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Google Nexus: Interview über neue Geräte, Preise und deren Auswirkungen


06.11.2012, 11:28 Uhr

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In den letzten Tagen gab es viel über die neuen Nexus-Geräte und die Veränderungen, die Google am Nexus-Programm vorgenommen hat, zu berichten. Dabei gab es reichlich Raum für Spekulationen, vor allem was die niedrigen Preise angeht — in einem Interview mit der New York Times plaudert John Lagerling, Director of Business Development für Android, nun über die Bedeutung und die Besonderheiten von Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10.

Schon bei Antwort zur ersten Frage, welches für John Lagerling die Highlights der neuen Nexus-Geräte ist, kommt dieser nach einem kurzen Abstecher über einzelne kleinere Features, wie die Photosphere-Funktion, schnell zum Eingemachten: dem Preis. Wie Lagerling ganz richtig feststellt, ist ein Preisschild von 299 Euro für ein Nexus 4 tatsächlich revolutionär und auch die Preise für die Nexus-Tablets stehen dem in nichts nach. Um diese zu erreichen, habe Google sehr eng mit den jeweiligen Herstellern eines Gerätes zusammengearbeitet und die Zuliefererkette dahingehend optimiert, dass die Preise niedrig gehalten werden können, ohne dass die Qualität darunter leiden muss.

Niedrige Preise waren Google eines der größten Anliegen bei den neuen Nexus-Geräten, da Smartphones und vor allem Tablets bis dato deutlich zu teuer verkauft wurden und das Unternehmen aus Mountain View sehen wollte, ob es das ändern kann. Die Kollegen von Phone Arena sind nach einer kurzen Berechnung übrigens zu dem Ergebnis gekommen, dass Google nicht, wie gestern noch gemutmaßt, bei jedem verkauften Nexus-Gerät Verlust einfährt, sondern die Geräte viel mehr zum Selbstkostenpreis verkauft oder zumindest nur wenig Gewinn macht.

Aber nicht nur die Preise der neuen Nexus-Geräte sind erwähnenswert, auch die Auswirkung, die diese günstigen Geräte auf das Android-Ökosystem haben oder haben werden ist beachtlich: Im Tablet-Bereich seien die bisherigen Android-Geräte laut Lagerling bisher überteuert und „unterpowert“ gewesen. Dies hatte zur Folge, dass sich Android-Tablets nicht gerade in überwältigenden Stückzahlen verkauft haben, was wiederum zur Folge hatte, dass App-Entwickler wenig Anreiz hatten, ihre Apps speziell auf die größeren Displays zuzuschneiden. Hier beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz, denn das geringe Angebot an Tablet-optimierten Apps hat gleichzeitig keinen großen Anreiz zum Kauf eines Android-Tablets geboten. Diesen Teufelskreis wollte Google mit günstigen Tablets wie dem Nexus 7 durchbrechen und das nicht ohne Erfolg: Die leider nicht näher genannten Verkaufszahlen des Nexus 7 liegen deutlich über Googles Erwartungen und der Erfolg hat, wie erhofft, als Katalysator fungiert, da es für App-Entwickler plötzlich deutlich interessanter wurde, Apps auch für größere Displays zu optimieren. Seit der Veröffentlichung des Nexus 7 sei entsprechend auch ein deutlicher Anstieg der Tablet-optimierten Apps zu verzeichnen, wobei Lagerling leider keine konkreten Zahlen nennen konnte.

Google hat also mit den neuen Nexus Geräten vieles richtig gemacht und es wird sehr spannend zu beobachten, wie die Konkurrenz darauf reagiert.

Quelle: New York Times

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