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Chromecast: Googles günstiger Streaming-Dongle

chromecast-lensflare

Um Multimedia-Inhalte kabellos vom Smartphone oder Tablet auf den heimischen TV zu übertragen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. DIe meisten setzten bestimmte Standards auf Sende- und Empfängerseite voraus, verlangen, dass der Fernseher in ein Netzwerk eingebunden ist, oder sind in ihrer Bedienung recht kompliziert und unter Umständen etwas teurer. Mit dem Chromecast hat Google Ende Juli 2013 eine viel versprechende Lösung vorgestellt, die das Streaming bestimmter Medieninhalten zum kleinen Preis und unkompliziert auch auf TVs ohne Netzanbindung ermöglicht.

Für nur 35 Dollar verkauft Google im US-amerikanischen Play Store, aber auch über Dritthändler wie Amazon und Best Buy den Chromecast: Der kleine HDMI-Stick läuft mit einer abgespeckten Version von Google TV, das wiederum auf dem Android-OS basiert. Eingesteckt in einen freien HDMI-Port jedes handelsüblichen TV-Geräts auch ohne Netzwerkanbindung, kann der Nutzer fortan YouTube-Videos und Titel aus Google Play Music vom Android- und iOS-Smartphone oder -Tablet aber auch Webseiten aus dem Chrome-Browser vom PC oder Laptop mit Windows, Linux oder MacOS aus an den großen Bildschirm senden.

Anschluss und Einrichtung des Chromecast

Der kleine Dongle wird wie erwähnt in einen freien HDMI-Eingang des Ziel-TV gesteckt und dann zusätzlich mittels Netzteil oder via USB-Port des Fernsehers mit Strom versorgt. Via App oder kleinem Installationsprogramm für PC oder Laptop wird der Chromecast dann eingerichtet, sprich mit einem vom Nutzer wählbaren Namen versehen und in das heimische WLAN eingeloggt. Hernach erscheint auf dem TV das minimalistische Hauptmenü, das neben dem Namen des Dongles noch die aktuelle Uhrzeit sowie die Bezeichnung des verbundenen WLANs anzeigt.

Chromecast-setup

Auf Android-Geräten, die sich im selben WLAN wie der Chromecast befinden, wird in Google Play Music, YouTube sowie in den USA der Netflix-App nun bei geöffneten Video oder Song ein Cast-Button eingeblendet, über den man den jeweiligen Inhalt an einen mit dem Chromecast bewehrten TV zu senden.

Das aus dem Web Store kostenlos herunterladbare Chrome-Plugin Google Cast ergänzt den Chrome-Brower aus Laptops und PCs um einen kleinen Button neben der URL-Leiste; ein Klick darauf öffnet eine Auswahl der sich im selben WLAN befindlichen Dongles, an die der Inhalt des aktuellen Tabs gesendet werden kann.

Chromecast-Google-Cast

Funktionsweise des Chromecast und kompatible Inhalte

Der Chromecast empfängt dabei nicht etwa die abzuspielenden Medieninhalte direkt vom Smartphone, Tablet oder Laptop, sondern wird lediglich mit einer URL versorgt, unter der er die anzuzeigenden Inhalte in der Cloud respektive dem Internet finden kann — YouTube-Videos beispielsweise lädt Chromecast also direkt von YouTube herunter, das Smartphone gibt ihm lediglich den Befehl und die Adresse dazu. Gleiches gilt für Play Music, Netflix und andere Apps, die mittels eines von Google zur Verfügung gestellten SDKs kompatibel gemacht wurden. Dadurch wird der Akku des Sendegerätes geschont und es steht für andere Aufgaben zur Verfügung. Zusätzliche Vorteile: Man kann den Chromecast auch synchron mit mehreren Sendegeräten fernsteuern – etwa einem iPhone und einem Android-Tablet – oder auf einem Fernsehgerät Medien abspielen lassen und auf dem Mobilgerät parallel weitere Medien zur Abspielliste hinzufügen.

Anders funktioniert das Senden von Chrometabs aus dem Browser: Diese werden direkt vom Laptop oder PC gespiegelt, da es auch möglich sein muss/ist, das Scrollen durch Webseiten auf dem TV anzuzeigen. Dadurch ist es aber auch möglich — auch wenn Google dies (noch) nicht offiziell zum Funktionsumfang gehörig angibt, Offline-Mediendateien, wie zum Beispiel Videos, über den Chrome-Browser kabellos an einen Chromecast-TV zu senden.

Chromecast-Chrometab

Zahlreiche Anbieter von Streaming-Services und App-Entwickler haben bereits mehr oder weniger energisch angekündigt, ihre Applikationen um die Chromecast-Funktionalität zu erweitern. Auch arbeitet die Android-Community dank eines von Google bereits gestellten Beta-SDK bereits daran, Chromecast für noch mehr Nutzungsszenarien, beispielsweise das Streamen von Offline-Videos, die auf dem mobilen Gerät liegen oder von Dropbox-Inhalten, fit zu machen.

Vorteile des Chromecast gegenüber vergleichbaren Lösungen

Neben dem günstigen Preis und der Tatsache, dass mit Google ein Unternehmen hinter dem Chromcast steht, das über entsprechende Mittel und vor allem eine eigene Infrastruktur verfügt, die dem Dongle gute Erfolgsaussichten garantieren, sprechen Einfachheit und Kompatibilität für den HDMI-Stick: Anders als der Miracast-Standard funktioniert Chromecast mit jedem mobilen Gerät, das mit iOS oder Android läuft; und anders als die diversen Android-Sticks wie zum Beispiel der rikomagic MK802 IV S ist seine Benutzung äußerst simpel und dürfte damit sehr breite Nutzerschichten ansprechen. Und gegen über den auf DLNA-basierenden Konzepten diverser Smartphone-Hersteller funktioniert Chromecast auch mit den weit verbreiteten älteren TV-Geräten, die weder über einen Netzwerkanschluss noch über WLAN verfügen.

Release und Verfügbarkeit des Chromecast in Deutschland

In den USA ist Chromecast seit Ende Juli für 35 Dollar erhältlich, zur Verfügbarkeit in Deutschland gibt es bislang keine finale offizielle Aussage; gerüchteweise hieß es jüngst, dass Google aktuell keine Pläne habe, den Dongle auch hierzulande anzubieten. Einige Händler bieten auf Amazon und ebay importierte Dongles zu Preisen um etwas das Doppelte der UVP, sprich 70 Euro aufwärts an.

Wir empfehlen zum jetzigen Zeitpunkt, aber mit dem Kauf solch überteuerter Exemplare noch abzuwarten, ob Chromecast nicht doch noch auch in Deutschland in den offiziellen Verkauf gehen wird; oder sich ein Exemplar von Bekannten aus den USA mitbringen zu lassen.

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