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Motorola RAZR i: Erste App-Inkompatibilitäten des Intel-Chips


19.09.2012, 09:53 Uhr

Motorola-RAZR-i

Gestern hat Motorola das RAZR i, eine abgewandelte Form des RAZR M, das in Europa als erstes Smartphone mit einem auf 2 GHz getakteten Intel-Chipsatz auf den Markt kommen wird, vorgestellt. Unter unseren Lesern kam da die Frage auf, wie es denn mit der Kompatibilität der eigentlich für ARM-Prozessoren programmierten Android-Apps zum Intel-Prozessor aussähe. Tja, die Antwort folgt auf dem Fuß und fällt nicht gerade beruhigend aus: Chrome für Android scheint die erste Anwendung zu sein, die auf dem RAZR i (noch) nicht läuft.

Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass es in Sachen App-Kompatibilität auf Android-Geräten mit Intel-Chipsatz keinerlei Probleme geben sollte, da die meisten Anwendungen für die Dalvik Virtual Machine programmiert werden und somit eigentlich quasi Hardware-unabhängig laufen sollten. Lediglich die VM selbst und damit verbunden die installierte Android-Version muss natürlich an den jeweiligen Chipsatz angepasst sein (Entwickler korrigieren mich bitte, falls ich hier falsch liegen sollte).

Nun scheint es aber, als ob es auf dem gerade vorgestellten Motorola RAZR i mit dem nominell beeindruckenden 2 GHz-Intel-Prozessor doch Kompatibilitäts-Probleme gibt; pikanterweise ausgerechnte mit einer App, die von Google direkt kommt: Die Kollegen von androidcentral haben versucht den Chrome-Browser auf ihrem Testgerät zu installieren und prompt eine „package file is invalid“-Fehlermeldung erhalten. Auf Nachfrage bei Motorola erhielt man folgende Antwort:

There is not a version available that is optimised for Intel. We expect it at in-store launch or shortly thereafter.

Zu deutsch: Aktuell gibt es keine für Intel optimierte Version [des Chrome-Browsers]. Wir erwarten diese zum Launch des Gerätes oder kurz danach. Das hinterlässt bei uns ehrlich gesagt einen ziemlich faden Nachgeschmack – wenn schon Apps von Google selbst, denen Motorola ja gehört, weswegen man eigentlich eine ziemlich enge Zusammenarbeit in Sachen App-Optimierung erwarten dürfte, auf dem Intel-Chipsatz nicht ohne besondere Anpassungen laufen, wie sieht es dann erst mit Anwendungen von Drittanbietern aus? Laufen die – und falls nicht, werden sich die Entwickler die Mühe machen, ihre Apps möglicherweise umständlich an eine Hardware anzupassen, die bislang kaum verbreitet ist?

Es bleibt natürlich zu hoffen, dass es sich bei der Inkompatibilität von Chrome mit der Intel-Hardware um einen kuriosen Einzelfall handelt; in Sicherheit wiegt das potenzielle Käufer des RAZR i aber nicht gerade. Wer also nicht zum Versuchskaninchen für Intels Ausflug in die Smartphone-Welt werden möchte, wartet mit dem Kauf eines RAZR i wohl besser erstmal ab, bis sich das Ausmaß dieser Problematik ganz gezeigt respektive in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Was sagt ihr zu der Inkompatibilität von Chrome mit dem RAZR i – vermutlich ein Einzelfall oder Symptom eines größeren Problems? Werden Intel-Smartphones damit uninteressant für euch? Eure Einschätzung in die Kommentare.

androidcentral [via Android Authority]

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