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Neue Instagram-AGB: Nutzerfotos können für Werbezwecke verkauft werden


18.12.2012, 15:29 Uhr

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Nach der Übernahme des Retro-Fotodienstes Instagram durch Facebook, welche auch von Mainstream-Medien aufmerksam verfolgt wurde, kündigte das Social Network bald an, die neue Plattform monetarisieren zu wollen. Einen ersten Schritt in diese Richtung in Form der Vermarktung von Nutzerfotos bereitet man für kommenden Monat vor. Allein der Nutzer hat das Nachsehen.

Dass das neue Jahr nicht nur Gutes bringen wird, steht für Benutzer der Foto-Plattform Instagram schon heute fest. Kündigte der neue Inhaber Facebook kürzlich an, den Service zukünftig – auf welche Art auch immer – monetarisieren zu wollen, so stehen erste Pläne in dieser Richtung nun fest: Ab dem 16. Januar 2013, so steht es in den jüngst überarbeiteten Geschäftsbedingungen, behält man sich vor, von Nutzern erstellte Bilder an Werbefirmen zu verkaufen. Den so erzielten Gewinn streicht aber Instagram selbst ein, der Fotograf – der auch weiterhin der Urheber sein wird – geht leer aus. Dies gilt darüber hinaus nicht nur für Bilder, auf denen der eigentliche Nutzer oder leblose Gegenstände zu sehen sind, sondern auch für alle übrigen Menschen, die dem Instagrammer vor die Linse gelaufen sind.

Selbst Bilder von Minderjährigen wolle man weiterverkaufen, da diese laut AGB für die Nutzung des Angebots sowieso die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten benötigten. Ob diese erteilt wurde oder ob der Erziehungsberechtigte über die Konsequenzen informiert wurde, kann freilich nicht überprüft werden. Höhere Werbeeinnahmen verspricht man sich außerdem davon, dass eingeblendete Werbung zukünftig nicht zwingend als solche gekennzeichnet werden muss. Verbunden mit den authentischen, zu Werbezwecken gekauften Benutzerfotos darf diese Taktik getrost als perfide bezeichnet werden.

Der Eingriff in die Benutzerdaten geht aber noch weiter: Unter dem Vorwand, Spam zu verhindern und das System besser auf Nutzerbedürfnisse ausrichten zu können, will man zukünftig Geräte-IDs, Geodaten sowie Logfiles des Nutzerverhaltens mit Facebook teilen. Weiterhin sehen die neuen Geschäftsbedingungen eine Klarnamenspflicht vor, eine Praxis, für die zuvor bereits Facebook und Google+ schwere Kritik ernteten.

Um den überarbeiteten AGB zu widersprechen, bleibt dem Nutzer einzig das Löschen seines Instagram-Kontos vor dem 16. Januar. Wer also zukünftig sichergehen will, sein Konterfei in Sepia nicht von einem Werbebanner grinsen zu sehen, sollte sich bis dahin nach einer Alternative – etwa dem von Google übernommenen Snapseed – umschauen. Wer vorher noch all seine Werke lokal sichern möchte, kann ein Tool wie Instaport verwenden. Momentan scheinen deren Server aber überlastet zu sein.

Was haltet ihr von den neuen AGB? Grund genug, euren Instagram-Account zu löschen? Oder spielt es für euch keine Rolle, dass eure Fotos zweckentfremdet werden können? Meinungen bitte in die Kommentare.

Quelle: Instagram-AGB [via Zeit Online]

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    [...] ändern wird und nun die Nutzerbilder verkaufen und die Daten seiner über 100 Millionen Nutzer für Werbung nutzen wolle. Ganz offensichtlich will Facebook, die den Fotodienst dieses Jahr erworben haben, nun [...]

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