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Viddy: Android-Version des „Instagram für Videos“ im Test


14.12.2012, 14:58 Uhr

viddy

Instagram ist einer der beeindruckendsten Erfolge der jüngeren Webgeschichte. Vom Release einer Nischen-App auf dem iPhone zum Kauf durch Facebook für eine Milliarde Dollar vergingen nicht einmal 20 Monate. Kein Wunder, dass Instagram viele Copycats auf den Plan rief. Eines der interessanteren Projekte im Windschatten des Retro-Foto-App-Netzwerks ist Viddy, denn dieser Dienst wandelt das Prinzip von Instagram etwas ab – auf Videos statt Fotos. Nun ist auch eine Android-Version von Viddy erschienen.

Bereits im Mai des Jahres kam Viddy für das iPhone heraus. Nachdem der Service auf Apples Betriebssystem dem Vernehmen nach bereits mehrere Millionen Nutzer einsammeln konnte, kommen jetzt auch wir Android-Nutzer in den Genuss von Viddy.

viddy workflow

Viddy funktioniert sehr ähnlich wie Instagram: Erst nimmt man aus der App heraus ein Video bis 15 Sekunden auf (oder bearbeitet ein bereits bestehendes Video aus der Galerie, ein rudimentäres Tool zum Schneiden ist enthalten), dann sucht man Vorschaubild, Filter mit überwiegend Retroeffekten und eine mehr oder weniger passende Hintergrundmusik aus (in der App sind diverse Soundsamples enthalten). Schließlich lässt man das Video kodieren, was je nach Länge und CPU im Gerät ein paar Sekunden bis mehrere Minuten dauert. Hernach lädt man das Video hoch und erfreut so seine Viddy-Kontakte damit. Zusätzlich leitet man das Video optional in seine sozialen Netzwerke weiter, möglich sind Twitter, Facebook, tumblr und YouTube. Hier eines der Resultate:

Die Benutzeroberfläche von Viddy ist nett gestaltet und verwendet gar Holo-UI-Elemente wie horizontale Wischbewegungen und Fragments. Das kriegen die meisten Apps, die vom iPhone kommen, bedeutend weniger gut hin. Die App ist auch recht gut strukturiert, wiewohl man an einigen Ecken noch nachbessern könnte. So habe ich erst beim dritten Video verstanden, dass man auf die Audiotracks tappen muss, um eine Vorschau zu hören. Das sind aber Kleinigkeiten – Viddys Grundkonzept versteht jeder, der auch schon einmal Instagram benutzt hat, sofort.

Nach drei Test-Uploads muss ich allerdings trotz der insgesamt guten Benutzerführung ein eher negatives Urteil zu Viddy fällen. Es liegt nicht an der App selbst, sondern am Konzept – Videos zu teilen, gerade wenn es sich nur um Winzschnipsel handelt, halte ich für bedeutend weniger sinnig als bei Bildern. Denn aufgrund der Tatsache, dass die Videos im Upload ein Vielfaches der Datenmenge von Fotos verbrauchen, ist ihre Qualität zwangsläufig relativ niedrig. Die Filter wirken im Bewegtbild deutlich aufgesetzter als in Fotos. Auch nervt das langwierige Kodieren – zumindest auf dem Galaxy S3 Mini, das ich gerade teste, dauert das Rendern zehnmal so lang wie das eigentliche Video.

Kein Wunder, dass ich im Gegensatz zu Instagram kaum aktuelle Videos von meinen verknüpften Facebook-Freunden in der Timeline finde. So ist Viddy aus meiner Sicht ein nettes Experiment, wird aber garantiert irgendwann wieder von meinem Smartphone deinstalliert – im Gegensatz zu Instagram.

Download: Viddy (kostenlos)
Viddy (kostenlos) qr code

Habt ihr Viddy ausprobiert? Sagt uns eure Meinung und postet eure eigenen Viddys – in die Kommentare.

[via Snoop Droid Dog]

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