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Android-Pete: Wohin mit dem Smartphone beim Sport?


18.05.2012, 17:05 Uhr

ifitness

Ist ja alles schön und praktisch mit dem Smartphone und all den Lauf- und Sport-Apps den eigenen Trainingsfortschritt zu überwachen und zu optimieren – wenn da nur das Smartphone nicht wäre. Das stört nämlich zuweilen gewaltig beim Laufen. Und so greifen Sportbegeisterte immer wieder zu speziell für diesen Zweck entworfenen Handytaschen, die mal mehr, mal weniger gut sind. Unser Android-Pete nutzt solche Produkte auch und stellt euch im Folgenden seine Favoriten vor.

Wohin mit dem Smartphone beim Sport?

Noch vor ein, zwei Jahren wurde man müde belächelt, trug man beim Laufen sein Smartphone in einer unbequemen Tasche am Oberarm mit sich herum. Mittlerweile ist der Anblick alles andere als ungewöhnlich – ob der Tragekomfort am Arm allerdings gestiegen ist, darf man bezweifeln. Zugegeben, ich war auch noch nie ein Freund von Oberarmtaschen, vielleicht zu Unrecht. Aber 2 Minuten tragen waren ausreichend, um mich nach Alternativen umzusehen. Überzeugt haben mich schließlich Hüfttaschen, die entgegen meiner Erwartung nahezu unmerkbar am Körper getragen werden können, selbst bei mehrstündigem Training.

Ein Nachteil dieser Methode fällt natürlich sofort auf: Das Smartphone ist versteckt in der Tasche, das Display im Vergleich zur Oberarm-Variante nicht ablesbar. Mich stört das allerdings nicht – schließlich unterstützen die meisten Apps auch Audio-Feedback, falls man die aktuellen Werte während des Workouts überhaupt erfahren möchte. Ein weiterer Nachteil ist jedoch, dass ein Teil des GPS-Signals vom eigenen Körper verdeckt wird (den besten Empfang bietet hier theoretisch das Tragen am Unterarm, dass diese Lösung praktisch aber kaum Sinn mach, dürfte klar sein). Nach der Auswertung diverser Läufe muss ich allerdings anmerken, dass sich die Fehlerquote bei der Hüftvariante in Grenzen hält: Auf 10km kam eine Abweichung von max. 100 Metern – sprich 1% – zustande. Wenn es nicht gerade um Wettkämpfe geht, kann ich damit wunderbar leben.

Mein persönlicher Begleiter ist aktuell die Neopren-Tasche von iFitness, mit der ich voll und ganz zufrieden bin: Neben dem Smartphone kann auch noch Kleingeld oder ein Schlüssel mitgenommen werden – dank getrennter Fächer sogar ohne dabei das Display zu zerkratzen. Sie ist waschbar und kann mit diversem Zubehör (Getränkehalter, Zusatztaschen etc.) bestückt werden. Allerdings habe ich diesen Anbieter aus den USA in Deutschland bisher nur auf Sportmessen gesehen. Ob ein Vertrieb in Europa geplant ist, konnte ich nicht erfahren. Aber zahlreiche andere Hersteller führen solche Taschen ebenfalls in ihrem Angebot.

Wer über die Anschaffung einer Tasche – egal ob Oberarm oder Hüfte – nachdenkt, sollte auf jeden Fall den Gang in den Sportladen nicht scheuen. Das Angebot im Internet ist mit Sicherheit um ein Vielfaches größer; ob einem das jeweilige Tragesystem zusagt und wie das persönliche Empfinden beim Laufen ist, lässt sich aber online kaum herausfinden. Ein kurzer Probelauf bringt oft einen guten ersten Eindruck. Auf jeden Fall lohnt es sich, in Erfahrung zu bringen, wie sich das Material beim Schwitzen verhält. Plastik ist hier eher nicht ratsam.

Hör auf dein Herz

Möchte man das Smartphone zusätzlich zum GPS-Tracken auch zur Aufzeichnung des Pulses nutzen, kommt man kaum um einen Brustgurt mit Bluetooth herum. Eine andere Möglichkeit wären zwar Geräte mit ANT+-Unterstützung – abgesehen von einigen Sony Xperia-Modellen bringt aber im Moment kein Smartphone diesen Standard von Hause aus mit. Bleibt zu hoffen, dass sich hier zukünftig noch einiges tut – schließlich sind die Einsatzgebiete von ANT+ absolut vielersprechend und die Vorteile gegenüber Bluetooth ziemlich deutlich: Allein die Batterielaufzeit der Sender schlägt Bluetooth um Längen. Einen Vergleich, der natürlich durch die Herstellerbrille betrachtet ist, findet ihr hier.

Bei den Bluetooth-Brustgurten dient hier zunächst der Polar WearLink Bluetooth als Referenz. Beim ersten Auspacken fällt gleich auf, dass dieser deutlich größer ist, als die üblichen Brustgurte für Handgelenk-Pulsuhren. Der Sender ist separat verpackt und wird über zwei Druckknöpfe am Gurt befestigt. Wichtig ist dabei, den Sender nach jedem Training zu entfernen, da anderenfalls die Batterie recht schnell den Geist aufgibt. Der Tragekomfort unterscheidet sich zunächst trotz der größeren Abmaße für mich nicht sonderlich von anderen Brustgurten: Das Gurtmaterial ist bequem und kann durch die Größenverstellung an einen Brustumfang zwischen 65 – 110 cm angepasst werden. Besonders bei engen Shirts kann aber schon ein Fremdkörpergefühl auf der Brust auftreten. Die Suche nach der perfekten Position und der optimalen Größeneinstellung kann überdies durchaus einige Workouts in Anspruch nehmen.

Vor dem Training wird der Brustgurt unter fließendes Wasser gehalten um die Kontakte zu befeuchten. Während des Trainings sorgt dann der Schweiß für die Übertragung der Herzfrequenz. Bei wenig schweißtreibenden Sportarten kann man hier schon mal Probleme bekommen – ein Manko, das allerdings auf alle Brustgurte zutrifft. Die meisten Sportapps unterstützen mittlerweile die Kopplung von Bluetooth-Sensoren und die klappte in allen Fällen auch problemlos. Einmal erkannt, wird bei jedem Start der App automatisch die Verbindung zum Sender gesucht und zumindest bei mir auch recht schnell gefunden. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine einigermaßen volle Batterie. Die mitgelieferte CR2025 überlebte bei mir gerade mal 3 Läufe – glücklicherweise hielt die nächste Knopfzelle rund fünfmal länger. Rechnet man mit dem Durchschnittspreis einer Knopfzelle von einem Euro und einer Einsatzdauer des Senders von acht Stunden pro Woche, ergeben sich pro Jahr ca. 25 Euro Batterienkosten. Nicht unbedingt preiswert, aber noch vertretbar. Laut Hersteller soll die Batterie im übrigen 50-80 Stunden halten – das klappt aber höchstens in einem sehr unwahrscheinlichen Idealfall.

Die Auswertung der aufgenommen Werte ergab einen lückenlosen Verlauf der Aufzeichnung mit plausiblen Ergebnissen. Seine Hauptaufgabe erfüllt der Polar WearLink Bluetooth also ohne Beanstandung. Beim Benutzen von Runtastic in Verbindung mit einem Kopfhörer bekam ich allerdings recht häufig den Hinweis „Verbindung zum Herzfrequenzmesser verloren“ – kurz danach wurde sie aber stets wiedergefunden. Auch hier gilt natürlich: Je näher das Smartphone am Sender, desto besser. In der Oberarmtasche oder am Lenker dürfte es kaum Ausfälle geben, bei mehreren Textilschichten und hinten an der Hüfte getragen vielleicht schon eher. Im Übrigen weist Runtastic auch auf eine (beinahe) leere Batterie hin – praktisch, wenn man sich nicht sicher ist, wie lange man den Gurt noch einsetzen kann.

Fazit: Qualitativ und technisch gibt sich der Polar WearLink Bluetooth keine Blöße. Das Material ist sehr gut und macht einen langlebigen Eindruck, der Gurt ist in der Maschine waschbar, die Batterie kann selbst gewechselt werden (nicht unbedingt Standard bei Polar!). In puncto Funktionsumfang bleibt ebenso kaum ein Wunsch übrig; lediglich bei leerer Batterie oder zu großer Entfernung zwischen Sender und Smartphone kommt es zu Aussetzern. Abstriche gibt es für die Batteriekosten und das etwas klobige Format. Beides ist aber in meinen Augen verkraftbar.

Noch ein Wort zum GPS

Wer lange Initialisierungszeiten beim GPS-Empfang bemerkt, sollte mal einen Blick auf Faster GPS werfen: Bei meinem LG P990 (mit V20Q StockROM) war der Unterschied gleich spürbar. Wartezeiten von bis zu fünf Minuten trotz freier Sicht und klarem Himmel waren für mich vorher leider keine Seltenheit. Nun liegen diese meist unter zwanzig Sekunden. Vorraussetzung ist allerdings ein gerootetes Phone. Bei der CM7 hat der Einsatz von Faster GPS für mich keine spürbaren Unterschiede gebracht, dort waren die Zeiten vorher bereits akzeptabel.

What’s next?

Im nächsten Artikel heißt es dann Bühne frei für den Sports Tracker von sporttracklive.com. Und – soviel sei schonmal verraten – der macht bisher einen richtigen guten Eindruck.

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  • Anonymous

    Zum Überprüfen der Trainingsdaten kann man auch die Smartwatch von Sony in Verbindung mit Endomondo verwenden.

  • Camulos

    tja bei meinem xperia active is ne armhalterung dabei, somit hab ich null probs XD

  • Anonymous

    Sehr gute Idee!
    Ist die Smartwatch denn wasserdicht bzw. einigermaßen sporttauglich?

  • Anonymous

    Ich besitze die Smartwatch selbst nicht, wasserdicht ist sie glaube ich nicht, aber wenn eine Sportapp damit funktioniert, denke ich, dass sie auch sporttauglich sein wird, ggfs. einfach mal nach Erfahrungsberichten googlen.

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