pro Akkuladung merklich länger als Galaxy S3 und S4 und sogar massiv länger als das HTC One durchzuhalten. Konkret: Trotz Full HD-Videoaufnahmen, Hintergrundsynchronisierung von Facebook, Twitter Google+, Instagram, Hangouts, WhatsApp, Gmail und automatischen Dropbox-Fotouploads gelang es dem One Touch Scribe HD nahezu immer, am Ende des Tages noch Energie im Bereich von 30% übrig zu haben, während da fast jedes andere Smartphone schon die Waffen gestreckt hätte. In einem Fall wurde das Gerät auch nachts nicht geladen und war nach 24 Stunden immer noch an.

Dass sich das One Touch Scribe HD schon bei einem Akkustand von 3% selbst herunterfährt ist dann ein Wermutstropfen. Andere Geräte sind großzügiger und erlauben das komplette Ausnutzen des verbliebenen Stroms — bis zum bitteren Ende bei 0%. Der andere Haken: Der Akku kann nicht gewechselt werden.

Im Alltag konnte das Alcatel One Touch Scribe HD durchaus überzeugen: Das Magnet-Cover und die Tatsache, dass man es nach Belieben an- oder abnehmen konnte, trugen genauso dazu ebenso bei wie der schlanke Formfaktor und das gute Handling des Geräts. Dank der letzten beiden Punkte kann man gelegentlich durchaus vergessen, dass es sich um einen 5-Zoller handelt. Hand- und Hosentaschen-kompatibel ist das Gerät auch noch — was will man mehr?

Fazit

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Das Alcatel One Touch Scribe HD hat diverse offensichtliche Mankos: Eine unterdurchschnittliche Kamera, zu wenig Speicher, dysfunktionales GPS und drei fehlende Features in neun Buchstaben, die zurzeit bereits als Standard von der Smartphone-Ober- in die Mittelklasse durchsickern: LED, LTE und NFC. Trotzdem hat mir als Tester das Alcatel One Touch Scribe HD durchaus Spaß gemacht. Das große IPS-Display in seinem schlanken und gut verarbeiteten Chassis (von dem sich auch Samsung bei seinem Spitzenmodell Galaxy S4 eine Scheibe abschneiden könnte) punkteten bei mir, ebenso die überragende Akkulaufzeit und die Tatsache, dass auf dem Gerät Stock-Android läuft – und das ohne jegliche Performance-Probleme.

Und so ist das Alcatel One Touch Scribe HD, das bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Tests zu einem Straßenpreis von 280 Euro zu haben ist, für jene Menschen durchaus eine Option, die bereit sind, mit den Mankos des Gerätes zu leben. Und natürlich solche, die ein Dual SIM-Gerät wollen.

Unsere Wertung zum Alcatel One Touch Scribe HD

Display: 4/5
Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
Software: 4/5
Performance: 3/5
Telefonie und Audio: 3/5
Kamera: 2/5
Konnektivität und Speicher: 2/5
Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5

Gesamt: 3,3/5

Pro

  • Stock-Android
  • Dual-SIM-Funktion
  • Gute Akkulaufzeit

Kontra

  • GPS funktioniert kaum
  • Wenig interner Speicher
  • Kein LTE und NFC

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Galerie zum Alcatel One Touch Scribe HD

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