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Ouya: Android-Spielkonsole erhält 2 Mio. Dollar auf Kickstarter


11.07.2012, 13:43 Uhr

Ouya

Vergangene Woche hatte Frank der mit Android befeuerten Ouya-Spielkonsole, die nur 99 Dollar kosten soll, in einer Tagesresterampe bereits gute Chancen auf Erfolg eingeräumt – dass diese so gut sind, wie sich jetzt durch das äußerst beeindruckende Ergebnis der Vorfinanzierung des Projekts via Kickstarter, herauskristallisiert, damit hätte er wohl nicht zwingend gerechnet: Innerhalb kürzester Zeit wurde die Ouya-Macher mit satten 2 Millionen Dollar zugeschüttet und haben ihr anfänglich selbstgestecktes Ziel von 950.000 Dollar schon nach 12 Stunden weit hinter sich gelassen.

Neu ist die Idee einer Spielkonsole, die auf dem Android-OS basiert ja nun nicht. Was Ouya von bisherigen Entwürfen dieser Art unterscheidet, ist die Professionalität des Projektes: Neben namhaften Designern stehen auch bekannte und erfahrene Personen aus der Gaming-Industrie hinter der Konsole.

Das Prinzip von Ouya fußt dabei auf zwei Grundgedanken: Zum einen findet Gaming klassisch auf großen Fernsehern im Wohnzimmer statt – und zwar mit einem Gamepad oder anderen, physischen Eingabegeräten. Kollege Ade, der in jüngster Zeit versucht hat Mass Effect: Infiltrator, N.O.V.A. 3 und aktuell Dead Trigger mit dem Touchscreen zu spielen, kann ein Lied von den Defiziten dieser Steuerungsmethode singen. Ouya läuft zwar mit Android, soll aber eben an einen HDTV angeschlossen und mit einem Gamepad bedient werden.

Der zweite Pfeiler ist die Idee, die Tegra 3-Konsole auch für Indie-Entwickler zu öffnen; etwas, das auf PlayStation und Xbox nach wie vor eher die Ausnahme ist. Android als Open Source-Betriebssystem trägt natürlich massiv zur Umsetzung dieses Öffnungs-Gedanken bei. Auch sollen Lizenzgebühren, wie sie bei Sony und Microsoft üblich sind, wegfallen. Und Entwickler haben die Möglichkeit, ihre Produkte teilweise kostenlos bereitzustellen; kaufwillige Gamer können dann zu einem späteren Zeitpunkt den Rest des Spiels gegen Zahlung erwerben.

Gut sieht sie ja aus, die Konsole. Und die ganze Idee war dann offensichtlich derart überzeugend, dass das Ouya-Team inzwischen bereits, 28 Tage vor Ablauf des angesetzten Finanzierungszeitraums, bereits über 2 Millionen Dollar zusammengesammelt hat – ursprünglich brauchte man „nur“ 950.000 Dollar zum Loslegen. Das führt nun dazu, dass sogenannte „Backer“, also alle die, die bereits eingezahlt haben, per E-Mail gefragt werden, wie das mehr an Geld denn nun ausgegeben werden soll respektive welche zusätzlichen Ziel das Ouya-Team damit in Angriff nehmen sollte – sehr demokratisch und ganz im Sinne des Kickstarter-Gedankens.

Wer jetzt selbst noch eingreifen und den Ouya-Machern zusätzliche Finanzspritzen gewähren möchte, hat verschiedene Optionen: So darf man sich für 10 Dollar schon jetzt einen Ouya-Username reservieren, für 99 Dollar kauft man sich dann quasi schon die Konsole inklusive eines Controllers – schaut einfach unter dem Quellink, welche der Backing-Optionen etwas für euch wäre.

Fraglich ist natürlich, ob dieses Projekt für den angepeilten Preispunkt von 99 Dollar wirklich realisierbar ist – sollten darauf überwiegend Casual Games laufen, und sich darauf leicht illegal besorgte Games auswählen lassen, wird es schwierig mit der Querfinanzierung. Zumal das Gerät auch an Attraktivität verlieren dürfte, sollte die Google-Zertifizierung und damit der Zugang zum Play Store fehlen. Sicher ist also bislang noch nichts, aber interessant bleibt das Projekt allemal. Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf die Ouya-Konsole und hoffen, dass die Macher mit dem ganzen Geld nun zügig in die Vollen gehen können.

Quelle: Kickstarter [via engadget.com]

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