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Google Keep: Notizen-Dienst geleakt, gelauncht, wieder verschwunden


18.03.2013, 10:19 Uhr

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Google baut an einer Notizen-Anwendung, die OneNote und Evernote Konkurrenz machen soll und in Google Drive integriert wird: Google Keep — am vergangenen Abend tauchten Hinweise auf eine entsprechende Funktionalität auf. Wenige Stunden später war die Anwendung überraschend online, um kurze Zeit später wieder zu verschwinden.

Der Reihe nach: Zunächst entdeckte Google+-Nutzer 1E100 am gestrigen Abend unserer Zeit Hinweise auf Google Keep im Quellcode von Google Drive; ein Icon wurde sichtbar, das in das optische Schema anderer Teilbereiche von Google Drive hineinpasst:

google-keep-icon

Mit ein bisschen Herumstochern im Code und Recherchen wurde weiterhin bekannt, dass der Codename des Projekts „Memento“ ist und es Dateien produziert, deren Endung VND ist (Mime-Type: application/vnd.google-apps.note).

Dass Google bereits länger an Keep arbeitet und sich auch in die Google-Suche integriert, beweist ein Screenshot, der im Juli vergangenen Jahres auf der Konzernseite bei Google+ gepostet wurde und der unter einem Ergebnis der Google-Bildersuche den Eintrag „Add to Google Keep“ enthält. Obendrein soll der Dienst im Netz unter drive.google.com/keep erreichbar sein und eine eigene Android-App mit dem Paketnamen com.google.android.keep erhalten – die Startseite des Service sowie die App im Play Store sind derzeit allerdings nicht verfügbar und werfen eine 404-Fehlermeldung.

Das war allerdings nicht die ganze Zeit so, denn kurz nachdem Android Police diese ersten Informationen gepostet hatte, war Google Keep kurzzeitig im Netz verfügbar. Es offenbarte sich ein Dienst, der an den Anfang 2009 geschlossenen Service Google Notebook erinnert, genauso wie an OneNote von Microsoft und Evernote. Bilder und Notizen können hier abgelegt, mit Farben codiert und durchsucht werden. Offenbar ging der Dienst aber versehentlich ans Netz – kurze Zeit später wurde Keep wieder für die Öffentlichkeit gesperrt. Dankenswerterweise hat Ron von Android Police allerdings einige Screenshots von dem Service machen können, der zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unfertig wirkt.

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Aus Nutzersicht macht ein Dienst Sinn, der Notizen, Reminder und Snippets automatisch über den Google Account synchronisiert, insbesondere, wenn man auch mobil Zugriff darauf hat. Zumal Google Keep mithilfe von Technologien, die Google bereits „inhouse“ besitzt, noch stark über den zurzeit bekannten Funktionsumfang hinaus erweitert werden könnte: Speech-to-Text wie in der Google-Sprachsuche, um Sprachaufnahmen zu speichern und in Text umzuwandeln, Texterkennung zur Umwandlung von Bildern in Text wie in Google Goggles, Handschriftenerkennung wie in dem vergangenen Juli gelaunchten Labs-Experiment für die mobile Suche – all das und mehr wäre denkbar. Wer weiß, vielleicht erlebt ja sogar die stiefmütterlich behandelte Todo-Listen-Funktion aus Google Mail dank Keep einen zweiten Frühling?

Einen Termin für den Dienst können wir naturgemäß noch nicht nennen. Zumindest im Bereich des Möglichen ist, dass Keep zur Google I/O im Mai offiziell gemacht wird – wir würden uns freuen. Einstweilen kann man aber auch mit Evernote oder Springpad in diesem Bereich glücklich werden.

Eine zentrale Notizenverwaltung – wie gefällt euch die Idee? Würde sie das Google Drive-Konzept aufwerten oder verwässern? Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Android Police, (2)

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