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Android 4.2: Kein Multiuser auf Smartphones wegen Nokia-Patent?


01.11.2012, 10:35 Uhr

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Mit Android 4.2 hat Google wie erwartet und erhofft die Möglichkeit, auf einem Gerät verschiedene Benutzerprofile anzulegen, eingeführt und damit, wie vom PC bekannt, die Nutzung von Tablets durch mehrere User zum Beispiel im Familien- und Freundeskreis oder auch im Büro deutlich verbessert. Das Feature kommt aber (zunächst) wohlgemerkt nur auf Tablets zum Einsatz, Smartphones bleiben außen vor — und das liegt unter Umständen nicht an technischen Restriktionen oder einer bewussten strategischen Entscheidung Googles, sondern an einem Patent, das Nokia hält.

Klar, während sich ein Tablet ob seines typischen Verwendungsszenarios durchaus für Multiuser-Nutzung anbietet, ist ein Smartphone ein viel persönlicheres Gadget; wohl kaum jemand teilt sein Mobiltelefon regelmäßig und in großem Umfang mit einer zweiten oder gar dritten Person. Dennoch hatten wir uns ein wenig darüber gewundert, warum Google die mit Android 4.2 eingeführte Mehrbenutzer-Funktionalität per se nur auf Tablets zur Verfügung stellt — wenn es schon da ist, könnte man es doch auch auf Smartphones zugänglich machen, irgendwer kann es vielleicht doch gebrauchen.

Steve O’Hear von techcrunch hat dazu nun ein interessante, nicht ganz abwegige Theorie: Zumindest in Großbritannien hält Nokia ein Patent auf Multiuser-Funktionalität in Smartphones inne. Nokias „Multi-user mobile telephone“-Patent, das im Rahmen der Entwicklung von Symbian-OS eingereicht wurde, zielte vor allem auf die sogenannten Emerging Markets ab, also auf Schwellenländer, in denen die hohen Anschaffungskosten für ein Mobiltelefon unter Umständen eine Mehrfachbenutzung eines Gerätes sinnvoll und notwendig machen. Zur Verdeutlichung hier der Wortlaut von Nokia (Übersetzung von uns):

Ein Mobiltelefon ist so ausgerichtet, dass es von mehreren verschiedenen Endbenutzern zu verschiedenen Zeiten genutzt werden kann. Ein erster Nutzer kann das Mobiltelefon so verändern, dass es nach den Vorstellungen dieses Nutzers funktioniert, während ein weiterer Nutzer es wiederum nach seinen Wünschen verändern kann. Jeder Nutzer muss dazu lediglich auf Hinweise auf dem Display reagieren, die im Ergebnis das Telefon nach seinen Wünschen einrichten.

Zwar hat O’Hear sich inzwischen dahingehend korrigiert, dass dieses Patent in den USA nie gewährt wurde und auch in Großbritannien wohl bereits mehrfach ignoriert wurde. Dennoch könnte es in Kombination mit dem nicht so dringlichen Anwendungsszenario ein Grund dafür sein, warum Google es zunächst nur für Tablets bereitstellt. Gut möglich aber, dass Mountain View sich darüber bereits in Verhandlungen mit den Finnen befindet; ebenso gut möglich aber natürlich auch, dass es doch ganz andere Gründe sind, die den Einzug von Mehrbenutzer-Verwaltung auf Android-Smartphones verhindern oder verzögern.

Braucht ihr das Feature auf euren Smartphones, oder gebt ihr das Gerät ohnehin nicht aus der Hand? Und sollte Google Multiuser, vielleicht auch gerade im Hinblick auf andere Märkte, zwingend auch auf Smartphones bringen?

techcrunch [via Smart Droid]

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