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Apple vs. Samsung: Galaxy-Geräte von Verfahren ausgeschlossen


14.08.2012, 10:14 Uhr

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Seit die Verhandlungen der beiden Elektronikriesen Apple und Samsung vor Gericht laufen, vergeht kaum ein Tag, an denen keine pikanten Neuigkeiten an die Öffentlichkeit dringen. So auch gestern: Die vorsitzende Richterin Lucy Koh wird drei in den USA wenig verkaufte Smartphones der Südkoreaner nur eingeschränkt im Prozess berücksichtigen.

Der Prozess in den Vereinigten Staaten erfolgt auf mehreren Ebenen: Apple klagt in einem nationalen Fall gegen die zwei US-Niederlassungen Samsungs sowie international gegen den Mutterkonzern. In ersterem Prozess werden nun, so Richterin Koh, die internationalen Versionen der Smartphones Galaxy Ace, Galaxy S sowie Galaxy S2 nicht mehr berücksichtigt werden. Dies könnte Samsung durchaus zum Vorteil gereichen, handelt es sich hierbei doch gerade um die Geräte, die mit ihren abgerundeten, mittig platzierten Buttons unter dem Touchscreen ein willkommenes Fressen für Apples Patentanwälte sind und dem iPhone nach allgemeinem Verständnis wohl am ähnlichsten sehen.

Begründet wird die Entscheidung damit, dass die Smartphones, deren Design sicherlich einen nicht unwichtigen Teil zum Erfolg der Galaxy-Serie beigetragen hat, in den USA nur von kleineren Anbietern und in entsprechend geringer Stückzahl verkauft wurden. Größere „Carrier“ boten und bieten die Galaxy-Smartphones dort – in weiser Voraussicht? – in abgewandelter Form mit vier kapazitiven Buttons an. Im internationalen Fall gegen den südkoreanischen Mutterkonzern werden jedoch auch diese drei Modelle berücksichtigt werden.

Samsungs Strategie sieht derweil vor, dem Gericht frühe Entwicklungen zu präsentieren, die die einhändige Bedienung von Smartphones sowie das Zoomen mit einer Multitouch-Geste erlauben.

Zunächst legte ein Professor der University of Maryland das von Microsoft finanzierte Projekt LaunchTile vor. Diese Software stellt Informationen in einem Raster von Kacheln dar, wobei jede Kachel ein bestimmtes Thema wie E-Mails oder Wetter abdeckt. Während die erste Zoomstufe lediglich eine Übersicht über alle dieser „Tiles“ bietet, werden mit jedem Zoomen mehr Informationen sichtbar. Die für Pocket PCs entwickelte Software wurde im Sommer 2004 fertiggestellt, fand aber nie Verwendung.

Das zweite vorgelegte Beweisstück ist ein Tisch-Computer aus dem Jahre 2000. Dieser frühe Verwandte von Microsofts Surface (nein, nicht dem Tablet!) projiziert Programme auf eine weiße Oberfläche, auf der dann mit ihnen interagiert werden kann. Unter anderem bietet das System eine Demo-Anwendung, die seine Multitouch-Fähigkeiten veranschaulicht. Diese wurde interessanterweise 2003 Apple-Mitarbeitern präsentiert.

Sollte das Gericht entscheiden, dass diese und andere Technologien die patentierten Fähigkeiten von Apples Produkten schon vorwegnahmen – so wie dies schon ein britisches Gericht bei der Slide-to-Unlock-Idee tat – wird deren Patent hinfällig. Dies würde den Fall in weiten Teilen zu Gunsten Samsungs wenden und auf dem von Rechtsstreiten zerrütteten Markt für mobile Endnutzerprodukte für dringend benötigte Entspannung sorgen.

Quelle: All Things D

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