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Google Glass: Wall Street Journal(ist) testet Google-Brille


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Googles Project Glass wurde der Presse bislang vorenthalten, jetzt hat ein US-Journalist unter Aufsicht von Google Gründer Sergey Brin einen etwas genaueren Blick auf Googles Smartphone-Brillengestell und seine aktuelle Funktionalität werfen dürfen – mit einem etwas ernüchternden Ergebnis.

Es ist bei weitem nicht der erste öffentliche Auftritt von Googles Zukunftsbrille; was die PR-Arbeit angeht, war man in den letzten Monaten sehr bemüht, Googles Glass-Konzept in der Öffentlichkeit erst einmal subtil ins Scheinwerferlicht zu rücken: Erst gab es ein leicht futuristisch, aber trotzdem plausibel wirkendes Promo-Video, Chef-Entwickler Sebastian Thun stellte immer mal wieder Schnappschüsse der Brillen-Kamera ins Netz und erst kürzlich war Google Glass bei einer Show der Designerin Diane Von Fürstenberg als modisches Accessoire im Einsatz. Im direkten Umgang mit der Presse war Google bisher zögerlich, jetzt hat aber ein Redakteur des Wall Street Journal Project Glass für einen ersten Eindruck auf die Nase gesetzt bekommen. In seiner Reportage beschreibt Spencer E. Ante Google Glass als „tragbares Smartphone, dass es dem User erlaubt, Bilder zu machen, Nachrichten zu senden und andere Funktionen per Sprachsteuerung zu nutzen.“ Per Kommandobefehl („Ok, Glass!“) wird ein Menü geöffnet, aus dem der Träger Bilder oder Videos aufnehmen, jemanden anrufen oder Google Maps benutzen kann.

Ante zeigt sich durchaus begeistert vom Potenzial, dass in dem Gerät steckt: Nicht mehr mit gebeugtem Kopf auf einem kleinen Gerät herumtippen zu müssen, um Fotos zu machen oder Nachrichten zu senden, scheint ganz schön komfortabel zu sein. Der Co-Gründer von Google, Sergey Brin, der die Brille dem Journalisten exklusiv vorstellte, nennt als seine Lieblingsfunktion von Google Glass das Time-Laps-Feature, welches automatisch in einem festgelegten Zeitraum Bilder macht. So haben auch Leute, die in entscheidenden Momenten nicht mit einer Kamera in den Händen herumknipsen wollen, am Ende ihre gewünschten Aufnahmen. Ein Video der Begegnung mit Brille ist neben dem Artikel ebenfalls entstanden:

Das klingt alles erstmal schick, allerdings ist die vollfunktionale Google-Brille von der Realität doch noch etwas entfernt: Viele Funktionen, darunter elementare Dinge wie Voice-Call, das Beantworten von Textnachrichten oder das Navigationsfeature waren im Test des Wall-Street Journalisten nicht einsatzbereit. So fällt auch dessen Fazit etwas ernüchtert aus: „Letzten Endes war die Brille enttäuschend, denn die Software ist noch nicht einsatzbereit.“

Ein paar harte Fakten ließ sich Sergey Brin dann über die Zukunft von Google Glass auch noch entlocken: Google plant, Anfang nächsten Jahres eine Start-Version zu veröffentlichen und zwar für jene Hardcore-Fans, die bereit waren, das Gerät für staatliche 1500 Dollar vorzubestellen. Bei solchen Preisen werden die Gläser erstmal nur etwas für zahlungskräftige Geeks bleiben. Bis aus dem Projekt der nächste mögliche Game Changer im mobilen Internet-Markt werden kann, werden sicher noch mindestens ein bis zwei Jahre vergehen. Bei Google ist man jedenfalls zuversichtlich, zumindest Sergey Brin: „Ich erwarte, dass sehr viele Menschen in den kommenden Jahren diese Technologie benutzen werden.“ Spätestens wenn die erste Serie Anfang nächsten Jahres tatsächlich an Kunden herausgegeben wird, wird sich zeigen, ob in Google Glass tatsächlich das Potenzial steckt, den nächsten großen Impuls zu geben.

[via Wall Street Journal]

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