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TransferJet: Pfeilschnelle Datenübertragung mit Android-Prototypen auf der IFA 2011


12.09.2011, 19:22 Uhr

Transfer-Jet-standard

Bluetooth ist ja ganz nett, aber für größere Dateien zu langsam, NFC wird ebenfalls nur für den Austausch weniger Informationen nutzbar sein und der direkte Filetransfer zwischen mobilen Geräte ist nicht so ohne weiteres machbar. Ein neuer, schneller Standard für das Hin- und Herschieben großer Dateimengen muss also her — unser Kollege Arthur Kraft hat auf der IFA einen Blick auf einen vielversprechenden Kandidaten namens “TransferJet” geworfen.

Am 17. Juli 2008 schlossen sich in Tokio 14 Technologieunternehmen zum TransferJet-Konsortium zusammen. Aufgabe dieser Zusammenarbeit war die Entwicklung und Förderung einer neuen drahtlosen und schnellen Übertragungstechnik. Drei Jahre später arbeiten bereits 53 verschiedene Firmen an der Weiterentwicklung dieser Technik; aufgrund der fast endlosen Anwendungsmöglichkeiten dürfte das Konsortium auch in den kommenden Jahren an Mitgliedern dazu gewinnen.

TransferJet ist eine Technik zur drahtlosen Datenübertragung über sehr kurze Distanzen: Ähnlich wie bei der Near Field Communication (NFC) funktioniert die Übertragung nur innerhalb eines auf wenige Zentimeter begrenzten Wirkungskreises. Im Gegensatz zu NFC wird bei TransferJet jedoch in beide Richtungen übertragen — und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 560Mbit/s. Der kleine Wirkungskreis sichert hierbei eine gewisse Stabilität und auch Sicherheit vor Missbrauch.

Auf der IFA 2011 haben wir den Stand von TransferJet besucht und uns die Technologie auf digitalen Bilderrahmen, Digitalkameras, USB-Geräten und Drucker angesehen. Die Aussteller präsentieren, wie man innerhalb weniger Sekunden ganze Bildersammlungen und auch HD Kinotrailer von einem auf das andere Gerät schieben kann — beeindruckend, zunächst jedoch keine Spur von Android-Geräten.

Beim Gespräch über weitere Anwendungsgebiete und die Zukunft von TransferJet erfuhren wir dann doch Einiges darüber, wie die Technik in Asien langsam Einzug in den Bereich der Mobiltelefone hält. Kaum warfen wir dann das Wort „Android“ in die Runde, zückt der Mitarbeiter auch schon zwei Prototypen des Sony Xperia neo mit eingebautem TransferJet-Modul. Und unser (Android-)Herz schlugt plötzlich höher.

Recht euphorisch wurden uns diverse Szenarien erklärt, in denen diese Technik Anwendung finden kann. Im Zusammenspiel mit NFC beispielsweise eröffnen sich bisher ungeahnte Möglichkeiten: So könnte man in Zukunft in der Videothek sein Smartphone mit integriertem TransferJet-Chip an einen sogenannten Berührungspunkt halten; das Telefon lädt sich innerhalb weniger Sekunden die gesamte DVD inklusive aller DRM-Informationen und per NFC wird direkt abgerechnet.

Durchaus beeindruckt von der wahnsinnigen Geschwindigkeit (das Speichern eines Kinotrailers benötigte auf dem Xperia etwa dreimal solange wie die reine Datenübertragung) verließen wir den Stand von TransferJet und freuen uns jetzt schon auf das was wir in der hoffentlich nahen Zukunft erleben dürfen. Die gezeigte Android-App heimst aktuell zwar keinen Designpreis ein, jedoch sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass sich die Anwendung derzeit in der Entwicklung befindet. Die Funktionalitäten sind jedenfalls da und beim Konsortium ist man guter Dinge, dass diese Übertragungstechnik schnell Einzug auf diverse Geräte halten wird. Uns kann es nicht schnell genug gehen.

Danke an Arthur für die Infos und Fotos!

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  • Deadspeller

    Hört sich gut an, vielleicht gibts ja eine Überraschung von Google beim Nexus Prime.

  • Gabriel G

    Gastautor? Wer ist es?

  • http://www.androidnext.de/ Frank Ritter | androidnext.de

    Arthur, steht doch im Text.

  • http://www.androidnext.de/news/transferjet-demo-und-interview-zur-ultraschnellen-datenuebertragung-mwc-2012/ TransferJet: Demo und Interview zur ultraschnellen Datenübertragung [MWC 2012]

    [...] Datenübertragung mit bis zu 560Mbit/s ermöglicht. Damals hat sich ein guter Freund der Redaktion die Technologie vorführen lassen und uns entsprechend begeistert davon berichtet – da die Technologie ebenfalls auf dem Mobile [...]

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