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Samsung: Konzern verbietet Mitarbeitern Kampftrinken


10.12.2012, 18:11 Uhr

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Das will man selbst als trinkfester Deutscher kaum glauben: In koreanischen Unternehmen wird generalsstabsmäßig gebechert und das ist einem bekannten Elektronikgiganten wohl mittlerweile zu viel geworden: Samsung hat seinen Mitarbeitern Regeln auferlegt, die den Konsum von Alkohol deutlich einschränken sollen. Was steckt hinter der Antisuff-Maßnahme?

Es stimmt — Asiaten vertragen Alkohol deutlich schlechter als wir Europäer. Wer allerdings glaubt, dass deswegen in Asien nicht getrunken wird, der liegt falsch. Gerade die Koreaner lassen es in Sachen Suff ordentlich krachen: Sie sind mit Abstand die heftigsten Trinker Asiens und haben nach Angaben der World Health Organization den höchsten Pro-Kopf Verbrauch von Spirituosen weltweit.

In Korea ist das allwöchentliche Saufen mit den Arbeitskollegen, „hoesik“ genannt, ein festes Ritual der dortigen Businesskultur. Dabei wird von den Arbeitskräften niedrigeren Ranges erwartet, dass sie ihre Vorgesetzten unterhalten — unter anderem mit Trinkspielchen und Wettsaufaktionen; wer da nicht mitmacht, steht schnell im Karriere-Abseits.

Jetzt hat offenbar ausgerechnet einer der größten Konzerne Koreas und vermutlich auch der bekannteste, nämlich Samsung, diesem Treiben einen Riegel vorgeschoben: Wie der Blog Korea Realtime berichtet, hat Samsung für seine Mitarbeiter strenge Auflagen erlassen, die die Alkohol-Eskalationen bei den „hoesik“, was übersetzt übrigens so etwas wie „Belegschaftsessen“ heißt, verhindern sollen. So wird den koreanischen Angestellten von Samsung unter anderem verboten, Kollegen oder Untergebene zum Konsum von alkoholischen Getränken aufzufordern; außerdem ist das Trinken von alkoholischen Mixgetränken der Belegschaft ab sofort untersagt.

Als deutscher Arbeitnehmer möchte man da direkt einen schweren Eingriff in die Privatsphäre anklagen, aber die Betriebszugehörigkeit und das Unterwerfen von Regeln, die vom Arbeitgeber aufgestellt werden, haben in Asien einen sehr viel höheren Stellenwert als in unseren Breitengraden. Die persönliche Identifikation mit dem Beruf liegt dort um einiges höher und eine lange Karriere bei einem Arbeitgeber gilt als hohe Auszeichnung — häufige Jobwechsel sind verpönt.

Samsung sieht sich also als Verfechter einer neuen, moderaten Trinkkultur, die den Koreanern vielleicht auch ganz gut tun würde. Mich würde ja mal interessieren, ob es diese Businessgelage auch in Nordkorea gibt und ob man dort ständig auf das Wohl des geliebten Führers anstoßen muss.

Korea Realtime [via Createordie]

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