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Ubuntu: Smartphone-OS angekündigt, kompatibel mit vielen Android-Geräten


03.01.2013, 10:45 Uhr

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Gestern Abend ließ Ubuntu-Chef Mark Shuttleworth in London die Bombe platzen: Mit Ubuntu for Phones wird Canonical, die Firma hinter der verbreitetsten Linux-Distribution weltweit, Ubuntu, ihr OS auch auf Smartphones bringen. Einige interessante Konzepte besitzt das Betriebssystem, Android-Smartphones sollen sich leicht „umrüsten“ lassen.

Symbian, Android, iOS, Maemo/Meego, Bada/Tizen, open webOS, Windows Phone/RT, Firefox OS, BlackBerry OS, und und und … mobile Betriebssysteme gibt es genug. Offenbar nicht genug, mag man bei Canonical gedacht haben. Dewegen wird es Ubuntu jetzt auch auf Smartphones geben. Hier das offizielle Vorstellungsvideo von Canonical-CEO Mark Shuttleworth (der erste Teil ist Selbstbeweihräucherung, relevant wird es ab Minute 5:20):

Ohne Zweifel sind viele der Konzepte von Ubuntu für Smartphones einfallsreich und vor allem neu, etwa die konsequente Ausrichtung von Apps auf Vollbildansicht, die gute Integration von Web-Apps auf einem Niveau mit nativen Apps, die Bedienung über die Bildschirmkanten, die geniale Benachrichtigungsleiste, und die Möglichkeit, per Anschluss an den Fernseher einen quasi vollwertigen Desktop-PC zu erhalten (diese Möglichkeit wurde uns bereits auf dem MWC 2012 vorgeführt). Allerdings wirkt das OS nicht besonders einsteigerfreundlich – denn den Kanten und Steuerungselemente für Apps fehlt es an standardmäßig sicht- und verstehbaren Bildschirmrepräsentanzen; die Lernkurve für die notwendigen Taps und Gesten, um zum gewünschten Ziel zu kommen, scheint recht steil zu sein. Man wird sehen müssen, wie das Canonical-Team dem unerfahrenen Einsteiger entgegenkommt.

Weil Ubuntu genau wie Android auf dem Linux-Kernel basiert, soll es relativ einfach möglich sein, Ubuntu for Phones auf Android-Geräte zu bringen, vergleichbar offenbar mit dem Flashen einer Custom ROM. In diesem Hands-On von Engadget läuft Ubuntu bereits auf einem Galaxy Nexus.

Mehr Vielfalt ist gut, viele UI- und Bedienkonzepte von Ubuntu for Smartphones sind aus unserer Sicht interessant, wenngleich das OS keinen allzu einsteigerfreundlichen Eindruck macht. Insgesamt sind wir trotzdem skeptisch, ob Ubuntu auf Smartphones Erfolg haben wird. Als Grund ist zum einen zu nennen, das als Basis immer noch ein Desktop-OS dient, wenngleich dieses an Touch-Steuerung angepasst wurde. Ob es in Sachen Sicherheit, Performance, Benutzerfreundlichkeit und Interaktion von Anwendungen untereinander einem spezifisch für Mobilgeräte entworfenen OS wie Android in absehbarer Zukunft das Wasser reichen kann, halten wir für zumindest zweifelhaft.

Auch der augenscheinliche Vorteil, dass Ubuntu-native Anwendungen sofort auf dem Smartphone laufen wird dadurch negiert, dass diese erst einmal auf Touch-Steuerung angepasst werden müssen. Ein Aufwand, der nur zu gerne unterschätzt wird.

Hat Ubuntu für Smartphones eine Zukunft? Was haltet ihr von den Bedienkonzepten? Eure Meinung in die Kommentare.

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