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Huawei & ZTE: US-Kongress warnt vor Smartphone-Herstellern aus China


08.10.2012, 17:58 Uhr

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Es geht um Wirtschaftsspionage, Cyberwar und deftige Worte der US-Regierung: Ein Bericht aus dem US-Repräsentantenhaus ruft dazu auf, die chinesischen Firmen Huawei und ZTE an Übernahmen und Firmenfusionen in den USA zu hindern. Amerikanischen Firmen und Behörden wird davon abgeraten, mit den beiden Konzernen Geschäfte zu machen.

Das liest man in Shenzhen wohl nicht gerne: Ein Report aus dem Intelligence Committe des amerikanischen Repräsentantenhauses äußert sich richtiggehend aggressiv zu den beiden chinesischen Telekommunikationsgiganten ZTE und Huawei. Er ruft dazu auf, den beiden Konzernen zu verbieten, mit amerikanischen Firmen Geschäfte zu machen. Die Firmen stellten nach Auffassung des Ausschusses eine Bedrohung für die Sicherheit da. Außerdem sollten private amerikanische Firmen dazu ermutigt werden, keine Geschäfte mit Huawei und ZTE zu machen.

Grund für die ziemlich deftigen Anschuldigungen: Beide Firmen haben traditionell enge Verbindungen zum chinesischen Staatsapparat und auf den Seiten der Amerikaner ist man offenbar besorgt, dass diese Verbindungen inoffiziell weiterhin genutzt werden, um im Auftrag der chinesischen Geheimdienste Industriespionage zu betreiben. So habe es in der Vergangenheit wiederholt Hinweise darauf gegeben, dass Equipment der beiden Konzerne könnte vom Geheimdienst überwacht oder sogar kontrolliert werden. Sicherheitsbedenken waren auch der Grund, dass Huawei verboten wurde, das nationale Breitband-Netzwerk in Australien auszurüsten. Auch bei dem Aufbau eines Drahtlos-Netzwerkes für Notfälle in den USA durfte sich die Firma nicht beteiligen. Huawei ist nach Ericsson der zweitgrößte Hersteller von Telekommunikationsausrüstung der Welt, ZTE rangiert an 5. Stelle.

Wie diese diplomatischen Reibereien sich konkret auf das Mobile-Geschäft der Konzerne auswirken werden, ist noch nicht wirklich bekannt. Sowohl Huawei als auch ZTE haben mittlerweile auf den Report reagiert und werfen diesem vor, „technische und kommerzielle Realitäten zu ignorieren“. Die Hersteller wiesen die Vorwürfe der Kontrolle durch den chinesischen Staat (wenig überraschend) zurück.
Der Report des US-Kongresses scheint zwar einerseits etwas paranoid, andererseits sind die potentiellen Gefahren durch Cyberangriffe nicht von der Hand zu weisen, mit einer Backdoor in einem ZTE-Smartphone gab es immerhin schon ein konkretes Verdachtsmoment und damit einen Präzedenzfall. Es ist verständlich, dass die US-Regierung hier kein Risiko eingehen will. Ob dazu allerdings so öffentliche FUD-Rhetorik notwendig ist, ist wiederum die nächste Frage.

Fairerweise muss man auch sagen: Wer hier denkt „Typisch Chinesen, ich hab’s doch schon immer gewusst!“, dem muss bewusst sein, dass auch US-Konzernen immer wieder unter Verdacht geraten, mit dem amerikanischen Behörden Kooperationen einzugehen. So soll das FBI beispielsweise versucht haben, Überwachungsmöglichkeiten in Dienste wie Skype einbauen zu lassen. Auch auf E-Mails die bei Providern in den USA liegen, haben US-Behörden theoretisch Zugriff. Es ist auf alle Fälle ein weiterer Hinweis darauf, dass hinter den Kulissen der internationale Cyberwar längst mehr als eine Theorie ist.

[via ZDNet]

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