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Ingress: Googles Augmented Reality-Spiel offen für Betatester


16.11.2012, 11:07 Uhr

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Vor genau einer Woche hatte wir über das damals noch gut gehütete Geheimnis um das von Google entwickelte Niantic Project berichtet. Vor der offiziellen Veröffentlichung am 29. November ist die Augmented Reality-Anwendung gestern schon in den geschlossenen Beta-Test gestartet – und wir sind dabei.

Während vor einer Woche noch nicht klar war, um welche Art von Anwendung es sich beim Niantic Project handeln würde, steht inzwischen fest, dass wir es mit einem waschechten Augmented-Reality Game direkt aus dem Hause Google zu tun haben. Im Interview mit All Things D skizzierte Projektleiter John Hanke auch schon die grundlegende Spielmechanik sowie die Rahmenhandlung:

In unserer Welt gibt es eine Energiequelle – Exotic Mater -, die nicht für jeden wahrnehmbar ist. Die (Smartphone-User), die sie wahrnehmen können, spalten sich jedoch in zwei Lager: Die Erleuchteten, die sich ohne viel nachzudenken der Energie bemächtigen um sie zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen, sowie den Widerstand, der der Sache nicht so ganz traut und den Ursprung dieser Energie ergründen will. So ziehen die Spieler beider Seiten durch die Straßen ihrer Heimatstädte um die dort in kristalliner Form herumliegende Energie XM einzusammeln. Ist genügend XM vorhanden, so begibt man sich auf Missionen zu verschiedenen Portalen. Und hier kehren wir zurück zur Realität: Portale befinden sich an bekannten Kunstwerken, Bibliotheken oder sonstigen kulturell interessanten Orten. Auf den ersten Blick wird klar: Ingress möchte den User auf spielerische Art und Weise zur Bewegung animieren und ihm wichtige Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt nahebringen.

Zwangsläufig kommt beim Thema Augmented Reality auch Googles Project Glass in den Sinn. Ob diese Brillen-Displays aber noch vor Ablauf der Spielzeit – geplant sind anderthalb Jahre – für den Verbrauchermarkt bereit sein werden, ist jedoch fraglich.

Wie der Zufall so will, flatterte Kollege Frank noch während ich diese Zeilen schreibe eine Einladung zur geschlossenen Beta-Version in den virtuellen Briefkasten. Diese stellte er mir freundlicherweise zur Verfügung und so schnappte ich mir Mantel und Smartphone und zog aus, die Kunst des virtuellen Krieges in Ingress zu lernen.

Nach der Aktivierung des Accounts wird man zunächst von einem Mitglied des Widerstandes kontaktiert. Man legt sich also einen Decknamen zu und wird in einem kurzen Tutorial mit der Spielweise bekannt gemacht. Auf dem Bildschirm des Smartphones bietet eine minimalistisch gehaltene Kartenansicht einen Überblick über die nähere Umgebung. Auf dieser sind XM-Quellen als blaue Kristalle verzeichnet, die aufgesammelt werden, sobald sie sich in einem näheren Radius um den Spieler befinden. Auch Portale, turmähnliche Strukturen, sind hier gleich erkennbar. Nähert man sich einem solchen, so kann es – genügend XM vorausgesetzt – mit einem kurzen Klick markiert und gehackt werden, wodurch man weitere Ressourcen erhält. Sollte das Portal feindlich besetzt sein, muss man es – ebenfalls durch klicken – zunächst beschießen. Ist es aber erst einmal in eigener Hand, kann man daran sogenannte Resonatoren anbringen, welche mit verschiedener Häufigkeit in verschiedenen Stärken anzufinden sind. Ist ein Portal rundum mit verschiedenen Resonatoren ausgestattet, so kann es mittels eines Upgrades besser vor feindlicher Übernahme geschützt werden.

Soweit zur Theorie. Nach dem Tutorial durch den Widerstand wird man – wie sollte es anders sein – auch von den Erleuchteten kontaktiert. Erst jetzt entscheidet sich, welche Gruppe man von nun an unterstützen wird. Rebellisch wie ich nun mal bin, schließe ich mich natürlich dem Widerstand an und mache mich sogleich auf die Suche nach Portalen. Zu meiner Überraschung werde ich selbst im kleinen Heidelberg fündig und sichere mir zwei solcher Strukturen – in Wirklichkeit Skulpturen im Innenhof der neuen Universität.

Und damit endet meine Erfahrung auch schon. Da der geschlossene Beta-Test noch nicht sehr lange läuft, finde ich weder Feind noch Freund in meiner Nähe, um die Interaktionsmöglichkeiten mit diesen zu testen. Eine ausführliche Erfahrung mit dem durchaus sehr interessanten Game wird wohl erst gegen Ende des Monats möglich sein, wenn der Zugang allgemein geöffnet wird. Auch erst dann werden wohl globale Events, die den Zusammenhalt der einzelnen Gruppen stärken sollen, verfügbar sein. Wir behalten die Vorkommnisse im Auge.

Hattet ihr auch das Glück, schon eine Einladung zum Beta-Test zu erhalten? Freut ihr euch auf das Spiel? Oder haltet ihr nichts von Augmented Reality-Anwendungen? Berichtet uns von euren Erfahrungen im Kommentarbereich.

Download: Ingress (Kostenlos, ohne Invite-Code nicht nutzbar)
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Ingress [via All Things D]

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