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Smartphone-Kameras: Toshiba-Modul ermöglicht unschärfefreie Bilder


29.12.2012, 10:16 Uhr

toshiba-bildsensor

Fotos ohne Unschärfe oder mit im Nachhinein selbst justierbaren Schärfebereichen können momentan nur von Geräten aufgenommen werden, die sehr teuer und vergleichsweise groß sind. Ein neuartiger Bildsensor von Toshiba ist so klein, dass er entsprechende Fähigkeiten in Smartphones bringen kann.

Wer sich für Fotografie interessiert, wird den Namen Lytro schon einmal gehört haben. Das Unternehmen aus den USA hat eine Kamera entwickelt, mit der man Fotos schießen kann, die man entweder im Nachhinein auf verschiedenen Bildebenen scharfstellen kann oder die überhaupt keine Unschärfe besitzen. Jenes Prinzip der recht klobigen Lytro Light Field Camera könnte bald auch in Smartphones und Tablets Einzug halten: Die japanische Firma Toshiba entwickelt ein Modul, das die dafür notwendige Technik in ein etwa 1 x 1 x 1 cm großes Kästchen quetscht.

Im Inneren dieses Kameramoduls befinden sich nicht weniger als 500.000 Mikrolinsen, die vor einem Sensor mit der Größe von 5 x 7 mm platziert sind. Aus den von ihnen aufgenommenen Einzelbildern wird nach dem Auslösen ein komplettes Bild zusammengesetzt, das dann entweder per Software fokussiert oder durchgehend scharf gestellt wird.

toshiba kameramodul

Depth-of-Field-, also Tiefenschärfe-Effekte waren bislang ein kaum benutzbares Stilmittel für Smartphone-Kameras, dieses neue Kameramodul könnte das ändern. Ein wenig Skepsis ist allerdings zu hegen, ob ein solches Modul tatsächlich in echten Geräten Einzug halten wird. Zum einen, weil ein Smartphone damit recht dick werden würde, zum anderen, weil das Modul mit Sicherheit deutlich teurer ist, als die Linsen, die bislang in den Geräten verbaut werden. Spannend wäre es in jedem Fall, denn ein Hauptteil der Zeit, die beim Fotografieren mit dem Handy zwischen Druck auf den Auslöser wird mit der automatischen Fokussierung verbraucht.

Toshiba ist derzeit auf der Suche nach Hardwarepartnern, die das Kameramodul in ihre Produkte implementieren und möchte erste Geräte am Ende des eigenen Fiskaljahrs 2013 herausbringen – das wäre im ersten Quartal 2014 und gerade rechtzeitig für die großen Messen CES und MWC des nächsten Jahres. Hoffen wir, das bis dahin die Fotoqualität etwas besser ist als die in den von Toshiba herausgegebenen Beispielbildern (siehe oben).

Findet ihr diese Technologie spannend oder denkt ihr, dass in Smartphones weiterhin reguläre Kameramodule verbaut werden? Eure Meinung in die Kommentare.

Quelle: Asahi Shimbun [via Mobile Geeks]

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