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Google Play Music: Plattenindustrie lehnt Milliardenangebot ab


11.05.2012, 16:40 Uhr

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Als Google Play Music, seinerzeit noch als Google Music, in der Beta-Phase gestartet wurde, konnte lediglich eigene Musik hochgeladen werden – eine Möglichkeit Musik direkt zu kaufen gab es nicht, da sich die Plattenfirmen und Google nicht einig wurden. Ende 2011 konnte Google endlich ein paar Labels für den Dienst gewinnen und ihn in den USA für alle Nutzer öffnen. Nun möchte Google das Musikangebot aber nicht nur US-Nutzern vorbehalten und führt weitere Verhandlungen mit der Plattenindustrie, die sich wie so oft jedoch als schwieriger Verhandlungspartner herausstellt.

Über den inzwischen in Google Play Music umbenannten Dienst können US-Nutzer nicht nur eigene Musik hochladen, sondern auch neue Musik kaufen und in die eigene Sammlung übernehmen. Als der Dienst gestartet wurde, fehlte mit Warner Music bereits eine der großen Plattenfirmen, alle anderen wollten sich nur auf den Verkauf der Musik in den USA einlassen. Google möchte den Dienst aber natürlich gerne international anbieten, allerdings weigern sich die Plattenfirmen, die entsprechenden Rechte für den Rest der Welt an Google abzugeben.

Diese Verweigerungshaltung sorgt bei Google für Frust, was wiederum dazu führt, dass einzelnen Plattenfirmen bis zu einer Milliarde Dollar angeboten wurden – ohne Erfolg. Diese Summe entspricht immerhin gut 6 Prozent des Gewinns, den die gesamte Musikindustrie jährlich einfährt. Bei der Ablehnung einer solchen Summe wird schnell deutlich, dass das Geld nicht das Hauptproblem sein kann, denn das könnte die nach eigenem Bekunden gebeutelte Industrie gut gebrauchen. Vielmehr hätten die großen Labels wohl nach wie vor eine starke Abneigung gegen Google, da nach wie vor Links zu illegalen Downloads in den Suchergebnissen auftauchen – das berichtet BGR unter Berufung auf den Brancheninsider Wayne Rosso.

Warum ist Google aber bereit, derart große Summen für das Recht auszugeben, Musik international legal anbieten zu können? Einer der Hauptgründe dürfte wohl das Nexus Tablet sein, mit dem Google dem Amazon Kindle Fire gefährlich werden will. Letzteres verfügt zwar über das große Medienangebot von Amazon, ist aber ebenfalls nur in den USA erhältlich – wenn Google die Medien international anbieten könnte, hätte der Konzern aus Mountain View die Nase weit vorn und könnte überdies weiter zu Apple aufschließen.

Quelle: Boy Genius Report [Der Standard]

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  • fabi

    Was ist das denn für ein Tablet auf dem Bild?

  • Peter

    Ach die Musik labels sind doch wirklich alle pussyies

  • http://twitter.com/Slotte_ Raphael
  • Christian Beermann

    Die will ich noch einmal meckern hören das denen Umsätze flöten gehen

  • Kosh

    Soviel zu einem interessanten Aspekt, den die Piraten interessiert.

  • Hugo

    Motorola Xoom

  • ADR0IDER

    was erwarten die denn, vielleicht dass google sich selbst zensiert? (und dadurch bankrott geht).
    Ich finde es eigentlich toll, dass google sich so reinhängt, da ich mich über google music sehr freuen würde. gleiches gilt auch für google movies.

  • Anonymous

    Solange sie nicht der Politik die Hucke volljammern und neue Zwangsabgaben fordern, wenn Amazon und Apple in sicherlich nicht allzu ferner Zukunft die Daumenschrauben anziehen und mehr Geld sehen wollen, ist mir das egal. Aber wahrscheinlich wollen sie gar kein geteiltes Kräfteverhältnis, die sind ja seit jeher keinen Konkurrenzdruck in ihrem Oligopol gewohnt.

  • Sdf

    So, entschieden, ab jetzt wird zu 100% Piraten gewählt!

    Diese uneinsichtigen, verkaterten, alten …. !!!

  • Der_K

    +1

  • KalleWirsch

    Ehrlich, der Google Playstore ist bisher ziemlich sch…..
    Suchfunktion nicht gelungen, Zahlugsoptionen indiskutabel, Content nicht vorhanden.

    Auch wenn ich mein Amazon-Konto geloescht habe nachdem die Wikileaks von ihren Servern verbannt haben, der Kindle-Store ist eine echte Verfuehrung wieder ein Konto einzurichten.

  • Zocker516

    (Y) ;-) Ich will über Play Music meine Musik kaufen und nicht mehr über das shit iTunes!

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