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Ray Kurzweil: Interview mit dem Google-Visionär über AI & Spracherkennung


Ray-Kurzweil

Der Wissenschaftler und Zukunftsprophet Ray Kurzweil ist seit kurzem bei Google als Director of Engineering angestellt. Seine Aufgabe: Bei der Erforschung von maschinellem Lernen und der Verbesserung von Spracherkennung behilflich sein. In einem Video-Interview spricht Kurzweil über seine Aufgabe bei dem Suchgiganten.

Erfinder und Futurist Ray Kurzweils aktuelle Obsession ist das menschliche Gehirn und die Frage, ob es möglich ist, dieses in einem Computer künstlich zu erschaffen. Das Thema ist nicht nur Subjekt seines neuen Buches „How to create a mind“, sondern passt auch gut zu seiner Tätigkeit bei Google. Dort arbeitet Kurzweil mit den Google-Ingenieuren daran, durch künstliche Intelligenz den Umgang mit Suchmaschinen zu verbessern, etwa im Bereich der Spracherkennung . In einem etwa 11-minütigen englischen Video-Interview erklärt der Technologie-Pionier seine Herangehensweise:
„Wir möchten Computern die Fähigkeit geben, Sprache tatsächlich zu verstehen.“

Die Zukunft der Suche im Netz soll laut Kurzweil dann mit möglichst wenig Kommunikation auskommen müssen. Erklärtes Ziel: Die Suchmaschine soll durch komplexe Analyse die Anfragen der Nutzer kennen, bevor er selbst es tut. „Ich stelle mir vor, dass in wenigen Jahren die Mehrheit der Suchanfragen beantwortet wird, bevor sie als User überhaupt nachfragen.“ meint Kurzweil unter anderem im Interview. Das klingt doch fast auch nach dem, wo Google Now derzeit hinstrebt.

Ray Kurzweil ist eine der schillerndsten Figuren der aktuellen Wissenschaftsszene. Der mehrfach ausgezeichnete Erfinder beschäftigt sich seit Jahrzehnten verstärkt mit der Beobachtung und Prognostizierung von technologischer Entwicklung, besonders auf dem Feld der künstlichen Intelligenz. Viele der Szenarien, die Kurzweil in seinen Büchern und Vorträgen entwirft, klingen nach abgehobener Science-Fiction. Laut seinen Vorhersagen wird die Menschheit innerhalb der nächsten Jahrzehnte Maschinen mit menschlicher Intelligenz erschaffen, die Energieversogungs- und Nahrungsprobleme des Planeten lösen und sich mittels Implantate klüger, widerstandsfähiger und sogar unsterblich machen. Kurzweil prophezeit eine Welt, in der Menschen ihren Geist ins Internet hochladen können und dauerhaft in virtuellen Welten leben können. Zentraler Punkt seiner Zukunftsthesen ist die technologische Singularität, also der Punkt, an dem maschinelle Intelligenz die menschliche übersteigt. Mit dieser Theorie war er Mittelpunkt der Dokumentation „Transcendent Man“:

Mag das alles ganz schön abgehoben klingen – mit vielen seiner Prophezeiungen lag Kurzweil in der Vergangenheit erstaunlich richtig. So sagte er in den Achtzigern korrekt den Kollaps der Sowjetunion voraus und prognostizierte das Jahr, in dem ein Computer den Weltmeister im Schach schlagen würde. Ray Kurzweil ist mit seinen Vorträgen und Präsentationen eine feste Größe der internationalen Technologie-Szene. Umso besser, dass er jetzt für Google arbeitet.

Quelle: Singularity Hub [via The Verge]

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