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Gorilla Glass: Corning zeigt Neuentwicklung mit entspiegelter & antibakterieller Oberfläche


05.07.2013, 14:33 Uhr

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Die Verwendung von Cornings Gorilla Glass ist inzwischen außer bei absoluten Billigprodukten fast zu einem Standard bei der Herstellung von Smartphones und Tablets geworden. Das besonders bruch- und kratzfeste Glas liegt jetzt schon in der dritten Generation vor, die etwa beim Megaseller Samsung Galaxy S4 zum Einsatz kommt. Nicht gelöst wurde bisher das Problem spiegelnder Oberflächen — doch auch hier ist jetzt Abhilfe in Form einer speziellen Antireflexionstechnologie in Sicht, die zudem noch antibakterielle Eigenschaften aufweist.

Bisher war es eine Selbstverständlichkeit, dass Smartphones und Tablets spiegelnde Oberflächen haben, weil nur so eine problemlose Reinigung sichergestellt werden konnte. Das Problem dabei ist, dass die auftretenden Reflexionen gerade an hellen Orten oder im Freien oft verhindern, dass der Inhalt des Bildschirms erkennbar bleibt. Ein Weg, diesem Phänomen zu begegnen, ist eine hohe Bildschirmhelligkeit, die aber die bekannten Negativ-Folgen für die Akkulaufzeit nach sich zieht. Zwar haben Hersteller auch bisher schon versucht, die Reflexionen durch spezielle Beschichtungen zu reduzieren, in so eindrucksvoller Weise wie Corning mit seiner Neuentwicklung ist das aber bisher noch nie gelungen.

Vorgestellt wurde die noch nicht serienreife Neuentwicklung im Rahmen des MIT Mobile Technology Summit von der Corning-Führungskraft Dr. Jeffrey Evenson, der natürlich zunächst die weiter verbesserte Bruch- und Kratzfestigkeit betont und unter anderem auch den schon hinlänglich bekannten Test vorgeführt hat, bei dem eine Metallkugel auf eine nur einen Millimeter dünne Scheibe aus Gorilla Glass fällt, ohne dass es dabei zu einem Bruch kommt. Den Clou der Vorführung kann man jedoch auf dem Foto oben bewundern: Gezeigt wurde eine Scheibe Gorilla Glas, die in der Mitte auf den ersten Blick ein kreisrundes Loch aufzuweisen scheint. Es handelt sich aber mitnichten um ein Loch, stattdessen ist das Glas an dieser Stelle lediglich mit der neuen Antireflexionsschicht versehen.

Laut Corning – und das wird durch das Foto bestätigt – soll die Entspiegelung fast zu 100 % gelingen. Zudem soll die Schicht auch Bakterien und Viren, die sich bei der Benutzung auf der Oberfläche ansammeln und so einen Infektionsherd darstellen können, innerhalb von zwei Stunden vollständig abtöten. Wie bei allen Beschichtungen stellt sich natürlich die Frage nach der Haltbarkeit. Apple-Geräte etwa verfügen zu Beginn immer über eine Schicht, die Fingerabdrücke abweist, sich aber mit der Zeit abnutzt, sodass der Effekt verloren geht. Ob das bei Cornings Technologie verhindert werden kann, bleibt abzuwarten. Und da Keime normalerweise ohne Probleme vom Immunsystem bewältigt werden, bleibt auch zu erwägen, ob ein Smartphonedisplay nun unbedingt völlig keimfrei sein muss, zumal sich weiter Schmutz an den Rändern, in Spalten und vor allem auf der Rückseite ungestört ansammeln kann.

Aus unserer Sicht ist die Innovation von Corning gleichwohl hochwillkommen und wir freuen uns schon auf die ersten Geräte, die mit dem neuen Glas ausgestattet sind. Wann das soweit sein wird, hat Corning bisher nicht verraten, die Einführung soll aber innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen.

Quelle: PhoneArena, [via TabTech]

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