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Texas Instruments: Rückzug aus der Mobile-Branche


Ti-national

Eines der größten Technologieunternehmen der USA will sich in Zukunft aus dem Mobile-Bereich zurückziehen. Texas Instruments, Hersteller der OMAP-Prozessoren, will sich künftig auf andere Branchen konzentrieren und überlässt das Feld der Konkurrenz aus Kalifornien und Fernost.

Texas Instruments, die Firma, die Leuten aus der Prä-Smartphone-Ära vermutlich vor allem als Hersteller von Taschenrechnern (Ein Taschenrechner von TI war zu meiner Jugendzeit unter den Taschenrechnern ungefähr das, was das Samsung Galaxy S3 momentan unter den Smartphones ist) bekannt ist, hat jetzt angekündigt, sein Geschäft in Zukunft von der Produktion von Chips für Smartphones und Tablets wegzubewegen.

Grund für die Änderung der Geschäftsstrategie ist wohl die übermäßig starke Konkurrenz von anderen Herstellern wie Samsung oder Qualcomm. Wir vermuten, dass auch der Einstieg von Intel in diesen Markt und die wachsende Konkurrentz von Billiganbietern aus China zu dieser Entscheidung beigetragen haben dürfte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will man bei Texas Instruments künftig den Fokus eher auf den Industrie- und Automobilsektor richten. Diese Branche verzeichne wohl einerseits zwar nicht so hohe Wachstums- und Profitraten, sei aber insgesamt stabiler und berechenbarer – was laut Aussagen von TI-Mitarbeitern ein Grund für das Umdenken sein dürfte.

Bei den Anlegern verursachte die Ankündigung erst einmal Misstrauen – die Aktien von Texas Instruments fielen nach der Bekanntgabe um 3 Prozent. Zwar beteuerte das Unternehmen, vorhandenen Kunden weiterhin Support zu gewährleisten, Analysten interpretieren die Nachricht aber dementsprechend, dass TI seine OMAP-Prozessoren mittelfristig völlig vom Mobile-Bereich weg und in anderen Anwendungsgebieten (wie etwa dem Automobilmarkt) zum Einsatz bringen möchte.

Texas Instruments ist eine der größten US-Technologieunternehmen und hat seinen Hauptsitz in Dallas, Texas. Im Mobile-Bereich war die Traditionsfirma für die Produktion der OMAP-Prozessoren bekannt, die unter anderem in Spitzengeräten wie dem Samsung Galaxy Nexus oder dem Kindle Fire verbaut sind. Mittlerweile bauen Konzerne wie Samsung ihre Chips aber schlicht und ergreifend selbst, anstatt bei Texas Instruments zu bestellen und der Aufstieg von Qualcomm hat dem texanischen Traditionsunternehmen das Leben wohl richtig schwer gemacht. Künftig wird der Markt wohl von Qualcomm, Nvidia und Samsung dominiert werden. Schade, denn die TI-CPUs auf ARM-Basis sind solide und bei Entwicklern aufgrund der vergleichweise transparenten Treiberpolitik beliebt.

Aus Nostalgiegründen habe ich tatsächlich gerade nochmal meinen alten TI-Taschenrechner ganz unten aus der Schublade gekramt – funktioniert noch einwandfrei.

[via Android Central]

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