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Google Play Games: Wo bleibt die Hub-App? [Kommentar]


02.07.2013, 16:11 Uhr

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Spiele sind und bleiben die meist frequentierte Kategorie der Android-Apps im Google Play Store, bislang hatte Google die wachsende Schar der Mobile-Gamer aber mehr oder weniger stiefmütterlich behandelt. Der Launch der Play Game Services war ein Schritt in die richtige Richtung. Ein wichtiges Stück im Puzzle fehlt aber noch: Ein Gaming Hub in Form einer Google Play Games-App.

Nicht erst seit dem Launch der OUYA und dem imminenten Start von Nvidias Shield-Konsole wird Android als dezidierte Games-Plattform wahrgenommen. Dass große Publisher wie Gameloft und EA viele wichtige Titel mittlerweile auch in Android-Versionen umsetzen und 3D-Engines wie Unity und Unreal die Entwicklung komplexer 3D-Spiele unter Android extrem vereinfachen, kann als Indiz für die Relevanz von Android als Absatzmarkt für Games gesehen werden. Und das trotz der extrem heterogenen Hardware-Voraussetzungen im Android-Feld und der geradezu erstaunlichen Tatenlosigkeit von Google bislang, Android als Spiele-Plattform voranzutreiben – die unüberschaubaren Games-Listings im Play Store und das nach wie vor vorhandene Audio Lag-Problem seien hier nur als Beispiel genannt.

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Bislang nur „In-App“:
Achievement-Übersicht in einem Google Play Game Services-unterstützen Spiel

Offenbar hat man aber die Zeichen der Zeit erkannt: Nachdem Android 4.3 auf der vergangenen Google I/O Mitte Mai mit Abwesenheit glänzte, war eines der Highlights von Googles Entwicklerkonferenz die Einführung von Googles Play Game Services. Jene Sammlung an APIs ermöglicht Spieleentwicklern mit verhältnismäßig wenig Aufwand Funktionen wie Leaderboards, Achievements, Multiplayer-Matchmaking und zwischen verschiedenen Geräten synchronisierte Spieldaten zu implementieren. Das System ist an Google+ gebunden, stärkt damit Googles soziales Netzwerk und profitiert von ihm gleichermaßen. So gut das alles aber schon klingt — es fehlt noch etwas: eine eigene App für Google Play Games.

Die Liste von Spielen, die Google Play Game Services unterstützen, ist auch rund sechs Wochen nach Veröffentlichung der APIs noch sehr überschaubar. Denn auch wenn der Mehrwert für die Integration von Google Play Game Services in Spiele-Apps groß ist, sehen die meisten Entwickler noch keine eminenten Vorteile – daher bleibt die Integration der Dienste hinter den Erwartungen zurück und Google Play Games nimmt kaum an Fahrt auf. Dieser Teufelskreis könnte durch eine Games-App durchbrochen werden.

Mit der Entwicklung eines Spiele-Hubs oder einer „Companion-App“, also praktisch einem Gegenstück zu Steam oder dem iOS Game Center könnte Google eine Menge interessanter Funktionen integrieren und damit Android als Gaming-Plattfom langfristig stärken.

Hier einige Features, die wir uns in einer solchen App vorstellen könnten:

  • Die Hub-App sollte auch funktionieren, wenn man sich gerade nicht in einem Spiel befindet.
  • An G+ angebundene Spielerprofile mit einer Anzeige, welche Games man zuletzt wie lange gespielt hat und Einsicht in erlangte Achievements.
  • Öffentliche Screenshot-Galerien und eine Savegame-Verwaltung.
  • Freundeslisten mit Anzeige der aktuell gespielten Spiele, In-Game-Kommunikation und Invite-System für Multiplayer-Matches.
  • „Game Explorer“ mit personalisierten Spieleempfehlungen („Nutzer, die Angry Birds gespielt haben, spielten auch Amazing Alex“) und filterbaren Spielelisten z.B. nach Wertung, Genre (Jump’n'Run, Shooter, rundenbasiert etc.), Preis (kostenlos, Freemium etc.) oder speziellen Features (Multiplayer-Support, Gamepad-Unterstützung)

Alleine der Effekt, dass ein Nutzer dieser App sehen könnte, welche Spiele von Kontakten und Freunden intensiv gespielt werden, wäre als Werbefaktor immens. Spieler wiederum hätten eine zentrale Anlaufstelle für Gaming unter Android und wären dank der sozialen Komponente konstant motiviert, neue Spiele auszuprobieren. Kurzum: Mittelfristig könnte sich kein Spieleentwickler mehr leisten, auf Support für Google Play Game Services zu verzichten.

Google täte gut daran, seinen Game Hub möglichst bald zu starten und nicht erst mit dem Launch der gerüchteweise gerade in der Entwicklung befindlichen hauseigenen Android-Konsole – selbst wenn noch nicht alle der denkbaren Features implementiert sind. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Amazon hat heute seine Entwicklertools für die Anbindung des eigenen GameCircle auch für Spiele freigegeben, die nicht auf Kindle Fire-Geräten installiert sind.

Ich unterstelle mal, dass sich Google der Tatsache bewusst ist, dass Games eine tragende Rolle für Verbreitung und Beliebtheit einer mobilen Plattform innehaben. Jetzt ist Zeit zu handeln.

[Inspiriert von einem Posting bei Phandroid]

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