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HTC: Ingenieure senden Brandbrief zu Arbeitsbedingungen an Firmenchef


08.02.2013, 12:27 Uhr

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HTC-Chef Peter „M7!“ Chou ist uns allen spätestens seit seines mitreißenden Auftritts auf der Jahresabschlussfeier des Unternehmens vor einer knappen Woche wohlbekannt; aber nicht im ganzen Unternehmen ist er so beliebt, wie die auf dem Event gesehen Ekstase vernuten lassen würde: 1.000 Ingenieure des Konzerns haben jüngst einen gemeinsamen Brief an ihren Boss geschrieben, in dem sie sich über unhaltbare Zustände hinsichtlich der Überstunden-Politik bei HTC beschweren.

Machen wir uns nichts vor, sämtliche Großkonzerne, ob nun in der High-Tech-Industrie oder in anderen Wirtschaftszweigen, werden so ihre Leichen im Keller haben — aus reiner Nächstenliebe und stets um das Wohl aller Mitarbeiter bemüht, arbeitet leider wohl kein Unternehmen. Auch HTC nicht: In einem aktuellen Schreiben, dass über 1.000 Ingenieure des taiwanischen Smartphone-Herstellers an ihren CEO Peter Chou verfasst haben, beklagen sie gemeinsam die Überstundenpolitik, unter der sie seit über einem Jahr leiden.

… requiring more than a thousand engineers to work 12 hour days according to “responsibility system” without any overtime compensation, for more than a year … which means 1000+ hours of uncompensated overtime per person per year – is extremely unreasonable …

Demnach müssen die Ingenieure, dank eines sogenannten „Verantwortungssystems“ seit Monaten 12-Stunden-Schichten schieben, ohne dafür irgendwelche Kompensationen zu erhalten — im Ergebnis heißt das, dass bei HTC inzwischen mehr als 1.000 Überstunden pro Jahr und Person aufgelaufen sind, deren Ausgleich noch aussteht. HTC selbst antwortete bereits auf den Vorwurf und erklärte unaufgeregt, dass man sich an die taiwanischen Arbeitsgesetze halte, seine Mitarbeiter stets zum Nutzen ihres Jahresurlaubs ermutige und sogar erlaube, Überstunden einzureihen — die müssten aber natürlich von der Abteilungsleitung genehmigt werden.

Mal unter uns: Wir als Tech-Sozialisten neigen dazu, eher den Ingenieuren als dem Kapital glauben zu schenken und prangern diese Zustände bei HTC an! Interessant ist übrigens, dass diese Politik bei HTC wohl kurz nach der Fertigstellung der One-Serie losgegangen sein müssen und über einen Zeitraum andauerte, in dem HTC weltweit Stellen abgebaut und Niederlassungen geschlossen hat; und natürlich auf den Release der M-Serie hingearbeitet hat. In Kombination mit der Euphorie, die im Unternehmen um das M7 (zumindest in der Kommunikation nach außen) aktuell herrscht, fragen wir uns, wie verzweifelt man in Taiwan gerade ist — und was passiert, sollte das M7 wider Erwarten floppen?

Quelle: MyDrivers.com (Google-Übersetzung) [via Phone Arena]

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