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Android Market: Google geht mit „Bouncer“ gegen Viren und Malware vor


03.02.2012, 12:13 Uhr

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Android hat ein Problem mit Viren und Trojanern – so wird zumindest vielerorts geunkt. Google erklärt nun in einem aktuellen Blogeintrag, wie man mit „Bouncer“ gegen schädliche Software im Android Market vorgeht und dass das Problem nicht ganz so groß ist, wie häufig angenommen.

Überfliegt man die Schlagzeilen mit Android-Bezug der letzten Monate, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass man als Android-Nutzer ein großes Problem mit Malware und Sicherheitslücken hat. Freilich sind die ursprünglichen Quellen der alarmierenden Meldungen oft genug Hersteller von Sicherheitssoftware, die daran interessiert sind, ihre Produkte an die Nutzer zu bringen. In der Realität ist die Gefahr einer „Infektion“ eines Android-Smartphones oder -Tablets mit Malware aufgrund der in Android integrierten Sicherheitsmechanismen gering. Man sollte den oft aufgebauschten Meldungen über Sicherheitsprobleme in Android also eine gewisse Portion Skepsis entgegenbringen.

Google selbst geht nun in die Offensive – der Vice President of Engineering im Android-Team Hiroshi Lockheimer erläutert im Google Mobile Blog das Projekt „Bouncer“ (deutsch: Türsteher): Es handelt sich dabei um einen automatisierten Prozess, der in den Market hochgeladene Apps auf schädliches oder zumindest verdächtiges Verhalten untersucht – ohne dass die App dadurch gleich einen Genehmigungsprozess wie bei Apple durchlaufen muss.

Mit Bouncer wird die App auf einem in der Cloud simulierten Android-Gerät ausgeführt und deren Funktionsweise überprüft. Ferner werden auch neu angemeldete Entwickler-Accounts beobachtet, so Lockheimer. Er betont, dass trotz Meldungen, wonach das Malware-Aufkommen steige, de facto das Gegenteil der Fall ist: Dank Bouncer seien die Zahlen von gefundener Malware rückläufig – in der zweiten Hälfte 2011 sei sie um 40 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte gesunken. Auch sei die Android-Architektur dank Sandboxing, App-Berechtigungen und der Möglichkeit der Fernlöschung gefährlicher Apps von Anfang an darauf ausgelegt, es Malware so schwer wie möglich zu machen. Weil es aber keinen absolut sicheren Mechanismus gäbe, könne natürlich trotzdem nie ausgeschlossen werden, dass ruchlose Programmierer schädliche Software programmieren und verteilen.

Es ist selbstverständlich absolut zu begrüßen, dass Google gegen schädliche Apps und deren Entwickler vorgeht. Auch bin ich der Meinung, dass ein offizielles Statement gegen die alarmistischen Meldungen etwas wert ist. Dennoch tut Google nicht genug, um die Kontrolle von Apps im Android Market durch seine Nutzer zu verbessern. So bestehen viele grundsätzliche Probleme, die wir in unserem Schwerpunkt zum App-Betrug im Android-Market Mitte August 2011 aufgeführt habe, immer noch: Man kann schädliche oder betrügerische Apps nicht über die Weboberfläche melden, schlechte Bewertungen und Kommentare nur verfassen, wenn man die App installiert hat.

Habt ihr euch schon einmal Android-Schadsoftware eingefangen? Wir beurteilt ihr Googles Bemühungen, Viren, Trojaner und andere Malware im Zaum zu halten? Eure Meinung in die Kommentare.

Google Mobile Blog [via netbooknews]

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  • http://mobilbranche.de/2012/02/apple-yoc-samwer-bruder/12352 Apple, YOC, Samwer-Brüder. — mobilbranche.de

    [...] Google macht endlich Ernst mit der Jagd auf Malware im Android-Markt: Ein neuer Dienst, “Türsteher” bzw. “Bouncer” genannt, checkt bei neu hochgeladenen Apps, ob sie Schadcode enthalten. Mehr noch, Google lässt die Apps effektiv laufen, um Malware-Verhalten zu entdecken. Auch die Konten der Entwickler werden künftig genauer unter die Lupe genommen. t3n.de, androidnext.de [...]

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