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WhatsApp: Adressbuchabgleich verstößt gegen Datenschutzgesetz


29.01.2013, 10:40 Uhr

whatsapp-effekt

WhatsApp kommt trotz ungebrochener Beliebtheit aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus — oder umgekehrt: Sowohl die kanadischen als auch die niederländischen Datenschutzbeauftragten monieren nach jüngsten Meldungen den automatischen Abgleich mit dem Adressbuch des Nutzers, ohne den die Messaging-App bislang nicht nutzbar war, und damit verbunden die Tatsache, dass WhatsApp auf diese Weise Zugriff auf Daten und Telefonnummern von Nicht-Nutzern erhält.

Wer WhatsApp unter Android installiert, kennt das: Die App durchforstet selbstständig das Adressbuch des Nutzers und fügt Kontakte hinzu. Eine Möglichkeit, diesen Vorgang zu überspringen und die gewünschten WhatsApp-Buddies händisch hinzuzufügen, besteht nicht — zumindest nicht unter Android (bei iOS sieht das anders aus).

Und das geht den niederländischen und kanadischen Datenschutzbehörden, genauer dem Privacy Commissioner of Canada (OPC) und der CBP (College bescherming persoonsgegevens) mächtig gegen den Strich, weswegen sie schon vor einiger Zeit eine Untersuchung gegen WhatsApp eingeleitet haben. Heute wurden nun die Ergebnisse veröffentlicht und die lesen sich (von uns übersetzt und komprimiert) so:

Unsere Untersuchung hat ergeben, dass WhatsApp-Nutzer — außer iPhone-Nutzer mit iOS 6 — keine Möglichkeit haben, die App zu nutzen, ohne ihr Zugriff auf das komplette Adressbuch zu gewähren. Dieses beinhaltet aber in der Regel Daten von WhatsApp-Nutzern sowie Nicht-Nutzern. Dies widerspricht den Niederländischen wie den kanadischen Gesetzen zur Wahrung der Privatsphäre. Nutzer wie Nicht-Nutzer müssen die Kontrolle über ihre Daten behalten und Nutzer müssen die Möglichkeit haben, zu entscheiden, welche Kontaktdaten sie mit WhatsApp teilen möchten.

Aber man attestiert den Machern von WhatsApp auch, dass sie bereitwillig Schritte unternommen haben, um die Missstände zu beseitigen:

Auch wenn WhatsApp damit zum aktuellen Zeitpunkt noch gegen kanadisches und niederländisches Recht verstößt, hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, unsere Empfehlungen umzusetzen und die App hinsichtlich des Datenschutzes sicherer zu machen. Dennoch bleiben einige Punkte zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Zu den genannten Schritten gehören unter anderem diverse Verschlüsselungsmechanismen, die WhatsApp in den vergangenen Wochen und Monaten eingeführt hat sowie — laut Reuters — auch die Möglichkeit, unter Android die zum Messenger hinzuzufügenden Kontakte manuell auszuwählen. Ob letztere Maßnahme in den Niederlanden und Kanada schon umgesetzt wurde und ob sie auch international via Update ausgerollt werden wird, ist nicht klar.

Quelle: Reuters [via Engadget]

► Tipp: Mit der WhatsApp-Prepaid-SIM immer WhatsAppen – auch ohne Guthaben

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