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Jelly Bean: Google geht in die Audio-Offensive


03.07.2012, 14:00 Uhr

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Spätestens seit Ice Cream Sandwich hat Android endgültig zum Platzhirsch unter den mobilen Betriebssystemen, Apples iOS, aufgeschlossen und dieses in einigen Bereichen sogar überholt. Ein großer Kritikpunkt ist allerdings auch unter Android 4.0 nicht verbessert worden: Audio – sowohl bei der Audioausgabe über den Docking-Port als auch der niedrigen Latenz hatten Apples Produkte immer die Nase vorn und haben so eine Vielzahl von Dockingstationen und Musik-Apps ermöglicht. Mit Jelly Bean hat Google nun endlich die langersehnten Änderungen vorgenommen und versucht, auch in diesem Bereich auf das Betriebssystem aus Cupertino aufzuschließen.

iOS ist das Betriebssystem für Kreative – das müssen sich Android-Nutzer seit jeher anhören. Die Vielzahl von Musik-Apps für Apples mobiles Betriebssystem haben dann auch regelmäßig Neidattacken hervorgerufen und mich immer wieder mit dem Gedanken spielen lassen, eventuell doch ein iDevice zu kaufen (Blasphemie!). Zum Glück gibt es inzwischen auch einige wirklich gute Apps für Android, aber im direkten Vergleich ist der Anteil weiterhin verschwindend gering. Der Grund ist in der hohen Audio-Latenz von Android zu suchen: Während es bei iOS nur 5,8 Millisekunden sind, hat das beste Android-Gerät es bislang nicht unter 100 ms geschafft. Mit Jelly Bean ändert sich das nun endlich, denn Google ist es gelungen, die Latenz auf sehr brauchbare 12 ms zu senken, spätere Android-Versionen sollen sogar unter 10 ms liegen. Damit dürfte Android nun auch für Entwickler von Musiksoftware interessant werden und hoffentlich ein bisschen Boden zu iOS wettmachen.

Damit ist Googles Offensive im Audiobereich aber noch nicht abgeschlossen: Auch die Audioausgabe über den USB-Port ist unter Android 4.1 endlich möglich. Künftig können wir uns also über viele Audio-Dockingstationen freuen, die man nicht erst per Bluetooth an das Smartphone oder Tablet koppeln muss, wie es noch beim Philips Fidelio AS581/10 oder dem Soundfreaq Soundstep Recharge der Fall war – eine USB-Verbindung reicht aus. Auf der Google I/O wurde auch schon die erste Dockingstation von Gear4, die die Audio-Ausgabe über den USB-Port unterstützt, vorgestellt.

Das Schöne an diesen beiden Neuerungen ist, dass sie jedes Gerät betreffen, das mit Android 4.1 ausgestattet wird – also auch ältere Geräte, die ein Geleebohnenbongse-Update erhalten, profitieren von dem Audio-Upgrade.

Was haltet ihr von dieser Veränderung? Freut ihr euch schon auf Musik-Apps und Audio-Dockingstationen, oder denkt ihr, dass Google diesen Schritt zu spät gegangen ist? Ab in die Kommentare mit eurer Meinung.

Quelle: Android Magazin und Synthopia

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    [...] möglichst geringe Latenz zu verwirklichen. Seit Jelly Bean haben sich die Latenz-Werte zwar in halbwegs brauchbare Regionen verlagert, da die Entwickler die App aber natürlich für eine möglichst große Anzahl von [...]

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