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Opera Ice: Neuer Browser setzt auf Webkit-Engine & Gesten-Steuerung


19.01.2013, 11:41 Uhr

opera-ice

Die norwegischen Browserentwickler von Opera werden zum MWC 2013 einen Browser vorstellen, der gleich einen doppelten Umbruch in der Firmenhistorie darstellt: Opera Ice wird in seiner Benutzeroberfläche auf eine Vielzahl gängiger Browserelemente verzichten – und auf die firmeneigene Presto-Engine, zugunsten von WebKit.

Schon seltsam: Opera stellt seit Jahren Browser für alle gängigen Systeme her, schafft es aber vergleichsweise selten mit ihren – fast durchgehend hervorragenden und hochinnovativen – Produkten, signifikante Marktanteile am Browsermarkt zu erringen – Ausnahmen mögen die exklusiven Browser für verschiedene Nintendo-Konsolen und die Symbian-Version sein. Der Opera-Browser gilt als Programm mit einer kleinen, aber sehr eingefleischte Fanbasis. Unter Android sieht es mit den zwei zur Verfügung stehenden Opera-Browsern Mobile und Mini ähnlich aus (letzterer rendert Webseiten serverseitig und soll dadurch auf schwachen Geräten performanter sein): die Marktanteile sind zwar vorhanden, aber nicht berauschend.

Mit einem neuen Produkt für iOS und Android, dessen internes Präsentationvideo jetzt geleakt ist, will Opera Boden gutmachen: Opera Ice kommt für mobile Geräte mit Android und iOS. Der Browser setzt auf Browsing im Vollbild-Modus, ein minimales Layout und eine ungewöhnliche gestenbasierte Steuerung. Des weiteren soll Opera Ice auf Webkit setzen, die sowohl in Apple Safari als auch in Google Chrome verwendete quelloffene Rendering Engine. Hier das Video:

Die WebKit-Hinwendung der Norweger ist aus unserer Sicht insofern schade, als dass Opera damit dem guten hauseigenen Produkt, der Presto-Engine, eine Absage erteilt. Für iOS macht das gewiss Sinn, denn die Regeln im App Store sehen vor, dass alternative Browser für iPhone und iPad nur die Safari-Engine verwenden dürfen. Unter Android hingegen trägt Opera damit weiter zur WebKit-Monokultur bei: mit Ausnahme von Firefox Mobile setzen damit alle relevanten Browser auf diese Engine. Derzeit mag WebKit aufgrund ihrer Stabilität und Geschwindigkeit gewiss die beste Wahl sein, aber die Dominanz eines einzigen Marktteilnehmers hemmt natürlich auch immer Innovationen durch Konkurrenz.

Immerhin soll der reguläre Opera-Browser unter Android weiterexistieren. In einem Interview mit CNET gab Opera-CEO Lars Boilesen zu Protokoll, dass man dabei aber die Opera Mini-Funktionalität in Opera Mobile integrieren und damit beide Browser vereinen wolle.

Sind treue Opera-User unter unseren Lesern? Wie seht ihr Opera Ice – als innovatives Browserprodukt oder aufgrund seiner Hinwendung zu WebKit als Enttäuschung? Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Pocket-Lint [via Hacker News]

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