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Acer: Google erklärt Drohung gegen Aliyun OS-Engagement


15.09.2012, 15:08 Uhr

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Gestern hatten wir über die etwas kurios anmutende Geschichte Berichtet, dass Google angeblich Acer gedroht haben soll, die Zusammenarbeit zu beenden, sollten die Taiwaner ein Smartphone mit dem Aliyun OS herausbringen. Nun hat sich Andy Rubin offiziell zu Wort gemeldet um etwas Licht in die Sache zu bringen.

Also noch mal im Schnelldurchlauf: Acer wollte mit dem CoudMobile A800 ein Smartphone in China auf den Markt bringen, das mit dem Aliyun-Betriebssystem ausgestattet ist. Quasi in letzter Minute wurde die angesetzte Pressekonferenz allerdings abgesagt, da Google angeblich Acer mit der Beendigung der Zusammenarbeit gedroht habe. Das zumindest behauptete der Aliyun-Hersteller Alibaba – dass diese Aussage etwas überzogen sein könnte, hatten wir uns bereits gedacht, allerdings ist sie auch nicht gänzlich falsch.

Die Bedenken, die Google gegen die Veröffentlichung des CloudMobile A800 geäußert hat, liegen in der Mitgliedschaft Acers in der Open Handset Allience (OHA). Dabei handelt es sich um einem Verbund großer Firmen, die sich der Weiterentwicklung der Android-Plattform verpflichtet haben. Google fürchtet allerdings nicht die Konkurrenz, sondern viel mehr eine Schwächung des Android-Ökosystems durch inkompatible Versionen wie das Aliyun OS.

Hier wird die Sache etwas schwierig, denn bei der Vorstellung des Aliyun-Betriebssystems verkündete dessen Gründer Alibaba noch, dass das mobile OS voll mit Android-Apps kompatibel sei. Diese Kompatibilität soll aber auf eigener Arbeit beruhen und nicht auf der Dalvik Virtual Machine von Android. Diese Behauptung wurde nun allerdings von Andy Rubin höchstpersönlich angezweifelt – in einem Google+-Post erklärt er, dass das Aliyun-OS nicht nur auf der Android Runtime basiert, sondern faktisch komplett von Android abgeleitet wurde – leider ohne dabei komplette Kompatibilität zu bieten.

Warum hat Google nun also ein Problem damit, dass Acer sich an der Entwicklung und Verbreitung des eines anderen mobilen OS beteiligt? Das Problem ist hierbei nicht, dass sich Mitglieder der Open Handset Allience auf anderen mobilen OS-Spielfeldern betätigen, ganz im Gegenteil, Google begrüßt dieses Engagement sogar. Schwierig wird die Sache eben bei Betriebssystemen, die auf Android basieren. Zwar nutzt Amazon auch Android als Grundlage für die Kindle Fire-Serie, aber Amazon ist nicht Mitglied der OHA und kann daher mit Android machen was es möchte. Acer dagegen ist Mitglied der OHA und hat sich dadurch dazu verpflichtet, eine Android-Version zu bauen und keine inkompatiblen Versionen zu unterstützen.

Da Acer deutlich stärker auf Android angewiesen ist, als Android auf Acer, ist es durchaus verständlich, dass die Taiwaner das Aliyun-Engagement vorerst auf Eis gelegt haben. Nachdem das Unternehmen kürzlich bereits Microsoft gedroht hatte, keine Windows 8-Geräte herauszubringen, sollte das Microsoft Surface-Tablet tatsächlich auf den Markt kommen, kann der Konzern sich kein weiteres OS-Schlachtfeld leisten.

Einzig die Frage der Kompatibilität des Aliyun-OS zu Android ist bisher also nicht geklärt. Während Google beziehungsweise Andy Rubin behaupten, es wäre ein direkter Abkömmling, verharrt Aliyun-Betreiber Alibaba darauf, dass das OS Ergebnis eigenständiger Entwicklung sei (muss da Außer mir noch jemand an das Goophone i5 denken?); fordert Google aber gleichzeitig auf, eine eindeutige Definition von Android abzuliefern – was wiederum irgendwie verdächtig klingt.

Das letzte Wort scheint also noch nicht gesprochen, allerdings erwarten wir nicht, dass diese Geschichte weiter derart große Wellen schlagen wird. Was denkt ihr? Ist Googles Verhalten gerechtfertigt, oder haltet ihr es für übertrieben? Als Diskussionsplattform dient wie immer unser Kommentarbereich.

Quelle: Google+ und Official Android Blog [via The Verge und Tech Crunch]

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