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Ingress: Update verändert Spielmechanik


20.12.2012, 16:30 Uhr

google-ingress

Obwohl sich Googles Augmented Reality-Game Ingress noch immer in der Closed Beta-Phase befindet, steigt die Zahl der Spieler stetig weiter. Dadurch treten auch vermehrt technische Bugs und Fehler im Balancing zutage, von denen Niantic respektive Google einige heute Nacht mit einem größeren Update behoben hat. Dabei handelt es sich um Veränderungen auf der Serverseite, die App hat unverändert immer noch die Versionsnummer 1.08.1. Wir erklären, was neu ist.

Die Königsdisziplin für Entwickler von Multiplayer-Spielen ist bekanntlich das Balancing, also die Herstellung des Gleichgewichts zwischen verschiedenen Einheiten, Waffen oder Fraktionen. Deshalb kommt es in der Beta-Phase, aber oft auch noch nach dem Release der finalen Version eines Games zu Anpassungen der Spielmechanik — so nun auch heute Nacht bei Ingress. Folgende Fehler und Ungereimtheiten haben die Entwickler von Niantic beseitigt:

Bei der Wirkungweise der XMP Burster, mit denen gegnerische Resonatoren zerstört werden können, ist in den letzten Tagen ein Fehler aufgetreten, der zu großer Verwirrung unter den Spielern geführt hat: Resonatoren, die sich auf der gegenüberliegenden Seite eines Portals befanden, haben durch gezündete XMP Burster mehr Schaden bekommen als die mit geringerem Abstand zum Spieler. Dieser Bug wurde nun behoben und maximaler Schaden kann nun wieder durch Zünden einer Bombe direkt auf dem Ziel-Resonator erzeugt werden.

Die Ausgabe von Portal Keys, die sowohl zum Setzen eines Links von einem entfernten Portal als auch zum Aufladen der platzierten Resonatoren außerhalb der Scanner-Reichweite benötigt werden, und die deshalb entsprechend begehrt sind, wurde eingeschränkt. Aus diesem Grund sind diese Schlüssel nun also noch begehrter. Wahrscheinlich soll so erreicht werden, dass insgesamt weniger Links gesetzt werden beziehungsweise bestehende Resonatoren mehr gepflegt, sprich aufgeladen werden, um die Links und Felder aufrecht zu erhalten. Die Spieler reagieren größtenteils verärgert auf diese Veränderung, da das Hochleveln durch Setzen von Links nun stark erschwert wird. Es bleibt abzuwarten, ob hier nicht bereits zeitnah von Google zurückgerudert wird.

Mit steigender Anzahl der Mitspieler haben sich die Antwortzeiten der Spielserver immer weiter verschlechtert, was zu teilweise extremen Verzögerungen bei der Darstellung der Portale, Links und Felder auf der Karte geführt hat. Durch die Lags war die Nutzung eines Glitches möglich, der Multi Hack genannt wurde: Während des Hackens eines Portals konnte man dies mit „OK“ unterbrechen und direkt mehrfach wieder mit dem Hacken beginnen, wodurch die Anzahl der vom Portal ausgegebenen Items inklusive der Portal Keys erhöht werden konnte. Dies wurde nun unterbunden. Wenn ein Spieler dennoch versucht, den Multi Hack-Trick anzuwenden, tritt eine sofortige Überhitzung des Portals auf, die eine Abkühlzeit von 300 Sekunden vor dem nächsten Hack erfordert — analog zur Wartezeit nach einem regulären Hack, aber ohne vorherige Abgabe von Items.

Da durch den Multihack wesentlich mehr Items als geplant in Umlauf gekommen sind, wurde auf sehr elegante Weise direkt im Spiel angekündigt, diese wieder zu entfernen. Ob dazu zukünftig direkte Eingriffe in das Inventar der Spieler genutzt werden, also Items einfach entfernt werden, ist noch unklar. In der Nacht sind allerdings bereits Items verschwunden, die von Spielern beispielsweise in der Nähe ihres Wohnortes abgelegt wurden — eine gängige Technik, um das sehr unübersichtliche Inventarsystem aufzuräumen. Eine erneute Herstellung des Gleichgewichts zwischen fairen Spielern und Tricksern ist in jedem Fall begrüßenswert.

Ebenso scheint es Fortschritte bei der Erkennung von Cheatern zu geben, die auf gerooteten Geräten ihren GPS-Standort manipulieren, um so entfernte Portale bequem vom heimischen Sofa zu erreichen. Es wurde berichtet, dass der Einsatz bereits wesentlich erschwert wurde und Google hat angekündigt, Cheater bereits zu beobachten und gegebenenfalls mit Ausschluss vom Spiel oder gar Account-Schließung zu reagieren. Dies entspricht der Vorgehensweise von anderen Spieleherstellern und ist absolut nachvollziehbar und wünschenswert, um den Spielspaß für die fairen Spielern aufrecht zu erhalten.

Ein weiterer Bug, der die Vervielfältigung von Items beim Ablegen und späterer Wiederaufnahme ermöglicht habe, soll ebenfalls behoben worden sein. Außerdem sei die Wirkung von Portal Shields, Modifikationen an den Portalen zur Abschirmung gegen Angriffe, korrigiert worden sein. Für diese beiden Bugfixes gibt es aber (noch) keine klaren Belege.

Quelle: Kristian Köhntopp bei Google+

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  • http://www.androidnext.de/news/ingress-erneuter-feldverfall/ Ingress: Erneuter massiver Feldverfall erschüttert das Gleichgewicht im Spiel

    [...] dreht bei Ingress gerade mächtig an den Stellschrauben: Nachdem bereits gester ein großes Update durchgeführt wurde, das einige Spielelemente wie Portal Keys und XMP Burster stark beeinflusst [...]

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