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Ice Cream Sandwich: Das Wichtigste zu Android 4.0

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Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“, die im Herbst 2011 vorgestellte Version von Googles mobilem Betriebssystem, bringt so viele Neuerungen wie kein Android-Versionssprung bislang. Ice Cream Sandwich, abgekürzt ICS, macht das Smartphone- und Tablet-OS endlich zu einem ausgereiften und ausgewachsenen iOS-Konkurrenten. In unserer Übersicht tragen wir für euch die neuen Features und Funktionen von Android 4.0 zusammen.

Geschichte von Ice Cream Sandwich

In den frühen Morgenstunden (MESZ) des 19. Oktober 2011 wurde Android 4.0 Ice Cream Sandwich, gemeinsam mit Googles neuem Smartphone-Flaggschiff Galaxy Nexus, in Hongkong präsentiert. Erste und wichtigste Aufgabe von ICS: Die bisher getrennten Android OS-Versionen für Smartphones (Gingerbread), Tablets (Honeycomb) und Google TV zusammenzuführen. Mit dem Release der Android-Version 4.0 sind also sowohl neue Smartphones, Tablets als auch Google-TV-Geräte mit Ice Cream Sandwich ausgestattet, ältere Geräte werden von deren Herstellern via Update nachgerüstet. Galaxy Nexus wurde vom Start weg mit Ice Cream Sandwich ausgeliefert, das Vorjahres-Modell Nexus S bekam die Aktualisierung Mitte Dezember, kurz nach der Quellcode-Veröffentlichung. Wie ICS sich auf einem Tablet präsentiert, ließ sich zunächst nur in Form von Screenshots eines Android-Emulators betrachten. Mittlerweile sind aber offizielle Updates für Tablets wie ASUS Transformer Prime und Motorola XOOM erschienen.

Ice Cream Sandwich für Entwickler

Auch hinter den Kulissen – sprich für die Entwickler – wächst mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich zusammen, was zusammengehört: Ein einziges API-Framework wird die Programmierung von Apps erleichtern und den Zeiten ein Ende bereiten, in denen Anwendungen erst umständlich für die jeweils andere Hardware-Plattform angepasst werden mussten. Auch die unterschiedlichen Displaygrößen von Tablets und Smartphones sollen künftig kein Hindernis mehr darstellen. Oder, wie es Mike Claren vom Android-Entwicklerteam auf der Google I/O im Mai dieses Jahres formuliert hat: „Wir wollen ein OS, das überall läuft“. Bereits jetzt können Entwickler von Android-Apps ihre Anwendungen für Ice Cream Sandwich anpassen. Auf der Android-Seite für Entwickler stehen das offizielle SDK und der Quellcode zum Download bereit.

Natürlich profitieren in erster Linie die Smartphones von den zahlreichen Verbesserungen und optischen Gimmicks, die man ansatzweise schon in Android 3.x Honeycomb auf Tablets bewundern durfte. Dazu gehören unter anderem die „holografische“ Benutzeroberfläche, das erweiterte Multitasking oder die besseren und in ihrer Größe frei veränderbaren Widgets. Laut Google soll Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ dabei keine höheren Anforderungen an die Hardware stellen und dürfte somit auch auf älteren Geräten problemlos laufen.

Neuerungen und Verbesserungen in Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“

Zu den wichtigsten Features von Android 4.0 gehören:

  • Neue Bedienoberfläche mit Roboto-Schrifttyp, neuen Animationen, konsistenten Kontexmenüs und der schicken Softbutton-Leiste. Außerdem in der Größe veränderbare und scrollbare Widgets für den Homescreen, Ordner und eine scrollbare Liste der letzten geöffneten Tabs.

  

  • Neue Features und Funktionen, überarbeitete Apps wie eine native Screenshot-Funktion, die sich durch das gleichzeitige Drücken des Power- und des „Lautstärke runter“-Buttons auslösen lässt, eine verbesserte Tastatur mit überarbeiteter Fehlerkorrektur und der Möglichkeit, Wörter und Textabschnitte auszuschneiden und innerhalb des Textes zu verschieben. Außerdem eine Sprache-zu-Text-Eingabe die nun beinahe verzögerungsfrei funktioniert.

  

  • Face Unlock: Das Gerät entsperrt sich auf Wunsch erst, wenn sich das gespeicherte Gesicht des Benutzers in der Frontkamera zeigt.
  • Neuer Browser mit Tabbed Browsing, nativer Synchronisation mit den Chrome-Bookmarks, Offline-speichern von Webseiten sowie das separate Ändern des User Agents für jede Seite und jeden Tab.
  • Die Google Mail-App erhält die neue Action-Bar am unteren Bildschirmrand. Außerdem ermöglicht die App die Offline-Suche in den Mails sowie das einfach Hin- und Herwechseln zwischen geöffneten Nachrichten per Fingerwisch. Besonders cool sehen die neuen Adressaten aus, die sich in Form von „chips“ komplett mit kleinem Foto präsentieren.
  • Ein neuer Kalender, der mit verbesserter Optik aufwartet und Pinch-to-Zoom für die bessere Übersicht erlaubt.

  

  • Ein Datenzähler, der das verbrauchte Datenvolumen misst und aufzeichnet. Besonders praktisch für Nutzer ohne oder mit stark eingeschränkter Datenflat: Es lassen sich Alarme oder Sperren festlegen, wenn ein bestimmtes Limit an Datenvolumen erreicht ist. Außerdem lässt sich das Datenaufkommen noch individuell nach Zeitraum und App aufschlüsseln.

 

  • Kamera-App: Fotos lassen sich schneller schießen und weiterleiten, Bildbearbeitung samt Filter ist integriert, ebenso Gesichtserkennung für bessere Fokussierung und eine Panorama-Funktion. Auch die Galerie bekommt ein neues „Magazin“-Layout verpasst. Insgfesamt ist die Kamera-App übersichtlicher und zugänglicher gestaltet.
  • Bei der Videoaufnahme sind nun auf Zeitraffer-Video möglich, die Kamera kann während der Aufnahme nachfokussieren und liefert auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse.

  

  • Überarbeiteter Kontakte-Manager, der alle Informationen, Social Network-Konten und Status-Updates zu einer Person in einer sehr schicken digitalen Karteikarte speichert.

  

  • „Beam“: Ein Dienst, mit dem sich durch simples Aneinanderhalten zweier NFC-fähigen Geräte alle möglichen Daten, wie Links, Maps-Örtlichkeiten oder sogar Applikationen (natürlich nur die entsprechende Seite im Android Market, nicht die App selber) austauschen lassen. Mehr dazu in unserem Android Beam-Hands-On-Video.
  • Überarbeitete OpenGL-Grafiktreiber und 2D-Hardware-Beschleunigung.
  • Verbesserte Einstellungen: Geräteeinstellungen sind zugänglicher, Optionen besser angeordnet.
  • Vorinstallierte Apps lassen sich einfach deaktivieren.

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  • Besserer Download-Manager: Downloads leichter hinzufügen und zu entfernen.
  • Vollverschlüsselung von Smartphones: Die von Honeycomb-Tablets bereits bekannte Verschlüsselung kommt jetzt auch auf Handys mit Android 4.0-Betriebssystem.
  • Audio-Effekte: Per Entwickler-API können abgespielte Töne mit Effekten versehen werden.
  • Apps beenden per Task-Übersicht: Über den Task-Manager lassen sich im Hintergrund laufende Apps beenden, indem man das entsprechende Fenster einfach nach rechts „wischt“.
  • Auch Benachrichtigungen und Browser-Tabs lassen sich per Wischgeste einzeln schließen.
  • Offline-Modus für den Browser
  • Wifi Direct: Direkte Ad-Hoc Verbindungen zwischen Geräten.
  • Unterstützung neuer Videocodecs und Container.
  • Erzwungener Zoom im Browser auch für Seiten, die das nicht zulassen
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  • Anpassbare Touch-Buttons: Das Samsung Galaxy Nexus ist nur das erste in einer vermutlich langen Reihe von Geräten, die keine Hardware-Buttons mehr besitzen.
  • Diverse Honeycomb-Features auf Smartphones.
  • VPN: Wer unterwegs ist, aber eine sichere Internetverbindung benötigt, kann den gesamten Datenverkehr jetzt auch per verschlüsselter VPN-Verbindung „tunneln“. Nützlich ist das etwa, um die Geo-Auflösung von IP-Adressen zu umgehen. Mit einem US-VPN-Dienst kann man so etwa auch auf die USA beschränkte Dienste wie Netflix, Hulu und Spotify benutzen.

Ausführlichere Informationen und Bilder zu den Features und Funktionen von Android 4.0 Ice Cream Sandwich findet ihr in unseren Artikeln zum Thema – zum Beispiel hier oder hier. Weiterführende Informationen zu Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ gibt es natürlich auch in der Wikipedia.

Ice Cream Sandwich Updates

Das erste Gerät, das mit Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ ausgestattet wird, ist das das von Samsung gebaute Galaxy Nexus, danach folgt das vorherige Google-Flaggschiff Nexus S. Viele weitere bereits erhältliche und kommende Tablets und Samrtphones werden folgen. Wann genau und in welcher Reihenfolge, haben wir Ende 2011 prognostiziert, mittlerweile gibt es aber auch schon mehr oder weniger konkrete Update-Roadmaps von großen Herstellern wie Samsung und HTC.

Die derzeit aktuellste Ice Cream Sandwich-Version ist Android 4.0.3. Der Codename der Ice Cream-Sandwich-Nachfolgeversion wird wohl Jelly Bean lauten – es ist jedoch noch unklar, ob sie die Versionsnummer Android 4.1 oder 5.0 trägt.

Ice Cream Sandwich per Custom ROM

Nicht alle Geräte erhalten ein Update auf Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“, oftmals müssen Kunden auf das entsprechende Update monatelang warten. Viele ärgern sich dann auch über Herstelleroberflächen wie HTC Sense, Motorola Blur oder Samsung TouchWiz. Da die Android-Welt über eine große Gemeinschaft an Bastlern und Hobbyprogrammierern verfügt, kann aber auch auf solche Geräte ein relativ „reines“ Ice Cream Sandwich installiert werden, oftmals deutlich früher als die Hersteller ihre Updates ausliefern. Die beliebteste Custom ROM ist CyanogenMod, die in Version 9 auf dem kompilierten Quellcode von Android 4.0 beruht und das originale Android nur behutsam erweitert. Die CyanogenMod 9 ist bereits für viele Geräte in frühen Versionen verfügbar, unter anderem für das Samsung Galaxy S2, das HP TouchPad und zahlreiche andere Geräte.

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