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Sony Xperia S: Dank AOSP-Support bald (beinahe) ein Nexus-Gerät?


18.08.2012, 18:50 Uhr

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Jean-Baptiste Queru, der Android als Open Source-Projekt (AOSP) bei Google verwaltet, hat eine Ankündigung vorgenommen, die in der Geschichte Androids einzigartig ist: Im Nachhinein soll mit dem Sony Xperia S ein Android-Gerät in den Stamm der direkt von AOSP unterstützen Geräte aufgenommen werden. Allerdings nur, wenn die Community mithilft.

In der Geschichte von Android wurden immer wieder Codefragmente in den Quellcode aufgenommen, die spezifisch für bestimmte Geräte waren und das direkte Kompilieren ermöglichen konnten: Meistens waren das die Nexus-Geräte mit dem offiziellen Segen von Google, aber auch das Motorola XOOM und das HTC Dream/T-Mobile G1 als „Google Experience“-Geräte gehörten dazu. Nur wurde das noch nie nachträglich getan. Die Entscheidung für das Sony Xperia S ist also, zumindest zwischen den Zeilen gelesen, als Adelung des Smartphones durch einen Google-Offiziellen zu verstehen.

Die nachträgliche Aufnahme von gerätespezifischem Code in Form eines eigenen Git-Projektes für das Sony Xperia S sei zunächst nur ein Experiment, so Queru. Die Entscheidung sei auf das Xperia S gefallen, da es sich um ein modernes GSM-Gerät handele, dessen Bootloader entsperrbar ist und das von einem Hersteller gefertigt wird, das sich um Android als Open Source-Projekt verdient gemacht hat.

Bislang ist lediglich ein Skelett in den Android-Codestamm aufgenommen worden. Queru baut jetzt auf die Community, Beiträge zu leisten, sodass ein vollständiger Kernel kompiliert werden kann. Man solle jedoch davon absehen, proprietäre Daten ohne entsprechende Lizenz hochzuladen.

Interessanterweise haben auch die Entwickler der CyanogenMod für das Sony Xperia S, in Person von Andreas „Bin4ry“ Makris aus dem Team FreeXperia gleich Bereitschaft signalisiert, mitzuhelfen. In einer Diskussion, ob das AOSP-Projekt für das Xperia S eher auf dem CM-Kernel oder dem von Sony zur Verfügung gestellten Quellcode basieren sollte, kristallisierte sich heraus, dass die Verwendung der CyanogenMod-Basis unter Umständen mehr Flexibilität zulässt, zumal der Sony-Kernel noch nicht auf Android 4.1 abzielt.

Heißt das jetzt also, dass Besitzer des Sony Xperia S ein Nexus-Gerät besitzen? Nein, das noch lange nicht. Genug Engagement der Community vorausgesetzt, könnte das Experiment von Jean Baptiste Queru aber gelingen und das Xperia S irgendwann genauso schnell mit aktuellen Android-Updates versorgt werden wie die Nexus-Geräte – natürlich nur, wenn der Nutzer sich entscheidet, auf die Sony-Firmware zu verzichten und den AOSP-Weg zu gehen.

Interessant wird, wie Sony auf Querus Ansatz reagiert – zwischen Ablehnung der Pläne bis hin zur Code-Mithilfe durch die eigenen Programmierer ist vieles drin. Angesichts der jüngeren Geschichte von Sony Ericsson und Sony, die nicht nur Google bei AOSP, sondern sogar die Devs der CyanogenMod tatkräftig unterstützt haben, gehen wir ganz stark davon aus, dass sich Sony offen gegenüber diesen Entwicklungen zeigt. Und warum auch nicht – das Xperia S ist ein immer noch performantes Gerät zum guten Preis (hier unser Testbericht). Verschiedene Firmware-Optionen sind da nur ein weiterer Kaufanreiz.

Quelle: Google Group „Android Building“ [via The Verge]

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    [...] gemeinsame Experiment von Sony und Jean Baptiste Queru, dem Vorsitzenden des Android Open Source Project [...]

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