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Android „Ice Cream Sandwich“: Entwickler können Apps schon anpassen


20.09.2011, 13:44 Uhr

Ice Cream Sandwich

Ein aktueller Beitrag im Android-Entwickler-Blog stimmt auf den offenbar in nicht mehr allzu großer Ferne liegenden Launch von Android „Ice Cream Sandwich“ ein. So müssen Apps, die schon auf Honeycomb angepasst sind, für Ice Cream Sandwich noch einmal umprogrammiert werden.

Kleine Entwarnung an die Entwickler unter unseren Lesern: Das Ice Cream Sandwich-SDK ist noch nicht draußen. Trotzdem kann man jetzt schon ein paar Schritte unternehmen, um den Anpassungsaufwand gering zu halten, wenn die neue Android-Iteration – sei es nun 4.0 oder 2.4 – final verfügbar ist.

Kern des Postings im Blog der Android Developers ist: Angepasste Apps für Honeycomb laufen nativ unter Ice Cream Sandwich — und zwar auch auf Smartphones mit der neuen Android-Version. Entwickler haben nun für Ice Cream Sandwich die Wahl: Wenn sie ihre Apps erst ab einer bestimmten Bildschirmauflösung (sprich: nur auf Tablets) lauffähig machen wollen, kann das im Manifest-File definiert werden. Bedingung dafür ist, dass die App bereits gegen das Android 3.2-SDK kompiliert wird, denn erst dafür existiert die <supports-screens>-Deklaration. Die App bleibt auf vorangegangenen Honeycomb-Versionen lauffähig, da sie diese XML-Angabe schlichtweg ignorieren.

Der schwierigere, aber möglicherweise lohnenswertere Weg ist, die Fragments so in die App zu integrieren, dass die Standardansicht ein „Single-Pane-Layout“ ist, aber die Fragments – etwa für eine erweiterte Navigation – in eine für den Nutzer zusätzlich aufrufbare Activity (also einen separaten Screen) zu integrieren; siehe folgendes Schema:

fragments smartphone vs. tablet

Alternativ kann man aber auch eine Version für Smartphones und eine für Tablets in einer APK bündeln. Vorteil einer App, die gleichzeitig auf Smartphones und Tablets funktioniert, ist natürlich, dass damit die potenzielle Nutzerbasis stark erweitert wird.

Das Blogposting gibt dann auch noch Tipps zur Verwendung der Actionbar, also der Befehlsleiste am oberen Rand von Apps. Diese wird zukünftig auch auf Smartphones funktionieren, sollte aber an den begrenzten Raum angepasst werden, die die verringerten Bildschirmauflösungen mitbringen. Konkret bedeutet das, dass Menüpunkte häufiger als „nur anzeigen, wenn Platz vorhanden“ definiert werden sollten.

ics-actionbar

Zum Testen ihrer Änderungen können Entwickler zwar noch keine an Ice Cream Sandwich angepassten Entwicklerwerkzeuge verwenden – als Tipp gibt der Blogeintrag jedoch an, schon jetzt unterschiedliche Layouts für den Landscape- und Portrait-Modus zu entwerfen.

Insgesamt kann man festhalten, dass Android-App-Entwicker, sofern sie einen zeitgemäßen Programmierstil pflegen und auf ein möglichst breites Spektrum an Geräten abzielen, mit dem Advent von Ice Cream Sandwich stärker wie Webdesigner denken müssen: Welches Element zeige ich wo an? Welches Layout möchte ich auf breiteren Screens anzeigen lassen? Wie funktioniert die App noch gut und übersichtlich auf „schmaleren“ Geräten? Ein weiterer, bereits vor einer Woche erschienener Artikel im Android-Devblog widmet sich dann auch dieser Sichtweise.

Conclusio: Die Anpassung an Ice Cream Sandwich wird von professionellen Entwicklern einen gewissen Mehraufwand abverlangen. Die hohe Variabilität an Bildschirmauflösungen – Mäkler schimpfen hier: Fragmentierung – bleibt dann auch etwas, was Android von iOS unterscheidet. Immerhin sind die Werkzeuge mächtig und der Anpassungsaufwand lohnt schon aufgrund der schieren Masse an Zielgeräten. Wer jetzt schon Maßnahmen ergreift, um für Ice Cream Sandwich gerüstet zu sein, kann schließlich zum Start weg mit einer polierten und omnikompatiblen App glänzen. Also, Entwickler, haut in die Tasten.

Android Developers Blog: Preparing for Handsets

Bild “Ice Cream Sandwich”: jonathansin (cc)

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