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NVIDIA Mobile Kepler-GPU: GTX-Grafikpower kommt 2014 ins Tablet [Video] [IFA 2013]


05.09.2013, 15:48 Uhr

Mobile-Kepler-NVIDIA

Im Rahmen der IFA 2013 hatten uns auch die Grafikspezialisten von NVIDIA zum Demo-Termin geladen, um uns zu zeigen, was wir im kommenden Jahr in Sachen mobiler Grafik erwarten dürfen. So viel vorweg: Was man uns auf einem Tablet mit der kommenden Mobile Kepler-GPU gezeigt hat, ließ unsere Kinnladen merklich herunterklappen. Und auch die Strategie, mit der NVIDIA den Mobile Kepler auf den Markt bringen wird, ist überraschend und erfolgversprechend gleichermaßen.

Seit wir Tablets und Smartphones zum Spielen nutzen, träumen wir auch davon, auf den mobilen Geräte endlich Grafik wie auf aktuellen Konsolen und High End-PCs erleben zu können. NVIDIA hatte schon vor geraumer Zeit angekündigt, diesem Ziel über die verschiedenen Tegra-Versionen peu à peu näher kommen zu wollen. Und was das kalifornische Unternehmen nun schon in der ersten Jahreshälfte 2014 in Form von finalen Produkten mit der Mobile Kepler-GPU Wirklichkeit werden lassen wird, ist tatsächlich schwer beeindruckend — wie die Tech-Demo auf einem Mobile Kepler-Tablet beweist:


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Und, wo hängt euer Kinnladen jetzt? Es kommt aber noch besser: Wie Igor Stanek, NVIDIAs Tegra PR-Chef für EMEAI, uns erklärt hat, wird der mobile Kepler lediglich 2 Watt Strom verbrauchen, wo eine vollwertige GTX 8800 sich ordentlich 250 Watt genehmigt. Dennoch soll der mobile Ableger dem großen Pendant kaum nachstehen. „Bezogen auf die reine (Gigaflops-)Performance ist Mobile Kepler der Konkurrenz um Jahre voraus.“, so Stanek weiter. Gleichzeitig gibt es natürlich konzeptionelle Unterschiede zwischen einer Desktop-GPU und einer mobilen Variante — so kann man einen Tablet-Grafikchip beispielsweise nicht aktiv kühlen und Microsofts Grafik-API Direct X gibt es unter Android eben nicht.

Mobile-Kepler1

Dafür wird der Mobile Kepler aber viele andere Befehlssätze und SDKs kennen, die auch der große Kepler bringt: CUDA, OpenGL ES 3.0 und 4.0 seien nur beispielhaft genannt. Das wiederum soll es Spiele-Entwicklern erlauben, ihre Konsolen- und PC-Titel möglichst problemlos auf Tablets und Smartphones mit Mobile Kepler-GPU übertragen zu können.

Mobile-Kepler2

Einen weiteren Clou hat NVIDIA bezüglich der Distribution des Mobile Kepler in petto: Es wird zwar gewiss einen Tegra 5-Chipsatz von NVIDIA geben, der CPU und GPU vereint, die Grafikspezialisten werden die reine mobile Kepler-Grafikeinheit aber auch an Hersteller von SoCs lizenzieren. Man ist bei NVIDIA nämlich — unserer Meinung nach ganz richtig — zu dem Schluss gekommen, dass mittlerweile die GPU auch eines mobilen Gerätes ein wichtiges Differenzierungsmerkmal ist. Und wer wäre nun prädestinierter sich dieser speziellen Nachfrage anzunehmen, als NVIDIA?

Namen der potenziellen Partner werden zwar aktuell nicht nicht genannt, allerdings wurde uns bestätigt, das nicht nur die Entwicklungsarbeiten am Mobile Kepler abgeschlossen sind (das was wir da oben im Video gesehen haben, repräsentiert also tatsächlich die finale Performance der GPU) und die Lizenzverhandlungen aktuell laufen. Auch wenn wir uns nicht vorstellen können, dass nun unbedingt Erzfeind Qualcomm im kommenden Jahr mit NVIDIA-GPUs an den Start geht, wäre es im Rahmen des Möglichen, dass zum Beispiel Samsung seinen Exynos-Prozessoren künftig statt PowerVR- oder Mali-Grafikeinheiten mit GPUs von NVIDIA bestückt (das ist nun aber wirklich nur eine Spekulation von uns).

So oder so, schon in der ersten Jahreshälfte 2014 sollen erste fertige Produkte mit mobile Kepler-GPU erscheinen — wir sind nach dem heute Gesehenen mächtig gespannt, ob wir schon in ein paar Monaten tatsächlich mit Grafik auf PlayStation 3-Niveau auf dem Tablet zocken können.

Und wer jetzt zu recht denkt, dass uns NVIDIA mit dem Tegra 4 im Januar dieses Jahres ja auch schon viel versprochen hatte, aber jetzt dieser Tage, mit fast 9-monatiger Verspätung tatsächlich Produkte mit diesem SoC in unseren Breiten vorgestellt werden, dem sei noch Folgendes erklärt: Auf meine Frage, was denn der Grund für die Verspätung des Tegra 4 sei, erklärten Igor Stanek und NVIDIAs PR-Direktor Luciano Alibrandi mir, dass viel an Entwicklungszyklen und dem Abwarten auf den Tegra 4i (mit LTE-Modem) lag.

Zwischen den Zeilen klang dabei auch mit, dass man sich bei NVIDIA durchaus bewusst ist, dass beim Tegra 4 nicht alles optimal gelaufen ist. Dies würde aber gerade im Hinblick auf den Tegra 5 respektive die Mobile Kepler-GPU dazu führen, dass das Jahr 2014 in Sachen mobiler Chips für die Kalifornier unter einem deutlich besseren Stern stehen wird — oder wie Luciano es formulierte: „Wir haben schwierige Entscheidungen getroffen, aber aus guten Gründen.“

Wir drücken die Daumen, hoffen das Beste und freuen uns auf 2014!

Die neuesten Infos und jede Menge frische Videos aus Berlin findet ihr auf unserer Sonderseite zur IFA 2013.

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