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Android SDK: Schärfere Regeln gegen Fragmentierung


16.11.2012, 15:22 Uhr

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Ein Argument, das häufig gegen Android als Betriebssystem vorgebracht wird, ist die Fragmentierung. Dass diese Aufteilung der Plattform über viele Versionen und vor allem Modifikationen hinweg zu Problemen führen könnte, hat nun auch Google eingesehen. Deshalb wurde den Allgemeinen Geschäftsbedingungen im neuesten Release der Entwicklungsplattform eine Klausel hinzugefügt, die Abzweigen inkompatibler SDKs verbietet.

Als Steve Ballmer kürzlich Android als „wild und unkontrolliert” bezeichnete, so bezog er sich wohl unter anderem auf die Fragmentierung, die Googles Betriebssystem allgemein vorgeworfen wird. Um dieser entgegenzuwirken, wurden mit Veröffentlichung des Android 4.2 SDK zum ersten Mal seit 2009 die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Softwareentwicklungspakets verschärft. Unter Punkt 3.4 findet sich nun folgende Klausel:

You agree that you will not take any actions that may cause or result in the fragmentation of Android, including but not limited to distributing, participating in the creation of, or promoting in any way a software development kit derived from the SDK.

Übersetzt:

Sie verpflichten sich, keine Maßnahmen zu ergreifen, die darin resultieren oder dazu führen können, dass Android fragmentiert. Dies beinhaltet, beschränkt sich aber nicht darauf, an der Entwicklung oder Verbreitung eines Software Development Kits teilzunehmen oder dieses zu bewerben, welches vom offiziellen SDK abgeleitet ist.

Zusammengefasst wird dem Nutzer des Android-SDK damit verboten, die Fragmentierung des Systems zu begünstigen indem er Derivate desselben erstellt, bewirbt oder benutzt. Diese Ansage richtet sich recht deutlich an Konkurrenten wie Amazon, welche auf Produktpräsentationen nur allzu gerne verschweigen, dass dem Betriebssystem der eigenen Kindle Fire-Familie ein stark verändertes Android zugrunde liegt. Aber auch obskurere Projekte wie das vom russischen Militär entwickelte RoMOS oder das aus China stammende mutmaßliche Android-Derivat Alyun, wegen dem sich zuletzt Acer Ärger mit Google eingehandelt hatte, sind direkt von den Änderungen betroffen.

Während diese abgespaltenen Systeme noch erlaubt sind, solange sie sich an die Lizenzen halten, unter denen der Android-Quellcode veröffentlicht wurde, dürfen Anwendungen dafür aber nur mit dem Android-SDK entwickelt werden, wenn sie auch 100 Prozent kompatibel zu Android selbst sind. Zur Programmierung auf Fähigkeiten, die über jene des Android SDK hinaus gehen, darf das SDK selbst aber nicht modifiziert werden.

Auch wenn diese restriktive Auflage sicherlich dem hehren Ziel der Kompatibilität dienlich sein wird, so hat sie doch den bitteren Beigeschmack sich schließender Tore, welche doch bislang weit offen in den Android-Garten eingeladen haben. Wie verschiedene Hersteller auf die Änderungen reagieren werden, bleibt abzuwarten. In hiesigen Breitengraden werden wir wohl zuerst von Amazons Reaktion erfahren.

Was haltet ihr von den Änderungen? Sind sie das nötige Zaumzeug, um Android zu kontrollieren oder befindet sich unser Lieblings-OS auf bestem Wege, eine deutlich restriktiveren Plattform zu werden? Meinungen und Prognosen bitte in die Kommentare.

Quelle: CNET [via Der Standard]

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