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Curiosity von Peter Molyneux: Geniales Experiment oder sinnlose Abzocke?


07.11.2012, 15:15 Uhr

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Manchmal weiß man einfach nicht, was man von einem Game halten soll. Ein glänzendes Beispiel hierfür ist „Curiosity – what’s inside the cube?“, entwickelt vom legendären Spieldesigner Peter Molyneux. Doch statt Gott zu spielen oder ein Dungeon mit hübschen Folterinstrumenten auszustatten, müssen Spieler weltweit lediglich zum Inneren eines Würfels vordringen.

Peter Molyneux, der geniale britische Game-Designer mit dem französischen Namen, bescherte uns in der Vergangenheit solch fast schon revolutionäre Titel wie Populous, Dungeon Keeper und Black & White. Die letzte Kreation, bei deren Entwicklung er seine Finger im Spiel hatte, ist nicht weniger ungewöhnlich: In Curiosity (NASA sei Dank inzwischen mit dem Untertitel what’s inside the cube?), ist das einzige Ziel, zum Inneren eines Würfels vorzustoßen. Dies klingt einfacher als es ist, denn tatsächlich muss jede Schicht des Würfels einzeln abgetragen werden, um das Geheimnis in seinem Inneren, einem mystischen Eidotter gleich, ans Tageslicht zu befördern.

Zu Beginn des Spiels, das seit gestern für Android und iOS erhältlich ist, sieht sich der Spieler mit einem riesigen Würfel konfrontiert, der durch Wischgesten beliebig gedreht werden kann. Per Doppelklick oder Pinch-Zoom wird eine seiner sechs Seiten fixiert und herangezoomt, wodurch ersichtlich wird, dass diese aus abertausenden kleinen Kästchen bestehen. Und schon geht es los: Mit einem einfachen klick zerbröseln die Kästchen zu Staub und fördern die darunter liegende Schicht ans digitale Tageslicht, wofür man mit In-Game-Goldstücken belohnt wird.

Damit man ob der schieren Menge an wegklickbaren Pixeln nicht verzweifelt, kann man für besagte Währung Hilfsmittel wie Bomben und – Minecraft lässt grüßen – Pickel erstehen, die das Abtragen erleichtern. Der besondere Clou der Angelegenheit besteht allerdings darin, dass man nicht allein den ganzen Würfel erkunden muss: Mitspieler aus aller Welt und von beiden Plattformen beackern gemeinsam einen Kubus. Wer seine Beitrag hierzu mit Freunden messen möchte, kann das mit einer Anmeldung über Facebook tun – verpflichtend ist diese aber nicht.

Die Beschreibung der Entwickler 22 Cans, die in Cube mehr ein soziales und programmiertechnisches Experiment sehen als ein Spiel, scheint derweil zuzutreffen. Obwohl erst gestern für Android und iOS freigegeben, wurde die äußere Hülle des Würfels schon fast komplett weggeklickt: Unter dem Tristen grau kamen grüne Kreisformen zum Vorschein.

Einzig ein herber Beigeschmack bleibt: Statt mit In-Game-Währung sollen Gegenstände auch mit echtem Geld bezahlbar sein, zu Preisen bis 50.000 US-Dollar. Doch vielleicht gehört auch das zu dem Experiment, das der Würfel darstellt. [Anmerkung: Reviews zur iOS-Version sprechen von diesen In-App-Purchases. Der Autor konnte im Android-Pendant eine solche Option nicht finden.]

Übrigens: Wem diese Art von Experiment gefällt, der kann sich auf 21 weitere Aufgaben aus den Hirnwindungen des Herrn Molyneux freuen, die für die nähere Zukunft angekündigt wurden.

Was haltet ihr von der Anwendung? Zeitverschwendung und Geldmacherei oder sozio-psychologisch interessant? Habt ihr selbst schon beim Enthüllen des Rätsels mitgeholfen? Teilt es uns in den Kommentaren mit!

Download: Curiosity - what's inside the cube? (kostenlos)
Curiosity - what's inside the cube? (kostenlos) qr code

[via droidgamers]

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