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HTC One: Einstweilige Verfügung in den Niederlanden erlassen [Update]


23.04.2013, 15:55 Uhr

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Das HTC One ist toll, kämpft aber zurzeit noch mit einigen logistischen und seit heute auch juristischen Problemen: Nach der internationalen Verzögerung des Verkaufsstarts hat in den Niederlanden nun auch noch Nokia eine einstweilige Verfügung gegen das 4,7 Zoll-Gerät durchgesetzt — Grund ist das verbaute Mikrofon im schicken Smartphone aus Taiwan.

Bereits mit den Mikrofonen versehene Exemplare des HTC One dürfte weiterhin – auch in den Niederlanden – ausgeliefert und verkauft werden. Allerdings darf ST Microelectronics keine weiteren Auslieferungen an Abnehmer außer Nokia tätigen, bei einem Verstoß droht eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro pro Mikrofon.

Erst jüngst hatten wir noch darüber berichtet, wie gut neben den BoomSound-Boxen auch das Mikrofon im HTC One ist. Nun wird dieses Bauteil eventuell zum Fallstrick für den Alu-Boliden: Nokia hat in den Niederlanden eine einstweilige Verfügung gegen HTC und das One erwirkt. Wie genau sich diese auf den Verkauf oder einen etwaigen Umbau des Gerätes auswirkt, ist zur Stunde noch nicht ganz klar; dass ein solches Urteil dann aber auch relativ schnell in anderen Ländern erfolgen könnten, dürfte spätestens seit der Apple-Samsung-Fehde der vergangenen Jahre klar sein.

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Konkret geht es um das Dual Membran-Mikrofon im HTC One, das Nokia auch in seinem Lumia 720 einbaut und über dessen Exklusivität die Finnen wohl ein Abkommen mit Zulieferer ST Microelectronics abgeschlossenen hatten. Auch wenn damit die Schuld also nicht mal eindeutig bei HTC liegt und der Subunternehmer wohl eher in die Verantwortung zu nehmen ist — was Nokia unter Garantie tun wird —, ist für die Taiwaner das Ergebnis nun unter Umständen dennoch äußerst schwerwiegend. HTC hat sich so auch folgendermaßen zum niederländischen Urteil geäußert (Übersetzung von uns):

Wir sind über diese Entscheidung enttäuscht und prüfen gerade, ob das Urteil Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird und prüfen bereits mögliche, alternative Lösungen.

Das ist nun alles ziemlich schade für HTC, denen wir gerade für das One eigentlich einen verzögerungs und verfügungsfreien Start gewünscht hätten — hoffen wir, dass die Taiwaner, für die so viel am aktuellen Flaggschiffgerät hängt, nicht wegen solcher Hindernisse auch das Geschäftsjahr 2013 abschreiben müssen.

[Update]: Das Amsterdamer Gericht hat inzwischen erklärt, dass HTC keine Schuld trifft, der Fehler liegt allein beim Zulieferer ST Microelectronics — der war wohl davon ausgegangen, der 12-monatige Exklusivvertrag mit Nokia sei bereits abgelaufen. Tatsächlich ist das Gericht aber zu der Auffassung gelangt, Nokia habe noch bis Februar 2014 das alleinige Nutzungsrecht für die besagten Mikrofone.

Die guten Nachrichten: Sämtliche Exemplare des HTC One, die bereits mit den Mikrofonen des Anstoßes versehen sind, dürfen weiterverkauft werden. Für die Zukunft müssen sich die Taiwaner aber nach einer anderen Lösung umsehen, denn ST Microelectronics droht für jedes weitere Bauteil, das an einen anderen Abnehmer als Nokia verkauft wird, eine Strafe in Höhe von 50.000 Euro. [/Update via computerbase.de, danke auch an Florian für den Hinweis]

engadget [via Mobile Geeks]

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