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Flugzeuge kapern: Cockpit-Kontrolle kann angeblich per Smartphone übernommen werden


12.04.2013, 09:54 Uhr

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Wer bislang einen Airliner in seine Gewalt bringen wollte, der musste zu altmodischen Handfeuerwaffen oder Sprengstoff greifen, um seinen radikalen Forderungen bei der Besatzung auch den nötigen Nachruck zu verleihen. Das ist aufgrund von gesteigerten Sicherheitsmaßnahmen aber gar nicht mehr so einfach und so dürften sich Nachwuchs-Hijacker darüber freuen, dass man moderne Jets nun auch ganz entspannt mit dem Android-Smartphone kidnappen kann — das behauptet zumindest Sicherheitsexperte Hugo Teso.

Smartphones und Flugzeuge hegen nun nicht gerade ein inniges Verhältnis — ständig müssen unsere kleinen Begleiter in der Kabine abgeschaltet werden, selbst der Flugzeugmodus ist bei einigen Fluggesellschaften verpönt. Grund hierfür ist das vermeintliche Senden der mobilen Geräte auf Frequenzen, die den Flugbetrieb empfindlich stören könnten. Einen Bedrohungsschritt weiter ist nun Hugo Teso, Sicherheitsexperte für das deutsche Unternehmen n.runs, gegangen: Auf der „Hack In The Box“-Sicherheitskonferenz in Amsterdam hat er vorgeführt, wie er mithilfe eines Samsung Galaxy-Gerätes und einer speziellen App Zugriff auf Flight Management-System von Honeywell, Thales und Rockwell Collins erhält. Somit könnte er dann ferngesteuert den Autopiloten umprogrammieren, die Cockpitbeleuchtung abschalten oder auch die Sauerstoffmasken auswerfen. Solange keiner der Piloten eingreifen würde und der Autopilot die Kontrolle hätte, wären, so Teso, alle möglichen Navigationsänderungen bis hin zum absichtlichen Crash mit einem anderen Flugzeug denkbar.

Selbstredend hat Teso die Versuchs-App so gebaut, dass sie nur in seinem Labor funktioniert und nicht auf tatsächliche Flugzeuge angewendet werden kann, allerdings gibt er zu bedenken, dass dies durchaus möglich sei.

Die genannten Hersteller der Flight-Managment-Systeme sowie die große Luftfahrtbehörden EASA und FAA geben derweil Entwarnung: Zwar sei man sich der gestiegenen Gefahrensituation durch die zunehmende Zahl von Smartphones und Tablets an Bord bewusst, allerdings würde das von Teso dargestellte Szenario lediglich in seinem Labor und nicht in echten Flugzeugen funktionieren, deren Systeme seien mehrfach gegen derartige Angriffe abgeschirmt. Da steht dann wohl Aussage gegen AUssage. Hoffen wir, dass es zu keinen Proof-of-Concepts kommt.

Forbes [via The Verge], Bildquelle: Wikimedia Commons

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