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Multi-Window unter Android: Bei CyanogenMod verboten, bei Samsung geduldet?


03.12.2012, 15:08 Uhr

Note2-Multi-Window

Mit dem Multi-Window-Feature spendiert Samsung Besitzern von Galaxy Note 2, 10.1 und bald auch Galaxy Note 1 und Galaxy S3 eine feine Funktionalität: Echtes Multitasking mit zwei gleichzeitig auf dem Display geöffneten Apps erlauben ganz neue Anwendungsszenarien auf Smartphone und Tablet. Doch so neu ist die Idee nicht: Auch das Team hinter der CyanogenMod wollte mit Cornerstone schon in der ersten Jahreshälfte einst ein solches Feature in ihre Mod integrieren — wurde dann aber von Google zurückgepfiffen.

Im Februar berichtete Kollege Frank euch von einer Multitasking-Technologie namens Cornerstone, die ihren Weg in die CyanogenMod — damals noch in der Version 9 — hätte finden sollen. Daraus ist bisher nichts geworden, und das liegt hauptsächlich daran, dass Google etwas gegen die Implementation des Features in die beliebte Modifikation hatte: Dianne Hackborn, ihres Zeichens Software-Ingenieurin in Mountain View, appellierte damals an das CM-Team, Cornerstone nicht in die CyanogenMod zu integrieren. Aus dem anfänglichen Appell wurden dann später sogar konkrete Drohungen, Nutzer der CM bei eingebauter Cornerstone-Funktion in ihrem Zugriff auf den Play Store einzuschränken — beispielsweise indem sie davon ausgeschlossen werden, App-Bewertungen im Play Store abzugeben. Ultima ratio wäre gewesen, CyanogenMod-Nutzern den Zugang zu Googles App-Marktplatz gleich komplett zu verwehren.

Und warum diese Drohgebärden aus Mountain View? Ganz einfach: Die Cornerstone-Technologie sollte jede App theoretisch in einem Fensterchen lauffähig machen; Anwendungen, die aber nicht speziell dafür angepasst wären, würden ob der resultierenden Darstellung in „fließenden“ und vor allem unkonventionellen Auflösungen unter Umständen unbefriedigend oder gar nicht laufen. Google wollte also vornehmlich vor allem Android-Entwickler (und natürlich die Attraktivität ihres Betriebssystems bei denselben) vor schlechten App-Bewertungen schützen, die lediglich aus der Nutzung von Cornerstone gerührt hätten.

So weit, so drastisch, aber auch nachvollziehbar. Warum aber darf nun Samsung mit ihrer Multi-Window-Funktionalität ein ähnliches Feature ganz unbehelligt auf aktuelle Android-Geräte bringen? Dianne Hackborn hat auf direkte Nachfrage zu diesem Umstand geäußert, sie hätte das Multi-Window von Samsung nie genutzt und stünde auch in keinerlei Kontakt mit den Koreanern.

Ob das stimmt, sei dahingestellt, faktisch gibt es aber einen großen Unterschied zwischen Samsungs Multi-Window-Feature und Cornerstone: Bei Samsung funktioniert das — zumindest ohne entsprechende Modifikation — nicht mit jeder x-beliebigen, sondern nur mit Apps, die vom Entwickler speziell dafür angepasst wurden. Die Angst Googles vor schlecht oder nicht laufenden Anwendungen wäre in diesem Fall also unbegründet. Umgekehrt erklärt sich so auch, warum Multi-Window auf dem Galaxy Note 2 und dem Note 10.1 eben nicht mit allen auf dem Gerät installierten Apps funktioniert.


Übrigens: Die meisten Google Anwendungen-unterstützen Samsungs Multi-Window-Feature — schwer vorstellbar, dass die App-Entwicklungsabteilung in Mountain View also in dieser Sache in keinerlei Kontakt zum Smartphone-Hersteller steht. Wir denken mal, dass hier eher diplomatisch geschwiegen wird, um die Entwickler und vor allem die Fans der CM nicht zu brüskieren. Schade, denn so bleibt das parallele Beackern zwei Apps wohl vorerst den Geräten aus Korea vorbehalten.

Was sagt ihr zu dieser Maßnahme Google? Hat man in Mountain View die hohen Herren aus Korea und ihre gar nicht so exklusive Technologie protegiert? Oder hätte das CM-Team das Veto mit einer obligatorischen Anpassung der Cornerstone-kompatiblen Apps umgehen können?

Quelle: Geek.com

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