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SMS-Offensive mit RCS-e: Telekom, Vodafone und Telefónica planen gemeinsamen Messaging-Dienst


23.01.2012, 17:40 Uhr

SMS

Die SMS ist eigentlich so gut wie tot – die meisten Smartphone-Besitzer nutzen Google Talk oder WhatsApp, um auch plattformübergreifend in Kontakt zu bleiben. Das gefällt den großen Mobilfunkanbietern natürlich gar nicht, schließlich verlieren sie dadurch ‘ne Menge Geld. Deswegen haben sich drei zusammengetan, um etwas dagegen zu unternehmen … wenn das mal gut geht.

Mein Lieblings-Medium, der Focus, hat mal wieder Fakten, Fakten, Fakten aus der bunten Welt der mobilen Kommunikation ans Licht gebracht: So meldet das dickste der deutschen Boulevardblätter heute, dass die Telekom, Vodafone und Telefónica gemeinsam einen Messaging-Dienst an den Start bringen wollen, der das Abwandern der bisherigen SMS-Kunden zu Drittanbietern wie WhatsApp unterbinden und kompensieren soll.

Und wie soll das gehen? So ganz im Detail bekannt ist das leider noch nicht. Die Rede ist von einem „Rich Communication Suite enhanced“-Dienst (RCS-e), der vom Branchenverband GSMA entwickelt wird, den Austausch von Textnachrichten, Sprache, Bildern, Videos und Dateien erlauben und dabei einiges besser machen soll, als bisherige Services: „Im Gegensatz zu vorhandenen Messaging-Diensten müssen sich die Kunden der Netzbetreiber, die RCS-e anbieten, keine Gedanken mehr machen, welche Kontakte welchen Messenger nutzen und wer wie am besten zu erreichen ist“, erklärte ein Vodafone-Sprecher gegenüber dem Fokus. So soll zum Beispiel schon im Adressbuch angezeigt werden, ob sich ein Kontakt in einem Gebiet mit schnellem Datentransfer befindet, um ein Video empfangen zu können.

Ich bin nicht ganz sicher, ob oben genanntes Szenario wirklich eine drängende Frage ist, die sich WhatsApp-Nutzer häufig stellen. Wann der Dienst verfügbar sein soll, wurde nicht erklärt. Samsung hatte vor ein paar Monaten mit ChatOn (oder „Schaton’“ wie wir es Redaktions-intern nennen) ein ähnliches Experiment gestartet – konnte sich damit bislang am Markt aber nicht wirklich platzieren.

E-Plus wird wissen, warum sie bei der Provider-Offensive lieber (noch) nicht mitmachen …

FOCUS [via SmartDroid]

  • Ben

    Das ganze kommt mir so vor wie damals, als ein ein grosser Elektronikkonzern (wie auch die Musikindustrie) es verschlafen hat, auf den MP3-Zug aufzuspringen. Dann kam der Apfel und der Rest ist Geschichte.

  • Noel

    hm, trotzdem haben im Jahr 2011 die Deutschen so viele SMS verschickt, wie noch nie zuvor. War erst neulich im Radio zu hoeren. Also, denken die Provider doch mal mit? Nicht wie die Musik und Filmindustrie…

  • Ben

    Darum geht es ja. Jetzt wird sich zeigen ob die Provider auf die Smartphones und Internet-Flatrates adäquat reagieren. Wenn die Provider keine attraktiven Alternativen in Sachen SMS bereitstellen, werden die Konsumenten auf kurz oder lang auf kostenlose Alternativen ausweichen.
    In den nächsten Jahren werden deutlich mehr Menschen ein Smartphone mitsamt einer Internet-Flatrate besitzen, wer wird dann noch bereit sein für SMS zu zahlen?

    Ich denke das der SMS-Versand aus 2011 auf den SMS-Flatrates begründet ist. Ich denke aber das die Zahlen bei steigenden Smartphone’s sinken werden und der Großteil auf kostenlose Alternativen umsteigt.

  • Tobi

    Mir leuchtet nur nicht ein warum die Provider auf eine kostenlose Alternative mit einer kostenlosen Alternative antworten um das Abwandern der Kunden zu unterbinden…damit lässt sich doch kein Geld verdienen, also können die Kunden doch hinwanderen wo sie wollen