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Larry Page: Interview mit dem Google-CEO über Innovationen, Facebook, Apple & mehr


18.01.2013, 16:50 Uhr

Google-Mitbegründer und -CEO Larry Page

In einem ausführlichen Interview des Magazins Wired mit dem Google-Mitbegründer und -CEO Larry Page äußert sich dieser zu konkurrenzgetriebenem Wettbewerb und wirklicher Innovation. Dabei gibt er unter anderem Einschätzungen zur Konkurrenz von Apple und Facebook und sagt, wo er deren Schwachstellen sieht.

Larry Page, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von Google, ist nicht gerade für seine Medienpräsenz bekannt. Gibt er dann doch ein Interview, wie etwa kürzlich dem Magazin Wired, werden seine Äußerungen aufs Peinlichste genau untersucht und interpretiert. Im Interview mit Wired spricht Page über die Unterschiede zwischen schrittweiser Verbesserung bestehender Produkte und gewagten Innovationen, sowie darüber, warum es besser ist, sich nicht immer an der Konkurrenz zu orientieren.

Zunächst beklagt Page das Vorgehen vieler moderner Technikfirmen, die ähnlich einem Sport-Team mehr darauf bedacht sind, die Konkurrenz zu übertrumpfen, als unabhängig davon gänzlich Neues zu entwickeln. Zwar erkennt er die Risiken, in etwas zu investieren, dessen Erfolg nicht gewiss ist, doch fürchtet er, dass die Branche durch diese Haltung zusehends an Erfindungsreichtum verliere. Als positives Beispiel für eine langwierige Investition, die sich letztendlich ausgezahlt hat, nennt Page die Entwicklung von Android, aber auch die weitaus zukunftsweisendere Arbeit der Google X-Labore, deren fahrerlose Autos in den letzten Monaten für Schlagzeilen sorgten.

An solchen gewagten Projekten mangele es etwa der Konkurrenz von Apple, die sich seit der Einführung des durchaus innovativen iPhones vor nunmehr über fünf Jahren und des Trendsetters iPad lediglich auf die inkrementelle Verbesserung bestehender Produkte beschränkt. Dies sei nicht nur demotivierend für die Mitarbeiter, die sich nicht kreativ ausleben können, sondern könnte dank der Schnelllebigkeit der Branche auch zum Abstieg der Firma führen. Dennoch sei Apple auch weiterhin ein wichtiger Partner, was nicht zuletzt am Apple Maps-Desaster erkennbar wurde.

Ein Feld, in dem Google zugegebenermaßen selbst der Konkurrenz nacheifert, ist Social Networking. Während Page, der sich mit der Entwicklung von Google+ zufrieden zeigt, die Größe und den Einfluss Facebooks anerkennt, wirft er dem Unternehmen Unfähigkeit im Umgang mit seinen Produkten vor. Weiterhin relativiert er die Position als direkten Konkurrenten, da er den Ansatz des eigenen Netzwerks als komplett verschieden betrachtet – so wie damals der Ansatz seiner unzweifelhaft erfolgreichen Suchmaschine verschieden war. Google+ sei nicht vom Schicksal Facebooks abhängig: Man würde von einem Abstieg der Konkurrenz ebenso wenig profitieren wie unter dem Erfolg ebenjener leiden. Weiterhin sieht er den Erfolg Google+’ dadurch bestätigt, dass die Konkurrenz das ein oder andere Feature – Facebooks Freundeskreise lassen grüßen – übernommen habe.

Im weiteren Verlauf des Interviews geht Page unter anderem auf das Problem der Patentstreitigkeiten sowie den damit verbundenen Kauf Motorolas ein. Wiederholt betont er dabei, dass Motorola auch jüngst wieder aufgekochten Gerüchten zum Trotz eine unabhängige, wenn auch zurechtgestutzte, Firma bleibe.

Zuletzt nimmt Googles CEO Stellung zum Lobbyismus gegen Gesetzesentwürfe, welche die Freiheit im Internet beschränken könnten. Diese verurteilt Page als ein wirtschaftlich motiviertes Ausnutzen der Ängste der Bürger, welches dem Ansehen der Regierungen auf Dauer nur schaden wird.

Das Interview ist in seiner Ganzheit recht interessant. Wer sich für das interessiert, was hinter den Kulissen und in den Köpfen der Chefs von Google passiert, sollte es lesen.

Wired: Google’s Larry Page on Why Moon Shots Matter

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